Archiv für Dezember, 2007

Bin mal gespannt

Samstag, 29 Dezember 2007

Ich bin jetzt recht gespannt, was so alles in Zukunft kommt.

Erstens: Heute Nachmittag noch eine Wohnungsbesichtigung (hübscher Altbau mit Stuck anne Decke)

Zweitens: Sylvesterparty - war schon sooooo lange nicht mehr aus… hat sich sicher alles geändert *g*

Drittens: Das neue Jahr. Wird’s besser? Wird’s schlechter? Spannend oder langweilig?

Hach, wie sagte jemand vor kurzem zu mir: Was man länger in die Zukunft plant als eine Woche, ist eh für die Katz. Ich glaube, das stimmt. Also kann ich Punkt eins und zwei grade noch im Auge behalten, aber bei Punkt drei kann ich wirklich nur ein Dreihundertsechsundsechzigstel überblicken (Schaltjahr, gelle!) Und wenn mich jetzt jemand verklagt, dass ich doch immerhin noch vier Tage des neuen Jahres innerhalb meiner von jetzt an gerechneten Woche habe, dann reduziere ich meine Aussage auf … hm … jetzt muss ich rechnen … also, ich habs: Einundneunzigkommafünftel.

So, jetzt mache ich für dieses Jahr das Türchen zu. Mach’s gut 2007.

Auch das war sehr schön

Donnerstag, 27 Dezember 2007

So, die Weihnachtsfeiertage sind auch rum und ich muss sagen, sie waren sehr schön. Auch wenn ich gefroren habe wie ein Schneider.

Erst einmal auf der Zugfahrt nach Hause zu meinen Eltern. Das war so ätzend! Oben, am Kopf war die Luft miefig und warm, aber unten an den Beinen hat es gezogen wie Hechtsuppe. Ich saß nur mit meiner Jacke um die Beine auf meinem (zum Glück reservierten) Sitzplatz und habe gefroren. Huaaah, was können drei Stunden lang werden.

Zum Glück hatte zu Hause mein Vater schon den Kamin angemacht, ich wäre am liebsten reingekrochen. Mein Schwester war auch schon da und so hatten wir einen gemütlichen Sonntag zusammen. Heilig Abend war dann wie immer etwas wuselig - der Vater meiner besten Freundin (Dirigent) lernt es wahrscheinlich nie, die Noten rechtzeitig zu organisieren. So konnte ich in der Mitternachtsmesse mal wieder die Sachen vom Blatt singen, ohne sie vorher üben zu können, aber das bin ich ja von ihm gewohnt. Sonst wäre Weihnachten ja auch langweilig. Mit viel Penetranz habe ich ihm dann die Noten für den zweiten Feiertag aus den Rippen geleiert, so war ich wenigstens gestern Morgen nicht völlig unvorbereitet. Naja, bis auf die zwei Stücke, die er vergessen hatte aber auch das ging. Habe zum Glück nicht in eine Pause geblökt und brauchte nicht rot zu werden.

Tja, von M. habe ich ein Päckchen bekommen (er hatte es zu meinen Eltern geschickt und ihnen auch eine liebe Karte reingelegt) und ich habe mich sehr darüber gefreut. Dass er etwas geschickt hat und was er ausgesucht hat. Einer meiner Träume ist nämlich, irgendwann einmal nach Lissabon zu gehen, für etwas längere Zeit, und portugiesisch zu lernen und auch zu lernen, den Fado zu singen. Der hat es mir nämlich angetan und die Stadt selber gefällt mir außerordentlich gut. Er hat mir einen Sprachkurs portugiesisch und ein wunderschönes Buch mit Bildern und CDs nur über Fado geschenkt. Da werde ich viel schmökern können. Auch von meiner Familie habe ich liebe Geschenke bekommen, unter anderem Steine für Ohrringe. Ich scharre schon förmlich mit den Hufen, bis ich wieder an meinen Werktisch komme um zu arbeiten.

