Tante Heinz in Stichpunkten

  • Anfang Dreißig
  • aufgewachsen in sehr heiler Welt in NRW
  • hat sich beruflich in den pädagogischen Bereich begeben, obwohl ihr von ihrer Großmutter schon im Kindesalter gesagt wurde, sie solle lieber zur Bank gehen, da verdiene sie wenigstens anständig
  • die Großmutter war ganz schön schlau, kann Tante Heinz aus heutiger Sicht sagen
  • während der Semesterferien Begegnung mit T., ausgerechnet in ihrem Heimatort, wo sie eigentlich gar nicht mehr hinwollte
  • Verstoß gegen jegliche Prinzipien, sprich Rückkehr nach NRW in ein Dorf mit (immerhin) einem Bäcker, einem Metzger und teils sehr seltsamen Bewohnern
  • seit 1997 mit T. in wilder Ehe bis zu dessen Heiratsantrag, an den beide nach 7 Jahren nicht mehr geglaubt hätten
  • Heirat tatsächlich noch im gleichen Jahr – Familie genauso erstaunt wie wir selbst
  • seither Kinderwunsch
  • seither (noch viel schlimmer) Erwartung eines baldigen Wurfs innerhalb der nahen und weiten Umgebung, denn wenn man heiratet, hat man sich auch fortzupflanzen (schreit so langsam nach Klärung…. Aber erst wenn wir hieb- und stichfest wissen, was Sache ist.. )
  • Tante Heinz ist seit fünf Jahren selbstständig und dementsprechend öfter mal etwas gestresst, Hauptklientel: eigentlich Kinder, aber momentan eher deren Eltern
  • Stressbewältigungsmaßnahmen: Neben T., der sie regelmäßig und gottseidank auf den Teppich holt, wenn’s zu bunt wird: Viel Lesen, schnurrende Katzen (Anzahl: 2, Charakter: anspruchsvoll) auf dem Schoß bewirken Wunder, Stricken (…tatsächlich, Stricken entspannt…..es sei denn, es findet in Verbindung mit anspruchsvoller Katze statt… ), Musik (….mittlerweile nur noch hören, früher wollte sie das Ganze mal studieren, hat sich dann aber doch umorientiert… ); Schreiben; das ganze Grün um sie herum findet Tante Heinz auch sehr schön, manchmal muss sie aber für ein Wochenende in deutsche Großstädte entfleuchen, um sich danach wieder an Bäumen erfreuen zu können (wunderbar möglich, wenn man die Verwandt- und Bekanntschaft strategisch günstig in Deutschland verteilt… )
  • Seit Neuestem besucht sie in unregelmäßigen Abständen ein Sportstudio, in dem sie dafür sorgt, dass der Rücken gerade bleibt, da ihr aufgrund ihrer Körperlänge gerne mal ein Bandscheibenvorfall prophezeit wird, außerdem trägt die Klientel in diesem Sportstudio zu ihrem abendlichen Amusement bei…
  • Tante Heinz liebt schwarzen Humor, T. auch, deswegen passen die beiden auch so gut zusammen; bei Außenstehenden sorgen ihre Unterhaltungen jedoch regelmäßig für Verwirrung.
  • Tante Heinz ist eigentlich sehr umgänglich, lediglich bei lauten Menschen ergreift sie die Flucht (…leider ist ihr das nicht immer möglich…. ) Gerne unterhält sie sich über Banalitäten, hat sie die Wahl, bevorzugt sie allerdings etwas tiefsinnigere Gespräche.
  • Falls das mit dem Kind nicht klappt, ist es beidseitig beschlossene Sache, dass stattdessen ein Wohnmobil und ein Bearded-Collie ins Haus kommt (….wohl wissend, dass eingefleischte Mütter gerade die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Allerdings findet sie es sehr vernünftig, für alles eine Alternative bereitzuhalten … )
  • Bis vor kurzem schrieb Tante Heinz handschriftlich ihr Leben auf, weiß aber seit ein paar Tagen, dass sie bloggen ganz praktisch und – angesichts der Sermone, die sie gerne zu Papier bringt – ausgesprochen umweltfreundlich findet.
  • Seit 10/06 steht die Diagnose Azoospermie
  • Seit 03/07 steht die Diagnose Klinefelter-Syndrom
  • Ein paar Spermien hat man bei der TESE trotzdem gefunden, ausreichend für ein bis zwei Versuche. Ein Hoch auf Doc Schulze mit seinen Goldfingerchen. *verneig*
  • Erste ICSI 07/07 negativ
  • Nächste ICSI geplant für Mai 2008.
  • Weil Planungen bei uns grundsätzlich nichts werden, nächste ICSI erst im Oktober. Ein bis zwei bis drei Zystchen kamen dazwischen, von denen zwei gar keine waren. Aber man gönnt sich ja sonst nichts.
  • Oktober 2008. D-Day. 12 Eizellen, dafür keine Spermien in unserem kostbaren Gewebe. Wieso nicht einfach fünf Eizellen und sieben Spermien? Wie drückt man möglichst galant aus, dass wir die Schnauze voll haben und uns alle mal den Buckel herunterrutschen können? Keine Ahnung. Galant war ich noch nie.