Archive forJuli, 2008

Das Eichhörnchen..

…ernährt sich bekannterweise mühsam. Nach einem 38-Tage Zyklus durfte ich heute tatsächlich zur US-Kontrolle.

Rechts wie gewohnt toll. Links wie gewohnt nicht so toll. Immerhin toller als beim letzten Mal. Eine weg, eine noch da. Mit 1,2 cm eher ein Zystchen, aber ein zähes Ding.

In der Kiwu angerufen, um das zu erfragen, was ich eh schon wusste. Wir schieben einen fluffigen Pillenmonat ein. “Ob ich wohl schon mal am 21. ZT ein bisschen Nasenspray nehmen könnte?” “Nein, Frau Tante. Sie machen das jetzt mal schön, und dann rufen Sie wieder an.” Na gut. Hätt’ ja sein können…

Immerhin ist sie nicht rosa mit ner lachenden Fünfzehnjährigen auf dem Beipackzettel, sondern sieht fein medizinisch aus.

Werde mir heute abend trotzdem eine kleine Monsterfratze auf das Pillenblisterdings malen. Einen Monat nehme ich den Kram, danach hat aber auch wirklich Feierabend zu sein.

In der Kiwu gab’s anscheinend heute einmal Schlafmohn für alle. Nachdem ich beim ersten Telefonat schon das Gefühl hatte, es läge eine gewisse Müdigkeit in der Luft, hat die zweite Dame meine Theorie bestärkt. Hätte ich vorher vor Elan gesprüht, spätestens danach wär’s vorbei gewesen.

Im Übrigen habe ich den Frauenarzt gewechselt, weil ich heute leider keine Zeit hatte, wieder fünf Stunden im Wartezimmer zu verbringen. Neben der Tatsache, dass ich mal wieder unser Geschichtchen auf den Tisch werfen durfte, fand ich es sehr angenehm, von meinem Gegenüber keine mitleidigen “ArmesTantchen”-Blicke zu bekommen.

Männer sind da anscheinend nüchterner. Sehr schön.

Schön auch die Tatsache, dass man daran erinnert wird, einfach mal wieder eine stinknormale Vorsorgeuntersuchung wahrzunehmen. Kann er haben.

Lediglich den Begeisterungsrufen über meine Gebärmutterschleimhaut konnte ich nicht zuvorkommen. Täglich grüßt das Murmeltier. Aber weil ich mich ja nun offensichtlich am 2. ZT befand, war’s dann aber auch schnell wieder gut mit der Euphorie. “Der Aufbau dieser Schleimhaut schreit nach einer Schwangerschaft.” Mhm, ist klar. Mal sehen, zu welch’ poetischen Äußerungen er sich nächste Woche hinreißen lässt. Da sollte davon ja hoffentlich nicht mehr viel übrig sein.

So. Und weil hier im nächsten Monat nicht viel passieren wird, wird auch hier erstmal eine kleine Pause eingeschoben. Geht mal alle hübsch davon aus, dass es uns gut geht, ich brav meine Pille nehme, damit ich nicht schwanger werde und wir ansonsten weiterhin die Nase voll haben.

Aber das ist ja nicht Neues.

*winke*

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Zwischenstand

Wir warten. Wir warten seit einer Woche auf den zweiten Zyklustag. Anscheinend läuft in Tantens Unterleib nun alles aus dem Ruder und nichts funktioniert mehr auch nur ansatzweise nach Plan. ZT 35. Das hatte ich noch nicht mal unter der DR.

Was dazu führt, dass wir beleidigt sind.

T. hat keinen Bock mehr. Ich habe keinen Bock mehr.

War unser grobes Ziel Anfang des Jahres noch bei Mai, sind wir nun schon am Ende des Julis angelangt und haben die waghalsige Option auf einen Stimustart Mitte September.

Wäre ja schön, wenn es wenigstens dieses Jahr noch klappen könnte. Immerhin ist der Eigenanteil der PKV durch geschätzte 100.000 Ultraschalluntersuchungen mittlerweile mehr als überschritten. Ein paar ICSI-Rechnungen kämen mir da gerade Recht.

Es ist doch wirklich zum Kotzen.

Und deswegen gibt’s den Text jetzt auch in Depressiv-Türkis. Eine Farbe, die die Welt nicht braucht.

