“Geh laufen!!”

sprach mein Mann, als ich dabei war mich aufzuplustern. Mir ging was gehörig gegen den Strich und ich wollte grad laut und deutlich gegen den Missstand aufmerksam machen. “Schnuggi, ich mein´s ernst: Geh laufen!”

OK, ich fang dann wieder mein Adrenalin ein, zieh mir mein Läuferdress an und trab los. Die große Runde ist angesagt. 6,5km. Und schon nach den ersten Kilometern (in einer super Zeit gelaufen) spür ich, wie ich klarer denken kann. Ich hab das Stresshormon - von denen es wohl reichlich gibt - abgelaufen und nicht weggegessen, weggebrüllt, weggeschmollt, weggezickt… eben all die vorherigen Stressbewältigungsmechanismen, die man sich jahrelang angeeignet und durchprobiert hat.

Im Wikipedia steht auch “Als Stresshormon wird ein Botenstoff bezeichnet, der Anpassungsreaktionen des Körpers bei besonderen Belastungen bewirkt. Die ursprüngliche Funktion der Stresshormone ist das Freisetzen der Energiereserven des Körpers, als Vorbereitung auf eine bevorstehende Flucht oder einen Kampf - beides unmittelbare Reaktionen auf eine Stress-Situation.”

Da in der heutigen Zeit das “Kämpfen” zum Freisetzen der Energiereserven - sprich zum Stressabbau - nicht mehr gesellschaftlich akzeptabel ist und man unter Umständen mit dem Strafgesetzbuch in Berührung kommen könnte, bleibt dem heutigen modernen Menschen nur noch das Rennen.

Neben der meditativen Dusche ( *winke* Mimi), dem therapeutischen Schreiben/Posten ( *winke* allen PMS-geplagten und sonstig gefrusteten Muttis aus dem KiGa-Forum) erweiter ich die “do-it-yourself-Home-Therapie” um eine weitere Therapieform: Dem therapeutischen Laufen.

Nach meiner täglichen “Therapiesitzung” komm ich entspannt und mit gerade gerücktem Hirn nach Hause und kann tatsächlich vieles wieder klarer sehen. Beim Laufen denk ich nach, denk ich vor, spiel verschiedene Situationen gedanklich durch, führ Testgespräche und sortier und plan so mein Tagesgeschehen.

Ich kann es jedem nur empfehlen, probiert´s aus! Testet es!

“Los, geht laufen!”


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