Hmpf
Nachdem wir die ICSI im April ja wegen Dauererkältung nach hinten verschoben hatten, konnte ich mich im Mai nun wirklich nicht über gesundheitliche Probleme beklagen.
Wie das blühende Leben bin ich durch die Gegend gehoppelt.
Gestern: Kopf dick. Schnupfen. Ohren zu. Husten.
Alles klar. Scheint wohl mein Schicksal zu sein. Es ist mir vollkommen unerklärlich, wieso ich drei Jahre lang erkältungsfrei überlebe, und mir das Jahr 2008 permanent einen über die Rübe haut.
Apropos Schicksal: Einen Tag, bevor ich mit der Downregulation angefangen habe, meldete sich mein linker Eierstock. Komisch, das hat er bisher noch nie getan. Dachte ich anfangs noch, er würde nur mal kurz ein Lebenszeichen von sich geben, wächst er sich mittlerweile zu einem Querulanten der übelsten Sorte aus.
Sechs Tage reichen, habe ich gestern beschlossen. Wenn ich mir darauf Ende der Woche noch Gonal gebe, wird hier niemand mehr etwas von mir hören, weil ich von einem Tag auf den anderen geplatzt bin.
Meine Frauenärztin ist immer recht gut besucht, daher habe ich ab halb acht versucht, telefonisch mein Leiden zu schildern.
Besetzt.
Fahre ich doch einfach mal hin, dachte ich mir. Einen halben Arbeitstag abgesagt und hingedüst.
Wartezimmer voll. Tante Heinz keinen Termin. (”Hätten Sie doch mal angerufen.” “Ich habe Schmerzen, ich muss irgendwie dazwischen.” “Sie können nicht irgendwie dazwischen. ( …empörter Blick… ) Meinetwegen können Sie sich ins Wartezimmer setzen, wenn Ihnen das was bringt, aber besser wäre es, wenn Sie um 12 nochmal wiederkommen, dann müssen Sie auch nicht mehr so lange warten.” )
Mein Nervenkostüm ist dank Nasenspray mal wieder etwas - sagen wir mal labil. Wenn mir etwas querkommt, reagiere ich z.Z. mit brüchiger Stimme und Träne im Knopfloch. Letztes Jahr habe ich das noch nicht so richtig wahrgenommen.
T. weiß das gottseidank einzuordnen.
Der Drache hinter der Theke hatte kein Erbarmen. Frage mich, wie die reagiert, wenn es um Leib und Leben geht. Ich kann mich ja immerhin noch mit Schmerztablette und gekreuzten Beinen aufrecht halten.
Normalerweise hätte ich bemerkt, dass ich privat versichert bin. Normalerweise hätte ich auch gesagt, dass ich kurz vor meiner letzten ICSI stehe und diese gerade den Bach runtergehen sehe und es zumindest ganz anständig gewesen wäre, mich zu fragen, ob ich’s bis 12 aushalte.
Heute ist aber nicht normalerweise. Heute ist Tal der Tränen angesagt.
Mir geht’s Scheiße. Ich finde wichtigtuerische Sprechstundenhilfen zum Kotzen. Auch, wenn sie einfach nur ihren Job machen und nun wirklich nichts dafür können, dass ich einen schlechten Tag habe und ein Veto heute einem Weltuntergang gleicht.
Grmpf.
iri schreibt,
Montag, 16 Juni 2008 @ 9:06 vormittags
Ich denk an Dich!!!
Liebe Grüße
die iri
shusl schreibt,
Montag, 16 Juni 2008 @ 5:29 nachmittags
Und? Tante Heinz? Was ist los? Erzähl schon!
lg
shusl