Beiträge der Kategorie 'Briefe'

Wieder ist ein Jahr vorbei

Donnerstag, 1 September 2011

Mein lieber Stern,

letztes Wochenende war ich wieder bei Dir am Sternenfeld – die Blume von Dezember hängt noch im Baum und wehte im Wind.
Es schmerzt mich immer noch, dass Du Dich damals nicht getraut hast, zu uns zu kommen.

Ich kann nur sagen: Wir hätten das geschafft, wir beide, auch wenn Dein Papa gegangen ist. Wir zwei, das wäre schön geworden. Und manchmal stelle ich mir vor wie es wäre, zwei Kinder bei mir zu haben. Ein großes Geschwisterkind für den kleinen Mann. Jetzt wärest Du vielleicht schon in der Vorschluklasse und würdest Dich manchmal liebevoll, manchmal genervt um Deinen kleinen Bruder kümmern.

Im Forum kam die Frage heute auf, wie ähnlich sich die Geschwisterkinder seien. Wir werden das nie erfahren. Ich träume Dir viele Eigenschaften an, natürlich nur gute und manch liebenswürdige Eigenart.

Ach, ich hätte Dich gerne kennen gelernt und von außen an mein Herz gedrückt, sodass nichts mehr dazwischen passt. Ich weiß, wie stark die Verbindung zwischen meiner Schwester und mir ist und ich hätte mir das genauso für Dich und Deinen Bruder gewünscht …

Ich liebe Dich, mein kleiner Stern und vermisse Dich, ich vermisse Dich so sehr

Sehnsucht nach Zwetschgenland?

Montag, 4 Oktober 2010

Hallo Ihr Lieben,
ich melde mich auch mal wieder zu Wort. Habe festgestellt, dass ich mich zulestzt noch in Zwetschgenland befunden habe, als ich meine Erkenntnisse losgeworden bin.
Hm, manchmal habe ich Sehnsucht nach dorthin, dort war alles so überschaubar und warm und irgendwie gut. Aber die Sehnsucht kommt nur manchmal. Weil das Leben außerhalb von Zwetschgenland macht schon irre was her.

Jeden Tag gibt es so viele Sachen zu entdecken, echt irre hier. Meine neueste Erkenntnis ist, dass man einen Löffel (praktisches Teil) super in einen Becher stecken kann und dann mit dem Mund abschlutscht. Wow, habe ich schon meiner Mama gezeigt, sie war auch extrem begeistert.

Überhaupt meine Mama ist ein sehr begeisterungsfähiges Wesen, wat kann die sich freuen. Freue ich mich geradewegs mit *lol*. Leider versteht sie mich nicht immer. Gehe ich her, streng mich an und zeige mit meinem Finger auf eine Wolke, die genau die gleiche Form wie ihre lieblich-weichen-kuscheligen Brüste hat aus denen so herrlich Milch getropft ist und sie sagt: “Ja, mein Schatz, Himmel, H-i-m-m-e-l.” Naja, ich arbeite daran, bis sie’s auch mal kapiert. Oder sie will oft, dass ich laufe oder stehe, ohne mich festzuhalten. Ja hat sie denn keine Ahnung von Physik??? Die physikalischen Gesetze nach Zwetschge besagen, dass die Fallgeschwindigkeit des Kopfes proportional zur Entfernung zwischen demselben und dem Boden steigt. Und das kann scheiße weh tun beim Aufschlag. Da lass ich das freie Laufen doch lieber, wozu hat man schließlich Hände, nicht? Geht ja auch so. Und wenn es nix zum Festhalten gibt, hole ich mir eben einen Stuhl, eine Kiste oder was sonst noch praktischerweise hier rumsteht. Und nicht nur hier. Ich gehe jetzt ja in die Kita und dort gibt es auch massenhaft Haltezeug – sensationell. Nur die Mama hat immer Pipi in den Augen, wenn wir hingehen, also lache ich ganz dolle, damit sie auch wieder lacht. Und dort ist es auch klasse, weil die meisten anderen nicht so groß geraten sind, wie die Mama oder Oma und Opa oder meine coole Tante. Die anderen sind auch eher kürzer, was ja eh viel praktischer ist. Zum einen wegen der oben erwähnten physikalischen Gesetze, zum anderen sehen die Großen schon arg doof aus, wenn sie auf unseren Stühlen sitzen. Ja mei, wenn die sich gerne zum Affen machen? Mir solls recht sein. Das wichtigste ist, dass es dort Essen gibt, ich esse nämlich gerne – sieht man mir wohl an. Meine Oma singt immer “Ach mein kleines Dickerle, macht jetzt gleich ein Nickerle”. Eigentlich frech, aber es ist so schön wohlig, das Lied, da schlaf ich immer gleich ein *gutenacht*.