Und meine liebe, große, schöne Schwester ist mal wieder mein Held!!! Ich bin zu Sylvester mit Freunden verabredet und wir wollen so richtig schön ausgehen. Jetzt war ich ja die letzten Jahre immer die liebe, treusorgende Ehefrau zu Hause und habe jetzt nicht wirklich die edlen Klamotten - und ich hasse Kleider kaufen, wie die Pest. Stelle ich mich in eine Umkleidekabine und ich bekomme schlechte Laune *kotz*
Aber meine liebste Schwester hat mich gerettet und ein paar von ihren Sachen mitgebracht und da war tatsächlich etwas dabei, was mir gefallen und gepasst hat. Juhuuu, ich bin gerettet, Sylvester kann kommen!

Und schon wieder ein Jahr herum

Samstag, 22 Dezember 2007

Letztes Jahr um diese Zeit habe ich eine kleine Bilanz gezogen.
http://www.wunschkinder.net/forum/read/1/2787778/2787778/rpage=#msg-2787778

Und nun ist es an der Zeit, neu Bilanz zu ziehen.

Tja, die drei Eisbärchen wollten nicht und auch meine kleinen Piraten im Sommer konnten nicht dazu überredet werden, bei mir zu bleiben.

Es kam noch einiges an Spritzen dazu, dafür ist mir mein Mann abhanden gekommen. Die Waagschale hat sich also ziemlich einseitig nach unten bewegt. Dafür musste ich mit Freuden feststellen, dass (vorher vielleicht etwas übersehen) in der anderen Waagschale Freunde sitzen. Freunde, die ich vorher nicht soooo wahrgenommen habe, da ich zu sehr mit dem Kinderwunsch und meinem Mann beschäftigt war. Aber diese Freunde sind mir unendlich kostbar und haben schon die Waagschalen wieder in einen ausgeglichenen Zustand gebracht.

Ich muss ehrlich sagen, ich weiß nicht, womit ich dieses Glück verdient habe. Ich bin nicht abgestürzt, sie waren und sind mein Netz und doppelter Boden. Es ist immer jemand da, der mich auffängt - oftmals ohne, dass ich darum bitten muss. Und ich nehme es dankend an, falsche Bescheidenheit ist hier fehl am Platz.

Ich stelle fest, dass es mir gut geht und ich mit einiger Zuversicht in das neue Jahr schaue. Ich habe einen Wunsch aufgeben müssen und es wird noch einige Zeit dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe nie ein Kind zu bekommen.

Und ich habe einen Kampf verloren, den Kampf mit meinem Mann. Ich habe zwar nie die letzten Jahre mit ihm bewusst als Kampf wahrgenommen, mein Körper aber schon (dass sich meine Haut schlagartig geheilt hat ist schon verrückt, aber meine Psychologin sagte: “Vielleicht fühlen Sie sich jetzt wieder wohl in Ihrer Haut.” )

Jetzt ist dafür wieder Platz für Träume. Ich habe wieder Lust darauf, Pläne zu schmieden und meiner Phantasie freien Lauf zu lassen - und die Zeit dafür habe ich auch. Ich freue mich auf mein Leben. 

Ich sorge mich so sehr …

Donnerstag, 20 Dezember 2007

… und kann nicht dagegen an.

Wer lesen will

http://www.wunschkinder.net/forum/read/31/3530626/rpage=1

Vielleicht hat ja jemand Erfahrung damit.

Eine kurzweilige Woche

Samstag, 15 Dezember 2007

Tja, von meinen diversen Wohnungserlebnissen hatte ich ja schon geschrieben. Aber eigentlich fing der Sonntag ganz anders an.

