Schlüpfergummi

Montag, 29 November 2010

Jo. Habe mir bei meinem 11tägigen beruflichen Highlight den Rücken angeschossen. 10 Tage auf ner Messe in schicken, aber unbequemen Schuhen stehen ist nix mehr für Vatters Jüngsten. Nebenbei noch ungeschickt was gehoben und nun isser hin, der Rücken.
Habe die letzten drei Tage der letzten Woche zuhause verbracht. Ich bin angestellt und darf einen auf “gelb” machen. Tante ist dann latent angepieselt. Aber Tante wäre nicht Tante wäre Tante dann anders. Obendrein ist hier massiver Wintereinbruch. Schnee, arschkalt und natürlich habe ich wie jedes Jahr in dieser Zeit ein Reifenproblem. Winterreifenproblem. Natürlich. Das Problem ist nicht dass ich keine Winterreifen habe, denn ich fahre nahezu ausschließlich Winterreifen. Wenn ich bei Tante einen auf wichtig mache und mit meinen Ford auf unbefestigten Waldwegen in allerbester Indiana-Jones-Manier durch die Hohlwege röhre, sind Winterreifen das mindeste – da ich doch kein Allradfahrzeug fahre…. Wozu auch, ich habe ja Winterpellen drauf… Aber wie immer. Die Pellen sind nun blank, die Straßen vereist und nun kommt zum Indiana Jones noch der Walter Röhrl-Style, wenn der T-Punkt die Kurven eher quer nimmt. Bei Tempo 30. Das ist allerdings peinlich. Immerhin, mein örtlicher Reifendealer hat die Reifen morgen. Sagt er. Seit gestern sind Winterpellen Pflicht. Wie gut dass ich die schon drauf habe, hrhr.
Aber weil es erstens anders kommt, und zweitens als man denkt, hat mein Scheibenwischer am Freitagmorgen beschlossen nach drei Wischvorgängen das zeitliche zu segnen und seinen Betrieb eingestellt. Antriebsstange ist “ausgenudelt”. Wie schön. Reifen blank, Wischer im Eimer. Und das bei sibirischen Wetterverhältnissen. Also am Freitag hin zum Autoschlosser meines Vetrauens.
Jener behandelt meine Fahrzeuge schon seit jeher. So ne Meisterwerkstatt im Hinterhof. Schon professionell, aber eben Hinterhof. Diagnose: Wischergestänge gebrochen.
Sagts, schmeißt mir die Wischer ins Auto und schickt mich ein Gestänge kaufen.

“Ich soll ohne Wischer fahren?”
“Die sind hin, T-Punkt.”
Ist aber doof, so ganz ohne Wischer.
“Besorg die bei Ford, wird aber wohl ein paar Tage dauern.”
“Und bis dahin?”
“Stell dich nicht so an, deine Karren haben schon ganz anders ausgesehen und du bist trotzdem noch gefahren!”

Da hat er recht. Gottseidank kam im gleichen Moment der zweite Hinterhofschrauber hineingestapft. Jener, der seit Jahrzehnten die Autos meines Vaters behandelt. Nach einem prüfenden Blick auf das Gestänge kam jener auf einen alten BMW zu sprechen, welcher vor ca. 30 Jahren (!) mal ein ähnliches Problem gehabt hatte.

“Du brauchst Schlüpfergummi!”
“Schlüpfergummi?”
“Schlüpfergummi!”
“Na so ein Gummi wie es früher in Unterhosen drinne war. Damals, als man die Hosen noch nicht durchfurzen konnte. Als es noch kein Chemiefutter von Mc Donalds gab und Unterhosen noch Erbmassequalitäten hatten.”

Aha. Klar. N’ Schlüpfergummi hat jeder, oder? Nach einigen ungläubigen Lachern wurde dann die ganze Werkstatt abgesucht. Nein, nicht nach Schlüpfergummi, das war und ist bislang nicht vorhanden. Aber nach nem gleichartigen Gummi. Boschdiagnosegeräte, Richtbänke, Lackiereinheit, alles da, aber nicht ein Gummi. Nach einigem Gewusel fand sich dann ein Zurrgummi, welches nun zerschnippelt um mein Gestänge geknotet dafür sorgt, dass ich zwar immer noch mit blanken Pellen, dafür aber mit tasächlich funktionierendem Wischer durch die Kurven driften kann.
Mein entnervter Schrauber merkte an, dass ich dazu neigen könnte nun auf das neue Gestänge zu verzichten. Gemäß alter Gewohnheiten. Ich gebe zu dass es mich reizt, vor allem weil das neue Gestänge nahezu 200 Öcken kostet – ohne Einbau und der alte Schrauber mir eine 6 monatige Garantie auf die Konstruktion versprach… Aber ich werde wohl investieren müssen. Und werde dem Schrauber aus Tantchens Nähfundus eine Packung Schlüpfergummi spendieren. Sollte er bei seinem Straßendienst mal ein Gummi für ähnlich Zwecke benötigen.

