Gemütlich

Gestern saßen wir in der Küche und ich philosophierte darüber, wie man wohl bis Freitag eine klitzekleine anatomische Struktur aus Holz bauen könnte. Keinesfalls wollte ich ihn dazu bringen, das für mich zu organisieren. Ich habe ihn nur gefragt, ob er das Material besorgen könne.

Anscheinend war meine Skizze so schlecht, dass er Mitleid mit mir entwickelte.

Heute jedenfalls kam ich nach Hause. Mein Mann saß in der Küche und schraubte gerade das Ding an den Küchentisch, auf das man das Sperrholz zwecks leichter Laubsägearbeiten legt.

Okay. Küche. Alles klar. Ein Kommentar meinerseits wurde mit wütendem Blick erstickt. In der Küche sah es aus, als habe er sich so einiges vorgenommen.

Früher - so erinnere ich mich jedenfalls - machten Laubsägearbeiten Spaß. Da sägte man mit Wonne tagelang an einem kleinen Karnickel. Oder einem Asterix-Hampelmann.

Nicht so T. Da war keine Wonne erkennbar. Blut, Schweiß und Tränen, sage ich nur. “Gerät des Teufels” nennt er die niedliche rote Laubsäge aus den 60ern.

Hätte ich doch diese Skizze nicht so hingelumpt, dann hätte ich es selber machen können. Mit Wonne.

Jetzt habe ich einen schlechtgelaunten Mann und eine staubige Küche. Außerdem erwarte ich jederzeit den Blitz aus der Wolke über uns, der meinen Mann wegen der 1000 Flüche erschlägt.

Ich wusste es. Genau deswegen wollte ich nur das Material von ihm. Und nun haben wir den Salat.

Und sonst so, Frau Tante?

Nix sonst. Alles paletti. Die Sonne scheint und wird dies netterweise auch am Wochenende tun, damit ich auch mal auf dem Balkon mein bescheidenes Dasein fristen kann. Mit Buch.  Und einem Bier oder zwei. Und mit einem Mann, dessen Gute-Laune-Barometer bis dahin hoffentlich wieder auf Grün steht und der deswegen ein paar Sauereien für uns grillt.

Habe ansonsten gerade für meinen Geschmack ein bisschen viel mit viel zu kleinen Kindern zu tun.

Und verspüre nur noch selten Lust, zu schreiben. Wenn ich mir ansehe, wie lang die Monatslatte seit Beginn meiner Tätigkeit hier geworden ist, wird mir ganz anders und erstickt jegliche Schreibwut im Keime.

Was sich wahrscheinlich spätestens im Juni ändern wird, wenn wir unsere Drillinge zeugen lassen. Hrhr… Man muss einfach auch mal Arbeit abgeben.

Womit sich der Kreis für diesen Eintrag auch schon geschlossen hätte.




4 Kommentare to “Gemütlich”

  1. Merlelil schreibt:

    Hey, bitte nicht mit dem Schreiben aufhören!!!
    Das Tante Heinz und T. Tagbuch bringt mich immer so schön zum Schmunzeln - und ich lese sonst keine Blogs…

    Liebe Grüße von einer interessierten (früher nannte man das neugierig)
    Merle

  2. Hase Cäsar schreibt:

    Nääää, mit Schreiben aufhören gilt nich!
    Ich bin auch eine “interessierte” Leserin!

    Alles Gute für Juni!

    Hase Cäsar

  3. sasakreta schreibt:

    Huhu, Tante Heinz , wie gehts Euch? Bist Du bald wieder in Schreiblaune? Ist der neue Versuch schon angelaufen?

    lg Sasa

  4. SJGT schreibt:

    Hallo liebe Tante!
    Nöööö, ich schau hier NICHT täglich rein…. *pfeif*
    Aber ich drück feste die Daumen für Drillinge!!!!!!

    Alles Liebe
    Sandra

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