Plattgesessene Lorbeeren

Geschrieben am Sonntag 6 Juli 2008 von Esda

I´m back.
Sogar mehr denn je. Mindestens 2 Kilo mehr und die kleinen Teilerfolge meines letztjährigen “Mini Size Me” Projekt sind auch abhanden gekommen.
Mein letzter großer Lauf war im September. Und es gab seit dem auch nicht viele kleinere Läufe. Wenn ich nachdenke, ich glaub nur 3 … höchstens … wenn überhaupt. Ihr müsst verstehen, es kam der Herbst und dann war plötzlich der Winter da mit Regen, Schnee, Glatteis und es war so kalt und glatt. Außerdem wurden mein Schweinehund und ich beste Kumpels und wir waren uns sehr oft einig.

Im Februar bekam ich dann eine KV-Stelle und vertrat die 4 Englisch- Lehraufträge einer erkrankten Lehrerin. Da war dann Rennen im Alltag angesagt: die 120 Kinder am Vormittag, meine 4 eigenen am Nachmittag, Abend und Nachts, dazu Haushalt, Wäsche, Einkauf und natürlich die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts + Korrektur der diversen Tests und Klassenarbeiten. Mein Tag war ausgefüllt.
Gestern war Notenabgabe. Das Schuljahr ist rum. Keine Tests, keine Klassenarbeiten nur noch Spassunterricht. Yes!
Da sollte ich doch dann auch rechtzeitig wieder mit dem Laufen beginnen.
Die Lorbeeren mir vom Popo gekratzt - hab mich zu sehr und zu lange darauf ausgeruht, und mir flugs die Schuhe, Shirt und Hose übergeworfen und den iPod geschnappt. Meine Mädels begleiteten mich auf den Rädern. Ebenfalls im Sportdress. So rein optisch haben wir schon was hergemacht. Aber halt nur optisch. Am Rest arbeiten wir jetzt dran.
Als ich so meine Strecke durch den Wald lief, musste ich nachträglich feststellen, dass ich den Wald doch sehr vermisst habe. Seinen Geruch, sein Licht, die ganz Atmosphäre halt. Einem berühmten Mitglied des englischen Königshauses sagt man nach, dass er mit Bäumen spricht. Jap, kann ich jetzt verstehen. Hätte ich auch fast gemacht.

Der liebe Welt da draußen und dem heimischen Wald verkündige ich:
I´m back.

Ich hab ja Kommentare!!!!! Danke!

Geschrieben am Freitag 28 September 2007 von Esda

Mein übereifriges Spamfilter hat doch tatsächlich die Benachrichtungen - nun ja, wer schreibt sich selbst auch mails? - als hochgradig “schpämmig” eingestuft und in dem Wust von Viagra-Sonderangeboten, Penisverlängerungen, Gewinnbenachrichtungen und lüsternen Partnersuche hab ich noch nie rumgekruschtelt, sondern ungesehen gelöst.

Nur der pure Zufall wollte es, dass ich kurz vor dem Löschen, wenigstens die eine an mich selbst addressierte Mail reingelinst hab. Shusl, January und Mausebaer - es tut mir leid.  Ich beantworte jetzt hier eure Fragen:

January: die Stellen sind hier in BaWü gaaaaanz dünn gesät, sodass auch die Privatschulen aussuchen können. Und ich mit meinen 4 Kindern (2×5, 3 und 1) bin nun nicht grad die Wunschkandidatin. Aber ich bin und bleib am Ball. Hab mich für KV - die kurzfristigen - gemeldet um es zu beweisen, dass ich es schaffe und es betreuungstechnisch keine Probleme gibt. Ich muss auch eine staatliche Stelle haben wegen der noch anstehenden Verbeamtung. Und ich werd ja nicht jünger… da ist auch irgendwann mal Schluss damit.

Mausebaer: Gewichtsmäßig - in Zahlen - hab ich jetzt nicht so viel abgenommen. Müssten so 4-5 kg sein. Aber figurenmäßig hat sich so einiges verändert. Mir schlottern - zuwar nur im Millimeterbereich - die 42er Hosen aber in die 40er passe ich nieundnimmer rein. Da ich bedingt durch Hashimoto keine funktionierende Schilddrüse habe, war und ist mein Gewicht sehr vom TSH-Wert abhängig. Wahrscheinlich durch das tägliche Laufen veränderte sich mein Hormonhaushalt, dass ich wieder in eine Unterfunktion rutschte, was eine Gewichtszunahme bedeutete. Das ist bei mir ein Ping-Pong-Spiel. Ich habe auch ziemlich fettreduziert und fast schon vegetarisch gekocht.

