Archiv für Dezember, 2008

Die Scheckkarte glüht

Samstag, 6 Dezember 2008

Eben, die Scheckkarte glüht, aber ich habe alles, was ich wollte. Und brauchte.

Ich hatte mir schon über’s Jahr Ideen aufgeschrieben und konnte jetzt, als ich alle Dinge im Kopf zusammengetragen hatte alles in einem Aufwasch erledigen.

So rum ist die Planerei gar nicht schlecht, da hat man dann den Kopf frei für so kleinen Schnickschnack, der einem dann über den Weg läuft. Z.B. für meine Schwester habe ich noch ein süßes Zusatzgeschenk gefunden. Sie ist jetzt nicht gerade ein Fashion Victim, aber sie war immer sehr an Mode interessiert. Und sie hat schon seit Jahren als Duft “Burberry Weekend”. Und jetzt bin ich an Plaster im Burberry-Look drangelaufen. Da kann sie sich jetzt richtig modebewusst in die Finger schneiden oder auf die Nase fallen *lol*

Vor allem diese kleinen Zusatzgeschenke machen mir Spaß und den Empfänger eigentlich auch.

Dann noch für eine Freundin, die ein echter Nikolausi ist, einen Gutschein für eine Massage besorgt und ich weiß genau, das werde ich mir auch noch gönnen. Möglichst in diesem Jahr. Am alleridealsten übernächste Woche – falls ich tatsächlich die nächste Woche überlebe.

Extrem schwierig hat sich das Taufgeschenk für morgen erwiesen. Der Täufling ist inzwischen stolze 9 Jahre alt und lässt sich jetzt taufen, auf eigenen Wunsch. Also habe ich das ja fast mündige Kerlchen gefragt, was er denn gerne hätte. Antwort: “Eine Rammstein-CD. Oder ein Kreuz mit totem Jesus drauf.”

Naja, die Rammstein-CD schied für mich als Taufgeschenk aus, aber ein Silberkreuz schien mir passend und einfach zu besorgen. Falsch gedacht.

Meine Güte, früher, als ich noch in den diversen Schmuckläden dieses schönen Landes mein Dasein gefristet habe, wurden wir erschlagen von Sternzeichen-, Kreuz- und sonstigen Anhängern jeglichen Geschmacks. Wobei das Wort Geschmack in diesem Zusammenhang schon reichlich freundlich gewählt ist.

Jedenfalls bin ich heute zum Kaufhaus. Kreuze mit rosa, hellblauen, farblosen (unechten) Glitzersteinchen. Nicht wirklich was für 9-jährige Jungs. In einem edlen Schmucktempel (leider nicht sehr geschmackvoll in der Schmuckauswahl, deshalb meine zweite Wahl) wurde ich schon von einer hochnäsigen Damen an der Tür abgefertigt. “So etwas führen wir nicht, das ist nicht unser Niveau.” Da ich diesen Laden damit gefressen hatte meinte ich bloß “Ach, nachdem ich Ihr Schaufenster betrachtet hatte dachte ich schon, dass ich hier fündig würde.” War ich noch ziemlich freundlich, so angekäst wie ich war.

Der nächste in der Reihe der extrem teuren, leider auch sehr geschmacklosen Schmuckketten hatte so etwas auch nicht, dafür wurde ich freundlich mit guten Tipps versorgt. Ich glaube, vier oder fünf Läden habe ich noch durchgemacht und habe mich immer wieder gefragt, wo denn die ganzen super-Billig-Ketten geblieben sind, die mich immer genervt haben. Aber die scheinen allesamt verschwunden zu sein. Wenn man sie einmal braucht – tststs.

Naja, in einem etwas spießigen Laden habe ich dann das einzig im Städtchen vorhandene Silberkreuz mit totem Jesus drauf gefunden. Allerdings hat mich eine sehr nette Dame in einem der Läden darauf hingewiesen, dass wir uns ja im Protestanten-Land befinden. Stimmt, im Kopf gekramt und die meisten der Bilder mit Kreuzanhängern konnte ich eindeutig dem schönen Bayern-Land zuordnen. Naja, hoffentlich verliert der junge Mann es nicht gleich wieder *beten*

So, jetzt muss ich mal eine Runde vorschlafen, damit ich heute Abend auf der Party nicht mich schon um zehn auf’s Sofa lege und genieße die Tatsache, dass die Taufe erst morgen Mittag um 3 ist. Ich werde dem Herrn Pfarrer ein Küsschen ins Gesicht drücken dafür *bussi*

Rückblick 2. Versuch

Donnerstag, 4 Dezember 2008

Dieser zweite Versuch ist jetzt genau drei Jahre her.