Hach ja, es gibt viel zu entdecken und zu erleben und bis jetzt habe ich auch nur freundliche Große kennen gelernt. Also passt es mir schon sehr gut hier. Aber manchmal, ja manchmal kommen die blöden harten Dinger in meinem Mund oder mir ist ganz heiß oder ich musste den Tag über sooooo viel vom Boden aufräumen und wieder hinschmeißen, dann, ja dann würde ich gerne wieder in’s Zwetschgenland, dort hat mir nix wehgetan oder es war nicht so anstrengend. Das tue ich dann auch lautstark kund und dann versteht mich meine Mama und nimmt mich in den Arm und singt so wie früher im Zwetschgenland und dann ist alles wieder gut *drueck*.

Jetzt hoffe ich mal, dass ich bald Ratz und Rübe kennen lerne, die haben mir damals auch schon einen Brief geschrieben. Muss mich ja schließlich mal dafür bedanken, nicht wahr? Ich weiß ja, was sich gehört. Dann können wir uns über das “Hier” und das “Damals” austauschen, mal schauen, ob sie ähnliches erlebt haben.

Ich halte Euch auf dem Laufenden, ok?
Bis dahin viele liebe Grüße, Euer Zwetschgen-David

Montag, 30 August 2010

Mein lieber Schatz,

und schon stehen wir das vierte Mal vor dem Tag, an dem Du zu uns hättest kommen sollen. Vier Jahre würdest Du werden, so ein großes Kind schon. Würdest Du Dich im Kindergarten wohl fühlen? Hättest Du viele Freunde und würdest Du Dich durchsetzen können oder eher ein stilleres Kind sein?
Ich mache mir oft Gedanken darüber und denke oft, ‘Ich will es wissen, Du sollst hier sein, ich WILL’. Aber der Wille allein genügt nicht, das weiß ich nur zu gut.

Ach, mein Schatz, Du bist mir immer noch nah. Oft ohne, dass ich bewusst an Dich denke. Du bist in meinen Gefühlen immer mit dabei, ganz nah unter der Oberfläche die von einer glänzenden Decke überzogen ist. Andere Leute sehen Dich nicht, lassen sich von der Oberfläche ablenken – das ist auch in Ordnung so. Aber bei besonderen Menschen lüpfe ich einen Zipfel und erzähle von Dir, von unserer kurzen gemeinsamen Zeit und dann blubbert die Liebe aus meinen Augen, aus meinem Mund, ich lache und weine, weil es Dich gab.

Ich war Dich wieder besuchen, an dem Stern auf dem Sternenfeld und habe Deinen Bruder mitgebracht. Bruder, ein schönes Wort.
Gib Acht auf Deinen Papa und schicke ihm einen Kuss mit dem nächsten Windhauch, der ihn erreicht. Ich bin mir sicher, dass Du auch einen Platz in seinem Herzen hast. In meinem Herzen bist Du, auf immer.

In Liebe, Deine Mama

In meinen Gedanken

Dienstag, 9 Februar 2010

Annetteellen ist oft in meinen Gedanken. Wann immer ein Krümelchen die Reise zu den Sternen antritt, muss ich an sie denken. Wenn ich Grönemeyer höre, den sie sehr gemocht hat. Wenn ich das Buch “Peterchens Mondfahrt” sehe oder einen Regenbogen.

