Hang down your Head…

…Tom Dooley….
Irgendwie oder so ähnlich ging ein Lied das zuerst amerikanische Soldaten im einzigen Krieg auf heimischem Boden gegröhlt haben, bevor der kleine T. zum Orgelspielen verdonnert wurde und selbiges auf einer frühen Heimorgel zum Besten geben musste.

Hang down…

Jop. Wo zur Hölle sind meine kompletten 2 Sätze Bohrer bloß hin? Je weiter der Umzug der Normalität anheim fällt, je dünner wird meine Ausstattung. Wieso hämmert meine blaue Boschmaschine nicht mehr? Nun versuche ich mit meinem alten 400 Watt Mövchen die Bohrer in den Fenstersturz zu zimmern und habe den Eindruck, dass Meißeln erfolgreicher wäre.

Ok. Die Küche ist nun fertig. Die zweite Arbeitsplatte wurde von IKEA organisiert und auch das maßgeschneiderte Regal sitzt sicher. Der Elektrikermeister zickt noch rum. Der Vollpfosten, der Verteilerdosen nach dem tapezieren so ausstattet, wie man es vor dem tapezieren tun würde und nun kluge Ratschläge gibt. Tante und ich eifern darum, wer dem Typen beim nächsten Zusammentreffen mit Brachialarroganz den Tag versauen darf. Die Wohnung ist schmutzig, weil wir putzen derzeit noch nicht ganz einsehen können. Nein, sie ist nicht mehr versifft. Der Schmodder der Vormieterin wurde vorm Umzug rausgekratzt. Aber Baudreck. Staub und so.
Die Stereoanlage steht. Das wiederum ist extrem wichtig für mein Seelenheil. Der Plattenspieler hat einen richtig guten Platz erhaschen können und wurde bereits ausgiebig getestet. Von mir und von Nr. 34360. Der schwarzbunten Kuh am Gartenzaun, die Pink Floyd live ebenso geil findet wie ich. Zumindest habe ich den Eindruck. Oder warum kommt eine Kuh über die längste Wiese des Dorfes getrabt und baut sich direkt vor meinem Gartenstuhl auf während Mr. Gilmour die alte Fender Stratocaster in gewohnt ansprechender Weise quält?

Vielleicht findet Nr.34360 Pink Floyd auch richtig doof. Aber nach einem halbstündigen Zwiegespräch habe ich den gegenteiligen Eindruck.

Das Wohnzimmer ist – zumindest möbeltechnisch – fertig. Die Couch steht dort wo sie hingehört, alle Möbel sind drin. Der Ofen steht dort wo der Anschluss ist, ist aber noch nicht getestet. Ohne Oberteil sieht der frisch restaurierte Schrank aus dem Harz noch sehr unfertig aus und die Finger jucken das Schätzchen endlich fertig zu machen. Das alte Röhrenradio von 1952 wird einen Ehrenplatz bekommen und darf uns zukünftig mit seinem Sound verwöhnen – denn, Hand aufs Herz – der Sound von der alten Kiste ist der Oberhammer. Abgesehen davon, dass das Gerät nach Schwiegervaters Restauration ein echter Hingucker ist. Schnickeldi fehlt noch. Ihr wisst schon, dieses Gelumpe das sich allenthalben ansammelt und die Regale ziert und zeigt dass die Wohnung bewohnt ist. Das Schlummerzimmer ist fertig. Das vorherige war schon gut, aber mit diesem haben wir uns selbst übertroffen. Dieselben Möbel, abgesehen von einer neuen Kommode, aber andere Farben. Einfach toll.

Das Bad. Nun es ist nicht optimal, da kleiner als das Alte und der endbeknackte Elektriker hat die Leitung abgeknipst, an der ich eigentlich einen Ventilator installieren wollte. Die Kacheln sind 60er Jahre tiefgrün und mit Bohrlöchern gesprenkelt. Wie man es fertig bringt in Kacheln, statt in die Fugen zu bohren, verstehe ich nicht. Aber mit 1qm Spiegel und schickem IKEA Doppelwaschbecken samt Zubehör haben wir das Beste draus gemacht. Nun suche ich noch Badezimmerfarbe Typ “Elefantenhaut”. Die Kacheln sind arg tief und beim Duschen wird die Wand nass. Also gedenke ich dort einen Gummibelag aufzupinseln, habe das Optimum nur noch nicht gefunden.

