Ich fasse es nicht…

jetzt sitz ich hier und schreib Tagebuch, wo ich den ganzen Tag am rumjammern war, dass Leana-Noelle mich die Nacht so geschafft hat.

Nachdem die Mäusi den ganzen Tag nur 1x 10 Minuten im Auto geschlafen hat, schläft sie seit 20 Uhr im eigenen Bett, mit 2 Stillunterbrechungen bis 23 Uhr. Dann bin ich mit ihr ins Schlafzimmer zum stillen und als sie schlief war ich top fit *hammer* !!!
Ich glaub ich hab das Schlafproblem *g* ,  kann vor lauter Hochzeit und Vorfreude und allem drum und dran nicht mehr schlafen und finds voll doof, wo ich doch den ganzen Morgen dauermüde war :-( .

Hier mein Beitrag von heute Morgen:

wir haben ein immenses schlafprobelm…

  gesendet von: Caphir (IP gespeichert) am Mi, 09.01.08 12:12

wir haben bereits vor weihnachten einen neuen schlafrhythmus enttwickelt -(hatte ja mal gemailt, dass leana-noelle bei uns im bett schläft bzw. teilweise im babybay, was ich wegen dem stillen -vorerst- auch nicht schlimm finde.

nun ist ja ein kind, dass dauernd von und mit mama beschäftigt sein möchte und auch seltens mal alleine 5-10min auf dem spielteppich oder in der wippe bleibt, was ich bislang auch nicht so schlimm gefunden habe, bin halt dadurch natürlich auch sehr gefordert.

sie schläft morgends meist bis 9.30 oder 10 uhr und dann schmusen wir im bett und gehen uns dann anziehen und frühstücken.
seit neustem schläft sie mir dann zu hause nur ganz ganz schlecht gegen 13.30 uhr oder so ein und das mit ewigem genörgel.
sollten wir unterwegs sein, schläft sie im auto oder im kinderwagen nach ein paar minuten, unabhängig davon, ob sie eigentlich gerade aufgestanden ist!

meist schläft sie zu hause maximal 20-30 min am stück, sind wir unterwegs oder wo anders, können es locker mal 2 std werden.
danach ist sie wach und schläft so nach ca 1-2 std nochmals 1-2 std. ein, allerdings nur, wenn wir nicht zu hause sind.
sind wir zu hause, wie gesagt kurzschläfchen von maximal 30 min.

wenn mein mann abends heimkommt und wir essen ist sie total aufgepuscht und lacht und erzählt und strampelt und wir spielen, bis sie gegen 7 oder 8 anfängt zu nörgeln.
bis dahin haben wir sie schon gewaschen und schlafanzug angezogen.
dann schläft sie bei meinem mann auf dem arm ein.
ins bett legen oder so geht GAR nicht, sie schreit dann wie am spieß, oder wacht eben nach 20-30 min wieder auf, also schläft sie bei Mann aufm Arm -(… (sie schläft auch tagsüber, nur wenn ich in der nähe bin im kinderwagen, maxicosi (*rotwerd*) oder couch.

gegen 22 oder 23 uhr gehen wir ins bett, wo sie grundsätzlich aufwacht und hunger hat, was ja ok ist und dann stille ich sie.
eigentlich ist sie bislang danach IMMER gleich eingeschlafen und wie gesagt alle 2 std kam sie zum stillen, manchmal 1x nachts alle 3 std und schlief dann bis 9.30 oder 10 uhr.

jetzt ist es neu, dass sie von 22-0 uhr komplett wach ist *ohnmacht* und rumalbert und erzählt und zornig wird, wenn wir sie ignorieren und dann weint und nörgelt.

