“Das schönste Geschenk für einen Mann ist eine schweigende Frau.”
Daran habe ich mich gehalten und keine Kinkerlitzchen zum Geburtstag verschenkt, sondern einen Hals, aus dem nur noch ein Kratzen ertönte. Da konnte ich auch gleich ruhig sein. Auf freiwilliger Basis quasi.
Wenn einem von offizieller Seite jedoch ein viertägiges Sprechverbot auferlegt wird, dann ist das etwas vollkommen Neues. Beruflich passt’s irgendwie so gar nicht. Privat noch weniger.
Ich bin nun wirklich niemand, der permanent reden muss. Aber die Schwierigkeiten beginnen schon beim Zuhören. T. erzählt und ich muss mir jedes “Mhm” verkneifen. Sehr einseitig das. So schwer habe ich mir das gar nicht vorgestellt.
Körperlich geht’s mir töfte. Mein Blutdruck ist sowas von gut, dass alle medizinischen Fachangestellten (so heißt das korrekt, habe ich gelernt) vor mir niederknien, wenn ich zum Überprüfen in die Praxis schneie.
Nur der Hals – der macht Zicken. Zum ersten Mal in meinem Leben. Wie mir so vieles seit zwei Jahren zum ersten Mal in meinem Leben passiert. Vielleicht sollte ich einfach akzeptieren, dass der Zahn der Zeit an mir nagt. Hrhr.
Naja. Bis Sonntag halte ich das durch. Und Sonntag abend mache ich einen kleinen Test-Zwo-Drei-Vier. Und dann wird mein Stimmchen wieder glockenhell ertönen und ich kann mir den zweiten Besuch beim HNO ersparen. Wobei – er hat ein paar Qualitäten, die mich eventuell doch wieder auf seinen Mörderstuhl treiben könnten. Erstens musste ich nicht würgen – das ist nicht selbstverständlich mit einem Rohr von gefühlten zwanzig Metern im Hals.
Und zweitens ist er größer als ich. Das alleine zeichnet ihn eigentlich schon aus. Ich hatte mal einen Hausarzt, der meine Größe bestimmen musste. An so einem Metermaß, dass an der Wand befestigt war. Von oben musste er einen Balken auf meinen Kopf herunterschieben, und das war ein echtes Problem. Noch problematischer war meine Frage: “Kommen sie ‘dran?” und im Anschluss daran seine Antwort: “Nun werden Sie mal nicht frech.” Unser bis dato nettes Verhältnis war von diesem Zeitpunkt an gestört.
Allerdings hat er einen wirklich ekelhaften Beruf. So viel Sabber, Schleim und Rotz kann man doch eigentlich nur aushalten, wenn irgendetwas im hübschen Medizinerköpfchen nicht stimmt.
“Leiden Sie unter vermehrter Schleimbildung?”
“Jupp.”
“Woher kommt der Schleim, von oben oder von unten?”
Okay, er will’s genau wissen. Ich spare mir die Nachfrage: “Definieren Sie bitte unten.” und antworte brav: “Von oben und unten.”
“Welche Farbe hat der Schleim?”
“Gelb.”
Ich war eigentlich auf weitere Nachfragen gefasst, so álà: “Sonnengelb oder senfgelb?” aber scheinbar war sein Wissensdrang gestillt und er begann, Verhaltensanweisungen aufzuzählen und den Rezeptblock auszufüllen.
Zum Schluss sind wir beide gemeinsam nochmal an die Deckenlampe gestoßen und ich habe mich schnellstens aus dem Viren- und Bakterienpfuhl verabschiedet.
Im Übrigen ist der Kommentar “Sie haben eine sehr schöne Nase.” HNO-ärztlicherseits ungefähr beim Gynäkologenspruch:”Sie haben eine tolle Gebärmutterschleimhaut.” anzusiedeln, was die Schmeichelhaftigkeit betrifft. Schließlich meint er die von innen betrachtete Nase. Wie widerlich ist das denn, bitte?
Vor ein paar Jahren habe ich mal eine Einladung zur Schweigewoche inklusive täglicher indianischer Schwitzhüttenzeremonie bekommen. Das wäre jetzt genau das Richtige.