Wer da was weiß, bitte Info hier im Blog.

Tante mag einen möblierten Flur. Hat sie mir gesagt. Im 13ten Jahr unserer Bekanntschaft. Nun haben wir einen regalisierten Flur der unsere Bücher Beherbergt. Und die CD’s. Die stehen vorm Klo im Regal. Eigentlich ist der Flur nun so gemütlich wie ein Zimmer. Da hatte die Tante eine gute Idee. Das ehemalige Büro – wir nennen es zunächst das “Ehemalige”, denn es ist als Kinderzimmer geplant (aber wir vermeiden diese Bezeichnung noch ein wenig) beherbergt noch ein paar Kartons und demnächst den PC. Nach langem lamentieren habe ich dem “Outsourcing” zugestimmt und wir haben sogar einen PC-Sekretär gekauft. So eine hässliche Kiste die die ganze Peripherie schluckt. Tante ist der Meinung dass so ein PC-Platz möglichst unbequem sein muss, damit ich beim Zocken einen krummen Rücken kriege. Nun denn. Pünktlich zum Umzug ist die Grafikkarte an Katzenhaaren erstickt. Seitdem steht der PC bei C. im Keller, der es vermutlich gar nicht fassen kann, dass man nun fast einen ganzen Monat ohne PC auskommt – oder ohne WOW. Mittlerweile fehlt er tatsächlich, denn die ganze Vereinsmeierei erfordert viel Schreibkram und ich sollte den PC bis nächste Woche aufgebaut haben. Sonst wirds kritisch.

Heute ist der Tag an dem wir Blut nach GÖ schicken sollen. Tante hat aber ein schlechtes Gefühl. Und damit verbunden schlechte Laune. Ich mag schlechte Laune nicht. Vor allem nicht in diesem Kontext. Aber wir haben beschlossen noch einen Tag dranzuhängen, verharren in Hochspannung und bemühen uns um Contenance.

Wir sitzen im Garten, wundern uns darüber dass sich die Anzahl der piepsenden Vögel anscheinend verzwölffacht hat, fragen uns ob der Sumpf in Sichtweite wohl die Mückenpopulation stark erhöht und warum die puschelige Kohlmeise unter unserer Gartentreppe sitzt. Vorgestern abend habe ich einen Steinmarder gesehen und kräftig erschreckt. Ich könnte schwören dass ich ihn nur beim Weglaufen hoppeln gehört habe. Und wenn, dann ist er bei den Autos gestartet. Also Obacht, bevor uns der Bursche die Kabel durchknuspert. Mardermittel die funktionieren gibt es anscheinend keine, angepriesene Möglichkeiten aber viele. Die Varianten gehen von Hundehaaren im Motorraum über Drahtgewölle im und unter dem Motor bis hin zu Marderduft, der dem Neuankömmling vermmitteln soll, dass ein riesengroßer Riesenmarder den Wagen bewohnt.

Wie bei der Elefantenhaut: Wer etwas gegen Marder weiß, bitte Info hier im Blog.

Blöderweise muss ich morgen nach Bayern. Ein Kundenbesuch. Der Kunde sagt nicht was er eigentlich will und ich habe genügend Bratz um vorsorglich in alle Richtungen auszuteilen. Ich bleibe über Nacht in einem Hotel und habe eigentlich gar keine Lust dazu. Aber ein Kollege fährt noch mit und wir werden wohl das Beste daraus machen….

Ich verziehe mich nun wieder in die Vorbereitung meines Kundenbesuches und bemühe mich es nicht Tom Dooley gleichzutun.

T.




1 Kommentar to “Hang down your Head…”

  1. DIDI aus Bääärlin schreibt:

    Zur “Elefantenhaut” …

    Klick Dich mal hier rein => http://www.caparol.de/site/lang__de/5774/ug1__653/ug2__654/ug3__655/transparentwasserverduennbar.aspx

    Diese “Elefantenhaut” kann auch zur Versiegelung genommen werden. Wir haben die Tuppe ebenfalls für die Wand über den Badfliesen hier stehen. Ich habe mich aber noch nicht getraut, sie komplett zu streichen. Ob es so gut ist, praktisch das ganze Bad zu versiegeln ?

    Ich weeeß noch nicht …

    Aber das trifft sich ja gut. Ihr probiert es aus und ich ziehe nach einem halben Jahr Erprobungszeit ggf. hinterher … ;-)

    LG DIDI

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