Ich brauche kein Weihnachtsgeschenk!
Montag, 7 Dezember 2009Es ist so schade, dass ich kaum noch zum Schreiben komme. Heute will ich mich mal wieder an einer Zusammenfassung versuchen.
Grob umrissen: Es läuft prima! Hannes Entwicklung sowie unsere familiäre Situation.
Mein Modell „schwuler Vater” funktioniert fabelhaft. Hannes liebt seine beiden Väter. Papa sagt er allerdings nur zu seinem Vater, seinen Lebensgefährten nennt er beim Vornamen. Hannes ist weiterhin jeden Sonntag bei den beiden, die sich wirklich rührend um ihn kümmern. Mich entlastet das natürlich sehr, denn so ist der Sonntag immer „mein” Tag.
Beim Sprechen hat Hannes (mittlerweile knapp 21 Monate) in den letzten Zeit Riesensprünge gemacht. Der labert mir ne totale Kante. Sein Wortschatz umfasst bestimmt weit über 300 Wörter. Ich habe mal angefangen sie aufzuschreiben und bei knapp 200 dann aufgehört und das ist über zwei Monate her. Neuerdings spricht er Sätze mit bis zu vier Wörtern. Heute kam er nachhause, ist noch nicht mal durch die Tür und erzählt: „Ich U-Bahn Papa Thia” – Ich bin U-Bahn gefahren mit Papa und Matthias. Beim „ich” tippt er sich dann immer mehrmals kräftig mit dem Zeigefinger auf die Brust. Da muss ich immer lachen. Mit meins und deins geht es auch gerade los. Das verwechselt er allerdings ab und an noch kräftig. Den kleinen Unterschied hat er auch schon entdeckt: „Frauen Busa. Männer Pena.”
Den Körper/Körperteile und alles was damit zu tun hat findet er sehr interessant. Gestern hat es bei mir laut im Bauch gegrummelt. Da sagt er: “Mama Pup”. “Nein, Mama hat nicht gepupst. Das war in meinem Bauch drin.” “Mama Pup Bauch drin”. Lach… Pupsen ist sowieso ganz hoch im Kurs. Ein echter Kerl halt. Er pupst, lacht, sagt „noch mal” und wenn dann kein Pups mehr kommt wirft er die Hände in die Luft und sagt „alle alle”. Echt nee… Aber was will man von einem Jungen erwarten, dessen Lieblingsbuch „Wer hat dem Maulwurf auf den Kopf gemacht” ist?
Motorisch ist er ja eher ne kleine Piepe. Da merkt man, dass er nicht wirklich gekrabbelt ist. Beim Laufen fällt das nicht auf, da ist alles normal. Klettern ist allerdings gar nicht seine Welt. Ich glaube ich habe das einzige Kind, das vor der Leiter an der Rutsche anfängt zu jammern. Der geht die Leiter nicht hoch. Keine Stufe. Selbst dann nicht, wenn ich ihm Hilfestellung geben will: „Nein, nein, nein… Nein, nein, nein!“ Letztens ist er beim Erklimmen seines Hochstuhles heruntergefallen. Seitdem bleibt er vor dem Stuhl stehen, bis ich daneben stehe. „Mama auf unnerfällt” – Ja, Mama passt auf, dass Du nicht runterfällst.
Anfangs fiel mir der Abschied vom Baby schwer. Mittlerweile möchte ich die Zeit um keinen Tag mehr zurückdrehen. Ein Kleinkind macht irre Spaß! Man gewinnt so viel, wenn ein Kind beginnt zu sprechen. Vieles wird einfacher, vieles macht mehr Spaß. Es ist toll!
Eines ist unverändert. Das ist die Liebe und die Dankbarkeit. Ohne feuchte Augen geht’s bei mir anscheinend nicht. Ich denke immer noch täglich voller Verzauberung: „Das ist MEIN Kind”. 44 Übungszyklen die mich manch verzweifelte Nacht gekostet haben, die Trennung, die mich an den Rand des Abgrunds getrieben hat… Ich habe mich sehr verändert und doch hat sich am Ende alles gelohnt. Hannes ist für mich das schönste Geschenk, das größte Wunder und wird es immer bleiben.
Ich brauche kein Weihnachtsgeschenk!








*freu*
Hallo mein kleiner Junge.

Klappt noch nicht so richtig mit Lippen spitzen und Schmatz-Akkustik, aber er hat hinterher ganz stolz gegrinst. Mein Herz ist aufgegangen.
Hach…
ging mir monatelang auf den Senkel, dass ihr herzallerliebstes, ach so süß anzusehenden Enkelkind unbedingt bei RTL “Baby des Monats” angemeldet werden müsste. Irgendwann habe ich resigniert und ihrer Hartnäckigkeit nachgegeben. Nach dem Motto: “Ja, ja… ich schick da mal ein Foto hin.”, und gedachtem: “Dann gibt’se hoffentlich Ruhe.”
Wie jetzt? Drehen? Ich dachte da wird anhand des Fotos gewählt. Pustekuchen, na da hat die Hartcore-Mutti mir ja wieder die Katze im Sack verkauft. Angesichts der Tatsache, dass es einem natürlich sehr schmeichelt, dass das eigene Kind im Fernsehen gezeigt werden soll, sagt man dann ja auch nicht: “Och wissen’se bleiben sie mit Ihrer Kamera mal schön zuhause.” 

