Archiv für Juli, 2009

Die Aufregung war wie immer umsonst

Donnerstag, 30 Juli 2009

So, wie immer, kann ich nach dem FA-Besuch wieder durchschnaufen. Alles ist in Ordnung und Zwetschge entwickelt sich so, wie es sein soll.

Hier die Werte (muss ich mal wieder googlen):
BPD: 7,4
FOD/KU: 9,8
ATD (oder APD/AU, sie hat so dazwischen geschrieben): 25,7
FL/HL: 6,1

Der Gebärmutterhals ist noch bestens in Ordnung.
Im Moment sitzt es mit seinem Popo nach unten, also ist die Beule, die ich ab und zu unter meinen Rippen bemerke der Dickkopf.

Ab jetzt wird 14-tägig dort aufgeschlagen, aber es ist nur noch ein Arzttermin während ich arbeite, danach kann ich frei und entspannt planen, herrlich.

Gedanken und Gefühle – arges Durcheinander, sorry!

Mittwoch, 29 Juli 2009

Ok, etwas mehr habe ich mich inzwischen schon an meine Schwangerschaft gewöhnt – auch wenn ich sie oftmals vergesse, was ich mir im Kinderwuschzustand nie hätte vorstellen können. Aber der Bauch wächst so langsam und man gewöhnt sich schon Stück für Stück daran. Und manchmal wache ich morgens auf und erschrecke, wenn ich die Hände auf meinen Bauch lege und dann erinnere ich mich erst wieder.

Aber es ist ein großer Unterschied zu der ersten Schwangerschaft, obwohl sie ja jetzt auch für meine Umwelt deutlich zu sehen ist. Aber damals habe ich mich so unbedarft gefreut. Zwar mit jeder Menge Nervenzittern und Aufregung, aber gefreut. Und jetzt? Ich glaube schon, dass ich mich freue, durchaus. Aber ich kann trotzdem noch nicht glauben, dass wirklich ich so viel Glück haben sollte und am Ende ein gesundes Kind zur Welt bringe. Das kann doch nicht mir passieren? Das kann doch nur ein Irrtum sein. Soll ich das Kind zur Adoption freigeben? Es hat ja die besten Eltern verdient und nicht nur so eine alte, dickköpfige, nicht mehr ganz optimistische Mutter. Was ist, wenn mir was passieren sollte? Kann ich denn für das Kind ordentlich (vor-)sorgen?
Dass ich nach einem Jahr wieder Vollzeit arbeiten gehen muss, passt mir ja gar nicht, aber sonst bekomme ich unser Leben nicht finanziert. Aber dass mein Kind vielleicht seine ersten Schritte nicht auf mich, sondern auf eine Erzieherin zu macht, allein bei dem Gedanken bricht mir das Herz.

Ach, ich will einfach das nächste Jahr genießen, rundum genießen und mir keine Gedanken um die Zukunft machen. Und genau das ist wiederum verantwortungslos, das darf ich nicht. Nicht, wenn es um (m)ein Kind geht. Oh, was ist das für ein Durcheinander!
Und wenn ich dann da sitze und endlich einmal zur Ruhe komme, dann kann ich meinen Bauch beobachten. Mein Kind gibt keinen Mucks von sich, wenn ich unterwegs bin, aber wenn ich dann Muße habe, dann spielt es mit mir. Oh, warum habe ich nicht mehr Zeit dafür? Jetzt sind schon fast 30 Wochen rum.
Ok, ich habe mal wieder Schiss vor morgen, vor der VU. Das wird es sein.

Endspurt

Montag, 27 Juli 2009

So, nun geht es in den Endspurt.

Die letzten Arbeitswochen sind angebrochen, nachdem ich in meinem Urlaub mehr Zeit bei Ärzten als auf meinem Sofa verbracht habe.
Aber egal, kann man nicht ändern.

Dafür durfte ich erleben, dass man als Schwangere mit Krücken für die normalen, bekannten Wege durchaus die doppelte Zeit einplanen muss. Aber nicht, weil man so langsam humpelt, nein.
Die Leute sind zutraulich, kontaktfreudig, aufmerksam beim Lift-holen oder U-Bahn-Anhalten allemal.