T.

*Röchel*

Donnerstag, 11 November 2010

Erkältet. Manno. Und beide Augen tränen wie Sau.

Eben beim Arzt den Befehl bekommen, mich ins Bett zu legen. Das hört man als Selbständige ja irgendwie ganz furchtbar gerne. Aber anscheinend bleibt mir nichts anderes übrig, denn die von ihm angedachten  Medikamentenkombinationen waren allesamt ungeeignet für Schwangere in der 11. Woche.

Gut. Wir nehmen Rücksicht auf den kleinen T. im Schwabbelbauch (..gestern hat er sich tatsächlich bewegt, und der große T. war nicht dabei – das fanden wir beide ganz schön schade… ) und befolgen ausnahmsweise mal ärztliche Anweisungen, die mit Ruhe und Bett zu tun haben. Und weil ich eh schon so Scheiße aussehe, kann ich mir auch gleich die Kamillenteebeutel auf die Augen klatschen, um Schlimmeres zu verhindern.

In der Apotheke habe ich einen Tee-Adventskalender geschossen und beschlossen, dass heute der erste Dezember ist. Und der zweite. Und der dritte auch.

In einem Anfall von Gesundheitsbewusstsein wollte ich mir gleich noch ein Suppenhuhn kaufen – am 11.11. gibt es hier jedoch nur Gänse. Ist klar. Wieso bin ich da nicht alleine ‘drauf gekommen…

Das arme tiefgekühlte Suppenhuhn, das nun im Topf sein Dasein fristet, nannte sich immerhin Bio-Huhn – der Vollständigkeit halber hat man den halben Kopf ‘drangelassen, damit es mehr nach Bio aussieht und der Verbraucher weiß, dass sein Huhn mal braun gefiedert war.

Hmmm. Lecker.

Nebenbei muss ich meinen Klienten noch erklären, dass ich letzte Woche zu viele Rotznasen geputzt habe von Kindern, die mit fünf Jahren leider noch nicht lernen durften, wie man das selber tut und man mich deswegen heute stimmlich nicht mehr identifizieren kann.

Von acht fragen zwei: “Nächste Woche sind aber wir nicht da, Tante Heinz, wie stellen Sie sich das vor?”

Drei sagen in angesäuertem Tonfall: “Na gut. Danke.”

Und der Rest wünscht – man kann es kaum glauben: “Gute Besserung, Tante Heinz.”

Hrhr… Wenn die wüssten, was in den nächsten Monaten noch auf sie zukommt. Wobei – das weiß ich ja selbst noch nicht so recht, meine Gedanken schwanken da noch von einem Extrem ins andere und müssen zwischen Weihnachten und Neujahr mal gemeinsam mit T. geordnet werden.

Nächste Woche hole ich meinen Mutterpass ab, denn den kriegt man hier nicht so einfach mit. Der wird vorher in die weite Laborwelt geschickt. Die hundert Jahre alte Waage, auf die ich mich gestern stellen musste, hat mich beleidigt und mein Urin hat der Arzthelferin mitgeteilt, ich müsse mehr trinken.

Gut. Der Plan für heute steht fest. Schlafen. Husten. Trinken. Schlafen. Trinken. Ausruhen. Husten. Kamillebeutel auf’s Auge. Kamillentee trinken. Sich über zwei “freie Tage” freuen. Huhn versorgen.  Suppe essen. Buch lesen. Auf T. warten und ein bisschen wehklagen.

Ich glaube, das wird sogar ganz nett…

P.S.: Der Apotheker hat mir zwei Päckchen “Figurtee” geschenkt – ganz schön frech, der Herr.

Bevor hier….

Donnerstag, 28 Oktober 2010

…..Mister T. das Ruder übernimmt und ich hier die zweite Geige spiele, muss ich doch mal wieder einschreiten.

Hier hat sich eigentlich nicht viel geändert, außer der Tatsache natürlich, dass nun neben mir der ominöse Ghettoblaster steht und man ihn nicht gerade als eine Zierde bezeichnen kann. Aber da T. ihn liebt, sehe ich über das Design hinweg.

