Der Alltag hat mich zurück. Endlich! Während ich im Off verschwunden war, hat sich einiges ereignet, so habe ich zum Beispiel menstruiert und jetzt ist es schon wieder vorbei.
Ich habe beschlossen, wieder eine Temperaturkurve zu führen. Die Rätselraterei und Warterei auf die Mens macht mich ansonsten noch kirre, selbst, wenn ich genau weiss, dass nichts passiert sein kann. Ausserdem hege ich, seit meinem letzten FA-Besuch, den Verdacht, dass sich da die Wechseljahre ankündigen.
In einer Broschüre stand, dass starke Blutungen, unregelmässige Zyklen…darauf hinweisen können. Und stark war sie in den letzten Monaten wirklich. Seit 20 Jahren verwende ich Tampons, zuerst mini, später bin ich auf normal umgestiegen. Nun musste ich auf die grossen zurückgreifen und dann auch noch zusätzlich Binden
verwenden. Wirklich ne Sauerei, wenn nach ner Stunde (ohne viel Bewegung) schon alles undicht wird.
Und ne Zewa-Rolle ist definitiv zu gross.
Natürlich hätte ich gerne ein 2. Kind, aber es sollte doch schon alles passen. Und A. kommt absolut nicht als Vater in meinen Gedankengängen vor. Ein Kind ist der falsche Weg, um einen Mann an sich zu binden, deshalb kommt auch P. nicht infrage. In der Hoffnung, dass ich noch nicht in den Wechseljahren bin, wird das Thema also erst mal zu den Akten gelegt.
Stattdessen wird an Plan B gefeilt. Nachdem Plan A (Auswanderung) nun in den Sternen steht.
Während ich im Liebesurlaub war, hat A. ja ausgeplaudert, was ich da (seiner Meinung nach) treibe und mein Pa hat wieder manipuliert.
Das war schon so, als wir noch bei ihm gewohnt haben. Immer hat A. sich von ihm reinreden lassen -so auch jetzt. Papa meinte, dass A. zu ihm gesagt hätte, dass er und L. hier bleiben.
An mich gewandt: “Was willst du denn in Österreich, meinst du, da ist es besser?” Ich antwortete mit einem Schulterzucken…was auch sonst? Hätte ich sagen sollen, dass ich noch immer verrückt nach P. bin und in seiner Nähe sein will? Mehr Zeit mit ihm verbringen möchte als jetzt?
Und dann die ganze Geldgeschichte.
Wenn ich nicht Geld zur Seite geschafft hätte, wäre ich ohne einen einzigen Cent nach Wien gefahren.
Und weshalb? Weil A. lieber die Kohle versoffen hat, als der Nachbarschafts-Weihnachtsmarkt war. Oh Mann…daran darf ich gar nicht denken. Schmerzmittel, die mittags eingenommen werden und Alkohol (wenig) vertragen sich absolut nicht, wie ich am nächsten Tag leidvoll feststellen musste. Immer wieder habe ich mir alles durch den Kopf gehen lassen -im wahrsten Sinne des Wortes.
Da ich offiziell kein Geld (ok, 2 € hatte ich doch) und kaum Guthaben hatte, beschränkte sich der Kontakt nach Hause, auf ein Telefonat am Ankunfttag. Das kostete schon 1,60. Typisch A. den Kopf nur zum Haareschneiden.
Hat er wirklich geglaubt, dass ich eine Woche ohne Geld klar komme? Was sollte ich essen? Darüber macht sich der Herr keinerlei Gedanken. Stattdessen ne SMS: “Der Strom ist abgesperrt worden, die wollen 900 €.” Und ich sass minutenlang auf heissen Kohlen -zumindest solange, bis P. wieder in meiner Nähe war…danach war nämlich alles andere unwichtig. Frieren brauchten sie nicht und mein IKEA-Kerzen-Vorrat ist nahezu unbegrenzt. Kein Wunder, nach Romantik steht mir hier, seit ich P. kenne, nicht der Sinn. Freitags wurde der Strom dann wieder angestellt, nachdem A. meinen Pa mobilisiert hatte, der mit ihm Geld geholt hatte.
Man kann sich vorstellen, wie trostlos unser Weihnachtsfest hätte werden sollen, nachdem sofort 900 € fehlten. Eine Kleinigkeit für L. und das war es auch schon, ausserdem ein Weihnachtsbaum. In der Zeitung hatte ich eine Anzeige gefunden, dass man sich Bäume, in jeglicher Grösse, für 5 € selbst schlagen könne. Das wäre das Richtige für unseren schmalen Geldbeutel gewesen. Aber nein!!! A. rief aus irgendeinem Grund nicht dort an.
Stattdessen folgten wir einer Beschilderung und ergatterten eine traumhafte Nordmanntanne. Für sage und schreibe “nur” 32 €.
Neeeee….unfassbar!
Die bucklige Verwandtschaft hatte sich auch für´s Fest eingeladen, wollte jedoch nur zum Kaffee bleiben. Gott sei Dank… Befremdlich fand ich, dass ich nicht mal ein Blümchen bekam.
Also, wenn ich irgendwo eingeladen werde -vor allem, an einem Festtag- dann bringe ich eine Kleinigkeit, für den Gastgeber mit. Ganz sicher tauche ich nicht, mit leeren Händen dort auf! Naja… Und vom leckeren Dominostein-Gugelhupf, schienen sie auch nicht sonderlich begeistert. Egal…um so mehr für uns.
Um an Geld zu kommen, wurde der Wohnwagen bei eBay eingestellt und für wenig Geld verkauft. Anstatt das Geld zusammenzuhalten, kaufte A. für 50 € Raketen und anderes Geschoss…unglaublich! Und PS2-Spiele für sich…und für L. Wenigstens war dieser dann doch noch, mit seiner Weihnachts-Silvester-Ausbeute zufrieden.
(Ich erwähne auch gar nicht, dass wir seit Anfang November kein Heizöl mehr haben, nee…das erspare ich mir. Wie schön war es, in Wien, als ich duschen konnte, wann ich wollte…und nicht erst Wasser erhitzen musste.)
Aber nun zu Plan B. Endlich wird hier in der Nähe, mal wieder Pflegehilfspersonal gesucht und ich habe mich beworben. Ich brauche also Däumchen. Gesucht wurden mehrere Kräfte, auf 400 € und auf 50%. Die Arbeitszeiten in der ambulanten sind relativ L.-freundlich, was bedeutet, dass ich mich nicht auf nen 400 €-Job beworben habe. Ich hoffe, dass ich ne Chance habe und die Stelle, irgendwann mal (möglichst schnell) auf 100% ausgebaut werden kann. Und dann…dann mache ich die Biege.
Ich muss hier definitiv weg…es ist nicht zum Aushalten, auch wenn A. sich Mühe gibt.
Da ich momentan eine fiebrige Erkältung habe (sehr gut, wenn man gerade wieder Temperatur misst
), versucht er doch, mich zu verwöhnen, wenn er da ist. Wenigstens fühle ich mich heute wieder besser.
Seit gestern arbeitet er auch wieder. Am meisten nerven mich seine dauernden “Angebote”. Als würde es mich in irgendeiner Form anmachen, wenn er unbekleidet durch die Wohnung läuft.
Oder er fragt: “Machen wir heute Amore?” Meistens überhöre ich dies, wenn ich nicht abblocke.
Mit Schrecken musste ich feststellen, dass A.´s “Angebote” wohl doch ziemlich häufig fallen.
So fragte L. mich in der letzten Woche: “Mama…soll ich mit dir Amore machen?”
Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte, denn lustig war es ja irgendwie doch.