Krankenschwester humorlos,

Gynäkologin humorlos, Anästhesist humorlos.

Das ist die Quintessenz des heutigen Morgens und zeigt: Tante Heinz lässt sich in der Heimat die Polypen ‘rausnehmen. Also den Polypen. Der eigentlich gar nicht da ist. Aber am Samstag, als ich noch einmal in der Kinderwunschzentrale war, war er da. Habe selbst ich gesehen. Aber angesichts meines langen Leidensweges (O-Ton Oberärztin, ich weiß gar nicht, was die hat, so leidend habe ich mich gar nicht gefühlt… ) schauen wir morgen mal ‘rein und sehen, was Sache ist.

Boah. Zum ersten Mal in meinem Leben lasse ich mich operieren und muss danach nicht zwei Stunden im Auto verbringen. Wie aufregend.

Der Anästhesist war weder hübsch noch besonders sympathisch; ich habe ihm vorsichtshalber gesagt, er soll zeigen, was er kann – wenn es ihm schon optisch nicht gelingt. Zuvor hatte er mir eine Rückenmarksnarkose angeboten, deren Sinn ich jetzt irgendwie nicht verstanden habe. Drei bis fünf Stunden querschnittsgelähmt einer Gebärmutterspiegelung zuschauen zu dürfen – ich weiß nicht so recht, ob er und ich dieselbe Vorstellung von gutem sauberen Spaß haben.

Den Spaß vollends verdorben habe ich dem Verein, als ich ihnen steckte, als Privatversicherte nur allgemeine Krankenhausleistungen abgesichert zu haben – da waren sie offensichtlich enttäuscht, denn sie hatten bereits das Einzelzimmer für mich mit Blumen, sechslagigem Klopapier und der Cosmopolitan ausgestattet.

Chefarzt abbestellt, ätschibätschi, Tante Heinz. Jetzt kann man wahrscheinlich froh sein, wenn man nach dem Eingriff überhaupt etwas zu Futtern bekommt.

Verweildauer bis zum späten Nachmittag. Das wiederum halte ich für absolute Übertreibung. Eigentlich dachte ich, T. packt mich ein und wir fahren danach lecker Frühstücken. Wie sonst immer. Neee – entlassen wird erst nach stündlicher Blutdruckkontrolle, einem Gang über’n Flur und einmal unter Aufsicht pinkeln. Weiß nicht, ob ich das bis 11 Uhr hinbekomme.

Das Aufklärungsgespräch zumindest war töfte. Obwohl die Damen ja irgendwie wussten, dass ich das bereits zweimal durch habe, haben sie es mir nochmal erklärt, Skizzen gemalt und das Erklärte noch einmal protokolliert. Ich weiß ja nicht, ob das jetzt so sein musste, oder ob es einfach nur war, weil die sehr junge Ärztin ein bisschen üben sollte.

Sie war so ein bisschen zum Muttergefühle entwickeln. Der US hat echt lange gedauert und ich habe nur in sehr wenigen Augenblicken meine Gebärmutter sehen können. Aber der Oberärztin, die daneben saß, hat’s anscheinend gereicht. Um keinen Polypen zu sehen.

Ich hoffe nur, dass das Mädel morgen nicht das Operationswerkzeug zur Hand nimmt. Den Gedanken fände ich jetzt ein bisschen gruselig.

Die machen das da ganz geschickt und verteilen nur zwei Termine an alle Damen, die operiert werden wollen. Am Anmeldetag um 11 Uhr, am OP-Tag um 7 Uhr. Heute saßen wir wie vier Hühner auf der Stange im Warteraum neben dem Kreißsaal, konnten uns am Stilltee gütlich tun und hatten alle nach zwei Stunden die Nase voll. Immerhin wurde es irgendwann richtig lustig.

Morgen treffen wir uns alle nüchtern um 7 Uhr wieder und wissen jetzt schon, dass mindestens eine die Doofe sein wird, die bis 12 Uhr darben darf. Vielleicht sollte ich meine heitere Gelassenheit und die Freude auf eine Mütze Schlaf zu Hause lassen und so tun, als würde ich aufregungsbedingt kurz vor dem Kollaps stehen. Das könnte meine Chancen, um 8 Uhr auf dem Tisch zu liegen erhöhen. Aber so wie ich die Kolleginnen von heute einschätze, werden wir das morgen alle vier probieren. Das riecht nach Hauen und Stechen.




1 Kommentar to “Krankenschwester humorlos,”

  1. iri schreibt:

    Viel Erfolg! Dass sie das, was nicht in die Gebärmutter gehört, rausholen und dass danach endlich Ruhe ist!

    LG, die iri

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