Montag, 18.05.2009
Mein Wochenende fing schon Freitagnachmittag gut an, um am Sonntag auf seinem Höhepunkt zu sein.
Freitag
Ich beschloss, etwas gegen mein Handy-Problem zu tun und rief A. an, um zu fragen, wie lange es bei ihm noch dauern würde. Da die Fahrt zum T-Shop ja nicht ewig dauern konnte, fuhren L. und ich los. Als wir ankamen, war der Laden brechend voll und nur 3 Verkäufer (sag ich jetzt mal so, denn das ist schliesslich ihr Hauptanliegen: Handy-Verträge abschliessen). Wir warteten. L. hatte schon nach kurzer Zeit keine Ruhe mehr und quetschte sich an den anderen Wartenden vorbei, um hin und her zu laufen, zwischenzeitlich ging es auch nach draussen, da war er wenigstens in meinem Blickfeld. “Mama? Wie lange dauert das noch?”
Ich wartete weiter und L. sang das ABC. Irgendwann, nachdem der Laden immer voller wurde, stockten sie ihre Mitarbeiter auf 5 auf. “Kann ich Ihnen helfen?” fragte eine Azubine mich. Ich schilderte ihr mein Problem und auch, dass ich bereits die Tipps des Herstellers erfolglos probiert hatte. “Mama? Wie lange dauert das noch?” “Da müssen wir das Gerät einschicken, müssen aber erst warten, dass ein Rechner (von 3) frei wird.” Also wieder warten. Sie bediente, nee, vertröstete weitere Kunden und alle warteten mit zunehmend mürrisch werdenden Gesichtern. “A, B, C, D, E, F, G…” sorgte L. für die musikalische Unterhaltung der Kundschaft. ”Wie lange dauert das denn noch?” Das hätte ich auch gerne gewusst. Die Zeit verging überhaupt nicht, aber A. würde wohl warten müssen, wie es schien.
“H, I, J, K, L, M, N, O, P…wie lange noch?” sang er weiter.
Endlich war ein Rechner frei und Azubi füllte sorgsam ihren Wisch aus. Also sehr langsam.
“Wir sind sofort fertig, ich drucke es eben aus und dann haben Sie es geschafft!” Mehrere Kunden oder potentielle waren schon geflüchtet, L. hatte das ABC-Lied schon mehrfach gesungen und ich stand mir noch immer -nun schon ne halbe Stunde- die Beine in den Bauch und ein Mitarbeiter verschwand wieder ins Hinterzimmer. Azubine lief zum Drucker, wo schon die 3 anderen standen. Er funkte nicht. 
Merke: Es erfordert 4 Mitarbeiter, um einen Papierstau zu beheben. Einer macht die Arbeit und die anderen schauen zu!
Eine Dame sagte: “Das hat er erst, seitdem ich vorhin neues Papier eingelegt habe.” Auf die Idee, den ganzen Scheiss rauszuholen und es erneut einzulegen, kam natürlich niemand.
Nach etwa 10 Minuten kam Azubine, freudestrahlend mit ihrem Ausdruck. “Wenn Sie hier unterschreiben, können Sie gehen.” Das Leihgerät hatte sie mir schon vorher gegeben. Ich unterschrieb den Antrag auf Austausch der Sendeeinheit -Akku, Simkarte, Abdeckklappe und Ladegerät wird nicht getauscht. Und wenn es daran liegt?
“Wie lange dauert das noch?” “wir sind jetzt fertig!” Frohen Mutes wollte ich eilig den Laden verlassen, als sie mich zurückrief.
“Ich habe vergessen, dass Sie auch noch was ausfüllen müssen, weil Sie ein Leihgerät bekommen haben.” Ich sah schon, dass die anderen 3 wieder vor dem Drucker standen.
Und wieder warteten wir -diesmal 15 Minuten. Weitere Kunden waren geflohen…gleich um die Ecke sind E-Plus und Vodafone und andere waren hinzugekommen. Nachdem ich den Wisch endlich unterschreiben durfte und eine Kopie bekam, verliess ich fluchtartig den Laden. Nach mir die Sintflut!
Mittlerweile war es 16:05 und wir mussten noch zum Parkplatz laufen. Angekommen waren wir dort um 14:50! A. wartete schon eine dreiviertel Stunde, als wir endlich ankamen und war mässig sauer. Diesmal war es wirklich nicht meine Schuld!ÂÂ
Samstag
Nachdem ich die halbe Nacht, ziemlich schlecht, also fast gar nicht, geschlafen hatte, bimmelte mein Leih-Handy um 4:30. Boah, war ich gerädert! Ich duschte schnell und zog mich an. Wie blöd…die Hose war ein bisschen lang.
