Es geht vor- und aufwärts!

Nach der Horrornacht schlechthin gestern, dachte ich, verrückt zu werden. Also so wirklich! Drei Wochen Alpträume von der Arbeit und immer einfach dumme Sachen und nur Dinge, die mich und meinen Perfektionissmus betreffen! Wache auf, weil ich meine, tausend Sachen vergessen zu haben usw. Der Höhepunkt war also gestern Nacht erreicht. Von ca. 1Uhr nachts bis so 6Uhr morgens habe ich nicht 10 Minuten am Stück geschlafen. Sobald ich weggedöst bin, kamen die Träume wieder. Ich wußte genau, dass ich nix vergessen habe oder sonstwas, habe mir das, wenn ich wach war, laut gesagt, wollte heulen und schreien und war einfach totmüde… Um 6Uhr bin ich aufgestanden. Habe mit G. gefrühstückt, bin dann bis halb zehn wach geblieben, wieder ins Bett und… ich hätte den ganzen Tag schlafen können! Habe auch einen Großteil verpennt! Ohmann! Gestern abend habe ich dann meine Mama anrufen wollen, aber ihr Mann war allein daheim. Dachte mir, wenn ich schonmal den Psychologen dran habe, könnte ich dem ja mal erzählen, dass ich verrückt werde…. Er war sehr süß, hat mir mehrfach gesagt, dass ich nicht paranoid bin, sondern vielleicht ein bißl gestresst und so und sei ja auch kein Wunder… Soll abends einmal ums Haus spazieren und versuchen mehr Zeit an der frischen Luft zu verbringen, dann würde das bald besser… Haben dann zusammen beschlossen, dass mein Körper nach fast fünf Jahren Nachtschicht wahrscheinlich einfach nachts auf “Arbeitsmodus” umstellt, ich absolut gar keinen Biorythmus mehr habe und das jetzt alles besser wird, wenn ich keine Spät- und Nachtschicht mehr habe.
Und dann…was soll ich sagen… ICH HABE HEUTE NACHT GESCHLAFEN!!!!! Na gut, nicht durchgeschlafen und das Herz ist eben im Moment krank und Wasser hab ich auch noch, wenn auch nicht mehr so viel, wie letzte Woche, aber ICH HATTE KEINE BÖSEN TRÄUME!!!!! Wundervoll! Hätte ich nicht pullern müssen… ich wäre nie wieder aufgestanden! Danke lieber Psychostiefvater! *g*
Und weil ich ja dann endlich mal wieder gute Stimmung hatte, habe ich mich heute morgen um sechs mit G. angeschrien *lol*. Er sagt nicht wirklich, was er will und ich werde mischugge. Ich muss am 22., 25. und 26. arbeiten (ja, jetzt nur noch Frühschicht, aber die wird wohl von 7-17 Uhr oder so sein, weiß ich noch nicht genau). Wie ja hier allgemein bekannt ist, wollen wir am 23. heiraten. Was ja für mich als Frau auch nur sowas wie 5:30Uhr aufstehen, duschen, rasieren, versuchen einen Bissen runterzukriegen, Haare anföhnen (dauert bei den dicken Haaren zu lange, um es ganz beim Frisör zu schaffen),40km zum Frisör fahren, 8Uhr Haare, Make up und ins Kleid hüpfen, 10:30Uhr los, weil 11Uhr Trauung. Was danach vorm Standesamt außer dem von uns organisierten Sekt so kommt, weiß man ja nie, aber unser Fotomann ist mit und wird dort knipsen, soviel ist klar. Dann wieder ins Auto, 8km weiter hoffentlich nicht nochmal darüber ärgern, dass man das Restaurant gewählt hat, Mittagessen, später Kaffeetrinken. Das DANACH haben wir noch immer nicht geklärt und das war auch (um mal wieder auf den Punkt zu kommen, sorry!) der Anlass für unser morgendliches Gebrülle. Mein G. hat viele Freunde. Die meisten davon sind wohl einen Tag vor Weihnachten hier in der Gegend, da ihre Eltern hier wohnen. Der G. hat tolle Freunde, leider auch welche, die schon jahrelang bei jeder Hochzeit einen Wettstreit daraus machen, wer den größten Dreck in und um die Bleibe des Hochzeitspaares macht. Die meisten von G.s Freunden sind nun verheiratet und müssen nicht mehr fürchten, dass man sich an ihnen nochmal rächen könnte. Ich glaube wir sind das erste Paar, dass bei fremden im Haus zur Miete wohnt, alle anderen hatten ihr Haus oder haben bei Elterns gefeiert. Seine Freunde werden aber auf unsere Vermieter kaum Rücksicht nehmen und auf mich schon gar nicht. Nun versuche ich G. schon wochenlang klar zu machen, dass ich doch bescheuert sein müßte, abends daheim zu sein und die Leute noch rein zu lassen, die mir dann die Wohnung voll müllen und mir sonstwas ins Bett stecken (abbauen können sie meins ja dank Wasserbett so schnell nicht, dass haben sie bei den anderen gemacht!). Mal abgesehen davon, dass ich noch nie gehört habe, dass man abends nach der Hochzeit bei dem Paar vorbei geht, um zu gratulieren (und davon geht G. wohl aus), habe ich mal NULL Bock den einzigen freien Tag – nämlich Heiligabend – der ja, nur weil er eben eh schon DAS Fest im Jahr ist, sowieso nicht frei ist, damit zu verbringen, den Vorgarten zu saugen und die Wohnung zu putzen. Wenn sie meinen, sie müßten einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sollen sie das doch bitte Pfingsten machen, schließlich ist da auch die riesen Fete MIT allen Freunden! Aber nein, mein Schätzelein will gerne zu Hause sein und Gäste empfangen. Er hat ja dann auch bis ins neue Jahr frei. Ich versteh das nicht. Kann es mir einer erklären? T.? So als auch Musikermann? Vielleicht fehlt mir ja dafür ein Gen? Naja, deshalb jedenfalls haben wir heute morgen schreiend die Vermieter geweckt… Grad hat er angerufen, irgendwie fehlt uns im moment wohl beiden was… Zeit…Verständnis…Energie….Gesundheit… Ohjeh, und wir wollen heiraten! Herzlichen Glückwunsch!
Ich geh jetzt Wäsche falten und Bestellungen zurück schicken…
Eben hatte ich noch das Gefühl es geht vor- und aufwärts… jetzt weiß ich nur noch, dass ich immerhin heute Nacht geschlafen habe…





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