Der werdende Vater hat sich im Übrigen für 10 Tage aus dem Staub gemacht. Nochmal richtig auf die Kacke hauen, dem Alkohol frönen, schmutzige Witze erzählen und Frauen gucken.

Nein. Er ist beruflich weg und findet das überaus ätzend. Ich im Übrigen auch. Alleine essen macht keinen Spaß und Schwangere sollten generell nicht einkaufen gehen, denn dabei kommt in den seltensten Fällen etwas Gesundes heraus. Ich hatte eigentlich immer die Idealvorstellung, mich im Falle eines Falles im Griff zu haben.

Habe ich aber nicht.

Deswegen sitze ich nun auch hier mit zwickendem Gürtel, wohlwissend, dass das nicht die 3mm Kind sein können, die dieses Völlegefühl verursachen. Oder wie groß ist der kleine T. jetzt? Ich habe tatsächlich keinen Plan. Momentan gefühlte dreißig Zentimeter.

Die Katze hat beschlossen, nun ausschließlich in das baldige Kinderzimmer zu brechen. Das tut sie gerne, wenn der Hausherr nicht da ist, vorzugsweise um 5 Uhr morgens, damit man gleich mit der richtigen Stimmung aufwacht.

Erster Termin beim Hausgyn zur großen “Wir stellen Tante Heinz auf den Kopf und gucken erstens, wieviel sie auf die Waage bringt und zweitens wie groß Klein T. ist – Untersuchung” ist tatsächlich erst in einer Woche – bis dahin muss ich einfach davon ausgehen, dass alles wie gehabt am richtigen Platz ist  und weiter wächst und gedeiht. An Nährstoffen mangelt es de-fi-ni-tiv nicht. Aber manchmal überkommen mich blöde “Da-ist-bestimmt-nichts-mehr” – Gedanken, die wahrscheinlich erst Ende November aufhören.

Zu allem Überfluss ist nun auch noch die Vermieterin mit ihrem siebzigjährigen blinden aber ansonsten hörbar funktionstüchtigen Lover hier und wird wahrscheinlich das ganze Wochenende in der Horizontalen verbringen.

Werde ihr morgen die Hand zum Gruße verwehren.

Strafe muss sein.

Außerdem bin ich schwanger, ich darf empfindlich sein.

Einer

Montag, 18 Oktober 2010

ist an Bord. Hurra!
Würde mal sagen seine/ihre Pumpe rast wie ne Maschinenpistole. Zumindest sah es auf dem US so aus, als wenn die kleine Pumpe in Stroboskop-Geschwindigkeit taktet. Nun sind wir mit einem Mutterpass gesegnet und uns endgültig gewiss, dass das Lotterleben ein Ende hat.

Wir freuen uns natürlich einen Ast. Allerdings auf unsere Weise. Wir springen nicht durch die Gegend und brüllen jedem ins Gesicht dass wir nun endlich schwanger sind. Wir erheben die Schwangerschaft auch nicht in das Zentrum all unserer Gedanken – zumindest nicht für alle ersichtlich. Wir freuen uns still und heimlich.
Unsere Umwelt – zumindest die die es weiß – erwartet da wohl etwas mehr. Aber nach mehr als sechs Jahren bewusster Kinderlosigkeit (und satte vier Jahre hier im Blog) sind wir etwas schaumgebremst. Es gibt eine ganze Menge was schiefgehen kann und das Fass machen wir dann auf, wenn das kleine Wunder endlich da ist. Bis dahin freuen wir uns natürlich, aber eben still.

Manche erwarten da wohl mehr. Aber mehr können und wollen wir nicht. Neben der Freude (die wir unzweifelhaft haben) ist da auch die Angst, am Ende doch noch tief zu fallen und gefallen sind wir halt schon reichlich.

Aber es macht Spaß. ZB wenn TH sich beim Einkaufen da Surimipack aus dem Kühlregal fischt und direkt nach dem Einkauf noch im Auto reinpfeift – um anschließend genüsslich in mein Marzipanstriezel zu beißen…. *örks*
Derzeit strickt sie an einer Babydecke. Die wird ma’ richtig schick. Bin fast etwas neidisch. Leider ist die nur so groß, dass es gerade mal reicht mein “Bäuchsken” zu erwärmen, allerdings so hochwertig, dass der erste Teil der Erbmasse damit in jedem Fall bereitsteht.

