Ich arbeite gerne für Aktion Kinderwunsch e.V. Wirklich, mir macht die Arbeit großen Spaß. Ich bin ein Mensch der sich gerne sozial engagiert. Bin ich schon immer gewesen. Ich leiste einiges für den Verein, täglich. Ich schaue kaum noch fern, lese wenig, denn die meisten meiner freien Minuten und Stunden verbringe ich vor dem PC. Das stört mich nicht, denn ich habe das gute Gefühl etwas Sinnvolles zu tun.
Und dann gibt es Tage, da bin ich traurig, demotiviert, wirklich bekümmert. So wie heute. Da sehe ich das Posting von Nellie im Wuki, über das ich mich sehr gefreut habe. So liebevoll verfasst in guter Absicht für den Verein. Das der Doc oben anpinnt, damit es nicht gleich untergeht. Und was hat’s gebracht? Eine Spende (über die ich mich gefreut habe!), neben der der Verfasserin. Das ist irgendwie schon fast peinlich und ich könnte es verstehen, wenn das Posting in einem Forum stünde, in dem proktologische Probleme diskutiert werden. Ich raff’s echt nicht, warum nicht ein paar Leute mehr denken, “ist eine gute Sache, was die da machen. Dafür überweise ich gerne mal 10 oder 20 EUR.”
Dann noch ein flüchtiger Blick auf die Mitgliederliste. Wir sind nicht schlecht gestartet und nun tut sich seit langer Zeit wenig. Ich kenne so viele Betroffene persönlich und selbst von denen, haben es in knapp zwei Jahren nur drei geschafft einen Mitgliedsantrag auszufüllen. …Aber es ist ja so toll, was wir machen. Nee, schon klar… Wer die 2 EUR monatlichen Mitgliedsbeitrag nicht übrig hat, der hat mein vollstes Mitgefühl. Wer sagt, Eizell- und Embryospende ist Teufelswerk, einem Verein der diese Forderungen stellt kann ich nicht beitreten, schön. Dahinter steckt ein Grund, eine Argumentation die ich nachvollziehen kann.
Dass jedoch die meisten einfach denken, “Ach, was kümmert’s mich. Das überlasse ich mal schön den anderen,” das stört mich. Aber so ist sie unsere Wegseh-Gesellschaft, von der man keine Unterstützung erwarten kann, und ich werde es nicht ändern können. Das muss ich irgendwann lernen zu akzeptieren, sonst werde ich diesen undankbaren Job über kurz oder lang an den Nagel hängen.
Viele werden das nicht verstehen. Mir liegt der Verein so am Herzen, das mich diese Problematik auch genau dort trifft. Wie ein Stein im Magen, fühlt sich an wie Liebeskummer. Ich bin zu naiv, möchte immer an das Gute im Menschen glauben und werde dadurch zwangsläufig  enttäuscht. Es gibt doch so viele Männer und Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, ehemals ungewollt Kinderlose, Singles und Lesben mit Kinderwunsch, denen die Thematik doch am Herzen liegen müsste. Wo sind die bloß? Treffen die sich wirklich “nur” (im Internet) um sich auszuheulen? Ach ja und um zu meckern, dass in Deutschland alles so ungerecht ist und sich dringend etwas ändern müsste.
Tage wie dieser. Ich hasse sie, denn eigentlich stürze ich mich lieber voller Elan in die Arbeit.
Das ist mein persönliches Jammer- und Frustposting und morgen werde ich es wieder verdrängen, bis zum nächsten Tag wie diesem…