Shusl, meine Liebe: Danke. Und wir sehen uns Dienstag?

Ich war heute der personfizierte olympische Gedanke.

Geschrieben am Sonntag 16 September 2007 von Esda

Nicht am 30.09 sondern wie vor ein paar Tagen festgestellt, war der Lauf auf den 16.09. gelegt. Da ging mir schon das erste mal die Muffesause…

Heute früh mit dicker Nase aufgewacht, ein Schnupfen hat sich angemeldet. Mein Mann half mir dann bei der Entstehung eines dicken Halses. Aufgrund der knappen Zeit vereinbarten wir folgendes: Ich fahr mit der Familienkutsche vor in den Nachbarort, wo das Rennen stattfand. Er tingelt mit den Kindern zu Fuß hinterher und feuert mich dann an.

Ich dort angekommen und seh nur durchtrainierte athletische Astralkörper um mich herum. Da hatte ich das erste mal das Gefühl, ich bin hier fehl am Platz. Und dann ich mit meinem Iron-Mom T-shirt, das selbstgemalte aus der MuKiKur. Herrjemine! Warum konnte ich das nicht zu Hause lassen? Meine Startnummer hab ich dann ganz geschickt über den “Iron-Mom”-Schriftzug gepinnt. Alle anderen hatten Läuferkleidung der oberen Klasse.

Am Start - endlich sollte es losgehen. Da wird doch noch die letztjährige Bestzeit durchgegeben: 33 MINUTEN! FÜr 10 Kilometer! Das war das zweite mal, wo ich mich sowas von fehl am Platze gefühlt habe. Nicht genug damit wird noch bekannt gegeben, dass eine Läuferberühmtheit mitläuft. Kenn ich nicht und will ich nicht kennenlernen… Was mach ich hier eigentlich??? Leider konnte ich mich nicht verdrücken, denn ich hatte fett die Startnummer auf den Bauch gepinnt. Und alle glotzen uns an. Trillerpfeifen und Tröten im Anschlag. Und ich als Muddi middezwischedrin. No way out. Esda, da musste jetzt durch. Ich stand eh hinten und dann ging der Lauf los. Ich musste noch an meinem iPod rumfummeln, damit ich den Lauf später am PC auswerten kann. Das Tempo war irre und ich hatte mit meiner Nase zu kämpfen. Doch die Blöße gibt man sich nicht gleich am Start, also munter weitergelaufen und mich gedanklich ausgepeitscht, auf welches schmale Brett ich mich da gewagt habe! Ich bin weitergelaufen und dann gings auch schon durch die Felder. Bei Kilometer 3 klappte es dann auch mit dem Atmen. Ich hab vor mir 2 Frauen und 1 weißhaarigen Mann. An denen kann ich mich orientieren. Hinter mir hab ich noch ein Pärchen gesehen. Eine kleine Ministeigung: der Weißhaarige ist verschwunden, 1 Frau joggt tapfer weiter, die andere Frau geht. SUPER! Ich jetzt auch. Großer Fehler, denn jetzt spür ich meine Blase. Dabei war ich direkt vorm Start noch aufm Klo.

Nächste Ministeigung: zweite Frau ist weg. Nur meine Vorläuferin ist noch da. Und ich. Und meine volle Blase. Dass man nicht im großen Pulk mitläuft, kann auch was positives haben: Da kann man ungesehen mal pinkeln gehen. Zwischen zwei Streckenposten waren riesige Büsche, die ich mal eben hurtig düngen musste. Wieder raus - weiterlaufen. Da lief auf dem iPod doch tatsächlich das “Ave Maria”. Mein Mann hat Humor. Ganz großen sogar, denn danach ging´s mit AC/DC auf dem Highway zur Hölle. Irgendwann ertönte auch die ersten Takte von Brahm´s Requiem und bei “Herr, lehre doch mich, daß ein Ende mit mir haben muß, und mein Leben ein Ziel hat, und ich davon muß.” hab ich´s dann weggedrückt. Das war zu viel des Guten.