Sonntag bin ich - weil Sternenkindergedenktag war - wieder auf den Friedhof, um meinem Sternchen eine Kerze zu bringen. Außerdem hatte meine Mutter einen Porzellanengel in mein Adventspäckchen gelegt mit einem kleinen Briefchen in dem stand, dass ich den kleinen Engel doch auf den Stern stellen solle in liebem Gedenken. Damals habe ich natürlich erst einmal eine Runde geheult. Ich hatte mich gefreut, war gerührt und unendlich traurig, alles zusammen.

Also bin ich Sonntag zu dem Grabmal gegangen, den Engel und die Kerze in der Tasche und biege um die Ecke … und es hat mich fast umgehauen. Wahrscheinlich die Friedhofsverwaltung oder wer auch immer hat auf jeden Stern ein Grablicht gestellt. Außerdem wiegten sich einige Luftballons im Wind, Windspiele waren dort und es hatten noch wohl mehr Eltern die Idee mit einem Engel. Auch Schokoladenweihnachtsmänner, Nikolaussocken und vieles mehr war dort. Aber dieses Lichtermeer an diesem trüben Dezembersonntag war wunderschön. Und traurig. Es waren zu viele Kerzen und hinter allen stehen Kinder, die nicht hier sein dürfen und deren Eltern, die sie vermissen.

Ansonsten hielt die Woche viel Arbeit, viele kranke Kollegen, daher noch mehr Arbeit, Abendsitzung (uaaaahh, was war ich müde nach nur 3 1/2 Stunden Schlaf am Donnerstag morgen), Weihnachtsmarktbesuch, Essenseinladung gestern, Verabredung mit Freunden heute Abend etc. 

Morgen hätte ich mir noch eine Wohnung anschauen können, aber als ich dort war um die Umgebung schon einmal in Augenschein zu nehmen, habe ich dankend abgewunken. Knappe drei Meter vom Schlafzimmer entfernt (Erdgeschoss) fährt die U-Bahn. Überirdisch. Im 5-Minutentakt. Also alle 2 1/2 Minuten! Also, den Termin kann ich mir sparen.

Dann habe ich noch Montag einen Termin für eine weitere Wohnung ausgemacht, mal schauen, was es dort für einen Haken gibt (irgendwie eine normale Wohnung ohne gravierende Macken scheint es nicht zu geben). Abends gehen wir dann von unserer Abteilung gemeinsam essen, eher privat, nicht von der Firma organisiert und das passt dann ganz gut mit der Wohnungsbesichtigung. Das liegt beides in der gleichen Ecke von Frankfurt.

Und, oh Wunder, ich habe schon alle Weihnachtsgeschenke zusammen. Ich bin richtig stolz auf mich. Früher, während meiner Goldschmiedezeit habe ich immer schon alles im Oktober zusammen gehabt, da November und Dezember Großkampfmonate sind und man für gar nix mehr Zeit hat. Später, als ich in den Segen von stressfreieren Adventszeiten kam (im Büroleben wird es sogar etwas ruhiger in Richtung Weihnachten) habe ich angefangen zu schlampern und kam gegen Ende manchmal ordentlich in Stress.

Na gut, ich muss ja zugeben, dass ich es dieses Jahr wesentlich einfacher habe. Letztes Jahr noch habe ich ja so gut wie alle Geschenke besorgen und vor allem überlegen müssen. Nicht nur das, was ich anderen schenken will, sondern auch was meine Eltern von M. bekommen sollten, was meine Schwester von M. bekommen sollte, was meine Schwiegis von M. bekommen sollten, was ich von meinen Eltern bekommen sollte, was meine Eltern M. schenken sollten, was meine Schwester M. schenken sollte, was meine Schwiegis M. schenken sollten, was ich von meinen Eltern … und … und … und. Letztes Jahr war ich ordentlich platt.