Mein Rekorder ist nun endlich da. Habe das WE damit verbracht tief in die Kassettenkiste zu greifen und allerlei Zeug hervorgepult. ZB meine Kassetten aus frühester Jugend, die ich meinen Brüdern gemopst hatte: BAP (bevor die die erste Platte rausbrachten), ein Demotape der Band in der ich mit 12 gespielt hab, das längst vergessene Album 666 von Aphrodites Child mit Demis Roussos – dem späteren Schlagerstar (boah, das habe ich früher rauf und runter gedudelt….griechische Folkloreelemente verpackt in Rock….immernoch geil….brauche ich unbedingt auf CD). Heaven, so ein gröhlender Sänger der mit Pumporgel und Posaunenchor Weihnachtslieder gröhlt. Er gröhlt tatsächlich, von Singen keine Rede. Das Album ist einst mit der wahnsinnigen Auflage von 399 Stück erschienen. Habe sogar die Platte Nr. 99. Aber vergessen. Bis gestern abend. Lee Clayton, John Mayall, George Thorogood…. Blues aus alten Tagen. Und natürlich Techno aus den frühen 90ern. Uh, ich war ein Acid Fan. Kreischende Bässe mit hartem Drumset. Hatte völlig vergessen, was für gute Kassetten ich doch habe.

Werde TH aber schonen und die Kiste in der Garage installieren. Mit den Nachbarn…. muss ich mich wohl arangieren. Habe auch jedenfall Bock den Schrank endlich fertig zu machen. Bei jaulenden Gitarren und kreischenden Bässen. Oder will ich nur Musik hören?
Hm. Vielleicht das. Solange ich noch keine Nachtruhe von einem kleinen Schlafmützchen störe, sollte ich die Zeit wohl nutzen.

T.

Mittwoch, 13 Oktober 2010

Gestern abend. Spät nach Hause gekommen. Gerade angefangen Dach von der Gartenhütte zu schrauben, Hütte wackelig. Telefon. MB ist dran: “Hast Du den Termin für für den Versicherungsonkel noch im Kopf?”

….ne, hab ich nicht, vergessen…. (Schei..e) Absage!

Dach von Gartenhütte will nicht. Muss die Pappe runterreissen, irgendwo verstecken sich noch ein paar Schrauben. Hmpf. TH’s Papa kommt dazu. “Super Nachricht, morgen kommt meine neue Treppe und somit Deine neuen alten Eisenbahnschwellen! Die holst Du doch? So gegen 5? Öhm, habe Versammlung um 5, Thema Demenz. Habe ich was vergessen? “Du MUSST die aber holen.”
Auweia, es wird eng. Okay. Eher Feierabend machen, die Schwellen aus dem Einen in den anderen Garten wuchten und um 17:00 zur Versammlung. Um 18:30 übernimmt TH meinen Part dort und ich tauche wieder ab und wuchte weiter Eisenbahnschwellen. Wird bestimmt prima. Immerhin, die Hütte lehnt nun in 7 Teilen an der Garage und wartet auf das neue Fundament – an anderer Stelle.

Gerade dunkel, Deutschland müht sich gegen Kasachstan. Telefon. Unbekannt. Ich überlege kurz und nehme ab. Der Virtuose aus GÖ himself. “Hallo TPunkt, Dr. M. hier! TH hat mich angemailt.” Ah, hat sie. Stimmt. Frust ablassen über Schwachmaten am Pömpel, nicht zu bekommende US Termine und nachdem mir die Tresendame in GÖ den Samstag als Notdiensttag (US nur in Notfällen) verkauft hatte, rückte der von GÖ verlangte US in weite Ferne. Leider habe ich die Mail nicht gelesen und bin etwas hilflos. In der Küche werkelt TH und kaut einen dermaßen dicken Brocken irgendwas, dass ich hilflos das Telefon anstarre. Am anderen Ende säuselt ein vermutlich grinsender Dr. M.
Hörte sich zumindest so an als wenn er mächtig Spaß hätte.

Schlußendlich hat TH den Brocken dann in den Magen befördert (Fisch braten und gleichzeitig Kekse mümmeln, ist das noch normal?) und hat eine Weile mit dem Doc philosophiert.
Ergebnis: US-Termin in Gö am Samstag!

Schublade “Supertyp” auf, Doc M. rein.
Toll!