Vor einem Jahr hat sie sich dazu entschlossen, ebenfalls zu ihren Sternenkindern zu gehen und ich denke und hoffe, dass sie jetzt mit ihren Lieben vereint ist. Aber trotzdem fehlt sie hier, hier bei uns.

Annetteellen, ich vermisse Dich.

Mein liebes Zwetschgenkind

Dienstag, 15 September 2009

Jetzt möchte ich mich bei Dir bedanken. Dafür, dass Du da in mir bist, dass Du Dich überhaupt zu mir durchgekämpft hast, einfach für die letzten 36 (naja, eher 32) Wochen.

Jetzt wird es so langsam wieder dunkel, der Herbst kommt mit aller Macht und ich werde morgens im Bad an die Situation erinnert, als ich im letzten Winter den SS-Test mehr aus Jux und Dollerei gemacht habe.

Seit diesem Tag hast Du schon mein Leben auf den Kopf gestellt, mir Gefühle beschert, die ich so nicht kannte. Glück, Panik, Angst, Freude – alles in einem wilden Durcheinander in meinem Herz und Kopf. Ich möchte keine einzige Sekunde missen.

Die vielen Fragen “Freust Du Dich?”. Ja, natürlich freue ich mich, aber trotzdem war die Freude die ganze Zeit überdeckt von Vorsicht, Trauer, Unsicherheit … darauf hätte ich gerne verzichtet. Aber auch diese Gefühle gehören zu meinem Leben. Nur so langsam bricht sich das tiefe Glück Bahn und ich genieße die Tage und Stunden mit Dir in meinem Bauch. Eigentlich will ich noch gar nicht, dass Du schon zur Welt kommst, hatten wir doch so wenig Zeit füreinander. Erst seit ich zu Hause bin und nicht mehr äußeren Terminen gerecht werden muss, habe ich Zeit und Muße, mit Dir zu spielen, Dich von außen zu entdecken und Dich in mir drin ganz und gar zu spüren. Da gehe ich sogar manchmal nicht an’s Telefon, so schön ist das mit Dir. Vielleicht hast Du Dich deshalb auch noch nicht gedreht? Weil wir zwei jetzt gerade eine so richtig schöne Gemeinschaft haben?

Ach, ich weiß es nicht. Vielleicht will ich auch nur nicht, dass ich merke, falsche Entscheidungen für Dich getroffen zu haben – es gab und gibt so viele Entscheidungen und Fragen, die zu beantworten sind und ich bin in vielen Dingen sehr unsicher. Vor allem, was Deinen Vater betrifft.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass er und ich Dir gute Eltern sein werden, auch wenn wir nicht im klassischen Sinne zusammen sind. Wir beide wollen auf alle Fälle nur das allerbeste für Dich – nicht ein Deut weniger. Weniger als das Allerbeste hast Du nämlich nicht verdient.

Aber egal was sein wird, eines ist ganz gewiss: Ich habe nur mit der allergrößten Lieben zu Dir gehandelt, drunter ging es nicht.

In Liebe, Deine Mama

Samstag, 29 August 2009

Mein lieber Schatz,

jetzt hätten wir schon Deinen dritte Geburtstag gemeinsam gefeiert – und wahrscheinlich hättest Du mich als Wrack auf dem Sofa wiedergefunden *g*. Inzwischen wärst Du schon sehr verständig, wüsstest, was ein Geburtstag ist und würdest sicherlich auch verstehen, dass da ein Geschwisterchen unterwegs ist, um Dein Leben zu bereichern. Wärest Du eifersüchtig oder stolz? Wir werden es nie wissen, nie ausprobieren können.