Plötzlich hatte ich zwei Fahrradfahrer neben mir, die mich einfach nicht überholten. Und ich lief dann bewusst langsam, damit die mich überholen MÜSSEN… dass die nicht von den Rädern kippten war alles. Dann seh ich, dass die ein Veranstaltungsshirt anhaben und mir dämmerte es… Ab diesem Zeitpunkt hatte ich Geleitschutz von zwei jungen Burschen. Ich bin mehr gegangen als gelaufen ab KM 5. Ab KM6 haben ich die jeweiligen Streckenposten gefragt, ob ich denn überhaupt noch weiterlaufen darf. Weit und breit kein weiterer Läufer gesehen. Aber natürlich - nur durchhalten. Dabei sein ist alles. Klar, find ich auch, aber blöd ist´s trotzdem. Da kommt bei mir aber nicht so ein Gemeinschaftsfeeling auf, wenn ich so alleine durch die Felder tucker. Aber egal, da muss/will/geh ich jetzt durch. Ich kam mir phasenweise ganz schön wichtig vor: Nur wegen mir wurde nochmal die Straßenkreuzung vom Polizisten abgesperrt! Hätte ich die beiden Jungs aufm Radel nicht neben mir, hätte ich doch den Eindruck bei den wartenden Autofahren hinterlassen können, dass ich die erste sei. Aber nein, den Gefallen haben mir die Jungs nicht gemacht. So war es für jeden sowas von offensichtlich, dass ich die allerallerallerletzte war. Und nur wegen MIR konnten sie nicht sofort durchfahren. Klar, da winkt doch keiner…

Ich lauf ganz alleine ins Ziel und seh weit und breit keinen Ehemann und keins meiner 4 Kinder. Ich lauf suchend umher und verzieh mich dann auf´s Damenklo und plärr ne Runde. Bei meinem geröteten Gesicht fallen rote Augen nimmer auf. Da nimmt man solch eine große Herausforderung auf sich und die Liebsten sind nicht da. Plötzlich frier ich und ich merk, der Schnuppe kommt wieder.

12:00 Urkundenverteilung. Die kriegt jeder, der ins Ziel lief. Also auch ich. Die ersten 3 einer jeden Altersgruppe werden namentlich nach vorne gerufen und die Urkunde mit einem T-Shirt überreicht. Ich war die 4. meiner Altersgruppe. Platz 4 bei W40. Na, das klingt doch nach was. “Ich hab letzen Sonntag den 4. Platz meiner Altersgruppe beim 10-KM Lauf gemacht.” Das klingt nach Bestzeit. War es aber nicht … 1:17. Aber dafür, dass ich fast 4km nur gegangen bin, war es dennoch irgendwie auch Bestzeit. Lance Armstrong, der jede Bestzeit im iPod kommentiert, beglückwünschte mich. Danke, Lance, wenigstens du! Du treue Seele!

Auf der zweiseitigen Liste steh ich auf Platz 67. Von 67. Und während mein Blick über Liste schweift, les ich nur Vereinsnamen. Da sind fast alle Läufer Vereinsmitglieder von den verschiedenstens Läuferclubs. Und extra Angereiste waren auch dabei. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mich nieundnimmer an den Start gestellt.

Und mein Mann? Der war schon wieder daheim!!! “Wieso, ich war mit den Kindern dort, wir haben dich nicht gesehen und dann musste ich doch wieder die 3km zurücklaufen und da sind wir gleich wieder heim.” Dass der nicht auf die Idee kommt, dass wir gemeinsam nach Hause fahren könnten? Oder mir hinter der Ziellinie auf die Schultern klopfen? Wir kennen uns nun 13 Jahre und immer wieder hat er eine Überraschung auf Lager…
Wenn ich den Lauf mal zusammenfasse:

  • ich hab durchgehalten
  • ich bin 4. meiner Altersklasse
  • ich wurde als Einzige von niemanden überholt
  • ich hab nichtmal so eine schlechte Zeit

dann kann ich eigentlich wirklich stolz auf mich sein.

Nur eines wurmt mich und erfüllt mich gleichzeitig mit Erfurcht: Der weißhaarige Herr, der mir bei der ersten Ministeigung davongelaufen ist, war erster seiner Altersgruppe mit einer Zeit von ganz knapp über einer Stunde. M80. Und auch der einzige. M80. Jahrgang 1929. Das ist eine größere Leistung als die 33 Minuten aus dem letzten Jahr. Respekt.