Superhusche

Dienstag, 12 Oktober 2010

Man könnte meinen, dass wir schon so einigen Exemplaren der Gattung “Arzt” über den Weg gelaufen sind. Ich dachte immer, wir hätten alle Schubladen belegt und die Kategorien “Arschloch”, “Hammergeil”, “Spezi”, “Dumpfbacke”, “Supertyp” und “Arzt” weitestgehend besetzt und würden nun nur noch zwischen diesen hin- und hertaumeln. Aber es gibt bekanntlich mehr zwischen Himmel und Erde als man sehen kann und unter so manchem Weißkittel stecken ebensolche Unwägbarkeiten.
Wie ebenjener Dr. P. aus M. “US bei Frühschwangerschaft? Das Kann ich, das klappt.” Das Wort des Tages. Neben unserer unterdrückten Fassungslosigkeit (der Typ hatte augenscheinlich so wenig Ahnung – das hätte selbst ich hinbekommen) waberte Unsicherheit auf allen Ebenen durch den eigentlich ganz netten Raum. Nachdem der etwas huschige Doc die Schwangerschaft errechnet hatte, wurden wir mit der Bemerkung aufgemuntert, dass das tolle US-Gerät einen Herzschlag eigentlich darstellen könnte – wenn es denn einen gäbe. Wenn man weiß was man eigentlich sucht – sage ich. Und so rührte die Superhusche in Tantchens Gedärm, kam selbstständig darauf dass TH wohl “zwei” eingesetzt wurden aber sah weder einen Herzschlag, noch wurde die Nummer Zwei näher untersucht. Hmpf. Wieso eigentlich Zwei? Ich dachte in gesunder Sacksuppe zischen einige Millionen wie die Irren hin und her? Zwei? Das hätte selbst ich hinbekommen …hrhr… Achso, der Doktor hat da was verwechselt….jaja, is klar…?! Er hat nix gefunden. Naja, die Aussage “Zwei” kam von ihm, also hat er doch was gefunden. Ich habe drauf gewartet dass er den Monitor abwischt, weil das Zweite ja auch ein Fliegenschiss hätte sein können. Hat er aber nicht. Er hat lieber über “Böhnchen” philosophiert. Vielleicht hatte er gar Hunger? Schlussendlich sind wir einigermaßen ratlos aus dem KH getaumelt und wissen nun zumindest wo TH nicht gebären wird.

Wortspiel des Tages:
Folge 057, Dr. P. aus M. ist heute Bauarbeiter! Rüttelplatte? Das kann ich, das klappt!
Folge 093, Dr. P. aus M. ist heute Bäcker! Ofen aufmachen? Das kann ich, das klappt!
Folge 128, Dr. P. aus M. ist bei der Polizei! Verbrecher jagen? Das kann ich, das klappt!
Fortsetzung folgt….

Also wird entweder unser Haus- und Hofgynäkologe den Pömpel schwingen, die Virtuosen aus GÖ, ich selbst oder keiner. So ne Superhusche mit Nullahnung brauchen wir nicht nochmal. Womit die Schublade “Superhusche” nun auch besetzt wäre. Daniel Kübelböck raus, Dr. P. rein und schnell zumachen.

Mein “Ghettoblasterchen” ist übrigens noch immer auf dem Postweg. Schätze mal der freundliche Ebayer hat den über Kuba in die Provinz gesendet. Ich könnte ömmelig werden. Habe bereits alle Kabel am Start:
Das für Tantes Laptop: Trash-TV via Internet und Sound aussem alten Rekorder. Bislang leider nur Vorstellung..
Das für den CD/MP3-Player: Technik von heute mit gutem Sound von gestern. *gnagnagna*
200 Kassetten in der Garage (ich brauch Sound beim basteln!!) Aber nix is, die Kiste ist immer noch unterwegs.

Unzufrieden mummeln, das kann ich, das klappt!

“Am Montag, dem 11.10.2010 gehen Sie bitte….

Montag, 11 Oktober 2010

…..zum Ultraschall und schicken uns die dritte Rutsche Blut. Das können Sie auch gerne vor Ort erledigen und uns die Ergebnisse telefonisch mitteilen…”

Okay.

Wunschgedanke: Wir schlagen gemeinsam beim Heim-Doc auf, idealerweise am späten Nachmittag, lassen den den Pömpel schwingen und bestenfalls winkt uns das Kindchen zu. Danach gehen wir ein ordentliches blutiges/durchgebratenes Steak essen und hauen uns die Wampe mit Ofenkartoffeln voll.