Wir können keine Fehler miteinander machen und auch nichts richtig, wir können nicht miteinander schmusen und auch nicht streiten, wir können einander nicht entdecken und auch die gemeinsame Welt bleibt uns verborgen. Das schmerzt wie am ersten Tag und auch wenn ich jetzt ein Baby in meinem Bauch trage, so ist es doch völlig anders, als damals mit Dir.

Du bist einzigartig. Die Zeit mit Dir war einzigartig und für immer tief in meinem Herzen.

Es hat sich aber doch etwas verändert, die Sehnsucht nach Dir muss noch etwas warten, ich muss jetzt auf Dein Geschwisterchen aufpassen und es in’s Leben geleiten. Ich hoffe, Du verstehst das.

Aber eine Bitte habe ich an Dich: Kannst Du Deinem Vater ein paar Sonnenstrahlen schicken und etwas über ihn wachen?

Mein Herz, ich vermisse Dich so sehr, aber ich weiß, dass wir uns finden werden, egal wie lange es dauert, egal wann und wo, denn ich liebe Dich.

Freitag, 22 August 2008

Mein liebes Kind,

dieser Tage hätten wir Deinen zweiten Geburtstag gefeiert.
Wir hätten eine schöne Party in der neuen Wohnung veranstaltet – sie ist wunderbar geeignet um auf Windelpopos durch die Gegend zu rutschen.
Es ist ja ganz schön viel passiert im letzten Jahr, aber ich bin mir sicher, dass wir es gemeinsam trotz allem sehr schön gehabt hätten. Wir hätten das gut geschafft, wir beide.

Ich habe seit letztem Herbst so oft die wohlgemeinten Worte “Sei froh, dass Ihr keine Kinder habt, so ist es viel einfacher” gehört und hätte jedesmal schreien können. NEIN. Ich bin NICHT froh, dass Du nicht bei mir bist. Ich kann mir keinen einzigen Grund vorstellen, warum ich jemals darüber froh sein sollte. Niemals. MIT Dir wäre es einfacher gewesen. Mit Dir hätte ich nicht nur diesen kleinen, warmen Fleck in mir drin, sondern die Sonne vor Augen gehabt.

Aber Du konntest nicht bleiben und das tut immer noch so weh … wie am ersten Tag.

Und das Schwierigste überhaupt ist: Vom Verstand her weiß ich, dass Du niemals mehr zu mir kommen wirst. Aber jede Faser meines Herzens sehnt sich unendlich nach Dir, mein Schatz.

Aber egal was die Zukunft bringen wird, eines ist und bleibt … ich liebe Dich.

Dienstag, 25 September 2007

Mein liebes Kind,

diesen August wärest Du ein Jahr alt geworden. Wir hätten Dir eine schöne Geburtstagsfeier hergerichtet, da bin ich mir sicher. Wahrscheinlich hättest Du fasziniert in das Kerzenlicht geschaut und noch nicht wirklich verstanden, was da so alles passiert.

Vielleicht würdest Du schon den ein oder anderen Schritt ganz zögerlich laufen, uns aber sicher mit turboschnellen Krabbeleien auf Trab halten.

Vielleicht wären wir aber auch über Deinen Geburtstag mit Dir in Urlaub gefahren und wir hätten Dir das Meer gezeigt. Deine Windel wäre voll gewesen – mit Sand und das Herummatschen … da hätte Dein Papa mit Begeisterung mitgematscht.

Es waren so viele Kinder dort und alle ließen sich stolz von ihren Vätern auf dem Arm durch die Gegend tragen und konnten in diesem sicheren Schutz alles neugierig bestaunen. Die Arme Deines Papas sind leer.

Weißt Du noch, die Nacht bevor ich ins Krankenhaus musste? Ich hatte solche Angst um Dich, aber in dieser Nacht waren wir uns nah. Ich habe Dich ganz deutlich gespürt.

Mein lieber Schatz, ich vermisse Dich so sehr, dass ich mich oft gar nicht mehr traue, an Dich zu denken aber ich wollte Dir nur sagen, was Du sicher schon weißt: Ich liebe Dich.