Dezember, 2007

Nimm Taschentücher mit, Baby!

Dezember 12th, 2007 Dezember 12th, 2007
Posted in 02 Privatkram
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Immer, wenn ich zur Therapie marschiere (und das muss ich, ich komme immer zu spät und will im Grunde niemals wirklich hin), habe ich tapfer Taschentücher dabei. Bis auf gestern. Als hätte ich es geahnt. Also, eine Stunde lang mehr oder weniger durch zu heulen, mit nur einem Tempo ausgerüstet - das ist nicht mehr schön, das ist eklig. Aber dafür hält Tempo, was es verspricht. Nur war ich danach doch noch lieber im Bad, aber der Spiegel zeigte auch nach diversen Waschaktionen nur ein verquollenes etwas. Glücklicherweise ist es kalt in Berlin, da wird man schneller wieder normal.

Nun weiß meine Psychologin, dass ich in der Nebelsosse hocke. So fühlt es sich zumindest an. Gut finde ich, dass wir nicht nach dem Auslöser suchen (ich habe nämlich auch allein keinen gefunden, und sie meint man weiß das nicht immer, warum das passiert). Wichtig ist, dass ich da wieder rauskomme.

Aber ich habe mir mal spasseshalber so ein paar Dinge zurecht gelegt, die einzeln auf keinen Fall Schuld haben, aber die Menge wirkt schon komisch:
- Radfahrer umgefahren (aber Gott sei Dank! nichts schlimmeres passiert)
- Schwester entschwindet in eine Beziehung, die sie in die Schweiz führen soll
- Eltern reden nicht mehr miteinander
- erstes Weihnachten ohne Schwiegervater steht bevor
- Totalausfall in der UNI (plus Nachfragen)
- und als sweet bitter topping: wir wissen immer noch nicht, ob wir die ICSI machen (Geld, Zeit, und dann DIESE Voraussetzungen… ;)

Meine ganzen schönen Pläne nützen mir im Moment wenig. Toll ist schon mal: ich bin wach, geduscht, angezogen und gewillt, mein Leben wieder selbst zu lenken. Aber es ist, als würde ich 100 Kilo stemmen, wenn ich nur den Spüler einräumen soll.
Ein typischer Nebelsuppentag beginnt erst um 11, und endet etwa Mitternachts. Dazwischen liegt irgendwie… nichts… mal im Netz surfen… mal etwas kleines schaffen… wieder nichts.
Fühlt sich depressiv an. Ich bin irgendwie in mir drin. Habe ja ausser zu meinem Mann und der Psychogin auch echt keinen Kontakt. Das ist sehr eigenartig. Ich wünsche mir, dass ich bald wieder da raus bin.

Keine Schritte sind kleine Schritte

Dezember 7th, 2007 Dezember 7th, 2007
Posted in 02 Privatkram
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ich verbringe zu viel Zeit hier. Ganz ehrlich. Allerdings musste ich schon schlucken, als mir mein Mann das sagte. Vielleicht hat er recht, vermutlich ist es nicht immer gut für mich. Auf der anderen Seite: er outet sich als Mann. Sprich: ihn interessieren die Geschichten anderer nicht.

Mhm, DAS fand ich dann schwierig. Euer aller Schicksal kann immer auch irgendwie meines sein. Liegt es daran, dass ich weiblich bin, dass ich daran Anteil nehme? Manches ist interessant, manches lustig, manches traurig, manches … lässt sich beliebig fortsetzten. Ich will informiert sein, ich will “planbare” Situationen haben. Und vermutlich bin ich forumssüchtig. Aber ich bin hier auch zu Hause. Irgendwie unter “meinesgleichen”. Ich kenne keinen Bereich in meinem Leben, in dem die Menschen so Anteil am Leben der anderen nehmen. Manchmal bin ich sogar mehr hier als in der echten Welt.

In der echten Welt nun ist mein Mann. Und übrigens auch unser Finanzproblem: das bedeutet: erst einmal keine ICSI. Das verstehe ich. Ich bin gespannt, wie mein echtes Leben weitergeht. Mein Mann bekam vom Männerarzt (fragt mich nicht nach dem genauen Namen, es war kein Urologe) nur den Tipp: weite Hosen, abnehmen und mehr Sport. Insgeheim hab ich mich gefreut. S-P-O-R-T. Ich weiß nicht, was mein Mann im Moment mehr hasst: meine Forumsaktivität oder die Vorstellung, dass er seinen Körper stählen soll. Naja, das wäre allerdings ein gutes Mittel, mich von hier wegzulocken. Allein schon die Vorstellung von ihm beim Krafttraining *ohnmacht* *love1*

Na dann, wenn ich hier wieder zwei Monate brauche um etwas neues zu schreiben, dann wißt Ihr ja, wo ich bin: beim *sex* mit Mister Supersexy *mad*