Archiv für September, 2007

Besuch vom Schwager

Samstag, 29 September 2007

So, jetzt muss ich mich mal etwas lästerlich über meinen Schwager und seine Frau äußern. Sie kommen nämlich übers Wochenende zu Besuch bei meinen Schwiegerleuten und deshalb habe ich das Hessentreffen abgesagt *heul* .

Mein Schwager ist ein seltsamer Mensch. Einerseits sehr intelligent, andererseit … naja, wie gesagt: seltsam. Seit einigen Jahren stehen er und seine Frau nämlich auf einen indischen Guru. Auch das ist an sich nichts Schlechtes oder Schlimmes. Nervig wird es allerdings, wenn man (wenn sie denn einmal da sind und nicht in Indien weilen) ständig bekehrt werden soll bzw. nur noch Geschichten vom Guru zu hören bekommt - wie toll der ist, was er so tolle Dinge sagt und macht, wie toll die alten Flip-Flops sind (”boah, ich bin in den Raum gekommen und da standen die alten Flip-Flops vom Guru auf einem Hocker und ich bin umgefallen - wahnsinn, was die für eine Ausstrahlung haben.” Zitat ende.). 

Naja, den Kommentar, den ich mir dann mühsam verkniffen habe, den brauche ich jetzt glaube ich wirklich nicht noch aufzuschreiben. Nur so viel: In meinem Kopf zog ein Film mit dem Gerät “Dusche” als Hauptakteur vorbei!!!

Außerdem liebt meine Schwägerin das Singen. Gut, ich singe auch gerne und habe das über lange Jahre in vielen Chören getan, allerdings singt sie gerne beim Essen. Das heißt, sie summt irgendwelche heiligen Lieder und das hört sich mit vollem Mund dann doch eher so wie die Erkennungsmelodie der ersten ’Raumschiff Enterprise’-Folgen an. Hmmm hmmmmmmmm hm hm hm hm hmmmmmmmmmmmmmmmmmmm … 

Das letzte Mal waren die Beiden im Spätfrühling/Frühsommer zu Besuch. Falls sich noch jemand erinnert: Das war die einzige Zeit im Jahr, in der man auch wirklich mit Sommerklamotten rumlaufen konnte. Also, sie waren mal wieder im Lande und da man meinen Schwager wirklich nicht als zierlich beschreiben kann und er sein Geld für Reisen zum Guru ausgibt, spart er gerne mal an der Kleidung. Seine Frau näht gerne. Nicht gut, aber viel und gerne. Und so trug er damals ein weißes T-Shirt und eine orange-weiß-gestreifte Hose - Streifen machen ja bekanntlich schlank.

Leider wollte er mir irgendwann den “genialen und flexiblen” Schließmechanismus seiner Hose zeigen und hob das T-Shirt. Ich sach nur: Obelix in orange!!!

Es gibt Dinge, die will ich nie wieder in meinem Leben sehen - dieser Anblick gehört definitiv dazu!!!!!

Tiefblau …

Freitag, 28 September 2007

… zeigt sich meine rechte Armbeuge und das nicht ohne Grund.

Zur Zeit wollen ja wirklich alle möglichen Leute was von mir. Meistens begnügen sie sich mit meiner ungeteilten Aufmerksamkeit für ihre Probleme (eingebildet) oder ihre Person (erst recht eingebildet!).

Jetzt kommt noch die ausstehende Diagnostik bezgl. Killerzellen und Schilddrüse (zweite Untersuchung) dazu. Und dafür wollen die anderen Leute Blut. Viel Blut. Literweise Blut. Und ich besitze nur eine einzige Vene, die wirklich loslassen kann (ich glaube, ich sollte die anderen Venen einmal zum Psychologen schicken - loslassen kann man lernen *g* ) wobei heute eine fürwitzige Arzthelferin sich die Frage erlaubt hat, ob ich denn überhaupt Venen habe - haha. Wovon ist denn sonst meine Armbeuge so blau und ich muss hier in dem vollklimatisierten Büro (Sommer = eisekalt, Herbst = bullenheiß) mit langen Ärmeln mein schwitziges Dasein fristen. Kann doch nicht wie ein Junkie vom Hauptbahnhof hier rumsitzen!

