Nach einer traumhaften Woche, hat der Alltag mich wieder. Ich kann nicht behaupten, dass ich darüber entzückt bin.
Ich bin alles andere, als entzückt und die Erinnerungen schmerzen wie Messerstiche, die ins Herz gehen. Immerhin kann ich auch gutes an P.´ Abreise finden.
Er hat meinen Kack-Plan völlig durcheinandergebracht.
Im Ernst: Mein Timing ist beschränkt. Wenn die Herren des Hauses da sind, klappt es meistens nicht oder ich habe nicht die notwendige Ruhe. Oft leide ich unter leichten Obstipationen. Wenn nicht, erledige ich meine Geschäfte vormittags. Letzte Woche hatte ich jedoch wichtigeres zu erledigen und so blieb meine Verdauung auf der Strecke -komplett. Seit Samstag scheint hier wieder alles in regelmässigen Bahnen zu laufen. Schade…mein Bauch war vorher sowas von straff gewesen.
Die Planungen von A.´ Firma, geht mir sowas von auf den Piss! Hüh-Hott. Gestern musste reichlich gewaschen werden, damit A. auch seinen Koffer vollkriegt.
Montage. Und heute sieht schon wieder alles ganz anders aus.
Nix ist es mit der Montage, er kommt zumindest heute Abend zurück.
Dabei hatte ich mich schon sooo auf abendliches Chatten mit P. gefreut.
  …vielleicht ja ab morgen? Ich vermisse ihn so!
Es gibt aber auch positives zu vermelden. Seit langer Zeit, bin ich auf der Suche nach meiner Cousine K. Sie hatte vor vielen Jahren, einen hier stationierten GI kennengelernt und ist nach seinem Dienstende mit ihm in die Staaten gegangen. Seit der Beerdigung meiner Omma (1998) habe ich sie nicht mehr gesehen. Leider konnte ich mich nicht mehr an ihren Familiennamen erinnern. Schwierig, jemanden zu finden, wenn man nur den Vornamen kennt.
Noch schwieriger, wenn man nicht mal weiss, ob diese Person noch in den Staaten lebt oder sie innerhalb der Staaten umgezogen ist. Ich hatte es schon mehrfach per 123people versucht. Aber ohne Nachname war das ziemlich auswegslos. Nun kam mir der Zufall zur Hilfe. Irgendwann war ich mal bei Stayfriends angemeldet und hatte, um an einen kurzfristigen Gold-Account zu kommen, auch Papa und A. dort angemeldet. Irgendwann hatte ich meinen Account gelöscht…es macht einfach keinen Spass, wenn man nicht mal Nachrichten lesen kann.
Nun hat sie sich auch dort angemeldet und Papa, also ihren Onkel gefunden und in ihre Freundesliste aufgenommen, darüber wurde informiert. Ich hatte also nun ihren Nachnamen und konnte richtig suchen.
Ich stöberte sie unter anderem bei Facebook auf, registrierte mich dort und schrieb ihr eine Nachricht. Ich versuchte ihr kurz und knapp zu erzählen, wer ich bin. Es war ja auch möglich, dass es sich um eine andere Person gehandelt haben könnte. Trotz bedenken hatte ich auch meine Email-Adresse zukommen lassen.
Abends kam die ersehnte Antwort. Ich habe sie gefunden und freue mich sehr darüber.
Sie schrieb, dass sie nicht viel Zeit hätte, mir aber ausführlicher antworten wollte. Dies geschah dann am Samstag. Ich beantwortete ihre Mail…kilometerlang und 2 Stunden dauernd.
Ich schrieb mir die ganzen Jahre von der Seele, auch von P. und dem damit verbundenen Glück und Unglück. Nun warte ich auf eine weitere Anwort, was jetzt unrealistisch ist, denn dort ist es kurz nach 4 morgens.
Hoffentlich hat ihr Computer sich nicht zerstört, nachdem sie unsere, besonders meine, Fotos gesehen hat.
Ich hatte noch keine Gelegenheit, ausführlich mit Tante U. über die letzte Woche zu reden.Donnerstag und Freitag wäre ich dazu nicht in der Lage gewesen und nahm mir vor, sie gleich Montag, also heute, anzurufen. Freitagabend kam dann ein Anruf von ihr. Ich ärgerte mich ein bisschen, schliesslich weiss sie doch, dass ich nicht reden kann, wenn A. zuhause ist. Den ersten Anruf ignorierte ich, den 2. nicht. Wenn sie so spät anruft, musste was passiert sein, vermutete ich. Sie war aufgelöst. Am frühen Abend hatte sie es nicht geschafft, einen Anruf entgegenzunehmen, der von einer, ihr völig unbekannten Nummer, getätigt wurde. Zunächst hatte sie dem keine Aufmerksamkeit geschenkt, aber nachdem sie Zeit zum Nachdenken gehabt hatte, kam sie zu einem Schluss.
Sie war der festen Meinung, dass ich sie angerufen hatte. Von irgendwoher. Sie glaubte scheinbar, dass ich mit P. fortgelaufen wäre, obwohl ich diesen Gedanken, mit keinem Wort erwähnt hatte.
Ich vermisse ihn so!
Den Herzanhänger trage ich seit Freitag. Es schien mir eine gute Idee, zu behaupten, dass ich ihn beim Doktor gefunden hätte. Das erregt keine Aufmerksamkeit und ich kann ihn dennoch tragen.
Leider ist mir in der letzten Woche einiges entgangen. Donnerstag war die Kindergartenübernachtung und als ich L. dort um kurz vor 5 abliefern wollte, standen wir vor verschlossenen Türen.
“Vielleicht sind die ja in der Kirche,” bemerkte L.
KIRCHE?? HEUTE?? Ich wusste von nichts und heizte los. Natürlich war gerade Rushhour.
Und eine geschlossene Schranke gab es auch noch. Sowas passiert immer, wenn man keine Zeit hat.
Gerade noch pünktlich kamen wir an und trotz sommerlichen Temperaturen musste ich mir meine Jacke anziehen. Ein Top ist wenig kirchentauglich.
Da ich ja meine Schwester für das Frühstück am Freitag eingespannt hatte, ist mir ausserdem noch die Entlassfeier entgangen.
Auch das wusste ich natürlich nicht. Darüber bin ich traurig…wenn wenigstens P. bis Freitag geblieben wäre…
Wenn…wenn…wenn…
Wir sitzen Arm in Arm auf einer Bank, die abendliche Sonne wärmt uns…wir blicken auf einen See, mein Kopf liegt an deiner Schulter. Das fühlt sich so gut an…so geborgen…