Tja, von meinen diversen Wohnungserlebnissen hatte ich ja schon geschrieben. Aber eigentlich fing der Sonntag ganz anders an.
Sonntag bin ich - weil Sternenkindergedenktag war - wieder auf den Friedhof, um meinem Sternchen eine Kerze zu bringen. Außerdem hatte meine Mutter einen Porzellanengel in mein Adventspäckchen gelegt mit einem kleinen Briefchen in dem stand, dass ich den kleinen Engel doch auf den Stern stellen solle in liebem Gedenken. Damals habe ich natürlich erst einmal eine Runde geheult. Ich hatte mich gefreut, war gerührt und unendlich traurig, alles zusammen.
Also bin ich Sonntag zu dem Grabmal gegangen, den Engel und die Kerze in der Tasche und biege um die Ecke … und es hat mich fast umgehauen. Wahrscheinlich die Friedhofsverwaltung oder wer auch immer hat auf jeden Stern ein Grablicht gestellt. Außerdem wiegten sich einige Luftballons im Wind, Windspiele waren dort und es hatten noch wohl mehr Eltern die Idee mit einem Engel. Auch Schokoladenweihnachtsmänner, Nikolaussocken und vieles mehr war dort. Aber dieses Lichtermeer an diesem trüben Dezembersonntag war wunderschön. Und traurig. Es waren zu viele Kerzen und hinter allen stehen Kinder, die nicht hier sein dürfen und deren Eltern, die sie vermissen.
Ansonsten hielt die Woche viel Arbeit, viele kranke Kollegen, daher noch mehr Arbeit, Abendsitzung (uaaaahh, was war ich müde nach nur 3 1/2 Stunden Schlaf am Donnerstag morgen), Weihnachtsmarktbesuch, Essenseinladung gestern, Verabredung mit Freunden heute Abend etc.
Morgen hätte ich mir noch eine Wohnung anschauen können, aber als ich dort war um die Umgebung schon einmal in Augenschein zu nehmen, habe ich dankend abgewunken. Knappe drei Meter vom Schlafzimmer entfernt (Erdgeschoss) fährt die U-Bahn. Überirdisch. Im 5-Minutentakt. Also alle 2 1/2 Minuten! Also, den Termin kann ich mir sparen.
Dann habe ich noch Montag einen Termin für eine weitere Wohnung ausgemacht, mal schauen, was es dort für einen Haken gibt (irgendwie eine normale Wohnung ohne gravierende Macken scheint es nicht zu geben). Abends gehen wir dann von unserer Abteilung gemeinsam essen, eher privat, nicht von der Firma organisiert und das passt dann ganz gut mit der Wohnungsbesichtigung. Das liegt beides in der gleichen Ecke von Frankfurt.
Und, oh Wunder, ich habe schon alle Weihnachtsgeschenke zusammen. Ich bin richtig stolz auf mich. Früher, während meiner Goldschmiedezeit habe ich immer schon alles im Oktober zusammen gehabt, da November und Dezember Großkampfmonate sind und man für gar nix mehr Zeit hat. Später, als ich in den Segen von stressfreieren Adventszeiten kam (im Büroleben wird es sogar etwas ruhiger in Richtung Weihnachten) habe ich angefangen zu schlampern und kam gegen Ende manchmal ordentlich in Stress.
Na gut, ich muss ja zugeben, dass ich es dieses Jahr wesentlich einfacher habe. Letztes Jahr noch habe ich ja so gut wie alle Geschenke besorgen und vor allem überlegen müssen. Nicht nur das, was ich anderen schenken will, sondern auch was meine Eltern von M. bekommen sollten, was meine Schwester von M. bekommen sollte, was meine Schwiegis von M. bekommen sollten, was ich von meinen Eltern bekommen sollte, was meine Eltern M. schenken sollten, was meine Schwester M. schenken sollte, was meine Schwiegis M. schenken sollten, was ich von meinen Eltern … und … und … und. Letztes Jahr war ich ordentlich platt.
Letztes Jahr habe ich jede Menge Plätzchen gebacken. Das habe ich mir geschenkt, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe mir richtig gute in einer Konditorei gekauft. Die waren saugut. Naja, wenn ich nicht auf Wohnungssuche wäre, hätte ich trotzdem gebacken, einfach weil ich den Duft usw. so gerne mag. Aber das mache ich nächstes Jahr wieder. Arbeitskollegen habe ich genug, die werde ich schon los
(also ich meine die Plätzchen, nicht die Kollegen)