Letztes Jahr habe ich jede Menge Plätzchen gebacken. Das habe ich mir geschenkt, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe mir richtig gute in einer Konditorei gekauft. Die waren saugut. Naja, wenn ich nicht auf Wohnungssuche wäre, hätte ich trotzdem gebacken, einfach weil ich den Duft usw. so gerne mag. Aber das mache ich nächstes Jahr wieder. Arbeitskollegen habe ich genug, die werde ich schon los *g*  (also ich meine die Plätzchen, nicht die Kollegen)

Was man nicht so alles erlebt …

Mittwoch, 12 Dezember 2007

… wenn man auf Wohnungssuche ist - neee, neee, neee!

Sonntag habe ich mir eine Wohnung angeschaut, die von den Bildern her ganz nett aussah und das Umfeld kannte ich auch schon (in der Nähe der ersten Wohnung, die ich mir im Oktober angeschaut hatte). Der Mensch war auch ganz nett, allerdings entschuldigte er sich vielmals dafür, dass er so schlecht Deutsch spreche. Er lebe zwar schon lange in Frankfurt, müsse aber in der Arbeit immer Englisch sprechen. Jut, ich auch. Habe ihm das Englisch angeboten … falscher Fehler!!!!!!!! Von meinen lieben indischen Kollegen bin ich ja inzwischen einiges gewohnt, aber italienisches Englisch … war hart. Aber er war immerhin sympathisch.

Was man von dem Makler am Montag definitiv nicht behaupten konnte. Zum einen war die Wohnung, auf die ich mich gemeldet hatte doch um einiges kleiner als angenommen. Daher hat er mir im gleichen Gebäudekomplex noch eine zweite, größere gezeigt. Die wäre zwar nicht schlecht, aber sie war zu teuer. Da meinte das Kerlchen doch tatsächlich, dass wir ja mal abends essen gehen könnten und wenn man sich dann näher käme, könnte man sicher auch etwas mit dem Preis machen. Nur meiner absoluten Selbstbeherrschung ist es zu verdanken, dass ich ihm nicht auf die Füße gekotzt habe. Ich habe ihm dann nur mitgeteilt, dass ich auf alle Fälle eine Bleibe “Unter der Mainbrücke 5″ in Aussicht habe und diese mir doch um einiges verlockender erscheine als sein Angebot. 

Also, im Moment habe ich die Schnauze von Männern gestrichen voll … so ein A…

Mal wieder die Hälfte vergessen

Samstag, 8 Dezember 2007

Mei, mei, mei … wenn ich es nicht genau wüsste, dann würde ich behaupten an Schwangerschaftsdemenz zu leiden (Gruß an KuKo - gelle, Du solltest auch mal wieder was schreiben). Aber das kann ja wirklich nicht sein. Trotzdem vergesse ich die Hälfte. Erst einmal meinen Einkaufszettel und das, was ich aus dem Kopf besorgt habe, entspricht leider nur der Hälfte dessen, was auf dem Zettel stand. Muss ich heute nochmal schnell los. Diesmal mit Zettel.

Dann habe ich vergessen, mir eine Taxiquittung geben zu lassen, nachdem mich ein netter Taxifahrer nach der Weihnachtsfeier nach Hause chauffiert hat und es tatsächlich fertig brachte, nicht einen einzigen dummen Satz zu sagen (und das ist in Frankfurt verdammt selten). Außerdem konnte er sein Navi bedienen und schien überhaupt Ahnung von seinem Job zu haben. Wahrscheinlich wusste er sogar, wie man das Wort “Auto” schreibt. Leider auch nicht selbstverständlich. Beruflich habe ich ja häufiger mit Taxifahrern zu tun, wir müssen oftmals Kurierfahrten organisieren. Dabei kommt es leider ab und zu vor, dass man dem lieben guten Kutschenfahrer das Päckchen in die Hand drückt, auf dem die Adresse dick und fett geschrieben steht. Guggt der Dich an und fragt: “Wois?” Daraufhin weist man mit einer eleganten Handbewegung auf sein niegelnagelneues Navi hin und er fragt: “Wiegeht?”. Hmpf, fällt mir nix mehr zu ein.
Naja, so kann ich leider nicht die Kosten für die Taxifahrt der Firma aufs blaue Auge drücken - Mist, bin schon ganz schön blöd.