Ungefähr genausowenig wie ein Doppelpack Gewächse am Eierstock, die verschwinden oder auch nicht, Hormone, die plötzlich verrückt spielen oder auch irgendwie nicht, schmerzhafte US-Untersuchungen an ekligen Zyklustagen, depressiv verstimmte Tanten und solidarisch deprimierte T.s.

Ich glaube, es gibt doch ‘nen Hund. Oder ich eröffne ein Waisenhaus. Oder ich mach hier alles dicht und schreib’ nen Buch. Bei heruntergelassener Jalousie und einer Pulle Park-Pils.

Verdiene damit richtig Kohle und weiß noch nicht mal etwas damit anzufangen, weil ich dann immer noch kein Kind habe, das ich auf Privatschulen für hochbegabte und überdurchschnittlich gut aussehende T.s schicken kann.

Ist das gerecht?

Nein.

Sehe ich auch so.

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Unkooperativ

Das Jahr 2008 ist noch nicht vorbei, aber die Mitte liegt mir zu Füßen, so dass ich mein Wort des Jahres 2008 bereits gefunden habe:

Unkooperativ.

Dass meine Hoden unkooperativ sind ist ja nun schon hinlänglich diskutiert worden und nicht zuletzt der Auslöser für diesen Blog. Dass Tantchens Eierstöcke nun aber meinen, dass es in unserer Beziehung als elementares Fortpflanzungsorgan zum guten Ton gehört unkooperativ zu sein, ist neu.

Passt aber in diesen Blog.

Klar, Eierstöcke sollen Follikel produzieren. Wenn ich den Doc richtig verstanden habe, sind das auch irgendwie Zysten.  Dass das aber nun so abgeht wie von Tante bereits beschrieben, ist eigentlich nicht geplant und von Tantchens Eierstöcken nicht kooperativ. Hmpf.

Dass Gynäkologen die Gebärmutterschleimhaut ihrer Patientinnen loben ist nicht grundsätzlich schlecht, im Hinblick auf den Gemütszustand einer Klinefelter-Gattin aber nur bedingt erwähnenswert. Der anschließend angepriesene Schwangerschaftstest fällt somit aber klar in die Kategorie “unkooperativ”. (Ich würde es sogar in die Kategorie “dämlich” sortieren!!)

Der Heckenpenner meiner Krankenkasse ist unkooperativ. Im Bestätigungsschreiben sind die extrakorporalen Kosten mal wieder nicht aufgeführt. Am Telefon wollte der mir dann klar machen, dass die sehr wohl aufgeführt sind - bis er sich den Zettel dann noch mal durchgelesen hat. Upsi! Pflichtschuldigst wurde ich dann auf das Schreiben vom letzten Jahr verwiesen. Eigentlich hätte er sich dann die Tipperei sparen können und das Gleiche mit neuem Datum nochmal verschicken können. Mal sehen ob das wieder so ein Theater wird wie beim ersten Versuch. Abgerechnet wird schließlich am Schluss.

Lilly, unsere Katze, ist unkooperativ. Warum die sich nur von uns anfassen lässt ist nicht bekannt. Dabei sieht sie soooo puschelig aus mit ihrem fluffigen Fell. Nicht wenige unserer Gäste haben das dringende Bedürfnis dieses Fell zu knautschen und oft werden unsere Warnungen ignoriert. “Wir hatten früher auch Katzen!” Klar, aber ihr hattet nicht Lilly! Lillys Pose ist immer gleich:

Pose 1: Ich bin die Schönste, habe das schönste Fell und bin ein wahrer Handschmeichler!

Pose 2: Fass mich bloß nicht an!

Wir empfehlen Pose 2 ernst zu nehmen. Sie hat scharfe Krallen! Sie schlägt schnell zu und die Krallen gehen immer tief rein. Sie vergisst nicht! Streichelst Du sie im vorbeigehen, wartet sie bis Du sitzt - und zieht dir dann die Krallen über den Arm….