Problem Nr. 1: Der Heim-Doc geht erstmal hübsch in Urlaub. Zwei Wochen nämlich. Das tut er gemeinhin immer, wenn ich etwas wichtiges von ihm möchte . Oder es ist Freitag. Dann hat er sowieso zu.

Wie lösen wir dieses Problem? Wir rufen ihn an, denn er ist käuflich. Für € 10,72 (2,3-facher Satz) gibt er uns die Auskunft, dass es ja ohnehin nur darum geht, zu schauen, ob “da überhaupt was ist” und am besten sollten wir ins Krankenhaus fahren, wo er manchmal aushilft, der Chefarzt wisse bereits Bescheid.

Chefarzt? Geil! Da fahren wir hin.

Heute morgen um 8 Uhr vor der Tür des Chefarztes sagt uns die Sekretärin, der Boss ginge heute in Urlaub. Zwei Wochen, um es zu präzisieren. Besucher würden nicht mehr empfangen. Die anderen tausend Ärzte seien alle im OP, wir sollten bitte am späten Nachmittag wiederkommen.

Hä? T. einigermaßen angefressen. TH auch. Nachmittags: arbeiten – morgens: für den Ultraschall freigeschaufelt.

Eine Schwester gibt uns den Tipp, mal am Kreißsaal zu schellen. Da wäre nämlich jemand, der einen US durchführen könnte. Das tun wir auch zaghaft. Heraus kommt eine Hebamme, die unser Kind definitiv nicht zur Welt bringen wird und uns auf’s 70er-Jahre-Sofa kommandiert, um einen Arzt zu organisieren. In der Zwischenzeit zeigt mir die Teenie-Ärztin, die mir auch den Polyp herausoperiert hat, das Klo.

Und da kommt er auch schon. Ein schüchterner Typ Mitte 50, der offensichtlich heute mal ausprobiert, wie es ist, Gynäkologe zu sein. Quasi der Ersatz für alle Frauenärzte, die heute im Kollektiv in die Herbstferien entfleucht sind.

Nach Klärung unseres Auftrages an ihn sagt er tatsächlich:

“Ultraschall bei Frühschwangerschaft? Das kann ich. Das klappt.”

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Danach bittet er mich, mich langsam auszuziehen, weil er erstens noch meinen Namen ins US-Gerät einspeisen müsse und zweitens noch auf die Hebamme warte.

OKay. Hebamme da. (Seit wann machen Hebammen beim US mit??)

Pömpel ‘rein. Arzt schaut suchend in meinem Inneren umher.

Erst fragt er, wie viele Embryonen man mir eingesetzt habe (nachdem ich ihm gesagt habe, dass die Insemination am 13. 9. war) und dann findet er eine Fruchthöhle. Zaghaft wird diese nach Kind abgesucht, an der Seite etwas gefunden, was scheinbar nach Embryo aussieht, 2,8 mm misst und ihn zufriedenstellt. Angeblich sieht er eine “angedeutete Herzaktivität”. (Wir – also T. und ich – sehen beide eine kleine zweite Minifruchthöhle. Aber da ging er irgendwie nicht ‘drauf ein.)

Ganz im Ernst? Dieser Typ war dermaßen surreal, dass wir uns nur vollkommen verständnislos angeschaut haben. Die Hebamme sagte entschuldigend: “Ist eben noch ein Böhnchen.” Er sagte: “Vielleicht sind Sie einfach zu früh. In zwei Tagen ist es vielleicht schon eine Bohne.”

Und den Brief übergab er uns mit den Worten: “Also ich weiß nicht… Ich glaube, da ist alles in Ordnung.”

So. Was soll man da jetzt drüber denken? Der Raum war erfüllt von so großer Unsicherheit auf allen Seiten, dass wir nach Hause gefahren sind und beschlossen haben: Egal, welche Aufträge uns GÖ als nächstes erteilt – ist der Hausdoc nicht da, gibt es keine verunsichernden Experimente mehr. Zackbumm. Fast zweifelt man daran, dass man schwanger ist.

Morgen müssen wir wieder wegen meiner Blutergebnisse in Gö anrufen und ich überlasse es T., dort kurzfristig einen Termin am Samstag zu vereinbaren, damit nochmal jemand mit Ahnung ‘reingucken kann. Falls ihm danach ist. Ansonsten warten wir einfach zwei Wochen ab.

Mit dem Böhnchen. Oder der Bohne. Oder so.

Ghettoblaster

Montag, 4 Oktober 2010

Last Minute?

