Ende April 2006 war der Versuch nach der ELSS ja so richtig hübsch negativ. Dass sie damals keine Minus-HCG-Werte im Blut gefunden hatten war so ziemlich alles.
So, durchgeschnauft, neues Glück, neuer Versuch. Antrag bei den Krankenkassen eingereicht, relativ schnell die Genehmigungen zurück bekommen und uns an die Planung und Vorbereitung gemacht. Dieser vierte Versuch wurde noch einmal von der Krankenkasse bezuschusst, da ich im zweiten Versuch ja schwanger geworden war. Immerhin etwas.
Ende August, Anfang September war dann die Zeitschiene, wenn mich mein Körper nicht im Stich lässt. Tat er nicht, hat brav funktioniert und ich habe wieder das Antagonisten-Protokoll gemacht mit 300 Einheiten Gonal. Teuer Zeuch dat.
Inzwischen war die Formular-Ausfüllerei ein Klacks, Assisted Hatching? Machemer. Kryokonservierung? Loggisch. Drei Embryonen? Nehmeme mit.
Auch die Packerei der Tasche für die Punktion war inzwischen Routine. Binden, Nachthemd, Bademantel, Hausschuhe, Wasser, Süßkram, Lesestoff, Kissen, Decke – passt.
Irgendwie wurde die ganze Kiwu-lerei so langsam langweilig. Man kannte die Damens und Herrens in der Praxis, vor den diversen Spritzbestecken grauste es mich schon lange nicht mehr – auf dem Büro-Klo in einer kleinen Meetingpause genauso wie in der Kneipe oder bei einem fröhlichen Grillabend, alles kein Problem. Fahrt zur Kiwu, im Schlaf, Narkose, Punktion, wieder wach werden … war wie gesagt schon fast langweilig.
Die einzige Variable war die Anzahl der Eizellen. Diesmal recht wenig. Bescheiden, um genau zu sein. Vier Stück. Jämmerlich, nach den 14 EZ beim letzten Versuch. Ohgottogottogott, vielleicht gibt es diesmal keine Embryonen? Letztes Mal war doch die Befruchtungsrate so schlecht.
Aber diesmal lag sie bei 75%. Drei haben sich befruchten lassen, drei es bis zum Blasto-Stadium geschafft, drei wurden eingesetzt. Und danach ging’s in Urlaub an die Ostsee. Erst in eine hübsche Ferienwohnung, dann noch in ein richtig schniekes Schlosshotel für drei Tage um ein Aurifex- und Aurifex-Mann-Verwöhnprogramm zu starten.
An der Ostsee war es sehr schön, entspannend und erholsam … wenn auch etwas arg kühl, aber wir hatten ja dicke Pullover mit dabei. Das Schlosshotel war besch… so was doofes. Am zweiten Tag sind wir abgereist, wir hätten uns nur geärgert, wenn wir dort geblieben wären und das Geld war eh weg.
Aber da wir schon einmal im hohen Norden waren, wollte wir uns Hamburg anschauen. Die beste Idee von Welt. Wunderbares Spätsommerwetter, die Stadt schön, die Leute nett, Hotelzimmer bekommen und eine wunderbare Empfehlung für das Abendessen. Ich weiß leider nicht mehr, wie das Restaurant hieß, war aber in der Nähe eines der Fleete (Fleets? Wie ist denn da die Mehrzahl???). Egal, es war ein wunderschöner Abend und ein traumhafter Abschluss. Und ich fühlte mich schwanger. Irgendwie hatte ich kein PMS, es war … ja, man kann es nicht beschreiben, gut halt.
Am nächsten Tag haben wir uns wieder auf die Autobahn in Richtung Süden geworfen, 10 Tage Erholung müssen reichen. Leider. So eine Bundesautobahn ist lang, von Nord nach Süd. Das zieht sich. Vor allem, wenn einen mitten zwischen Hamburg und was-weiß-ich-wo die Mens überfällt. Mit abartigen Schmerzen, sturzflutartig. BT wäre am nächsten Tag gewesen, ja toll.
Nein, von diesem Versuch hatte ich mir mehr versprochen, auch dieses Negativ hat mir eine schallende Ohrfeige versetzt.
Um wieviel mehr muss es M. getroffen haben? Fremdgehen, bei mir bleiben um mir zu einem Kind zu verhelfen und dann klappt es nicht? Au weia, kein Wunder, dass er so gestresst war