Stehe ich elegant-lässig auf meine Unterarmgehhilfen gestützt an einer Fußgängerampel, schon höre ich freundlich Laute an mein Ohr dringen:

“Hawwese aach a nei Hüfde?”

????

“Nein? Ei, was hawwese denn gemeschd?”

“Och, nur ein kleiner Fehltritt in ein Asphaltloch, Sprungelenk etwas angeditscht.”

“Isch hab ä neu Hüfdgelenk kriescht, zwaa Johr isses her, mussd isch die ganze Zeid an Grügge geje, isch hatt Bakderie dann drinn.”

“Oh, wie unangenehm.”

“Ewwe, ai jetz wirds grün, guude Besserung noch.”

… und trat eifrigst mit seinem neuen Hüftgelenk in die Pedale.

Ähnliches spielt sich beim Einkaufen, auf dem Arbeitsweg und auch bei “artfremden” Ärzten (z.B. war ich endlich beim Hautarzt und habe die blöden Wärzchen wegschnippeln lassen) ab.

Aber mein Orthopäde war mal wieder süß (man erinnere sich, er wollte mit mir nach Goa – damals vor 1,5 Jahren *g* ).
Auch er fragte mich, was ich denn angestellt habe und ich sagte wieder mein Sprüchlein vom Fehltritt auf.
Daraufhin nahm er mich etwas näher in’s Visir und meinte, dass das ja dann wohl nicht der erste Fehltritt gewesen wäre *rofl* – echt ein Schnuckelchen.

Alles wieder im Lot

Montag, 13 Juli 2009

Seit gestern bin ich wieder zu Hause – also hier zu Hause und nicht bei meinen Eltern zu Hause *g*

Mr. X hat sich dem einzigartigen Service der Deutschen Bahn anvertraut und ist mir zu Hilfe geeilt, um mich und mein Autolein von meinen Eltern abzuholen. Das war dann wenigstens auch eine passende Gelegenheit, dass sie sich alle kennen lernen. Das hatten wir zwar sowieso für demnächst einmal geplant, also war’s zwar etwas hektisch, aber nicht wirklich unvorhergesehen.

Man muss ja schon dazu sagen, dass meine Eltern damals M. in ihr Heim und Herz gelassen haben und sie sind auch sehr verletzt gewesen. Und so offen werden sie sicherlich nicht mit Mr. X umgehen, das ist klar. Es tut mir sehr leid für ihn, aber ich kann auch meine Eltern verstehen. Nichtsdestotrotz war es ein sehr harmonischer Samstag Abend und am Sonntag hat sich Mr. X dann hinter das Steuer meines Hustengutzis geklemmt und hat mich mitsamt meinem Gepäck wieder heile hierher gefahren.

Aber dem Fuß geht es jetzt auch schon wieder vieeeeeeeeeeel besser. Mittwoch, Donnerstag und Freitag waren eher bescheiden und ich hatte höllische Schmerzen. Aber seit Samstag geht es wieder recht gut und meine Phantasie, dass ich auf Krücken durch den Kreißsaal eiere um die Wehen zu veratmen, hat sich zum Glück schon wieder aufgelöst *ja*

Heute durfte ich auch mal wieder zu meinem vier-wöchentlichen Gyn-Termin und es ist alles in Butter.

Eisen bei 11,8 (wie habe ich denn das geschafft???), GMH bei über 5 cm, CTG und Herztöne bestens und Zwetschge kommt ganz nach der Mama – beim US immer die Hände vor dem Gesicht *rofl* (sagte ich schon einmal, dass ich es hasse, fotografiert zu werden?).

Jetzt will sie mich allerdings wieder in knappen drei Wochen sehen, irgendwie traut sie mir wohl nicht ganz (das letzte Mal war ich ja kurz vor der VU im Krankenhaus, jetzt mein Klumpfuß … ), aber mir soll’s recht sein. Dann bin ich ja auch schon in der 30. Woche und es gibt die dritte große VU. Wuahhh, wie die Zeit rennt. Aber dank dieses unsäglichen, französischen Asphalt-Lochs muss das Kinderzimmer halt noch etwas warten.

Hab mal wieder “hier” geschrieen

Freitag, 10 Juli 2009

Dass ich aber auch meine vorlaute Klappe nicht halten kann. So langsam sollte ich es doch wissen, gerade in meinem Alter. Lebe ja auch schon dezente 41 Jahre mit meinem unnachahmlichen Selbst. Aber nein – immer noch nichts dazu gelernt.