Mangels Schwitzhütte gibt’s dann doch nur die Schweigewoche in trauter Zweisamkeit mit dem Inhaliergerät. Und auch nur ‘ne Halbe. Das muss dann wirklich reichen.
Wahrscheinlich werde ich bald mit meinem Blog zum Umzug gezwungen – eindeutig zuwenig Kinderwunsch, zu viele nichtgynäkologische Krankheiten. Aber so ist das eben gerade. Lernen kann man hier nun wirklich überhaupt gar nix.
Vielleicht ändert sich das ja irgendwann mal wieder. Wenn’s nach mir ginge, könnten wir so langsam anfangen. Aber gottseidank geht es nicht nur nach mir.
Freitag, 27 Februar 2009 um 2009-02-27T15:10:37+01:000000003728200902
Uuuuuuaaaaaah! Ich schmeiß mich hier schon wieder weg! *lach*
Büdde büdde Tante Heinz – nicht zum Umzug zwingen lassen!
Im übrigen warte ich – und bestimmt auch viele andere – auf das Erscheinugsdatum deines ersten Buches
Auf jeden Fall wünsche ich dir erst mal gute Besserung. Übel übel wenn man nicht mal eben losplaudern darf wie man möchte.
Und Glückwunsch nachträglich auch an T. Wie hat er denn auf sein Geschenk reagiert?
LG
Rübe
Samstag, 28 Februar 2009 um 2009-02-28T08:42:53+01:000000005328200902
Auch von mir nachträglich herzlichen Glückwunsch an T. und hoffentlich darfst Du bald wieder Dein Stimmchen erheben.
LG, Annette
Samstag, 28 Februar 2009 um 2009-02-28T20:43:58+01:000000005828200902
Oh,ja ! endlich mal was zum tod-lachen-abschalten-freuen-und-mitleiden, aber nicht “im kiwu-Sinne”!
Herzlichen Glückwunsch auch von uns nachträglich zum T.GT! So ein gutes Geschenk wird mein Mann nicht bekommen, ne-ne
Mensch, die 20m-Ding möchte ich mir lieber nicht vorstellen!
ich wünsche Dir gute, schnelle, schmerzenlose Besserung!
Sonntag, 1 März 2009 um 2009-03-01T10:18:33+01:000000003331200903
Happy Birthday nachträglich lieber T.!
Und dir liebe TH ganz schnell gute Besserung!!!
Könnt ihr uns mal eure Anschrift mailen? Haben Post für euch!
Viele liebe Grüße!
Nadja (die Do. noch in Reha fährt und dann wieder fit sein will!*g*)
Mittwoch, 4 März 2009 um 2009-03-04T12:04:33+01:000000003331200903
Bin ab heute weg. Solltet ihr die Anschrift schicken wollen, tut das doch bitte an G.s E-Mail, weiß nicht, wieviel Internet ich da habe…
Ganz liebe Grüße! N.
Montag, 9 März 2009 um 2009-03-09T10:40:52+01:000000005231200903
liebe Tantchen- ich bin 66666-Besucher auf deiner Seite! Kriege ich die Socken,büdde?*g*
Montag, 9 März 2009 um 2009-03-09T17:30:20+01:000000002031200903
Hrhr… Herzlichen Glückwunsch, Ihre Schuhgröße und Farbwünsche, wenn ich bitten darf, Frau Stolbist.
Hoffentlich kommst Du jetzt nicht mit Schuhgröße 44, sonst dauert das zu lange.
Montag, 9 März 2009 um 2009-03-09T20:56:39+01:000000003931200903
Juhuuu! Ich bin ein Glückpilz! Trala-ala-lala! Du aber auch *g*: ich habe Schuhgröße 38! Farbwünsche (darf ich austoben?) – R_O_T
YES!!!! lebenlang habe ich geträumt, kuschelige rote Socken zu haben
Wenn Du irgendwann mal mein 66666-Besucher bist (da werden wir sicherlich beide bereits Omas), spendiere ich Dir ……hmmm….die Rückemassage, versprochen
Dienstag, 10 März 2009 um 2009-03-10T07:44:06+01:000000000631200903
Dicke rote Kuschelsocken, also gut. Es wird aber ein bisschen dauern – ich erstatte Bericht. 39 ist prima, das ist meine Lieblingsgröße.
Viele Grüße,
Deine Tante