Stiefkindadoption

Geschrieben am Freitag 6 März 2009

Heute hatten wir ein Info-Gespräch beim Jugendamt. Wir haben vorab gehört, daß unsere Sachbearbeiterin nicht gerade aufgeschlossen eingestellt sei gegenüber Stiefkindadoption bei lesbischen Paaren.

Wir sind aber ehrlich überrascht, wie einfach und nett das Gespräch abgelaufen ist. Sie hat alle unsere Fragen beantwortet, hat aber herausgestellt, daß durch ihre jahrelangen Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen die mütterliche und väterliche Identität sehr wichtig ist. Auch hat sie meine Partnerin immer wieder mit einbezogen und formulierte manche Aussagen relativ vorsichtig (unser Eindruck). Sie fand gut, daß wir den biologischen Vater im Bekanntenkreis haben und der auch dem Kind dann bekannt gemacht wird bzw. daß Kontakt zwischen biologischem Vater und Kind bestehen wird.

Etwas neues haben wir auch erfahren: es ist wohl möglich, daß vor der Geburt, der biologische Vater mit uns zum Notar geht und dort die Vaterschaft anerkennt und direkt der Stiefkindadoption zustimmt. Auch kann meine Partnerin vorab ein polizeiliches Führungszeugnis (Variante 0 für Behörden) beantragen, da dies auch noch eine Weile dauern kann. Gesundheitszeugnis sollte dann erst nach Geburt beantragt werden (bei einem normalen niedergelassenen Arzt). Den Fragebogen und die Anleitung zur Lebensgeschichte hat sie uns direkt mitgegeben und auch dieser Termin mit ihr (über den Fragebogen und Lebensgeschichte) kann vor Geburt gemacht werden. Nach der Geburt erfolgt dann vom Notar die Weiterleitung an das Amtsgericht und die setzen sich dann mit dem Jugendamt in Verbindung. Danach findet das zweite Gespräch mit ihr bei uns zuhause statt. Wir finden gut, daß wir einiges vor der Geburt machen können, da mit einem gerade Neugeborenen ein Termin beim Notar und ein Termin auf dem Amt evtl. nicht so prickelnd ist.

Wir hatten sie um Erfahrungswerte gebeten, wie lange dies dauern kann. Sie meinte, wenn das Kind Ende Juli kommt, könnte es dann schon zu Ende des Jahres entschieden sein.

Unser Eindruck war, daß ihr wichtig ist, daß wir den Vater kennen bzw. das Kind den Vater kennenlernen kann und ansonsten hat sie eher beratend agiert und ich glaube, wir waren ihr sympathisch, was mit Sicherheit auch nicht gerade schlecht war.

Dieses ganze Procedere ist ja von Bundesland zu Bundesland verschieden, das Vorgehen oben ist jetzt für Köln.

Ein grosser Stein ist uns vom Herzen gefallen und wir sehen dem Ganzen nun positiv entgegen.

Der Kommentar dazu von unserem kleinen Smurf: Tock,tock. *lol*




1 Kommentar für 'Stiefkindadoption'

  1.  
    Sarah
    Freitag, 17 April 2009 | 23:53
     

    Hallöchen… ich habe gerade zufällig deinen blog gefunden. wir sind auch zwei junge frauen und planen gerade unser erstes gemeinsames kind. ich würde mich sehr freuen mal von euch zu hören. erfahrungsaustausch und so.. wir kommen auch aus Köln…würde mich freuen von euch zu hören…lg sarah

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