Im Vorbeigehen natürlich - mit einem leichten Schnurren im Hals…

Der Arzt der Tierklinik sagte zur Tante, als sie Lilly abgeholt hat: “Ähem, würden Sie sie bitte selbst aus dem Käfig nehmen?” Der hat also Respekt. Dabei sollte man meinen, dass ein Mediziner für Kleintiere mit selbigen umzugehen weiß. Vorausgesetzt natürlich, dass eben jene kooperativ sind…

Knispel, unsere zweite Katze ist weder kooperativ, noch unkooperativ. Knispel ist 6 Jahre alt, im Kopf aber nicht älter als 3 Monate. Sie weiß wie sie heißt, wo es Futter gibt und geht davon aus dass der Staubsauger sie fressen will. Ich glaube dass sie jeden Tag neu erlebt. Irgendwie wie der Film “Und täglich grüßt das Murmeltier” - allerdings in einem Katzenkopf. Mit den paar erwähnten Ausnahmen ist jeden Tag alles wieder vollständig neu. Mag sein, dass sie sich abends ein paar Gedanken macht, am nächsten Tag in dieser und jener Situation etwas kooperativer zu sein, aber irgendwann in der Nacht gibt es in Ihrem Kopf einen Reset…

Unser PC ist unkooperativ. Der lässt sich nicht erweitern. Ich hasse unkooperative PC’s. Am meisten hasse ich es, wenn ICH das Problem nicht selbst lösen kann und am Ende noch jemanden um Hilfe bitten muss. In dieser Beziehung bin ich unkooperativ.  Tante fallen hierzu sicherlich ad hoc noch ungefähr 200 andere Dinge ein, in denen ich nicht kooperativ bin…

Aber das überlasse ich mal der Tante…

Lilly

T.

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Wenn wir uns schon nicht vermehren dürfen…

…..dann darf es doch wenigstens die Zyste. Findet sie zumindest. Und deswegen ist sie jetzt nicht mehr alleine, sondern hat sich einen gleichberechtigten Partner gesucht. Zwei Zysten à 2,5 cm machen zusammen 5×5cm Masse, die nicht auf meine linke Seite gehört.

Ich habe gar nicht zugenommen. Das sind alles nur Zysten… 

Frau Doktor fand meine Gebärmutterschleimhaut so bemerkenswert, dass sie mir gleich eine Schwangerschaft unterstellte. Öfter mal vor der Untersuchung in die Akte schauen, bevor man Klinefelter-Azoospermie-Ehefrauen solch’ wundersame Hokuspokusfidibusmöglichkeiten offenbart, würde ich mal sagen. Abgesehen davon war sie wirklich nett.

Bin mit Pillenrezept nach Hause gefahren und finde die Welt gerade mal wieder unmöglich.

Nachdem man T. meine aktuellen Blutwerte durchgegeben hat, hat man ihm auch gleich gesagt, dass ich die Pille vorerst in die nicht vorhandene Vitrine stellen darf, denn Östradiol ist zu hoch und Progesteron zu niedrig. Was auch immer das heißt, ich will’s gar nicht wissen. Beginnende Wechseljahre würde zu unserem Jahresverlauf passen. Das muss doch alles noch zu toppen sein, wir haben doch erst Juli.

Nächster Ultraschall nächste Woche irgendwann an ZT 2.

Hm, lecker. Das wird ja noch lustiger als der US an ZT 1.

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Morgen Termin Zystenkontrolle.

Ohne meinen werten Gatten, der den Tierarzttermin so gelegt hat, dass wir uns nicht gemeinsam meine Eingeweide anschauen fahren können. Naja. Normalerweise sind Samstage bei uns terminlich nicht so richtig vollgestopft, deswegen kann ich verstehen, dass er bei der Terminvergabe fröhlich zugesagt hat.

Trotzdem überaus schade. Alleine fahren - blöd. Alleine auf dem Stuhl abhängen - blöd. Alleine durch die Stadt laufen - nicht ganz so blöd, aber mit T. wär’s trotzdem netter.

Beim letzten Mal hatten wir so einen hübschen Tag in der großen weiten Welt. Nun wird’s wieder so’n getrennter Großkampftag.

(Immerhin hat der Tag auf beiden Seiten mit dem Thema Muschi zu tun……….)