Mooooment. An einem Kassettenrekorder bin ich schon länger dran. Aber erstens möchte ich nicht so eine Billigzwiebel mit Telefonhörersound und zweitens darf der Gesuchte nicht mehr – besser noch weniger – als die Billigzwiebel vom Discounter kosten. Das schränkt das Feld ordentlich ein. Obendrein hege ich noch den Anspruch dass die Kiste mindestens ein paar Features bietet um meinen audiophilen Ansprüchen Genüge zu tun:
1. Stereo
2. Bums (Metallica muss man aufdrehen können – ohne Schnarren und Scheppern)
3. Qualität

Das ganze für unter 30,-Euro ist hartes Brot.

Blöderweise hat TH unter der Suchfunktion den Begriff “Ghettoblaster” gesichtet. Heutzutage wird jeder einigermaßen adäquate Radiorecorder der 80er (da gabs die besten) als Ghettoblaster angepriesen. Da bekommt TH natürlich Angst. Zu recht. Ein waschechter Ghettoblaster ist größer als 2 Kisten Bier, pustet regulär ungefähr 150 reale Watt aus mindestens 6 guten Lautsprechern und ist somit ausreichend bestückt einen ganzen Straßenzug zu beschallen. Ghettoblaster halt…
T. sucht aber bloß nen Radiorekorder mit gutem Klang. Hat ihn nun auch gefunden. Billiger als der Ramsch vom Aldi. Weniger Bums als ein Ghettoblaster dafür mit einem Klang der in den 80ern die ersten Plätze der Testberichte belegte.

Hurra.

Nun noch die ca. 200 Kassetten rausgepult und es kann losgehen mit audiophilen Genüssen wie Passport, Herp Alpert oder Skunk Anansie. Habe viel auf CD/LP, aber so gewisse Schmankerl sind halt nur auf Band.
TH strickt derweil Söckchen. Ganz schön große Söckchen. Also in der Relation gesehen. Keine Ahnung was TH für ein Riesenkind erwartet, aber große Füßchen sollte es haben. Andererseits wächst es ja sicher rein. So gesehen können Söckchen gar nicht groß genug sein. Farbe ist Unisex. Nicht rosa (ich hasse rosa) und nicht blau. Blau trägt die S…   ^^  Mütze mit Öhrchen? Kommt nicht in die Tüte. Nur wenn der/die “edle” Spender/in sich ebenfalls so ein Teil aufsetzt und damit die Flaneliermeile stürmt.

Namen! Jaja, ich kenne Schwiegermama. Es gibt Namen, Namen und Namen. Manche sind negativ besetzt bei einer alten Lehrerin. Zudem kann Sie überhaupt nicht sortieren was ich wohl mag und ich mache mir da einen ziemlichen Spaß draus. Als ihr klar wurde dass tatsächlich ICH den Namen bestimmen werde, blitzte nackte Panik in Ihrem Gesicht auf. Ich konnte gar nicht anders als Thore oder Faxe anzukündigen…


Wobei der “Schröchel”, andere Regionen nennen die Kurzen auch schon mal “Köttel”, sicherlich nicht Thore, Faxe oder Fritz heißen wird. Aber um die Oma in Spe zu “schicken” bleibe ich erst mal dabei. Mein Kind werde ich “Stropp” oder “Stöppken” nennen. Was das heißt? Ich habe nicht den leisesten Schimmer. Mein Vater nannte seine Söhne (so auch mich) Stropp oder Ströppken. Es ist irgendein Begriff aus dem alten Dorfplatt und müsste so etwas wie “kleiner Strauch” bedeuten. Aber beschwören würde ich das nicht.

Ich mag Camembert mit bitterer Orangenmarmelade. Bislang wurde ich für diese Vorliebe mit mitleidiger Verachtung gestraft. Von wegen pervers und so. Camembert mit Ketchup…  DAS ist pervers. Und wenn TH, bei der Liebe definitiv durch den Magen geht, bereits so zeitig Ihre lukullischen Grundsätze über Bord wirft, bin selbst ich in “Hab Acht” Stellung. Wer weiß was die noch für geschmackliche Abnormale ausbrütet?
Ansonsten geht es uns töfte. TH hat so ein Grundgrinsen im Gesicht. Man könnte fast meinen sie wäre “dauerbreit”. Ich fühle mich genötigt all die Baustellen zu beseitigen, die seit dem Umzug immer von einer Ecke in die andere geschoben wurden, zB. Garage aufräumen (damit TH im Winter nicht kratzen muss), Holz besorgen, Schrankoberteil fertigrestaurieren, Kleinigkeiten montieren. Ich kann ohne Steckdosenverkleidungen leben. Auch mit TH’s konsequentem Mummeln über das fehlen selbiger. Aber nun werden wir drei (mindestens). Da müssen die Dinger halt ran. Außerdem entwickelt meine kleine Patentochter gerade die Vorliebe ihre kleinen Fingerchen überall reinzupopeln. 220V können da eine ganz schöne Ansage sein. Also braucht TH nicht mehr mummeln, die Dinger werden in Kürze fettich.

