Archive forMärz, 2008

So.

Das hätten wir dann wohl auch. Meine rechte Schulter macht Zicken wie nach meiner Bauchspiegelung, aber kampferprobt, wie ich bin, werde ich mich nicht ins Bockshorn jagen lassen und sie einfach ignorieren. Habe ja noch genügend Baustellen, die es zu bearbeiten gilt.

Ich weiß nicht, was die mir gestern für Zeug die Adern gejagt haben, aber ich war den ganzen Tag über stoned, fühlte mich überaus glücklich und fast gesund. Zumindest der Hals ist wiederhergestellt, das Auge juckt nur noch temporär und die Nebenhöhlen kriegen wir auch noch hin.

Hätte das ganze nicht zwei Tage später stattfinden können? Eine bessere Ausrede, nicht lange auf der sonntäglichen Kommunionfeier zu bleiben, gibt es doch gar nicht….

Festliche Kleidung ist ebenfalls Mangelware, die muss morgen auch noch besorgt werden. Wenn ich da in Jeans auftauche, bin ich die längste Zeit gerngesehener Gast meiner angeheirateten Familie gewesen…

Heute wäre ein idealer Tag. Ich könnte meine Hose lupfen, meine phänomenalen Stützstrümpfe vorführen, die man mir gestern verpasste und jeder verstünde, dass nichts anderes als Jeans möglich war.

Und was schenkt man hochintelligenten Jungen bloß zur Kommunion? Ich bin gänzlich überfordert.

Wird dann wohl die Brockhaus-Enzyklopädie, damit hätten wir für immer und ewig gewonnen. Mein Mann tendiert zum ferngesteuerten Kampfhubschrauber.

Ich befürchte, da besteht heute abend Redebedarf.

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Hatte ich eigentlich erwähnt…

…. dass heute Termin in der Kinderwunschzentrale war?

Aber wir wollen mal von vorne anfangen. Habe mich ja nun einige Tage dezent zurückgehalten. Von wegen Spannungsbogen und so. Dafür wird’s jetzt ein bisschen länger.

Freitag: Ich fühle einen dezenten Halsschmerz. Leider kann ich mich nicht ins Bett packen und schleppe stattdessen ein paar Möbel über drei Etagen nach unten.

Samstag: Auaaua. Mandeln dick. Leider haben die Möbel von Freitag nicht gereicht, deswegen schieben wir einen kurzen Ritt ins blaue Möbelhaus dazwischen. Verbringe den restlichen Tag damit, selbige aufzubauen. Habe ich mal erwähnt, dass mir das Spaß macht? Das nehme ich sofort zurück.

Sonntag: Hals kaputt. Nase kaputt. Bemerke, dass das wohl doch was Größeres wird im HNO-Bereich. Leider ist Ostern, ich habe zu tun und beschließe, mit intensivem Inhalieren und Nasenspülungen die Viren ‘rauszuschwemmen.

Montag: Den vergessen wir mal hübsch. Nasenspülen ist toll, ändert aber nichts an der Tatsache, dass es nichts hilft.

Dienstag: Ich will arbeiten. Komme am Ort des Geschehens an und bemerke, dass das wohl doch nichts wird. Fahre wieder nach Hause, sacke noch zwei selbstgefärbte Ostereier von meiner Mitarbeiterin ein (…toll…ich glaube, mit der kann ich bald sogar wichteln… ) und lege mich ins Bett.

Erinnere T. morgens daran, dass wir zwei Hübschen am Tag darauf einen Termin haben. Nicht, dass ich das nicht vorher schon ungefähr dreißigtausendmal in seiner Gegenwart erwähnt habe… Er hat’s vergessen und sich keinen Urlaub genommen.

Hmpf und Grmpf. Immerhin - er bekommt den Urlaub, ist großzügig zu sich selbst und nimmt sich gleich die ganze Woche frei… Das sorgt für dezent schlechte Laune bei mir. (Selbständige Frauen, die sich gerne mal krank zur Arbeit schleppen, werden die schlechte Laune verstehen, die sich einstellt, wenn der Herr Gatte sich derweil ein Bier aufreißt und die Füße hochlegt..)

Mittwoch. Heute quasi. Termin Befruchtungszentrale. Schnell nochmal die Nase gespült und ab die Post. Es liegt ganz schön viel Schnee und Fahren macht keinen Spaß. Dort, wo wir ankommen, liegt kein Schnee und es blühen die Osterglocken, aber angeblich hat es nachts gar fürchterlich geschneit und alle sind ganz aufgeregt. Jaja..

Mir tun mittlerweile die Zähne weh, Nase putzen ist mit Schmerzen verbunden und ich hole seltsame Dinge aus meinem rechten Auge. Aber sonst geht’s mir gut, denn der Halsschmerz ist verschwunden. Es geht quasi bergauf.