Nachdem wir uns im Spätsommer wieder einigermaßen berappelt hatten, habe ich einen Termin zum Nachgespräch wahrgenommen. Einen Monat lang durfte ich mir wieder die Pille einwerfen. Ganz großes Kino. Zum einen, weil es sich ja wirklich total widerspricht (Kind wollen und Pille nehmen) und dann weil ich das Kroppzeuch einfach nicht vertragen habe. Kopfweh, miese Laune, Pickel, das volle Programm eben.

Kurz bevor die 21 Dingerchen aufgebraucht waren, haben Schmierblutungen eingesetzt. Wann ist denn nun der erste Zyklustag? Großes Rätselraten, also noch schnellschnell einen Termin in der Kiwu-Praxis gemacht, die haben mal wieder meine Ärmchen durchlöchert und festgestellt: Los geht’s mit Spritzen, das war quasi dann der 3. ZT.

Dieses mal sollte ich Gonal-f 300 Einheiten spritzen, damit etwas mehr Eizellen Gas geben können. Haben sich auch brav daran gehalten. Einmal 6 und einmal 4 Follikel, nicht schlecht. Diesmal konnte ich dann auch die “Blähungen” als wachsende Follikel und eifrige Eierstöcke zuordnen, in meinem Bauch hat’s ganz schön gearbeitet.

Auslösen durfte ich dann an einem Donnerstag Abend um 20:00 Uhr. Und genau da sollte das Konzert von Basta beginnen. Diese Gruppe hatte ich zufällig mal im Fernsehen gesehen und war dermaßen begeistert, dass ich gleich recherchiert habe, ob die auch im schönen Hessenland auftreten. Taten sie, ich Karten besorgt und eben just an diesem Tag sollte ich auslösen. Hat dann aber alles geklappt, nur auf meine Frage, ob sie in dieser Stadthalle einen Sanitätsraum oder ähnliches hätten, wurde ich in die Behindertentoilette geführt, die einer Rumpelkammer ähnelte. Geputzt hatte da schon seit Jahrhunderten keiner mehr – eklig.

Dafür war der Abend genial: 2 1/2 Stunden gequietscht, gewackelt, gekeucht vor Lachen – herrlich. Seitdem bin ich dieser Gruppe (guggt mal unter www.basta-online.de) verfallen *rofl*

Diesmal hatte ich meine Abwesenheit punktgenau organisiert, am ersten Urlaubstag war Punktion, 8 EZ konnten punktiert werden und 6 ließen sich befruchten. Drei waren sogar für’s Eis geeignet, super. Mir ging es auch super, Bauchweh hielt sich in Grenzen, vor der Narkose hatte ich auch keinen Bammel, hatte ich sie doch das letzte Mal wunderbar vertragen. Zwei mal an diesem Tag habe ich herzhaft gelacht. Das erste Mal früh morgens (uaaaahh, dunkel war es noch), als wir in das (diesmal gelbe) Kabäuschen geführt wurden. “Guggemal, mein Schatz” (sagte M.), “die haben hier sogar Schalen für Deinen Schmuck”. “Nee (grinste ich), das ist eine Pappmaché-Schale, falls man die Narkose nicht verträgt.” *rofl*

Süß, Schale für Schmuck, was haben wir da gelacht. M. meinte nur erstaunt: “Aber Dir wird doch nicht schlecht?” So ein Hasenfuß, aber ich konnte ihn beruhigen.

Das zweite Mal hat er herzhaft grinsen müssen. Nach der Punktion wurde ich wieder in Richtung Kabäuschen geführt und er hörte mich schon von weitem kommen. Ständig hatte ich die Schwester gefragt, ob sie mich auch zum richtigen Mann führen würde, das wäre mir nämlich wichtig. Nicht, dass sie mich einem falschen Mann unterjubeln wolle. Auch die Schwester hatte viel Spaß. Wir waren aber auch die einzigen, die die ganze Zeit gegiggelt haben, als ich wieder einigermaßen wach war. 1,5 Liter Wasser in mich reingeschüttet (für Blutdruck), Schokomuffin für Kreislauf verdrückt, frohe Botschaft der vielen punktierten EZ abgeholt und ab nach Hause.