Countdown läuft…

Geschrieben am Samstag 1 September 2007 von Esda

iPod Sports Kit heute gekauft. Mit dem AnyShoe Adapter.

Damit kann ich minutiös und auf den Zentimeter genau trainieren und sogar den Kalorienverbrauch nanogrammweise überwachen. Was es nicht alles gibt!

Nächstes Ziel: Den ersten offiziellen “echten” Wettlauf am 30. September. 10km

Härteren Gang eingelegt …

Geschrieben am Sonntag 12 August 2007 von Esda

Seit Tagen komm ich nicht mehr in die Pötte. Schaff es nicht morgens zu laufen und abends fallen mir die Augen zu. Ich könnte schlafen, schlafen, schlafen. Gewichtsmäßig bin ich seit Wochen auf Stillstand, nachdem plötzlich die Waage 2kg mehr zeigte. Meinen Streak kann ich wochentags nicht durchziehen. Bei jeder Haarwäsche kann ich jeder Babyborn-Puppe zum vollem Haupthaar verhelfen. Mir fallen die Haare aus wie Hulle! Und das war dann das Alarmsignal, dass ich doch mal meine Hormonwerte überprüfen lassen sollte. Und bingo: wieder erhöhen. Fette Unterfunktion. Nun ja, werfen wir halt mehr ein…

Ich also heute zu meinem Mann gesagt, lad mir mal den i-Pod. Gesagt, getan und geh los. Stöpsels in die Ohren und dann gab´s satte Musik auf die Ohren!

AC/DC!!!!

Mein Mann hat Brahms gelöscht und den Bereich der Klassik verlassen. Ich bin ab wie Schmitz´s Katze! Das erste Lied bin ich gesprintet! Voll gepowert! Kurze Erholungszeit und dann ging´s mit dem nächsten Song wieder flott weiter. Irre! Ruckzuck hatte ich so meine Runde durch und in nullkommanichts stand ich wieder vor der Haustür. Mein Mann macht mir grinsend die Tür auf: “Du schon wieder da? Das ging ja schnell”

Yes! Nun such ich passenende Musik aus dem mittleren Bereich. Brahms ist bei Unterfunktion zu luschig und AC/DC so für das tägliche Laufen etwas zu heftig.

Hat jemand einen Liedvorschlag?

8:45 - 9:44 … ich hab´s geschafft!

Geschrieben am Samstag 21 Juli 2007 von Esda

Ich bin heute doch tatsächlich die 10km unter einer Stunde gelaufen!!!! Sowas von knapp - mit 59min, aber ich hab mein Ziel erreicht. Das wollte ich im July erreicht haben.

Gestern Abend nach der Stellenabsage geflennt und gesoffen und heute früh mit verquollenen Augen und einer “Jetzt-erst-recht!”-Einstellung aufgestanden. Meinem Mann den Auftrag gegeben meinen iPOD mit Brahms zu laden, mir die Ohrknöpfe in die Lauscher gestopft und los gings.
Die 4. Sinfonie startet in Moll und so gings mir auch. Noch etwas “mollig”, das Selbstmitleid war noch nicht ganz unter die Füße. Und dann fing die Therapie-sitzung an. Nachgedacht, noch mal das Vorstellungsgespräch durchgegangen. Nochmal mein Leben betrachtet und festgestellt, dass bei mir nix - aber auch gar nix so läuft und lief wie geplant. Und dass es jedesmal gut war, dass es anders lief.
Ich weiß jetzt, dass eine bessere Stelle kommt … oder eine Stelle zu einer besseren Zeit.

High mit Brahms. Mädels, da passt das Wort “geil”. Wer ihn kennt, den Runner´s High, weiß wovon ich red.

Eine lange to-do Liste, bzw. to-call Liste hab ich fürn Montag vorbereitet. OSA, Stattl. Schulämter wegen KV-Stellen und eben jene Schule ruf ich an. Will doch wissen warum nicht. Ich hab nicht in der Nase gebohrt, hatte Zähne geputzt und viel gelächelt, hab nicht gepupst und auch nicht gesabbert. Haare waren gekämmt und ich hab in ganzen Sätzen gesprochen. Kein Rotz klebte an meiner Kleidung und von weitem sah ich aus wie eine Karrierefrau. Hübsch mit Täschen.
Ich glaub ich probier beim nächsten mal die verständnisvolle “weiche” Lehrerin. Die mit parfümierten Taschentüchern und Biokeksen und Fruchtzucker-Gummibärchen in der Tasche. Für alle und jeden. Und wer in Reli still und erlöst-lächelnd da sitzt, hat schon mindestens die 4 in der Tasche. Ein mal freiwillig die meinige tragen - sichtbar für die Kollegen - kommen wir dann ganz stark in den 3er Bereich. Vielleicht haben diese Lehrkräfte eher Chancen….

