Essen mit Freunden
Geschrieben am Samstag 22 November 2008 von CarolynGestern abend waren wir bei Freunden zum Essen eingeladen. Eigentlich nur Bekannte, mit denen wir im Sommer mal ausgemacht hatten, dass wir zusammen essen wollen, weil wir gemeinsam einen Fresskorb gewonnen hatten. Gestern abend haben wir es dann endlich geschafft, mal alle zusammen zu kommen. 3 Paare unter einen Hut zu bekommen ist gar nicht so einfach.
Wir hatten unseren Babysitter engagiert, der auch pünktlich kam, mein Mann kam auch so rechtzeitig nach Hause, dass wir - oh Wunder - Punkt acht vor der Tür der Gastgeber standen. Die Antipasti standen schon auf dem Tisch und das erste Glas Prosecco hatten wir schnell in der Hand. Da das dritte Paar noch nicht da war, wurde aus einem auch gleich 2 Glas Prosecco. Und dann fingen wir mit dem Rotwein an. Die erste Flasche war bei 12% - ein gesitteter Tafelwein. Die Antipasti waren prima, 2 Gläser Rotwein später waren auch die anderen eingetroffen. Die zweite Flasche Rotwein hatte dann schon 13 %. Es folgten herrliche Nudeln, das Glas war irgendwie immer voll. Nach den Nudeln kam das Dessert, eine feine Panna Cotta. Und was trinkt man zum Dessert? Natürlich ein Likörchen. Zur Disposition stand ein (von mir selbstgemachter, als Gastgeschenk mitgebrachter) Lemoncello, ein Ramazotti und ein aus dem Ausland importierter Selbstgebrannter. Wir vermuten, dass das Kloster, wo er hergestellt wird, nur von Mönchen mit weißen Stöcken und gelben Armbinden bewohnt ist, da alle nach Genuß des eigenen Gebrannten spontan erblindet sind.
Die nächste Flasche Rotwein - war das die dritte oder die vierte? - lag bei 14,5 Prozent und kam aus Chile. Hervorragend. Leider etwas später, so richtig schätzen konnten wir ihn nicht mehr. Aber geknallt hat er trotzdem, keine Frage. Gegen 1.00 h hingen dann doch die Damen etwas in den Seilen. In Anbetracht der Großwetterlage machten wir uns also auf den Heimweg. Leichter Schneefall, Frost und böige Winde sorgten dafür, dass wir ein dem Alkoholspiegel angepaßtes Tempo fuhren. Babysitter bezahlen, raus aus den Klamotten, rein ins Bett.
Das Erwachen heute morgen meinerseits war mehr als übel. Ich frage mich, wo der Fehler lag? War es die Zusammenstellung, das Essen, die Mischung oder schlicht die Menge? Mir ging es hundeelend. Erste Diagnose: Kein Training mehr. Früher, in meiner wilden Jugend, war sowas kein Thema. Aber Saufen und nur 4 h Schlaf geht irgendwann nicht mehr so gut. Bei mir. Mein Mann war fit. Aber der trainiert auch öfter. Mich warf ein heftiger Migräneanfall verursacht durch Alkoholmißbrauch nieder. Die Migräne war gekoppelt mit den üblichen unerfreulichen Begleiterscheinungen wie Durchfall, Erbrechen und Kreislaufniederbruch. Ich wanderte nur von Toilette zu Toilette, bis ich schlußendlich auf der Couch nochmal einschlief. Nach 3 h Schlaf sah die Welt dann besser aus. Und wieder einmal schwöre ich mir unter heftigem Sodbrennen: Nie wieder Alkohol! Bis zum nächsten Essen mit Freunden. Das beste wird sein, dass ich das nächste Mal wieder den Chauffeur mache - dann darf ich nichts trinken.