(Hab ich das gerade wirklich geschrieben? Ich musste es tun. Es schwirrte mir schon die ganze Zeit im Kopf herum. Außerdem ist das ja mein Blog, da darf ich das. Vorsorglich sollte ich mir trotzdem den Mund mit Seife auswaschen… )

Muss mich mit mindestens einer neuen Hose belohnen, wenn das Zystengedöns weg ist. Und mich mit mindestens einer Hose trösten, wenn es noch da ist.

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Blöd

Die Katze ist krank. Sie hat Magen. Und sie hat so deftig Magen, dass sie gestern in die Tierarztpraxis eingezogen ist.

Schuld an der Magenkrankheit? Tante Heinz. Denn die hat die Pest in Form eines Oleanders auf den Balkon geholt.

Wieso da nicht ‘draufsteht, dass das Dreckszeug giftig ist, kann mir keiner verraten. Ich für meinen Teil wusste es nicht.

Wieso die Katze plötzlich an Giftkram knabbert, kann mir auch keiner sagen. Wir vermuten, da war irgendein Blattglanz-Hokuspokus ‘draufgesprüht, der sie olfaktorisch verführt hat.

Naja. Manchmal kotzen Katzen. Deswegen haben wir uns am ersten Tag keine Sorgen gemacht. An Tag zwei schon eher. An Tag Drei erwischten wir sie beim intensiven Techtelmechtel mit dem grünen Bäumchen.

Da war T. dann auch zum ersten Mal mit ihr beim Tierarzt. Weil T. aber ein Mann ist und die Tierärztin eine Frau, hat sie sich die Vorwürfe aufgespart für meinen Besuch gestern. Die Chef-Tierärztin war nicht da, deswegen mussten wir uns mit der blöden Assistentin vergnügen.

Über die Woche haben wir der Katze Anti-Kotz-Spritzen in den Wanst gejagt (..danke, ICSI, ich bin eine echte Heldin..) und ihr fingerkuppenweise Futter in den Mund gelegt.

Was sie nach 5 Minuten wieder ausgekotzt hat.

Weil das ja nun irgendwie kein Zustand ist, bin ich gestern wieder dort aufgeschlagen. Vor uns: Ein Hund, der vorher eine tote Katze gefressen hatte. Der wiederum hat das Pro-Kotz-Mittel bekommen, damit man danach untersuchen konnte, woran die Katze gestorben ist. Super. Da stieg die Laune. Gottseidank durfte er draußen brechen und nicht auf den Untersuchungstisch..

Eine 0-Sterne-Pension. Doofe Assistenzärztin. Resignierte Katze. Ob der Blicke der Katze in Tränen aufgelöste Tante.

Ein Anruf bei der Tierärztin (…der netten… ) ergab: Sie muss noch eine Nacht bleiben. Sie hing bis mittags am Tropf, hat ein bisschen gefressen und noch nicht gebrochen, soll aber weiter beobachtet werden. Außerdem ist sie zu dick.

Ich hätte mal lieber nicht gefragt, wie sie sich so verhält, denn die Ärztin sagte nach langem Nachdenken: “Naja. Sie ist schwierig. Sie ist eben ein bisschen verstört.”

Jaja. Verstört. Das war das falsche Stichwort für mich. Stelle fest: Ich muss gar keine Hormone nehmen. Gewisse Vorstellungen reichen auch in der hormonfreien Zeit aus, mich niederzuschmettern.

Aber was habe ich erwartet? Wir sprechen von der Katze, die sich von niemandem streicheln lässt, als von T. und mir. Die Katze, die meine Mutter beim Urlaubsfüttern aus immerderselben Ecke und permanent mit dem berühmten Todesblick anstarrt, so dass sie schon von ihr träumt. Die Katze, die dem Heizungsableser von der Fensterbank aus eine auf die Glatze zimmert.

Kein Wunder, dass sie als schwierig bezeichnet wird. Man kann es auch als “gestört” bezeichnen.” Das Wort “verstört” allerdings macht mir eher Sorgen.

Morgen dürfen wir sie vielleicht abholen. T. war gestern schon ganz deprimiert. Offiziell ist es nämlich seine Katze.

Heute abend sollten wir uns tüchtig einen ziehen, dann geht die Zeit schneller rum.

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…Tante Heinz schreibt gerne, aber im Titelfinden ist sie unkreativ - Und wie lang darf ein Titel hier eigentlich sein?…. erstellt von Tante Heinz.
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