Ausserdem würden mich die Schuhe wohl umbringen, wenn ich stundenlang rumrenne. Mittlerweile war A. auch aufgestanden, um mich zu wecken. Um 5:15 machte ich mich vom Acker. A. und L. brachten mich zur Haustür. “Mama, du siehst schön aus”, sagte L. zum Abschied.
Bei meinem Job angekommen, fragte ich sogleich -wie abgesprochen- nach Frau S. Diese kam erst, nachdem ich schon 10 Minuten gewartet hatte. Natürlich in voller Montur. Mir fehlten noch Weste und Halstuch.
“Sind Sie Frau Geschafft?” “Ja.” “Sie sollten mal Ihr Handy anschalten! Wir haben die ganze Woche versucht, Sie zu erreichen!” Unfreundlich geiferte sie mich an.
“Mein Handy ist kaputt.” Sie klärte mich darüber auf, dass sie sich für eine andere Bewerberin -eine Dame vom Restaurantfach- entschieden hätten und seit Dienstag versucht hätten, mich zu erreichen.
Diese Mitteilung haute mich um, gleichzeitig war ich aber froh, dass ich unter dieser unfreundlichen Zicke nicht arbeiten brauchte. Ich fand, dass es eine Frechheit war, in welchem Ton, sie mit mir redete, zumal ich dort ja nun nicht beschäftigt war. Ausserdem fragte ich mich, weshalb sie mich nicht auf meinem Festnetzanschluss angerufen hatten.
Auf dem Rückweg hielt ich bei einem Bäcker, um Brötchen zu besorgen und fuhr nach Hause. A. lag auf der Zweier-Couch und schien verwirrt, als ich auftauchte. Ich erzählte ihm, was passiert war und er ging nach oben -ins Bett. Ich konnte nicht einschlafen, obwohl ich ziemlich müde war und schaute noch bis 8:40 TV. Um 9 Uhr wurde ich dann von L. geweckt, der sich wunderte, dass ich nicht mehr so schön aussah.
Blöde Geschichte…und vorher hatten wir extra L.´ Geburtstagsfeier verschoben. Alles für die Katz!
Mittags wollten wir dann L.´ Geschenk -eine Schaukel- besorgen. Dort stellten wir fest, dass wir sie nie ins Auto bringen würden. Was nun? Ein Anruf bei J. (dem Mann von S.) brachte Erleichterung. Wir fuhren zu ihm, um den Anhänger bei einem Kumpel abzuholen. Der Anhänger gehört J. und seinem Kumpel. Der Kumpel hatte den Anhänger aber schon anderweitig verliehen. Nun war guter Rat teuer!
“Wir fragen einfach I.!” Das ist der Mann von meiner Freundin L.
Die Sache ging klar und wir kauften die Schaukel, brachten sie nach Hause und stellten den Anhänger wieder in I.´ Halle. Ich musste dann einkaufen und A. mähte den Rasen, bevor die Schaukel aufgebaut werden sollte.
Als ich wiederkam, hatte er schon mit dem Aufbau begonnen. Bei mir hatte es so lange gedauert, weil ich noch ein paar schöne Dinge für L. gekauft habe.
Wir bauten die Schaukel auf und A. testete sie zusammen mit dem Scheiss-Köter.
Ich rechnete schon mit einem Zusammenbruch! Aber nichts dergleichen geschah. Später schaukelte L. dann auch begeistert.
Sonntag
L. weckte mich um 6:45. Klar…er war aufgeregt.
 Schweinemüde gratulierte ich ihm zu seinem Geburtstag, drückte und küsste ihn und er verschwand wieder. Ins Badezimmer, wie ich vermutete. Kurze Zeit später kam er dann zurück -traurig sagte er: “Mama, Papa hat gesagt, dass es ihn gar nicht interessiert, dass ich Geburtstag habe!”
Ich war fassungslos. Sowas sagt man doch nicht! Man sollte es nicht mal denken! Was ist das für ein Mann…Vater? Vor lauter Wut und auch Mitleid für L., heulte ich.
Selbst wenn man müde ist und der Sonntag, der einzige Tag, wo man ausschlafen kann, sagt man sowas nicht zu seinem einzigen Kind.
Ich holte Brötchen, deckte den Tisch und bat L., seinen Vater zu fragen, ob er auch frühstücken will. Währenddessen entzündete ich eine Kerze “6″ und hängte eine “Happy Birthday”-Girlande auf. Mürrisch setzte A. sich an den Tisch. “Zieh wenigstens einmal im Jahr ein anderes Gesicht!”
