Was war das denn???
Sonntag, 31 Mai 2009Gestern sollte eigentlich der Auftagkt zu einem gemütlichen und erholsamen langen Wochenende werden. Ich hatte mir ein paar Kleinigkeiten vorgenommen, ein schönes Buch liegt schon bereit für’s Extrem-Couching, auch ein Eisbecher, ein Feuerwerk und das Anhören des großen Stadtgeläutes (findet nur vier mal im Jahr statt und ich war ausgerechnet immer an den Terminen nicht im Lande) standen auf dem Programm.
Sollte eigentlich.
Aber erst einmal fing der Samstag gut an, mit Ausschlafen, gemütlich fertig machen und frühzeitigem Aufbruch in’s Städtchen – wollte nämlich wieder zu Hause sein, wenn es dann voll wird. Also erst einmal auf den Markt und Spargel, Erdbeeren, Aprikosen etc. gekauft. Dann in Richtung H&M, wollte eine Umstandshose kaufen in schwarz.
Und ganz plötzlich überfällt mich ein Herzrasen, das war nicht mehr feierlich. Nagut, warte ich fünf Minuten, das wird wieder, woher soll sowas denn auch kommen? Neee, wurde nicht wieder. Nach weiteren 5 Minuten bin ich in eine Apotheke und habe mir Blutdruck messen lassen. Der war – wie immer – niedrig ok, aber der Puls lag bei 180 (Jetzt weiß ich, woher der Ausdruck “War auf 180″ kommt
).
Die Apothekerin war super lieb, hat mir Wasser und Traubenzucker gebracht und nach weiteren 10 Minuten nochmal gemessen. Puls auf 182, Blutdruck immer noch bei 100:60. Doof. Ich saß aber auch auf dem Stühlchen und es hat mich geschüttelt wie ein Auto mit einem schlecht eingestellten Motor – da war eine richtige Unwucht in mir drin und so langsam habe ich auch etwas Angst bekommen. Da hatte ich das nämlich schon fast 30 Minuten. Aber die schlaue Apothekerfrau hat sich meinen Mutterpass geschnappt und versucht, meine Ärztin und meine Hebamme anzurufen. Die konnten aber auch auf die Entfernung nix sagen und so hat sie den Notarzt angerufen.
Der kam auch innerhalb von weiteren 10 Minuten (ich saß da auf meinem Stühlchen mitten in der riesigen, inzwischen auch sehr vollen Apotheke, die Stadt hatte sich auch inzwischen extrem gefüllt) und wurde dort neugierig beäugt und vom Notarzt – ein wirklich schnuckeliges Kerlchen mit einem super leiben Sanitäter-Fahrer – untersucht. Entscheidung: Ab in’s Krankenhaus.
Also durfte ich mitten in der vollbesetzten Fußgängerzone durch die Gaffer laufen und in den Krankenwagen einsteigen, ein Ordnungshüter kam und hat geholfen die Menge zu teilen, damit der Krankenwagen wenigstens wenden konnte und dann ging’s los. Aber zum Glück nicht mit Blaulicht und Martinshorn. War mir eh schon peinlich genug.
Puls raste weiter munter vor sich hin, der Rest blieb normal. Im Krankenhaus ging dann auch alles sehr schnell mit EKG, Zugang legen, Blut abnehmen, Untersuchung vom Doc. Naja, außer festzustellen, dass der Puls raste und ich mich mitsamt Zwetschge (wat war ich froh!!!) in einem ausgezeichneten Allgemeinzustand mit völlig unauffälligen sonstigen Funktionen (ein riesenlanger Arztbrief) befinde, war da nix. Nur etwas niedriger Kaliumspiegel, deshalb wurde ich an einen Tropf gehängt. Das Pulsrasen hörte dann inzwischen auf und es war schlicht und einfach langweilig, der Kalium-Lösung beim Tropfen zuzuschauen.
Am späten Nachmittag durfte ich dann aber zum Glück wieder heim und außer einem blauen Fleck am Arm vom Zugang und etwas Schmerzen in der Brust (ein bissl wie Muskelkater, kein Wunder bei der Herzanstrengung) gehts mir wieder gut.
Aber ich denke, das war die Quittung für den Stress der letzten Tage und Wochen, ich werde jetzt wirklich kürzer treten. Auf so eine Aktion habe ich keinen Bock mehr.
– war halt schon viel zu lange faul.
.
und die Rehe … ein leidiges Thema. Diese Rehe sind alles andere als scheu, dafür lieben sie unsere Rosenknospen viel zu sehr, mein Papa weint *heul*. Er hat einmal von der Genossenschaft im Frühling ein Super-duper-Anti-Rehmittel gekauft. Das sollte den Rehen so sehr stinken, dass sie gar nicht mehr in den Garten gehen. Also hat er es frohgemut auf Lappen aufgetragen und zwischen die Rosen gehängt in der Hoffnung, wenigstens in der Saison mal wieder Rosenblüten zu erleben … am nächsten Tag waren gar keine Knospen mehr da.