Ich hatte ja schon einen blauen Fleck am rechten Arm von Mittwoch. Da ich weiß, dass morgens die Blutspenderei etwas zögerlich läuft, habe ich auf der Fahrt nach Wiesbaden erst einmal ordentlich Wasser in mich hineingeschüttet (Pimp my vein?) und habe - mitdenkend wie ich bin dann gleich das Blutabnehme-Zimmerchen auf linksärmlige Patienten umgebaut. Die Arzthelferin hat es gefreut. Gummi um Oberarm, gepumpt habe ich wie eine Wilde. Nix. Arzthelferin tätschelt meine linke Armbeuge, sie klopft, sie schlägt (ist sie die Verlobte von einem der Klitschko-Brüder?). Es tut sich gar nix. Dann die rechte Hand. Nix. Dann halt doch die rechte - schon blaue - Armbeuge. Irgendwann beim blinden Stochern traf sie dann doch wohl eine Vene, es floss Blut, allerdings nicht in die dafür vorgesehen Röhrchen - welch eine Verschwendung.

Nachdem dann die erste Dame schon dezent grün im Gesicht die Segel gestrichen hat, kam dann eine zweite, stach beherzt zu und hat dann sogar genügend Lebenssaft für die anstehenden Laboruntersuchungen abzapfen können - juhu *freu*

Da kann mein liebster Lieblingsmann ja nächste Woche schon die Rezepte nach Frankreich faxen und dann werden sie bis zum Startschuss im Kühlschrank zwischengelagert.

Hm, ich glaube, den werde ich vorher noch einmal abtauen denn wenn die Medis alle sind, dann bin ich schwanger und habe keine Lust mehr auf irgendwelche Abtauaktionen - beschlossen und verkündet!

Dienstag, 25 September 2007

Mein liebes Kind,

diesen August wärest Du ein Jahr alt geworden. Wir hätten Dir eine schöne Geburtstagsfeier hergerichtet, da bin ich mir sicher. Wahrscheinlich hättest Du fasziniert in das Kerzenlicht geschaut und noch nicht wirklich verstanden, was da so alles passiert.

Vielleicht würdest Du schon den ein oder anderen Schritt ganz zögerlich laufen, uns aber sicher mit turboschnellen Krabbeleien auf Trab halten.

Vielleicht wären wir aber auch über Deinen Geburtstag mit Dir in Urlaub gefahren und wir hätten Dir das Meer gezeigt. Deine Windel wäre voll gewesen - mit Sand und das Herummatschen … da hätte Dein Papa mit Begeisterung mitgematscht.

Es waren so viele Kinder dort und alle ließen sich stolz von ihren Vätern auf dem Arm durch die Gegend tragen und konnten in diesem sicheren Schutz alles neugierig bestaunen. Die Arme Deines Papas sind leer.

Weißt Du noch, die Nacht bevor ich ins Krankenhaus musste? Ich hatte solche Angst um Dich, aber in dieser Nacht waren wir uns nah. Ich habe Dich ganz deutlich gespürt.

Mein lieber Schatz, ich vermisse Dich so sehr, dass ich mich oft gar nicht mehr traue, an Dich zu denken aber ich wollte Dir nur sagen, was Du sicher schon weißt: Ich liebe Dich.

Mir schwirrt der Kopf

Samstag, 22 September 2007

Ich fühle mich ja schon seit einiger Zeit nicht so dolle und seit der Haarausfall und so ein ekliges Engegefühl im Hals dazu kam, habe ich mich mal in Richtung Schilddrüse schlau gemacht.