Es bleibt spannend. Aber das ist das Leben eh …

Nie wieder Schaulaufen am Nachmittag!

Geschrieben am Samstag 14 Juli 2007 von Esda

Wollte doch auch mal sehen und gesehen werden. Auch mal am Montag im Supermarkt hören, “Hach, Fr. Esda! Ich hab Sie beim Joggen gesehen. Sportlich, sportlich.” Ja, eine Mutti in Bewegung! Man tut was man kann! Strategisch geschickt eignet sich da der Samstag Nachmittag. Da erreicht man die höchste Trefferquote bei den Sportsympatisanten.

Ich zieh mein neustes Läuferdress an - muss ja auch optisch was hermachen, setz mein neues NewYork Käppi auf - damit die Richtungsangabe stimmt, und sogar so eine Wassersprühflasche, denn es war ja noch ziemlich warm. Und so eine gesprühte Wasserdusche ist sehr erfrischend. Trinkflasche auch, will ja nicht verdursten und verkniffen durch die Gegend laufen.

Ich tiger los und grüß freundlich alle, die mir entgegen kommen. Mit der Sprühflasche lauf ich noch besser, denn der “Fahrtwind” kühlt mein Gesicht und erfrischt die Esda. Klasse … mehr… ooops … die ganze Pulle weggesprüht. Meine Mitmenschen werden auch immer freundlicher und lächeln mich aufmunternd an. Dass sie mich nicht noch angefeuern ist alles. Ich fühl mich gut und könnte die Welt umarmen.

Zuhause angekommen, macht mir mein Mann auf. “Himmel! Wie siehst du aus?!” Ich sprinte zum nächsten Spiegel und was seh ich? Alice Cooper! Mich guckt Alice Cooper an!! Die Wimpertusche! Herrjeminie! Ich war ja geschminkt! WAR! Und so rannte ich grüßend durch die Gegend!

Ich hab vorhin meinen Einkaufszettel angesehen. Ich brauch doch nix. Muss also nicht aus dem Haus….

Ich bin ein Streak Runner!

Geschrieben am Donnerstag 12 Juli 2007 von Esda

Da lauf ich täglich und weiß nicht, dass es für solche Leute wie mich sogar eine Bezeichnung gibt. Streak Runner. Ich bin ein Streak Runner. Klingt doch besser als “oooch, ich husch da so täglich durch den Wald!”

Es gibt da klare Grundsätze und einen Ehrenkodex. Es muss täglich mindestens eine Meile (1,6km) zwischen 0:00 - 24:00 gelaufen sein. Und man muss ehrlich sein. Wenn man einen Tag nicht läuft, so bringt es nichts zwei mal am nächsten Tag zu laufen oder auch am Vortag auf Vorrat laufen. Nüscht, dann muss man wieder von vorne zählen.

Leider hab ich meinen Streak nach dem 10km- Benefiz Lauf um einen Tag unterbrochen. Sonst könnte ich jetzt sagen, dass ich seit der MuKiKur einen Streak lauf. Aber da wusste ich doch nicht dass ich ein Streak Runner bin. Es ist wirklich einfacher täglich zu laufen als jeden zweiten oder dritten Tag, denn am zweiten Tag erwacht der Schweinehund und flüstert am dritten Gedanken wie “wenn nicht heute dann wohl sicherlich und ganz bestimmt morgen”, die dann zum täglichen morgendlichen Mantra werden. Außerdem ist es irgendwie cool. Hat was besonderes zu dieser Truppe zu gehören.

Nächster Erfolg: Der “Tannenbaum” aufm Rücken - sprich die seitlich runterhängenen Falten - ist weg und ich habe seit ich lauf keine Rückeschmerzen mehr.

“Geh laufen!!”

