Beiträge der Kategorie 'Briefe'

Freitag, 22 August 2008

Mein liebes Kind,

dieser Tage hätten wir Deinen zweiten Geburtstag gefeiert.
Wir hätten eine schöne Party in der neuen Wohnung veranstaltet - sie ist wunderbar geeignet um auf Windelpopos durch die Gegend zu rutschen.
Es ist ja ganz schön viel passiert im letzten Jahr, aber ich bin mir sicher, dass wir es gemeinsam trotz allem sehr schön gehabt hätten. Wir hätten das gut geschafft, wir beide.

Ich habe seit letztem Herbst so oft die wohlgemeinten Worte “Sei froh, dass Ihr keine Kinder habt, so ist es viel einfacher” gehört und hätte jedesmal schreien können. NEIN. Ich bin NICHT froh, dass Du nicht bei mir bist. Ich kann mir keinen einzigen Grund vorstellen, warum ich jemals darüber froh sein sollte. Niemals. MIT Dir wäre es einfacher gewesen. Mit Dir hätte ich nicht nur diesen kleinen, warmen Fleck in mir drin, sondern die Sonne vor Augen gehabt.

Aber Du konntest nicht bleiben und das tut immer noch so weh … wie am ersten Tag.

Und das Schwierigste überhaupt ist: Vom Verstand her weiß ich, dass Du niemals mehr zu mir kommen wirst. Aber jede Faser meines Herzens sehnt sich unendlich nach Dir, mein Schatz.

Aber egal was die Zukunft bringen wird, eines ist und bleibt … ich liebe Dich.

Dienstag, 25 September 2007

Mein liebes Kind,

diesen August wärest Du ein Jahr alt geworden. Wir hätten Dir eine schöne Geburtstagsfeier hergerichtet, da bin ich mir sicher. Wahrscheinlich hättest Du fasziniert in das Kerzenlicht geschaut und noch nicht wirklich verstanden, was da so alles passiert.

Vielleicht würdest Du schon den ein oder anderen Schritt ganz zögerlich laufen, uns aber sicher mit turboschnellen Krabbeleien auf Trab halten.

Vielleicht wären wir aber auch über Deinen Geburtstag mit Dir in Urlaub gefahren und wir hätten Dir das Meer gezeigt. Deine Windel wäre voll gewesen - mit Sand und das Herummatschen … da hätte Dein Papa mit Begeisterung mitgematscht.

Es waren so viele Kinder dort und alle ließen sich stolz von ihren Vätern auf dem Arm durch die Gegend tragen und konnten in diesem sicheren Schutz alles neugierig bestaunen. Die Arme Deines Papas sind leer.

Weißt Du noch, die Nacht bevor ich ins Krankenhaus musste? Ich hatte solche Angst um Dich, aber in dieser Nacht waren wir uns nah. Ich habe Dich ganz deutlich gespürt.

Mein lieber Schatz, ich vermisse Dich so sehr, dass ich mich oft gar nicht mehr traue, an Dich zu denken aber ich wollte Dir nur sagen, was Du sicher schon weißt: Ich liebe Dich.