Aber auf der Weihnachtsfeier war es ganz nett. Die Örtlichkeit (und ich sage absichtlich nicht “Location” - ich habe glaube ich schon einmal geschrieben, dass ich denglish hasse!!!!!!!!!!!!!) war wunderschön hergerichtet und tatsächlich hatten sie für die Herren der Schöpfung weiße und schwarze Al-Capone-Hüte und für die liebreizenden Damen Federboas und Glitzerstirnbänder mit Federn besorgt. Einige der Herren kamen sogar mit Gamaschen über den Schuhen und die Mädels hatten sich ordentlich herausgeputzt - Cocktail- und Abendkleider, alle tief ausgeschnitten und mit wahrhaft prächtigem direkten Blick auf das sogenannte Winkfleisch *g* . Das Essen war gut, Getränke reichlich und die Musik war auch nicht schlecht. Also alles in allem ein gelungener Abend.

Und die Wohnung am nächsten Tag - also nein, die konnte man sich beim besten Willen nicht schönsaufen. So ein Schrott. Und was für ein ekliger Makler - uaaaaaaaaaaaaahhhhh, ihbäh! Also, weder der Makler noch die Wohnung konnten mich auch nur ansatzweise überzeugen. Aber egal, so eine Erfahrung musste wohl auch mal sein.

Sonntag habe ich mit meinem guten Freund H. noch Computer, Lattenrost, Matraze und Bettwäsche in die Garage geschafft (ich bin ja lernfähig, muss mir ja nicht noch einmal den Rücken aushebeln) und auch sein Sohn L. (mein erklärter Liebling) durfte das ein oder andere tragen. Zum Glück ging es mir Sonntag schon wieder besser und ich habe es auch sehr genossen so völlig unbeschwert mir Medis gegen die Erkältung reinzupfeifen ohne darauf zu achten, ob ich grade stimuliere oder in der WS bin oder … oder … oder. So hat alles seine guten Seiten. Aber damit dürfte jetzt die Räumerei für M. bis zum Umzug beendet sein. Den Rest darf er selber machen, jetzt bin ICH dran. Jawoll. Hmmm, wenn ich das bloß mal nicht wieder vergesse *g*

Auf in den Kampf!

Samstag, 8 Dezember 2007

Mit Hurragebrüll und Siegeswillen. So. Basta. Schnauze voll von wankelmütigen Wohnungsbesitzern. Jetzt will er doch nicht. Grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr *megasauer*

Aber dafür habe ich heute schon vier neue Wohnungen angeschrieben (also, ich habe nicht die Wohnungen angeschrieben, sondern die Besitzer bzw. Makler). Also, ich würde noch einmal ganz zaghaft um Däumchen bitten? Morgen um 14:00 Uhr schaue ich mir eine an, die mir mit am besten gefällt. Das Umfeld kenne ich auch schon, da erwartet mich keine böse Überraschung und auf Grund der Karte und der Lage müsste sie auch ruhig sein (keine große Straße direkt vor der Haustür). So, hoffentlich wird es diesmal was. Der 29. Februar rückt nämlich so langsam mit Riesenschritten näher und da muss unsere alte Wohnung spätestens komplett geräumt sein. Und etwas Zeit sollte ich M. schon lassen, damit er den ganzen restlichen Gerümpel entsorgen kann, den ich nicht brauche.

Aber etwas Schadenfreude macht sich bei mir schon breit. Früher, bis vor 5 Jahren wohnte S. über uns. Eine junge Dame, so groß wie ich ungefähr (ca. 1.75) aber dafür damals doppelt so schwer. Mit einer unausrottbaren Vorliebe für Pumps. Bodenbelag: Fliesen!!! Einmal ist sie schnell zur Wohnungstür gerannt und ich habe mich nur noch in den Türsturz geflüchtet (bleibt bei Erdbeben ja bekanntlich meistens stehen). Ich hatte richtig Schiss.

