Eine Woche und in 2 Stunden 2 Tage verheiratet…
… und die Braut ist schon 2 Stunden wach und vollkommen durchgefroren! Und das nicht zum ersten mal in ihrer Ehe! Ich sag noch so, dass es bei uns durch die Fenster zieht “Naja, sind halt nicht die neusten!”. Nee ist klar, aber letztes Jahr angekündigt lieber Herr Vermieter könnte ja dieses Jahr mal Mitleid bedeuten! Wasserbett also wärmer gestellt, Decke mehr drüber, geht alles, wenn da nicht… der dicke Kolben und die riesige Stirn wären! UUuuaaaahhhh! Kalt! Bisher hatte ich kein Problem damit, dass wir verschiedene Schlafzimmer haben, denn ich wollte ja mein Wasserbett niemals hergeben…aber jetzt… Er hat natürlich ein neueres Fenster und vor allem die Heizung, die bei anpusten schon sofort wärmt, während ich bei meiner immer mit allem rechne, meistens mit KALT.
So, genug geschimpft, wird mir ja auch nur wärmer von, wenn ich es an jemandem ablassen könnte.
Bevor ich gehauen werde, dann also mal zu einem Hochzeitsbericht. Ich habe keine Ahnung, wie lang das wird und bitte darum aufzuhören zu lesen, bevor mir hier jemand einpennt! Kann mich zur Zeit selbst kaum halten und will hier nicht noch Leute wegräumen! 
Wir schreiben also den 22.12.2008, morgen ist Tag X, end of wilde Ehe und Ledigleben. Nachdem ich hier geschrieben habe, dass wir weg sind, wird das Auto bepackt, erstmal müssen wir noch zu den Schwiegereltern in spe denn mein Bräutigam hat keinen passenden Gürtel, dann zur Bank (kein Mensch weiß, wieviel Geld man an diesem Tag braucht…) und in den Blumenladen, die Sachen für die Tische, Anstecker und einen süßen kleinen Brautstraus abholen. Dann endlich verlassen wir unser Dorf, tagelang ist mir klar, dass das der Moment ist, auf den ich warte! Ich entspanne mich total und freue mich nur noch. Schnell bei meinem Vater den Sitzplan abgeholt, da der zu unfähig ist, ihn innerhalb von 5 Tagen kurz in das Luftlinier ca. 300m entfernte Restaurant zu bringen, dem Wirt gezeigt, wie alles aussehen soll und uns angehört, wie mühsam und schrecklich es war, die Hussen alle zu bügeln (naja, dafür hat er ja mit sonstiger Deco mal echt keinen Stress gehabt, prallt also ziemlich an uns ab). Superpünktlich um viertel nach fünf betreten wir den Friseursalon. So sehr ich ja oft dankbar dafür bin, mit dicken Haaren gesegnet zu sein, beim aufdrehen hasse ich sie und nach dieser Nacht erst recht, aber dazu kommen wir noch. Während ich also aufgewickelt werde, kriegt G. schonmal die Brauen gezupft und findet es schrecklich, sieht danach zwar gut aber sehr rot aus, der arme, Männer und ihr Schmerzempfinden, soll er sich mal die volle Prozedur geben! Auch meine Brauen werden noch in die gewünschte Form gerupft (wobei ich da keinen Wunsch hatte). Nach einer guten halben Überstunde, schickt Katrin uns dann heim und wünscht mir eine gute Nacht auf gefühlten 180 Lockenwicklern, die mein Hirn zerpieksen. G. ist so lieb und holt das Auto mitten in die nun ohnehin nicht mehr sehr belebte Fußgängerzone, damit ich nicht so noch durch die Stadt laufen muss.
