So.

Hier sind wir wieder. Umziehen ist toll. Die Nerven liegen blank, die Kistenböden brechen durch, überlebenswichtige Akkus von Bosch tauchen nicht mehr auf und Mitte letzter Woche habe ich gedacht: “Ja, Tante Heinz. Daran gehen also Beziehungen kaputt.” Theoretisch. Also unsere jetzt gottseidank nicht. Denn ein guter Geist hat uns gefragt, ob es richtig sei, dass da ein Hufeisen über unserer Haustür hinge. Mit der Öffnung nach unten.

Man glaubt gar nicht, wie schnell T. den Hammer hervorgekramt hatte, um dem Ding eins über die Löffel zu geben. Ich für meinen Teil hatte das Ding nie bemerkt.

Seither klappt alles töfte. Bis auf die Tatsache, dass Herr Erklärbär abgetaucht ist. Er hat sich am Umzugstag noch die Mettbrötchen mit uns gepfiffen, und danach ward er nicht mehr gesehen. Meine Schwester meinte sowieso, er hätte ein eher negatives Karma und habe bisher alle Befruchtungsversuche boykottiert. Daher versuchen wir es mal mit einem getippten Aufenthalt im dunklen Obi-Karton und warten auf Mittwoch.

Gardinen vor dem Klofenster wären jetzt schon ganz schön. Da ich meiner Mutter versichert habe, dass ich nicht gedenke, da irgendetwas vorzuhängen – die Maße sind einfach so ätzend und es schrie nach teurer Maßanfertigung – hat sie beschlossen, dass sie es nicht überlebt, wenn ihre Kinder vor der 300m entfernten Nachbarschaft die Hosen ‘runterlassen und beim örtlichen Innenausstatter Gardinchen anfertigen lassen. Die allerdings auf sich warten lassen.

Deswegen verrichten wir unser Geschäftchen erst, nachdem wir uns in gebückter Haltung die Hose aufgemacht haben. Kein Dauerzustand, das gebe ich ehrlich zu.

Ansonsten ist alles super. Wir haben beim Auszug den Kühlschrank auf’s Laminat fallen lassen und testen gerade die Qualität unserer Haftpflichtversicherung. Da das Hufeisen ja nun weg ist, scheint es wirklich so zu sein, dass sie uns den Schaden ersetzen. Wow.

Wir gehen aus dem Wohnzimmer in den Garten und bekommen Besuch von Gimpel, Buchfink und Amsel, die noch nicht wissen, dass ihr letztes Stündchen bald leider geschlagen hat – schließlich sitzt die Katze schon vor dem Fenster und scharrt mit den Hufen. Aber vielleicht sind sie ja auch pfiffig und gehen in Deckung.

Abends kommen die drei Kühe vorbei, die man auf der Wiese neben uns geparkt hat. Und weil die Wiese ganz schön groß ist, werden sie uns wahrscheinlich den ganzen Sommer beehren. Nummer 43560 kommt allerdings auch vorbei, wenn T. Pink Floyd hört – da scheint eine Art Seelenverwandtschaft zu bestehen. Ich begnüge mich damit, ihnen die Kornblumen in den Mund zu stecken, die ich vorher aus dem Garten gerupft habe, denn Kornblumen sind zwar hübsch, aber diese Kornblumen kann man getrost als Unkraut bezeichnen.

Wir sind mittlerweile dicke Kumpels geworden, sie schlafen neuerdings direkt vor unserem Schlafzimmerfenster und wir freuen uns, dass es nun so warm wird, denn dann kommen bestimmt auch viele Rinderbremsen zu Besuch, die mag Herr T. ganz besonders gerne.

Nächste Woche ist Premiere – T. fährt über Nacht weg und ich bin gedanklich schon dreimal geklaut worden, schließlich wohnen wir nun ebenerdig und das ist ein echtes Novum. Selbstverständlich schickt ihn sein Chef am Mittwoch fort – da kann ich mich dann alleine mit einem Schwangerschaftstest vergnügen. Aber vielleicht hält mich dieser Umstand auch davon ab, über Einbrecher und fehlende nicht vorhandene Wertgegenstände – mal abgesehen von meiner Person – zu philosophieren.

Cool, T. ist wach. Der samstägliche Einsatzplan kann erstellt werden. T. ist nämlich in den letzten Wochen zum großen Organisator mutiert, der mit den dicken Fäden in der Hand. Ich muss ihn irgendwie davon überzeugen, dass unsere Einsätze heute draußen stattzufinden haben.




2 Kommentare to “So.”

  1. Sheepchen schreibt:

    mmh.. Was ist wenn vor dem SST Einbrecher sämtliche SST und alle finanziellen Mittel stehlen?!

    Ach, ich glaub nicht, dass dich einer klaut.. ;)

  2. *sunsally* schreibt:

    Mein Mann sagt immer zur mir: “Wer Dich heute klaut, bringt Dich morgen wieder!”

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