Der Transfertag war etwas stressig, da ich M. im Büro abholen wollte und in meiner unendlichen Einfalt die Weihnachts-Panik-Käufer nicht auf dem Radar hatte. Im ganzen Städtchen gab es keinen Parkplatz und die Zeit wurde knapp und kanpper. Und dann kam mir M. schon auf der Straße entgegen (nachdem ich endlich eine Minilücke erobert hatte) und hatte einen wunderschönen Blumenstrauß in der Hand. Für mich, damit er mir Glück bringt. Ich habe mich riesig darüber gefreut.

Der Transfer war genau so problemlos wie beim ersten Mal. Nur diesmal sollten drei Krümelchen zu mir kommen und diesmal war ich schon darauf vorbereitet, meine Süßen auf dem Bildschirm zu sehen. Außerdem hatten wir beschlossen, das Kind Maria zu nennen – wenn es denn ein Mädchen würde. War nämlich der 8. Dezember, also Mariä Empfängnis *ja*.

Die Warteschleife verging eigentlich relativ schnell, es gab einiges zu Arbeiten, die letzten Weihnachtsvorbereitungen, Plätzchen backen und … und … und … Und dann durfte ich am 23.12. (ja, die in meiner Praxis sind notorische Spättester) früh morgens zum Blut abnehmen fahren. Diesmal hat alles gut geklappt, innerhalb von 5 Minuten war ich wieder draußen und bin zur Arbeit gefahren. Wie beim vorherigen Versuch keine Blutungen, keine PMS, riesen Dinger vor der Hütte *rotwerd* und es ging mir – abgesehen von der Aufregung – relativ gut.

Mittags um 14:05 (werde ich nie vergessen) erschien dann die Nummer der Praxis im Display des Telefons. Ich habe noch gebrüllt: “Isfürmihich”, aber Kollegin hatte schon abgenommen. Dann wieder zu mir durchgestellt, meine Hände haben gezittert und Ozean-Pfützen auf dem Tisch hinterlassen. Der Doc war dran und sagte: “Gratuliere, ich habe ein Weihnachtsgeschenk für Sie, Sie sind schwanger.”

Ich weiß nicht mehr, ob ich was gesagt, mich ordentlich bedankt habe. Bin dann erst einmal in einen Besprechungsraum und habe M. angerufen. Ich war platt, er wohl auch, aber ganz langsam hat sich so ein giggelndes Gefühl in meinem Magen breit gemacht. Ich war SCHWANGER. Wow. Ich. Verliebt sein ist ein Kinkerlitzchen dagegen, es war einfach nur schön.

Selten so gelacht …

Dienstag, 2 Dezember 2008

… und ich weiß nicht mehr, warum.

Heute Nacht bin ich von schallendem Gelächter aufgewacht und habe festgestellt, dass das ich selbst war (Mr. X war heute Nacht nicht bei mir, also blieb sonst niemand sonst zur Auswahl *g* ).

Ich weiß leider nicht mehr, was ich geträumt habe, aber bin trotz bescheidenen 5 Stunden Schlaf richtig gut erholt aufgestanden. Fein, sollte es öfter so geben.

Irgendwie renne ich jetzt schon die ganze Zeit mit einem Grinsen im Gesicht rum. Hoffentlich hält das noch bis heute Mittag, dann haben wir ein lustiges Team-Meeting.

Obwohl, das wird sowieso lustig. Habe gestern versucht einen Konferenzraum zu bekommen und es war nix frei. Gar nix. Nicht einmal ein Mini-Teil in das nur vier Leute reinpassen (aber wir sind sowieso zehn). Endlich, endlich, nach zig Telefonaten habe ich noch einen ergattert. In einem ganz anderen Gebäudekomplex. Bin mal gespannt, ob wir uns auf dem Weg dorthin verlaufen. Weiß wirklich nicht, wo das sein soll aber vielleicht hat ja einer der Kollegen ein schickes Handy mit GPS, oder wir streuen Brotkrümel *lol*.

Aber hoffentlich finden wir den Weg bis spätestens 20:00 Uhr zurück, dann habe ich nämlich die nächste Sitzung. Diesmal allerdings in bekannteren Gefilden.

“Türkisch für Anfänger” und Dr. House sind schon programmiert, dann habe ich heute Nacht, wenn ich nach Hause komme auf alle Fälle wieder was zu lachen.