Es ist nicht zu fassen, wie viel Zeit inzwischen vergangen ist. Ich habe das Gefühl, mein Leben ändert sich rasend schnell und manchmal fällt es mir sehr schwer, mit diesem Tempo mitzuhalten. Die Schwangerschaft ist nicht wirklich einfach bis jetzt, aber bei diesem wahnsinnigen Glück, das wir haben dürfen, sind die Begleiterscheinungen fast egal. Dankbarkeit ist das Wichtigste, doch daneben stehen auch ein paar Ängste. Wir planen schon ziemlich viel, das hilft über viele Ängste hinweg. Es hat allerdings auch gut getan, einen Notfallplan für den Worst Case zu entwickeln. Es sind immer noch wir beide da, und alles, was zwischen uns ist, wird uns tragen.
Das ist auch das, was im Moment sehr hilft. Ich bin immer noch krank geschrieben, muss mich immer noch schonen. Das hält mich von allem ab: Studium, Hausarbeit, Hobby. Was echt nicht geht: das Fernsehprogramm am Morgen. Ein Glück, dass meine Weltbildbestellung endlich eingetroffen ist, und so werde ich mich neben der (hoffentlich guten) Lernerei für die Prüfung am Dienstag in neue Krimis eintauchen und mal vergessen, dass ich langsam aber sicher einen platt gelegenen Hintern bekomme.
Von Figurproblemen will ich lieber gar nichts mehr wissen. Habe das Gefühl, dass ich aus der Hefe gehe und da die beiden Zwerge ja auch recht hübsche Fruchthöhlen bekommen haben, wölbt sich vorn schon mein Bauch. Bauchschlaf ade…
Die Müdigkeit ist immer noch da, und nachts um zwei wird ins Bad gewandert
Mein Liebster hat auch fleißig zugenommen – dafür liebe ich ihn sehr! Es läuft immer so: ich esse meine halbe Portion, dann schaff ich es nicht mehr und er muss aufessen. Ob Mitgefühl oder Appetit – sehr partnerschaftlich von ihm, sich auch einen Bauch anzulegen
Dann müssen wir später auch gemeinsam wieder abnehmen.
Am Mittwoch sind ganze 10 Wochen rum und ein viertel der Zeit ist schon vorbei. Das ist ein Wahnsinnsgefühl. Auch wenn die Zeit immer noch aus warten, warten, warten besteht – irgendwie rennt sie gleichzeitig auch. Und Zwillinge kommen ja auch gern mal etwas eher – wir sind gespannt. Nächste Woche bekomme ich den Mutterpass und lerne hoffentlich auch meine Hebamme kennen. Die wird dann der wichtigste Ansprechpartner für mich werden für die kommende Zeit. Ich bin kein Freund von Krankenhäusern und es ist sehr schade, dass ich die zwei nicht in einem Geburtshaus bekommen darf. Also brauch ich eine starke Partnerin an meiner Seite, die mich vor allem, wenn’s möglich ist, vor einem Kaiserschnitt bewahrt. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Erst mal die nächste Woche schaffen, mit lauter wichtigen Terminen und dann sind wir wieder einen Schritt weiter.
So, noch etwas nettes zum Schluss: letzte Woche beim Ultraschall hat man die Ärmchen und Beinchen der beiden schon schön gesehen. Aber sie waren wohl sehr müde und haben sich erst nach viel rumruckeln zum strampeln überreden lassen. Da standen mir dann allerdings Tränen im Gesicht und die Ärzten, die Schwester und ich starrten ganz ergriffen auf den Monitor und die zappelnden Zwerge. Ich weiß, die drei Wartejahre waren lang. Dieses Glücksgefühl wäre noch viel mehr wert gewesen, einfach unbeschreiblich. Bin so froh!

So, jetzt wird gegenüber am Schreibtisch von T. gedrängelt, er hat recht, ich muss meine Unterlagen mal sortieren… *seufz* Na dann fange ich mal an…
Eine – nicht zum aufräumen motivierte – Sandra