Tja nun, sie zog weg und nun kommt sie wieder und übernimmt unsere Wohnung. Ich sach nur: Viel Spaß an unsere Nachbarn unter uns, die armen Wutzerle. Inzwischen hat S. nämlich noch einmal ordentlich an Gewicht zugelegt und bringt jetzt fast das dreifache von mir auf die Waage. Geschätzte 150 kg. Und einen Freund hat sie auch zur Zeit. Aber ich hoffe wenigstens für unsere Nachbarn unten, dass sie inzwischen ein stabileres Bett als damals hat. Damals hatte sie zeitweise auch einen Freund und irgendwann einmal (beim Liebesspiel *rotwerd* ) krachte das Bett aus dem Rahmen. Mir krachte mein Herz in die Hose, als es über uns so rumpelte und schepperte.

Also, falls ich irgend eine Wohnung nehmen sollte, so werde ich mir auf alle Fälle die Gewichtsklasse der Nachbarn notieren!!!

Tja, dann bin ich heute Abend noch auf einer Ateliereröffnung eingeladen und bin mal gespannt, was es da alles zu sehen gibt. Morgen Wohnung anschauen und abends mit einer Freundin essen gehen. Hübsch viel vor, ich freue mich drauf.

Etwas ausführlicher

Mittwoch, 5 Dezember 2007

Auf Anfrage schreibe ich etwas ausführlicher:

Zum einen bin ich Goldschmiedemeisterin und staatliche geprüfte Gestalterin, aber ich arbeite schon seit Jahren im Grafikbereich. Erst bei einer Unternehmensberatung und seit einigen Jahren bei einer Bank. Unternehmensberater und auch Banker empfinde ich als sehr seltsame Wesen, aber ich glaube, sie verstehen mich auch nicht *g*

Es bleibt mir leider wenig Zeit, um Schmuck zu machen aber ich hoffe nach meinem Umzug habe ich wieder mehr Muße. Schmuck machen, entwerfen, zusammenträumen, anschauen, das ist meine große Leidenschaft. Aber mit aller Gewalt wieder Goldschmied sein und ausschließlich Kettchen löten … nee, das muss auch nicht sein. Lieber bei einer Bank Geld verdienen und das dann in Material und vor allem Werkzeug investieren, das macht Spaß.

Schon als Kind wussten meine Eltern, wo sie mich zu suchen hatten, wenn ich irgendwann einmal verloren gegangen war. Einfach den Weg zurück bis zum nächsten Souvenier- oder Schmuckladen, da stand ich dann mit großen Augen davor. Und vor dem Haus, in dem ich aufgewachsen bin, bestand der Gehweg aus so einer bestimmten Art von Belag, der im Sonnenlicht glitzerte. Da konnte ich mich stundenlang hinsetzen und fasziniert das Glitzern aufsaugen. Und auch heute noch finde ich es wunderschön an einem strahlend kalten Wintertag draußen zu sein und in der trockenen Luft stauben die perfekt geformten kleinen Schnee- und Eiskristalle um einen her und hüllen einen wie in einen funkelnden Schleier ein. Da brauche ich nicht zu reden, essen oder sonst etwas. Einfach nur schön.

Aber es muss nicht nur glitzern. Mein liebstes Material ist Feingold (bekanntlich nicht billig). Ich finde dieses schwere, weiche und doch stabile Metall einfach hinreißend. Wenn man weiß, wie man es bearbeiten muss und was man damit machen will, dann gibt es ein wunderbares Schmuckmaterial ab. Es können nur nicht viele Goldschmiede aber ich hatte das große Glück es lernen zu dürfen. Meinen Verlobungsring damals habe ich aus Feingold gemacht und ebenso unsere Eheringe. Dieses Metall passt einfach zu mir und ich spare mir immer wieder etwas zusammen. Es hat so einen weichen Glanz und man merkt, dass es rein und unverfälscht ist. Es ist direkt ohne sich aufzudrängen und man kann wunderschöne Fassungen für ebenso schöne Steine machen.