heute war dann der oberhammer, dass sie alle (!!!) 30-45min gestillt werden wollte und dauernd weinte, wenns nicht schnell genug ging, zwischendrin war sie nachts dann auch mal 45 min dauerwach *help* und ich natürlich mit -(.
auch gestern und vorgestern liefen die nächte so extrem bescheiden…(
sie hat kein fieber, wird voll gestillt, wenn ich ihr abends eine flasche gebe, nützt es auch nix, also hunger kanns nicht sein, sie hat zwar ständig die windel voll (zahnstuhl *?*), aber zähne fühl und seh ich nix, kanns also auch nicht sein -(

wie kriege ich nun einen schlafrhtytmus mit ihr rein *?*, bin langsam echt geschlaucht…

und als beste lösung bekam ich diesen link und hinweis *freu*

gesendet von: udo folkerts (IP gespeichert) am Mo, 31.12.07 12:03


Sie haben es am Ende völlig richtig gemacht, liebe Lotta.Allein die Tatsache, daß dieses Thema in einer Kinderarztpraxis mit Abstand zu den häufigsten vorgetragenen Problemen des frühen Säuglings zählt sollte einen nachdenklich werden und fragen lassen, ob dieses Verhalten nicht alterstypisch sein könnte. Nach meiner Erfahrung werden viel zu viele Eltern mit der Vorstellung alleine gelassen, daß sie mit ihrem nachts wachen bzw. schreienden Kind ein besonderes Problem hätten -oder dies wird ihnen von anderen mit oft missionarischem Eifer eingeredet. Es ist bereits sehr hilfreich, den besonders bei´m ersten Kind oft verzweifelten Eltern zu vermitteln, dass dieses Verhalten alterstypisch ist -was nicht bedeutet, daß alle Säuglinge sich so verhalten.

Zum Verständnis sollte man sich folgende, an sich bekannte, Zusammenhänge klar machen:

1. Der Säugling hat bis zur Geburt eine solch innige Verbindung mit der Mutter gehabt, hat deren Wärme gespürt, schliesslich schon über das Fruchtwasser fortgeleitet die Bauchschlagader, die Sprache oder evtl. das Singen der Mutter und vieles andere gehört, das Schaukeln im Fruchtwasser bereits wahrgenommen: das war ein Urkontakt, den das spätere Leben in dieser Intensität nie wieder bieten wird !
Für uns Eltern waren dies ein paar Monate, für das Kind aber wie eine Ewigkeit.
Und nun wird dieses Kind geboren: wird es diesen innigsten Kontakt vermissen ? Wird es ihn wieder einfordern ? Welche Möglichkeiten bestehen für ein Neugeborenes, diesen Kontakt wieder einzufordern ? Die Antworten auf diese Fragen möge sich jeder selber geben.

2. Wie so viele Funktionen eines Neugeborenen so ist natürlich auch das Gehirn noch nicht reif.
Aber für einen wirklich TIEFEN Schlaf muss das Gehirn viel weiter gereift sein, als es bei´m Neugeborenen der Fall ist. (Sehr eindrucksvoll ist das übrigens nachzuweisen bei den sehr unterschiedlichen EEG´s >Elektro-Encephalo-Gramm = Hirnstromableitung< je nach Reifungsstadium der Hirnfunktionen) Wenn ein Säugling in den ersten Lebensmonaten schläft, so kann dies nur ein sehr flacher Schlaf sein, aus dem das Kind oft durch bereits leichteste Sinnesreizungen aller Art wach wird.

