Angeschlagenes Kunstkoma

Ich war gestern Abend auf einer Geburtstagsparty. Davon mal ab, dass mir nach feiern momentan nicht wirklich zumute ist, wollte ich zumindest versuchen lustig zu sein. Meine Stimmung war aber einfach auf dem Nullpunkt und nicht zuletzt lag das auch an den ganzen Leuten, die dort so anzutreffen waren. Die jungen Mamis, die älteren Mamis, die Leute die sich gar keine Kinder wünschen oder solche, die zu jung sind sich ernsthaft Gedanken zu dem Thema zu machen. Ich weiß, es ist ein verzerrtes Bild, aber es machte so den Eindruck auf mich, als wären alle ganz zufrieden mit ihrem Leben.

Dann bin ich irgendwie in die Still- und Babygespräche geraten. Ich habe mich so fehl am Platz gefühlt und wäre am liebsten weggelaufen. Eigentlich bin ich nur aus Höflichkeit dort geblieben. Die Gastgeberin hatte erst um Mitternacht Geburtstag, da kann man sich schlecht um 23.30 Uhr verabscheiden.

Dann kamen, von Leuten die mich länger nicht gesehen haben, die Fragen nach Roman. “Mal was gehört? Habt Ihr noch Kontakt?”- “Nö, was sollte das auch bringen?” - “Das finde ich immer sehr schade.” - “Der Mann hat mein Herz so gebrochen, da kann ich keinen weiteren Kontakt pflegen.” - “Aha, ja, hmm…”

Am Ende des Abends durfte ich mir dann noch den Spruch drücken lassen: “Sei froh, dass Du keine Kinder hast, guck mal die ganzen Muttis müssen jetzt schon nach Hause.” Ja, nee, is klar… Davon mal abgesehen, dass ich selbst müde war und nach Hause wollte, hätte ich auf den Kommentar auch locker verzichten können.

Menno… *heul*




2 Kommentare to “Angeschlagenes Kunstkoma”

  1. suessesiex schreibt:

    Ina,

    ich wünsche Dir, trotz dieser blöden Kommentare, eine ganz tolle Weihnacht. Ich hoffe Du wirst reichlich beschenkt und zumindest für einpaar Tage von solchen Gesprächen und Kommentaren verschont um mal ordentlich aufzutanken.

    Ein ganzes Jahr liegt vor Dir, jungfräulich und unberührt. Greif zu!
    Und vergiss nicht, uns in Deinem Tagebuch davon zu berichten ;-)

    Frohe Weihnachten!

    LG
    suessesiex

  2. AnjaBirgit schreibt:

    Liebe Ina,
    ich kann dich gut verstehen. Zwar ist bei mir die Sachlage etwas anders, aber solche dämlichen und vor allem verletzende Events habe ich auch schon oft erlebt - da kann man eben nur gute Mine zum bösen Spiel machen…
    Ich wollte dir nur sagen, dass auch, wenn es so aussieht, hinter den Fassaden auch die “nach außen hin soooo glücklich” scheinenden Muttis wahrscheinlich genug Probleme mit Kindern, Familie und Ehe haben, aber das binden einem die Wenigsten auf die Nase, genauso wenig, wie du anderen von deiner im Moment grad nicht so tollen Situation berichtest.
    Auch wenn ich jetzt vielleicht nicht dein Verständnis ernte: Als ich jung verheiratet war und (wie ich heute gestehen muss) ziemlich hintereinander ohne groß nachzudenken (und auch ohne damit Probleme zu haben) 3 Kinder bekommen habe, war ich oft überfordert mit der Belastung. Vor allem, wenn eines krank wurde, wurden auch immer zeitgleich die anderen beiden krank und ich habe oft sehnsuchtsvoll nach Frauen geäugt, die in meinem damaligen Alter noch rauschende Partys feierten und sich nicht um Kinder und Familie kümmern mussten…da hab ich auch öfters mal ein bißchen gejammert.
    Heute, wo ich weiß, mit wievielen Schwierigkeiten Kinderwunsch verbunden sein kann, denke ich da auch ganz anders. Naja, so ändern sich die Zeiten… ;-)
    So hat halt jeder sein Päckchen zu tragen…

    Ich drück dich lieb,
    AnjaBirgit

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