Wir fahren also zurück und K. und A. (Vater und Freundin) nur um gleich wieder im Klinsch mit ihm zu liegen, dass ich IMMERNOCHNICHT essen gehen will, mit Wicklern und lecker Haarnetz auf`m Kopf und nein, auch mein Bräutigam wird nicht 3 Stunden mit ihm in die Kneipe ziehen und sich mit ihm betrinken! Frage mich mal wieder, was der sich vorstellt…Schlussendlich weigert sich G. nicht gegen das eine Hefeweizen (was soll ich dann da sagen?) und während G. mir anschl. hilft die Nägel zu machen, da mein kleines Schwesterlein doch `was anderes vor hat, holt K. Essen. Was für ein Heckmeck. Nachdem auch noch ein Schnaps in den Männern landet, beziehen wir endlich unser Gästezimmer, in dem mein Schätzelein dusselig wie er ist, den Sack meines Kleides offen gelassen hat und mein Vater also doch noch einen Tag vorher die Farbe sieht und sich freut wie ein kleines Kind, dass er es geschafft hat. Auch egal, so kann ich mir die Geheimniskrämerei am nächsten Morgen sparen.
Über die Nacht etwas zu schreiben, lohnt kaum. Sofa und TV sind meine besten Freunde, mein ganzer Kopf ist zerlöchert und Schlaf ist anders, aber wer schön sein will…ich weiß! So schön muss ich gar nicht sein….
23.12.2008 6:10 Uhr endlich klingelt der Wecker! Da ja alle unbedingt noch mit mir frühstücken wollen (lieb, aber bißl gaga, wo sie locker noch 2-3 Std. schlafen könnten) fängt es gleich wieder überall an zu wuseln. Ich blockiere erstmal das Bad. Unter der Dusche verliere ich dann endlich den ersten Wickler und am liebsten würde ich noch draufspringen, aber ich kann mir schlecht vorstellen, dass das Teil unterm Fuß bequemer ist, als auf`m Kopp! Voller Vorfreude auf ein leckeres Frühstück komme ich aus`m Bad und treffe auf drei Leute, die jeder eine Kaffeetasse und zwei davon noch ihre Kippe in den Händen halten. HÄ??? Dafür sind die mit aufgestanden? G. Schmiert mir nettweiße noch ein Brot und hilft mir dann ins Kleid. Langsam ist er doch ziemlich aufgeregt, süß! 7:45 Uhr wieder vor`m Friseursalon legt sich ein blöder, wichtigtuerischer Kerl von der Straßenmeisterei mit Gerd an und bevor dieser jetzt auch noch ungeschmeidig wird, steige ich aus und warte bis Katrin kommt, so das G. wieder los kann. Leider ist sie nicht die pünktlichste und ich friere mir in meinem Kleid mit dem locker darüber geworfenen Baumwolltuch in 10 Min. wirklich alles ab! Nachdem sie mich mit einem Kaffee entschädigt (den hatte ich nämlich morgens nicht), geht also die große Verwandlung los. Wickler raus, Haube nochmal, schminken, drehen, legen und vor allem sprühen… Während ich das ganze noch recht kritisch betrachte, ist Gerd recht sprachlos, als er um kurz nach zehn auftaucht. Nach dem Zahlen vor der Tür kommen ihm die Tränen und er sagt mir, wie toll ich aussehe. Ein schöneres und innigsteres Kompliment kann man kaum bekommen, oder? (Hoffentlich war das nicht das letzte bis zur Silberhochzeit
) Da wir noch ein wenig Zeit haben, beschließen wir es nochmal mit einem Parkplatz direkt am Rathaus zu versuchen, was zwar Gedult erfordert, aber es klappt! Neben uns parkt auch just meine Trauzeugin, was toll ist, so kann ich meine hässliche Tasche im Auto lassen und ihr die wichtigen Dinge geben, bzw. hat Gerd schon Ausweis etc. Vor`m Standesamt erwarten uns schon ein paar gespannte Gesichter bzw. kommen schnell mehr dazu. Da wir ja allen unser Farbe verschwiegen haben, ernten wir ein paar lustige und ausschließlich positive Reaktionen auf unser frosch-apfel-grün mit dem wohl wirklich wenige gerechnet haben. Eine Freundin erzählte mir später, sie wäre Morgens aufgewacht und haben gedacht “Es ist grün!”, wow, ich halte mit meinem Kleid schon die Leute wach, das nächste Mal erzähle ich sie lieber, sonst schlafen nach der kirchlichen alle ein deshalb…! 
So, hier mache ich jetzt erstmal eine Pause und mache meinen Ehemann (brrr) und mich Frühstück, so wie wir es kennen und mögen! Später mehr!