3. Am wenigsten wird das Kind natürlich aus dem noch flachen Schlaf geholt, wenn die Sinnesreize am ehesten denen im Mutterleib ähneln. Selbstverständlich lässt sich das nur durch Körperkontakt zur Mutter erreichen. Da das Kind aber noch nicht sprechen kann, bleiben ihm nur nichtsprachliche Signale, wie z.B. das Schreien. Durch die Art des Schreiens bzw. bestimmte Schreifrequenzen erkennen die Eltern auf natürliche Weise instinktiv, was das Kind mit diesem Schreien “sagen” will. Leider wird in unserem Land den Eltern immer wieder ausgeredet -z.T. sogar von sogenannten Fachleuten-, auf ihre natürlichen Instinkte zu hören und ihnen zu folgen. Oder die zunächst vorhandenen Instinkte werden durch Besser-Wissende (interessanterweise oft Mitmenschen, die selber keine Kinder haben) bzw. durch bestimmte Literatur (”Druckerschwärzen-Gläubigkeit”: es steht ja im Buch geschrieben, also muss es ja stimmen) blockiert.
Besonders schlimm finde ich es, wenn den Eltern, die sich zunächst natürlich und richtig verhalten, ein schlechts Gewissen eingeredet werden soll indem vom “Verwöhnen” des Kindes gesprochen und geschrieben wird. Dabei wird das Wort “Verwöhnen” mit einem negativen Beigeschmack verwendet. -Kann man aber einen Menschen im emotionalen Bereich >denn darum geht es bei diesem Thema letztlich< überhaupt im negativen Sinne verwöhnen ?
Interessant -aber vor dem Hintergrund der erörterten Zusammenhänge nur folgerichtig- ist die häufig gemachte Erfahrung, daß die Kinder, die im Säuglings- und Kleinkindesalter keine oder kaum emotionale Defizite erleben mussten, als Schulkinder nicht den Bedarf haben, im materiellen Bereich “verwöhnt” zu werden: nicht immer alles haben, haben, haben zu wollen.
-Und umgekehrt ! -
Das Kind im Schlaf bei sich zu haben ist nachts oft anstrengend (das kann ich nicht nur von Patienteneltern sondern aus eigenster Erfahrung vielfach bestätigen), aber es stellt eine wichtige emotionale Basis für die spätere emotionale Entwicklung dar: gerade diese Kinder können ein starkes Urvertrauen als unabdingbare Voraussetzung für späteres Selbstvertrauen entwickeln.
Es wird auf diese Weise ein seelisches Polster, sozusagen ein Guthaben angelegt, von dem das Kind im späteren Leben emotional zehren kann.
Vielleicht ist es im Leben so: wenn man etwas besonders gut machen will, so ist dies anfangs etwas anstrengend -später nicht mehr.
Dass etwa dieses kindgerechte Verhalten dazu führt, dass die Kinder sich nicht “so gut (!!!) von den Eltern lösen” könnten ist schlicht Unfug: es wird dabei meist nicht reflektiert, was eigentlich mit “sich von der Mutter/den Eltern lösen” gemeint sein soll, bzw. zu welchem Zeitpunkt dies natürlicherweise zu erwarten ist.
Nach meiner Erfahrung “lösen” sich die Kinder, die als Säuglinge und Kleinkinder im guten Sinne “verwöhnt” wurden zwar deutlich später, aber nachhaltig, selbständig und selbstbewusst.

4. Dass es “Fachliteratur” gibt, die das “schreien lassen” als großartige Erkenntnns und Ratschlag verkündet und damit zigtausende sich zunächst richtig verhaltende Mütter/Väter vom Weg abgebracht hat ist nach meiner Überzeugung vor dem Hintergrund dieser Ausführungen schlicht skandalös.
Natürlich werden die meisten nächtlich schreienden Säuglinge irgendwann ruhig, wenn man sie nur oft und lange genug schreien lässt.
Aber sind sie aus Zufriedenheit oder Resignation ruhig? Die Antwort kann sich jeder selber geben.
Einen Säugling schreien zu lassen, ohne ihm zu geben, wonach er verlangt und was er in dieser frühen Lebensphase wie die Muttermilch braucht, ist m.E. eine Form der seelischen Verletzung, die aber in unserer Gesellschaft interessanterweise ganz anders bewertet wird als eine körperliche Verletzung. -Ich weiss nicht warum, aber der Grund dafür könnte darin liegen, dass es in unserer Gesellschaft überwiegend Konsens darüber gibt, dass das Schreien lassen völlig in Ordnung ist.
Würde jemand ein Buch schreiben und darin die körperliche Züchtigung empfehlen, so müsste sich die Autorin/der Autor sicher vor Gericht verantworten. Wenn aber ein Buch veröffentlicht wird, in welchem Ratschläge gegeben werden, die bei´m Befolgen eine seelische Verletzung des Kindes riskieren, so bleibt das ganz sicher folgenlos.
Letztlich wird an diesen Beispielen klar, dass nicht das thematisierte Verhalten der Säuglinge das eigentliche Problem darstellt, sondern die Einstellung der Mehrheit unserer Gesellschaft gegenüber den natürlichen und essentiellen Bedürfnissen von Säuglingen sowie kleinen und auch grösseren Kindern.

5. Fünftens und letztens: es wäre schön, wenn dieser und andere Beiträge völlig überflüssig wären.

Ihr Udo Folkerts, Kinderarzt.




Hinterlasse einen Kommmentar