Wochenende
Das Finanzamt bittet uns um unsere Steuererklärung. Hrhr. Dachten wohl, sie könnten mich mit diesem Schreiben zur Weißglut treiben, können sie aber nicht. Schon alles fertig, nur noch nicht abgeschickt. Mensch, was bin ich ein fleißiges Bienchen.
Die Zyste ist meinem Gefühl nach weg und in Form einer Rieseneiterbeule an der Stirn wiedergeboren worden. Da kann sie meinetwegen auch bleiben.
Meine Angestellte leistet sich eine Reinigungskraft, wie sie mir gestern freudestrahlend eröffnete. Irgendetwas mache ich falsch.
Einzige Aufgabe in den nächsten Tagen: Blumen gießen im elterlichen Garten. Es regnet. Das nenne ich mal praktisch.
Gegenleistung: Der alte Ford mit durchgehender Sitzbank und Lenkradschaltung sowie das Benutzen der Sauna.
Herr Ford ist 10 Jahre älter als ich. Manchmal tut’s der Anlasser nicht, dafür gibt es einen Knüppel im Kofferraum, mit dem Frau Tante auf ein ganz bestimmtes Bauteil drischt und danach ist alles töfte. In keinem anderen Auto kann man so angenehm fläzen.
Einigermaßen junge Tanten mit diesem Gefährt stoßen auf besondere Liebe bei Männern jenseits der 50 und können großspurige Reden schwingen. „Ihre Bremslichter leuchten nur sehr schwach.“ „Tatsächlich? Dann muss ich da wohl nochmal ran…“ Nach Aussagen dieser Art wollen sie mich nicht mehr heiraten, sondern es blitzt die nackte Angst aus ihren Augen.
Werde am Wochenende mit T. bestenfalls ein Autokino finden. Wahrscheinlich wird das mangels Angebot nicht klappen. Stattdessen kann man bei MacDonalds das altbewährte Randgruppenscreening betreiben. Diesmal jedoch liegend mit Beinen aus dem Fenster.
Kerlekiste, was haben wir’s schick.