Den ganzen Tag gab es immer wieder Streitereien zwischen A. und mir, weil ich wütend auf ihn war. Der geplante Kinobesuch fand ohne A. statt, was für weitere Streitigkeiten sorgte. “Wenn du schon mal was für deine Familie tun sollst…” Er wollte sich lieber die Dicke von RTL angucken.
“Wenn ich eher gewusst hätte, wie du bist (was fürn Arsch, dachte ich), wäre ich in Bayern geblieben. Ich frage mich eh, weshalb du uns zurückgeholt hast. Du interessierst dich einen Scheiss für L. und für mich auch nicht.” “Fängt das wieder an?”
Währenddessen hatte L. kurzen Besuch von Freund M., der sein Geschenk -einen Hüpfball- überbringen wollte. “Was soll ich denn denken, wenn du überhaupt kein Interesse zeigst? Lässt es sogar zu, dass ich von den Nachbarn begrabscht werde! Haste Geld dafür bekommen,” schrie ich. “Na klar -1000 Euro!”
Ich stand auf und ging nach draussen. L. hüpfte alleine auf seinem Ball. “Komm…wir fahren!” Wie fuhren in den Nachbarort, parkten auf dem Parkplatz und liefen die wenigen Meter zum Kino.
Da war kein Kino!!!
Scheinbar umgezogen…aber wohin? Ich hatte keinen Nerv, zu suchen, also fuhren wir in die nächste Stadt, von der ich wusste, dass das Kino nicht umgezogen war.
Mittlerweile war es 17:30 und der einzige Kinderfilm Monster vs. Alien, hatte schon vor 10 Minuten begonnen. “Können wir da noch rein?” “Müssen Sie selber wissen, ob Sie wollen”, sagte der Kassierer -scheinbar ein Student. Ok. “14 Euro macht das. Moment die Kollegin kommt gleich,” verstand ich. Er meinte aber die 3D-Brillen. Ich hatte gerade mein Portemonnaie weggesteckt. “Ich brauche aber ein Pfand!” “Wieviel?” “Nee, kein Geld….Führerschein, Ausweis, Schlüssel?” Meinen Autoschlüssel hatte ich noch in der Hand und reichte ihm, diesen. “Aber nicht einfach irgendeinen Schlüssel!”
Wir sind weit gefahren und ohne Autoschlüssel kommen wir nicht nach Hause! Reicht das als Pfand?”
Es reichte.
L. fand den Film nicht so toll. Er stand auf, lief hin und her -wir hatten die letzte Reihe für uns. “Ich hab Durst, können wir rausgehen und was zu trinken kaufen?” Ich bestellte -wie gewünscht- eine Sprite. Ausser Getränken konnte man von unserem Bestellmodul aus, nichts weiter bestellen.
L. trank und trank, spielte mit den Eiswürfeln rum, spuckte sie klirrend ins Glas zurück. Der Film war Nebensache.
Meine Nase schmerzte. Ich fürchtete, dass ich einen Pickel, genau an der Nasenwurzel bekomme. Nahm die Brille ab und stellte fest, dass die Brille so schwer war und meine Nase deshalb wehtat.
Wenigstens kein Pickel!
Zwischendurch fragte L. immer wieder: “Wie lange dauert der Film noch?” Ich hatte keine Ahnung, da ich keine Uhr hatte. “Ich hab noch mehr Durst -du musst die 16 drücken!” Er hatte also genau aufgepasst, als ich bestellt hatte.
Ich bestellte nichts mehr, ansonsten würde er noch
Auf dem Weg zum Auto schaltete ich mein Leih-Handy wieder ein und schrieb eine SMS ins benachbarte Ausland, als ich im Auto sass. “ICH MUSS!” “Nix, wir fahren jetzt!” 200 Meter bevor wir zuhause waren, verlangte L., dass ich halten soll und er auf einem Feld pinkeln kann. Bei M. wird er zum Wild-Pinkler erzogen.
Ich fuhr weiter und zuhause schaukelte er, seinen Harndrang hatte er vergessen.
A. fragte, wie es war und tat so, als wäre vorher nichts gewesen. ICH HASSE MEIN LEBEN HIER!!!
Für das eingesparte Geld, liess ich mir gleich noch ein weisses Top (sieht ja klasse auf gebräunter Haut aus) zurücklegen.
Immerhin kostete der Spass 70€. Natürlich funkte es nicht, und die WLAN-Verbindung war natürlich vorher, auch noch irgendwie kollabiert.
Ich schilderte auch ihm alle Probleme und auch, dass da wohl was übertragen wird. Und er half mir!!! Wahnsinn! Und das nach dem unendlichen Gelabere der anderen Tante!
Und da heisst es immer: Frauen und Technik!
Ich dachte, dass ich um 11 Uhr…
“Ich glaube nicht, ansonsten werden die Knöpfe gesprengt.”