Meine Güte, da passt soooo viel auf mich und mein Befinden. Sowohl subjektive (und teilweise unangenehme, aber nicht wirklich schlimme Beschwerden) wie Engegefühl im Hals, leicht depressive Stimmungen als auch objektive Beschwerden wie kalte Hände und Füße (mein Schatz sagt immer, dass meine Vorfahren zu Zeiten als es noch keine Strom gab wohl früher über Land gefahren sind und bei Volksfesten sich in kleine silberne Kästen unter der Biertheke platziert und mit Händen und Füßen die Bierschläuche umfasst haben), also wie gesagt kalte Flossen, Haarausfall (und der teilweise ganz ordentlich), immer wiederkehrende Sehnenscheideentzündungen in Arm/Hand, niedriger Blutdruck, Gewichtszunahme (und ich esse - jetzt vom Urlaub mal abgesehen - wirklich nicht viel), Wassereinlagerungen, eine Basal-Temperatur von 36,2°C … und … und … und. Ich fühle mich einfach bescheiden und wenn man mit der Einstellung der Schilddrüse all diese Dinge beheben könnte … das wär was.

Naja, das wär was gewesen!

Ich war bei meinem HA, der hat mich zum Nuklear-Mediziner überwiesen und nach unserem Urlaub waren tatsächlich die Werte da. Alle im Normbereich. Hmpf. Ich soll Jod nehmen, wobei in der einschlägigen Literatur eigentlich gesagt wird, dass es in Mitteleuropa kaum noch Jodmangel-Kröpfe gibt.

Jetzt bin ich super unsicher, ob ich nicht noch einmal genauer nachforschen lassen sollte oder nicht, wir wollen ja noch einen Versuch starten und den auch noch bevor ich meinen 40. (nicht) feiere durchziehen. Ist halt nur so ein kleines magisches Datum für mich.

Außerdem überlege ich mir die ganze Zeit, ob ich meine NK überprüfen lassen sollte (bietet Dr. Heilmann in Wiesbaden an) oder ob ich mir wenigstens diesen ganzen Zauber dann sparen kann. Ich bin auch hier sehr unentschieden.

Wo ich definitiv nicht unentschieden bin - und dieser Punkt wird sicher irgendwann genau so teuer wie die beiden anderen Punkte - ist mein Auto.

Eine Zeitlang hat es immer erst nach langen Strecken, dann nach immer kürzeren Strecken angefangen zu “kreischen”. Links vorne. Zum Schluss war das knackig laut und mir schon sehr peinlich. Jeder hat sofort gehört: Jetzt kommt Aurifex. Achtung. Volle Deckung und Ohrenschützer auf. Also habe ich nach meinem Urlaub in der Werkstatt angerufen und wie immer zu hören bekommen: “Ei da is ja des Mädschä”. Wieso mich der gute Meister immer Mädschä nennt ist mir ein Rätsel, aus dem Alter bin ich jetzt schon wirklich einige Zeit raus. Aber er hat sofort sehr souverän gesagt, dass er wisse, woran das Gekreische liegt.

Gut, Termin ausgemacht, Auto hingebracht, nachmittags wieder abgeholt. Hörte sich erst mal gut an. An meinem ersten Arbeitstag klang es auch noch gut. Am zweiten schon nicht mehr, jetzt kreischt mein Auto in einer anderen Tonart und verwirrt alle lieben Mitpendler. Mit der Tonlage erkennen die mich doch gar nicht mehr. Dazu kommt jetzt als Neuestes, dass das Auto einen ordentlichen “Orz” macht, wenn ich langsam fahrend stark rechts einschlage (muss ich immer abends, wenn ich mein Auto auf den Parkplatz stelle) - und dieses Geräusch klingt grausilig.

Naja, also für Montag mal eingeplant (Montag ist immer mein freier Tag): GUTEN!!! SD-Arzt finden und Termin machen. Heilmann anrufen und Termin machen. Auto wieder in Werkstatt bringen (ohne Termin machen). Und dann trudelt wahrscheinlich die Pest noch dieses Wochenende ein und ich darf dann in WI Termin machen, um meine Basiswerte bestimmen zu lassen. Dann bekommen wir die Rezepte und die werden dann sofort zu Billmann ins Elsass gefaxt, damit ich vielleicht im nächsten Zyklus loslegen kann. Puh, so langsam wird mir wirklich schwindlig.

Nur so - so als Erinnerung

Donnerstag, 20 September 2007

Ich glaube, ich muss mir den Sommer noch etwas vor Augen halten, auch wenn er hierzulande schon vorbei ist. Deshalb habe ich schon in weiser Voraussicht in den Ferien meine Lieblingssandalen fotografiert.

