Mit der Kraxn zur Neureuther Hütte (Tegernsee)
Wie sagt man so schön. Es gibt nur schlechte Kleidung, nicht schlechtes Wetter. Frei nach diesem Motto bin ich gestern mit Jonas nach Tegernsee, über die A8, aufgebrochen.
Bevor wir uns aufmachten besorgte ich mir noch schnell eine Regenjacke in Rottach-Egern und dann ging es auch schon vom Bahnhof Tegernsee rauf zur Neureuther Hütte.
Jonas saß bequem in seiner Kraxn (Kindertrage) von Lidl, über ihm schwebte der Regenschutz. Da er bereits alleine um die 8kg wiegt, habe ich in die Kraxn nur sein Essen und seine Windeln eingepackt. Mein Wasser musste zu Hause bleiben. FEHLER!
Der Aufstieg brachte mich Ungeübte ganz schön zum schnaufen. Es fängt gleich ganz toll mit einer Treppe an. Der Weg wird insgesamt mit 1,5 Std. Dauer ausgewiesen. Wenn man am Ende der Treppen ist sind es nur noch 1 Std.! Wobei ich die Treppen nach einer viertel Stunde hinter mich ließ und die restliche 1 Std. von Schild zu Schild nicht weniger wurde. Als es hieß es dauert nur noch eine halbe Stunde war ich nach 10min an der Hütte.
Auf dem gesamten Weg nach oben kam mir kein einziger entgegen, ich überholte keinen und ich wurde auch nicht überholt. Trotzdem sah ich frische Spuren am Boden, in beide Richtungen.
So zur Hälfte der Wanderung kam ich in ein etwas unheimliches Waldstück. Ich überlegte was ich wohl mache wenn mir auf einmal ein Bär gegenüber steht. Schreien? Laufen? Tot stellen? Zum Glück haben wir, bis auf einen ausgewachsenen Riesen-Hasen (sah aus wie ein Känguru), kein wildes Tier gesehen.
Der Weg führt größtenteils durch den Wald. Das letzte Stück führt über eine Wiese von der man bereits die Hütte sieht. Von dort aus hat man auch einen tollen Blick auf die umliegenden Berge und den Tegernsee.
Nach 1,5 Std. sind wir zwei oben angekommen und siehe da, obwohl wir Menschenseelen allein waren, war die Hütte nicht leer und ich umso erstaunter wieviel sich doch bei diesem Sau-Wetter auf den Weg gemacht haben.
Ich habe mir erst einmal eine große Saftschorle und eine Tagessuppe bestellt. Währenddessen bekam Jonas seinen Brei (hatte die Thermobox von Reer dabei) und danach aßen wir beide noch ein Stück leckeren Streuselkuchen. Ich hätte ja auch gerne einen Kaiserschmarrn gegessen aber den gibt es auf der Hütte leider nicht.
Nach ca. einer Stunde sind wir wieder aufgebrochen und waren nach einer weiteren Stunde wieder unten am Auto.
Jonas hat sowohl raufwärts als auch runterwärts geschlafen. Gut das ich ihn so warm eingepackt habe denn so unbeweglich hatte er doch sehr kalte Händchen. Gut war auch dass ich Stöcke dabei hatte, denn zum einen war der Weg zeitweise recht steinig und glitschig und zum anderen konnte ich mir damit das lange nasse Gras von meinen Beinen halten. Und zu guter Letzt war es gut ein Handy bzw. eine Kamera dabei zu haben. So konnte ich ein Foto von Jonas machen um zu sehen was er gerade macht. Z.B. Schlafen.
Zugegebenermaßen taten mir am Ende doch ganz schön die Füße weh. Das Gewicht von Jonas drückte ganz schön auf die Füße. Raufwärts brachte sein Gewicht meine Oberschenkel zum brennen. Das Brennen hörte heute auch noch nicht wirklich auf.
Trotz Regen tat es gut sich mal wieder zu bewegen. Die Strecke ist für mich, als Wiedereinsteigerin mit Kraxn, mittelschwer. Ich dachte mir: “Lieber fange ich jetzt mit ihm an zu wandern als dann wenn er 2 Jahre alt ist und noch mehr wiegt.” Jonas selbst hat wirklich toll mitgemacht. Beim wandern hat er keinen Mucks gemacht und auf der Hütte war er mal wieder der Hit und hat alle anderen Gäste für sich begeistert.
Nächste Woche Montag möchte ich wieder los. Da soll das Wetter wolkig aber regenfrei sein. Mal sehen. Wenn´s regnet muss ich Jonas vorher noch einen Regenponcho besorgen.
LG
suessesiex