Ach, wenn ich doch nur bald wieder loslegen könnte - seufz. Aber im nächsten Jahr werde ich meine kostbaren Urlaubstage ja nicht mehr für die Kiwu-Behandlungen verbraten, sondern eben daheim etwas Schönes schaffen.

Aaaaaaaaaaber, dafür muss ich erst einmal umziehen und zum Umziehen braucht man eine Wohnung und um eine Wohnung zu haben muss man mit Maklern telefonieren und um die zu erreichen (und eine klare Aussage zu bekommen) müssen diese wiederum erst einmal mit dem Besitzer sprechen und der lebt in Amerika. Und so zieht und zieht und zieht sich die ganze Sache dahin - ätzend!!! Ich hätte diese Wohnung wirklich gerne, aber so langsam glaube ich nicht mehr daran in diesem Jahrzehnt noch eine präzise Aussage zu hören. Also gehe ich mir morgen noch eine andere Wohnung anschauen. Vielleicht klappt das wenigstens. Mit einem anderen Makler versteht sich.

Gestern hatten wir eine Abteilungsversammlung, in der die Konditionen für die Auslagerung besprochen wurden. Also, abgesehen davon dass ich die Idee der Auslagerung für Schwachsinn halte (so viele Firmen in unserem Bereich betreiben gerade schon wieder den mühsamen Prozess der Rückeingliederung) so sind doch die Bedingungen ok. Also, wenn da kein Pferdefuß dabei ist würde ich unterschreiben. Der Betriebsrat hat sich wirklich Mühe gegeben, aber ich werde natürlich - sobald ich etwas schriftliches in Händen halte - das ganze noch einmal von einem Anwalt prüfen lassen. Sicher ist sicher.

Jetzt geht es aber erst einmal heute Abend zur Weihnachtsfeier und da werde ich sicher das ein oder andere Gläschen Wein genießen. Nur werde ich mich definitiv nicht verkleiden, mein unnachahmliches Selbst muss genügen. Hoffentlich habe ich moren früh nicht zu viel Restalkohol und schaue mir die andere Wohnung im Rausch an - sonst gibt es ein böses Erwachen.

Bin wieder gesund…

Dienstag, 4 Dezember 2007

… aber sehr traurig. 

Samstag war ich in Hanau auf einer Schmuckmesse und habe auch einen guten alten Bekannten getroffen, der ein Jahr nach mir den Meister gemacht hat. Ich habe mich sehr gefreut, aber leider musste er mir eine traurige Nachricht überbringen:

A., die mit mir zusammen die Prüfung abgelegt hat ist Anfang November mit 38 Jahren an Brustkrebs gestorben. Sie hat zwei kleine Kinder und … ich bin einfach fassungslos.

Wir haben uns in den letzten Jahren nicht häufig gesehen, obwohl wir beide in Hanau und Umgebung hängen geblieben sind, aber ab und zu sind wir doch immer wieder übereinander gestolpert und haben uns auch auf einen Kaffee verabredet.

Auch wenn wir nicht dicke Freundinnen waren, so mochte ich sie sehr, sehr gerne. Und ich habe ihren Schmuck geliebt - er entsprach in meinen Augen sehr stark ihrer Persönlichkeit. Heiter, aber auch mit Tiefgang. Spielerisch, ohne verspielt zu sein. Innovativ, ohne zu gewollt in die Kunst abzugleiten. Freude am Schmuck. Märchenhaft, ohne mädchenhaft (albern) zu sein. Einfach wunderbar und man hat ein Lächeln im Gesicht, wenn man ihn anschaut.

Wie kurz und hart kann das Leben sein.