Nimm Taschentücher mit, Baby!
Immer, wenn ich zur Therapie marschiere (und das muss ich, ich komme immer zu spät und will im Grunde niemals wirklich hin), habe ich tapfer Taschentücher dabei. Bis auf gestern. Als hätte ich es geahnt. Also, eine Stunde lang mehr oder weniger durch zu heulen, mit nur einem Tempo ausgerüstet – das ist nicht mehr schön, das ist eklig. Aber dafür hält Tempo, was es verspricht. Nur war ich danach doch noch lieber im Bad, aber der Spiegel zeigte auch nach diversen Waschaktionen nur ein verquollenes etwas. Glücklicherweise ist es kalt in Berlin, da wird man schneller wieder normal.
Nun weiß meine Psychologin, dass ich in der Nebelsosse hocke. So fühlt es sich zumindest an. Gut finde ich, dass wir nicht nach dem Auslöser suchen (ich habe nämlich auch allein keinen gefunden, und sie meint man weiß das nicht immer, warum das passiert). Wichtig ist, dass ich da wieder rauskomme.
Aber ich habe mir mal spasseshalber so ein paar Dinge zurecht gelegt, die einzeln auf keinen Fall Schuld haben, aber die Menge wirkt schon komisch:
- Radfahrer umgefahren (aber Gott sei Dank! nichts schlimmeres passiert)
- Schwester entschwindet in eine Beziehung, die sie in die Schweiz führen soll
- Eltern reden nicht mehr miteinander
- erstes Weihnachten ohne Schwiegervater steht bevor
- Totalausfall in der UNI (plus Nachfragen)
- und als sweet bitter topping: wir wissen immer noch nicht, ob wir die ICSI machen (Geld, Zeit, und dann DIESE Voraussetzungen…)
Meine ganzen schönen Pläne nützen mir im Moment wenig. Toll ist schon mal: ich bin wach, geduscht, angezogen und gewillt, mein Leben wieder selbst zu lenken. Aber es ist, als würde ich 100 Kilo stemmen, wenn ich nur den Spüler einräumen soll.
Ein typischer Nebelsuppentag beginnt erst um 11, und endet etwa Mitternachts. Dazwischen liegt irgendwie… nichts… mal im Netz surfen… mal etwas kleines schaffen… wieder nichts.
Fühlt sich depressiv an. Ich bin irgendwie in mir drin. Habe ja ausser zu meinem Mann und der Psychogin auch echt keinen Kontakt. Das ist sehr eigenartig. Ich wünsche mir, dass ich bald wieder da raus bin.
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mit Mister Supersexy