Und dann ist da noch das Kinderzimmer….
Okay, bislang war das “Kinderzimmer” immer so ein leerer Raum mit PC, Crosstrainer und einem Ordnerschrank. Nun muss der PC raus. Kommt in den Flur, vors Klo (die Idee hatte TH BEVOR sie schwanger wurde…). Der Crosstrainer? Keine Ahnung, der passt weder in den Flur, noch ins Schlafzimmer (grübel). Beginne gerade zu begreifen, warum nahezu alle Leute ne Schrankwand besitzen. Wir finden Schränkwände doof. Für Bücher gibts schließlich Regale. Aber nun sickert gerade Erkenntnis durch. Schrankwände bieten Stauraum! Blöderweise werden die dadurch nicht hübscher. (stöhn)

Weil wir so gut sind, haben wir vor Wochen ein Schlafsofa geordert.
Für’s Büro.
Das ja nun plötzlich ein Kinderzimmer werden soll.
Ohne Crosstrainer.
Aber mit Schlafsofa.

Tolle Wurst.

T.

Okay.

Donnerstag, 30 September 2010

Fassen wir kurz die Gemütszustände der wissenden Familienangehörigen zusammen:

T. beschäftigt sich quasi LastMinute mit dem Projekt, schnellstens einen Ghettoblaster zu organisieren, damit er seine alten Kassetten mal wieder anhören kann. Prioritäten müssen gesetzt werden. Außerdem findet er, dass ich schon jetzt entscheiden soll, mit welcher Musik ich demnächst einschlafe, damit der (ich zitiere) Schröchel im nächsten Jahr schneller zur Ruhe kommt. Muss ja nicht unbedingt “Rage against the Machine sein”, meint er immerhin. Darf aber Zappa sein.

Nachdem ich mir gestern Curry-Ketchup auf mein Camenbert-Bütterchen geschmiert habe, ist auch er davon überzeugt, dass Doc M. einen guten Job gemacht hat. Obwohl T. mich während der Insemination mit einem unqualifizierten Scherz so zum Lachen gebracht hat, dass ich überzeugt davon war, diesen Versuch sofort abschreiben zu können.

Die baldige Oma schickt, nachdem sie mitbekommen hat, dass T. für die Namensfindung zuständig sein wird, SMSen um Mitternacht, in denen sie ihn mit Alternativvorschlägen davon abzubringen versucht, das Kind Fritz, Thore oder Faxe  zu nennen.

Die baldige Tante spricht davon, nun endlich Jacken mit Öhrchen kaufen zu können. (!?!)

Freunde haben mich mit einer Umstandshose und einer Flasche Robby Bubble beglückt – den Champagner haben sie sich freundlicherweise mit T. hinter die Binde gekippt.

Ich für meinen Teil habe schmerzende Hupen, einen grandiosen Appetit, kann die Lage noch nicht ganz begreifen, aber fühle mich sehr entspannt auf meiner kleinen rosaroten Wolke.  Kann noch nicht mal mit meinen HCG-Werten aufwarten, weil T. danach erstens nicht gefragt hat und die Dame am Telefon bei seinem zweiten Anruf keine Angaben machen konnte, die über das Faktum “Sie sind schwanger” hinausgingen. Reicht ja auch.

Nehmen wir am Montag einfach nochmal Blut ab und verlassen uns darauf, dass alles seine Richtigkeit hat.

Und danach müssen wir uns irgendwie mal in Richtung Ultraschall wagen – womöglich werden es zwei, das würde uns dann mal vollkommen aus dem Konzept bringen.

Ihr Hasen, ich danke Euch für die vielen Glückwünsche – ich bin ganz gerührt über so viel Freude.

Bis demnächst,

Eure Tante

Bluttest: Schwanger.

Dienstag, 28 September 2010

Jetzt glaubt’s auch TPunkt.

Nicht zu fassen, das Lotterleben ist vorbei.

Ich melde mich später noch einmal – mir fehlen drei bis vier Mützen Schlaf.