Zu diesen … bluemchen.JPG 

und zu diesen gras.JPG 
sagt mein Arbeitskollege immer: “Die muss man ja gießen!”

Und diese hier  glitzer.JPG
glitzern einfach schön, was so ein normales Goldschmiedeherz natürlich extrem erfreut.

Ach, wenn ich mir die Bilder so anschaue denke ich nur: Freiheit für die Füße!!!

Der Alltag hat mich wieder

Mittwoch, 19 September 2007

Hach, was war der Urlaub schööööööön, wir haben uns so gut erholt. Ich liebe ja das Meer, und ganz besonders den Atlantik. Sobald ich diese frische Luft rieche, glätten sich meine Gesichtsfalten bzw. ziehen sich zu einem seligen Grinsen zusammen und mein Hirn schaltet sich von Denken auf pures Sehen um.

Der Urlaub fing schon einmal gut an. Auch hier in Deutschland war noch eine laue Sommernacht und wir dachten uns, dass uns eine kleine Mütze Schlaf noch für den Rest des Tages helfen würde. Also wurde der Wecker auf 02:00 Uhr gestellt und 15 Minuten später noch (als Netz und doppelten Boden) noch den uralten Radiowecker, der leider nicht mehr mit säuselnder Musik, sondern nur noch mit einem lauten TRÖÖÖÖÖÖT, TRÖÖÖÖÖÖT, TRÖÖÖÖÖÖT, TRÖÖÖÖÖÖT, wecken kann. Da wir offensichtlich den ersten Wecker im Tiefschlaf zur Ruhe gebracht haben waren dann nachts um 02:15 nicht nur wir beide, sondern auch die ganze Nachbarschaft wach. Gut, dass wir für zwei Wochen weggefahren sind - puh!

Am Frankfurter Flughafen war dann erfreulicherweise noch/schon ein Café offen und der Espresso hat mich auf ein lebensfähiges Level gebracht. Der Vorteil an diesen frühen Flügen ist ja, dass eine Verspätung seeeehr unwahrscheinlich ist. Der Nachteil ist, dass in Jerez die Autovermietung noch nicht geöffnet hatte. Also noch eine Stunde warten, bis sich um 08:00 zaghaft die andalusische Sonne über die Berge schob. Da war das Urlaubsgefühl schon vollständig ausgebrochen.

Das Auto abholen ging dann ganz schnell und schon waren wir auf der Straße Richtung Rota. Schlau, wie ich manchmal sein kann, habe ich mich schon vorher im Internet kundig gemacht, wo denn das Hotel liegt und was andere Gäste so davon gehalten haben. Leider, leider habe ich mich von einigen Bemerkungen wie “Liegt in direkter Nähe der Militärbasis, aber diese stört nicht” irritieren lassen und habe steif und fest behauptet, wir müssten nur die Militärbasis suchen, dann hätten wir auch schon das Hotel gefunden.

Irrtum. Grandioser Irrtum. Also: Ganz falsch!!!

Nachdem wir zwei mal die ganze Basis umkreist hatten (und die ist die größte ihrer Art in ganz Spanien, oder Europa oder überhaupt), mussten wir einhellig feststellen: Hier ist das Hotel nicht. Hm, was tun? Vielleicht mal ein Frühstück jagen? Bett erlegen? Nach Hause fliegen? Oder einfach mal dem Gefühl des besten Mannes der Welt vertrauen und auf die andere Seite von Rota fahren. Ruckzuck stand das Autolein auf dem (beschatteten) Parkplatz, Gepäck lud sich irgendwie von alleine aus und das Meer rauschte schon ganz nah und das erste Getränk stand unter einem Sonnenschirm am Pool. Aber mein aller-aller-allererster Weg führte mich zu dem stillen Örtchen um endlich diese unsäglichen Stützstrümpfe loswerden zu können, die ich ja tragen muss. Für mich ist Urlaub = Freiheit für die Beine und nach diesen Quetsche-Strümpfen war das Freiheitsgefühl unbeschreiblich herrlich.