Sprunggelenk angeknackst. Dabei bin ich gar nicht gesprungen, nicht einmal gefallen. Nur in ein doofes Asphaltloch getreten und umgeknickt und trotz verändertem Schwerpunkt (inzwischen knapp am vorderen Ende meiner Füße) nicht hingefallen. Elegant ist was anderes, die B-Note hätte ich nicht sehen wollen *g*

So, und nun humpelt/hüpft Frau Aurifex mit Krücken durch die Gegend. Schmerzmittel ist nicht, Salbe nicht, röntgen nicht – sagt zumindest mein HA. Nächste Woche geht’s noch zum Orthopäden, hab ja auch so viel Zeit und bis jetzt nichts anderes in meinem Urlaub vor *kotz*.

Jetzt muss ich doch tatsächlich noch auf mein Gewicht aufpassen, sonst kann ich vor der Entbindung gar nicht mehr laufen. Aaaaargh. Naja, vielleicht klappt es mit dieser Air-Dingensbumens-Schiene, die ich nachher bekomme, sonst sehe ich auch für meinen Haushalt schwarz. Krank schreiben wollte er mich auch, aber was soll ich so unbeweglich den ganzen Tag in meiner Wohnung, da gehe ich lieber arbeiten und lass mich bedauern und verwöhnen. Wenn die Kollegen den dicken Bauch schon ignoriert haben, so werden sie wohl hoffentlich vor meinen Krücken Angst haben *rofl*

Auch im Zwetschgenland scheint nicht immer die Sonne

Mittwoch, 1 Juli 2009

Jaaaa, sooo rosig, wie Ihr Euch das alle vorstellt ist das hier auch nicht, in Zwetschgenhausen.
Naja gut, rosig schon, ich kann ja inzwischen die Augen aufmachen und sehe durchaus, dass um mich herum manchmal alles rosig ist – und manchmal so dunkel wie früher. Aber egal, hätte ja auch lila oder türkis sein können, aber Mama hat sich für rosig entschieden. Warum behauptet sie dann immer wieder, dass sie Rosa nicht mag??? Manchmal ist sie wirklich nicht ganz logisch.

Und so ganz auf der Höhe scheint sie mir im Moment auch nicht zu sein. Da geht sie doch her und erzählt jedem, dass ich Samba-Tänzer/in werde. Pfffft, wie kommt sie denn darauf? Obwohl, die Musik ist schon fetzig, aber ich und tanzen? Nie und Nimmer, bin doch ganz das Kind meiner Mama, die tanzt auch nur, wenn keiner zusieht *ja*.

Aber es ist doch eindeutig, dass ich hier in Zwetschgenhausen nicht tanze. Ich ARBEITE! Und zwar hart. Jeder möchte sich doch mal verändern, das weiß ich ganz genau. Und ich dachte mir, dass ich jetzt mal eine Zeit lang nicht im Quer- sondern im Hochformat leben will. Das hieß Umbaumaßnahmen. Hab ich alles ganz alleine gemacht – Innenarchitekt und Handwerker in einem bin ich. Und ich sage Euch, das war kein Zuckerschlecken, ich war schnitzelfertig. Aber dafür ist meine Hütte toll geworden, also dass ich nicht früher auf die Idee mit der Vertikalen gekommen bin.

Ich kann mich jetzt richtig von oben nach unten strecken und wenn ich mal so ein bißchen auf-und-nieder spiele, muss die Mama immer ganz schnell rennen. Das ist witzig. Mache ich manchmal ein paar mal hintereinander *g*. Aber es ist voll klasse, da es direkt unter mir so ein bißchen gluckert und super elastisch ist. Nur die Mama schimpft dann immer und sagt, dass sie nicht mehr so viel trinken will. Aber wenn sie nicht genug trinkt, kann ich nicht so toll mit ihr spielen, da muss sie schon durch.

Aber das heißt eben noch lange nicht, dass ich ihr in meinem Berufswunsch entgegen komme. Sambatänzer – tststs – ist doch eine brotlose Kunst, dass sie das nicht weiß? Aber ich lasse mir nicht dreinreden – ich werde nicht nur Innenarchitekt, ich bin es schon, ätsch.