Geschrieben am Montag 2 Juli 2007 von Esda

sprach mein Mann, als ich dabei war mich aufzuplustern. Mir ging was gehörig gegen den Strich und ich wollte grad laut und deutlich gegen den Missstand aufmerksam machen. “Schnuggi, ich mein´s ernst: Geh laufen!”

OK, ich fang dann wieder mein Adrenalin ein, zieh mir mein Läuferdress an und trab los. Die große Runde ist angesagt. 6,5km. Und schon nach den ersten Kilometern (in einer super Zeit gelaufen) spür ich, wie ich klarer denken kann. Ich hab das Stresshormon - von denen es wohl reichlich gibt - abgelaufen und nicht weggegessen, weggebrüllt, weggeschmollt, weggezickt… eben all die vorherigen Stressbewältigungsmechanismen, die man sich jahrelang angeeignet und durchprobiert hat.

Im Wikipedia steht auch “Als Stresshormon wird ein Botenstoff bezeichnet, der Anpassungsreaktionen des Körpers bei besonderen Belastungen bewirkt. Die ursprüngliche Funktion der Stresshormone ist das Freisetzen der Energiereserven des Körpers, als Vorbereitung auf eine bevorstehende Flucht oder einen Kampf - beides unmittelbare Reaktionen auf eine Stress-Situation.”

Da in der heutigen Zeit das “Kämpfen” zum Freisetzen der Energiereserven - sprich zum Stressabbau - nicht mehr gesellschaftlich akzeptabel ist und man unter Umständen mit dem Strafgesetzbuch in Berührung kommen könnte, bleibt dem heutigen modernen Menschen nur noch das Rennen.

Neben der meditativen Dusche ( *winke* Mimi), dem therapeutischen Schreiben/Posten ( *winke* allen PMS-geplagten und sonstig gefrusteten Muttis aus dem KiGa-Forum) erweiter ich die “do-it-yourself-Home-Therapie” um eine weitere Therapieform: Dem therapeutischen Laufen.

Nach meiner täglichen “Therapiesitzung” komm ich entspannt und mit gerade gerücktem Hirn nach Hause und kann tatsächlich vieles wieder klarer sehen. Beim Laufen denk ich nach, denk ich vor, spiel verschiedene Situationen gedanklich durch, führ Testgespräche und sortier und plan so mein Tagesgeschehen.

Ich kann es jedem nur empfehlen, probiert´s aus! Testet es!

“Los, geht laufen!”

Mein erster Lauf als Iron-Mom

Geschrieben am Montag 25 Juni 2007 von Esda

Will ich gestern früh meine Strecke laufen, seh ich von ferne Luftballons, Streckenabsperrung und ein bissel mehr Hunde als sonst. Beim Näherkommen seh, bzw. les ich dass ein Benefizlauf in unserem “Läuferwald” stattfindet. “Hund und Mensch laufen gemeinsam für eine gute Sache” steht da. Zu Gunsten des örtlichen Tierheimes und der SOS-Kinderdörfer geht der Erlös der freiwilligen Startgebühr. Yes, da machen wir mit. Wir haben keine Hunde, dafür aber Kinder. Nehm ich doch die mit!
Ich sofort wieder umgedreht und habe meine Familie mobilisiert, den Kinderwagen und das Laufrad eingepackt und mein Iron-Mom T-shirt, was ich in der Kur gemalt hab, angezogen. Jeder (ich, 40 Jahre + meine beiden wüsten Rennmäuse, 5 J. + meine Teppichratte, 2,5 J. + und Mausi, 9 Monate) haben eine Startnummer bekommen, d.h. mein Mann und Mausi haben sich eine geteilt.

Und dann gings los. Gelaufen sind wir gemeinsam als Familie 2,5km und ich bin die restlichen km alleine weitergelaufen. Mein Mann ist mit den kids die 2,5km wieder zurück. Ich hab für die 10km 1h 25min gebraucht. Meine family für die 5km auf die Minute genau 1h. Alleine wäre ich schneller gewesen, denn die ersten 2,5km mit den kids war doch etwas langsam. Aber egal, es hat sehr viel Spass gemacht.

Mir tut jetzt zwar ein bissel die Hüfte weh, aber dafür grins ich mehr. Mensch, dabei wollte ich doch die 10km als Ziel für den Juli haben! Ich disponiere daher um, mein Ziel für Juli ist es, die 10km unter einer Stunde zu laufen.