Gespräch mit dem Herrn Doktor ist nicht nur informativ, sondern auch sehr nett. Wir unterhalten uns über TESE-Drillinge, die es anscheinend tatsächlich gibt, über schlechte linke und gute rechte Hoden und zwei noch vorhandene Proben, von denen eine aus dem schlechten Hoden kommt und die wir eigentlich abschreiben können. Eine für’s Töpfchen und eine für’s Kröpfchen, aber wir testen mal beide.

Vielleicht ist in keiner was drin, und deswegen verderben wir T. gleich mal satt und fett die Laune, weil ich Informationen über das Prozedere eines Plan B einhole. Das hatte ich aber schon mit ihm abgeklärt, man muss ja wenigstens wissen, was man warum ablehnt. Jetzt wissen wir’s und sind wenigstens ein bisschen klüger.

Entschädigt wird T. beim Einsatz des Ultraschallpömpels und der Information, dass auf keinen Fall höher stimuliert werden wird, weil meine Eierstöcke anscheinend ein paar Goldnuggets allererster Sahne aufweisen und Qualität vor Quantität geht.

Problematisch stellt sich meine Gebärmutter dar. Selbst ich sehe, dass da irgendetwas ist, was da nicht hingehört.

Diagnostische Hysteroskopie. “Da müssen wir mal sehen, wer das in Ihrer Umgebung machen könnte.” “Wir machen das hier, kein Hin und Her mehr, Butter bei die Fische, aber zackig.”

Mein Doktor macht’s selbst nicht mehr. Toll. Er ruft einen anderen Arzt an, der zufälligerweise heute Zeit hat und bereit ist, uns zu empfangen. Kostenvoranschlag für den AOK-Fatzke (…oh Freude über Freude..) und Rezepte eingepackt.

In den heiligen Hallen des empfangsbereiten Arztes angekommen, ist der nicht da. Mir wird nur die Nachricht übermittelt, ich könne mich morgen gleich auf den Tisch legen und solle mal eben zum Date mit dem Anästhesisten gehen.

Hm. Blöder Blick auf beiden Seiten. Aber irgendwie ganz praktisch. Bin doch eh schon siech. Dann kann ich mich auch gleich morgen unter’s Messer legen, dann lohnt sich das wenigstens.

Der Anästhesist überzeugt mich mit seinen blauen Augen und seiner hübschen Stimme (…gibt es eigentlich auch hässliche Narkoseärzte??) und der Meinung, dass vereiterte Nebenhöhlen uns nichts ausmachen. Er betitelt mich als groß und schlank und gewinnt.

Gut. Wenn ich dann vielleicht noch den Doktor kennenlernen dürfte, der mich morgen auf den Stuhl fesselt?

Ja. Alle sind dafür. Nur ist er nicht da. Stattdessen kommt eine schlechtgelaunte Assistenzärztin, die ich während eines erneuten Ultraschalls über ICSI ohne Wixi informieren darf, nachdem wir schon fast wieder am Auto standen, weil ich um 16 Uhr einen Termin hatte.

Die Heimfahrt verschlafe ich, komme pünktlich zu meinem Termin, schaue in den Spiegel und bemerke, dass mein Auge nun endgültig verrückt spielt, weil es beschlossen hat, innerhalb von einer Stunde die Farbe Rot anzunehmen. Weh tut’s auch. Eigentlich eine Unverschämtheit, schließlich ist Mittwoch.

Die Apothekerin will mir keine Augentropfen verkaufen und schickt mich zum Notdienst.

Hui, der vierte Arzt an diesem Tag. Allerdings der angenehmste, denn er hat keinen Ultraschallpömpel. Stattdessen verordnet er mir Drogen, findet Nasenspülen doof und diagnostiziert eine ansteckende bakterielle Bindehautentzündung. “Ihnen läuft der Nebenhöhleneiter ja schon durch’s Auge wieder ‘raus, da ist’s mit ein paar Tropfen nicht getan.” Ach… Na sowas… Dann kann ich ja das Nasenspülen nun weglassen. Hat mich auch langsam genervt.

So ist der Stand der Dinge. Ist das mal toll? Eigentlich geht’s mir schon wieder ganz gut, aber anscheinend sehe nur ich das.

Also morgen mal hübsch wieder ins Auto schwingen und mir ‘ne Packung holen. Am meisten freue ich mich auf die Narkose. Endlich mal wieder ausschlafen. Und wehe, die finden nichts und der ganze Aufstand war umsonst. Dann haue ich da alles kurz und klein. *g*

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Hat hier jemand was von Zahnärzten gesagt?

Vor drei Jahren tat mein Zahn weh. Ein klitzekleines bisschen. Das war Premiere, denn Zahnschmerzen hatte ich bis dato nie.

Mein damaliger Zahnarzt hatte schlechte Laune, brauchte Geld, setzte die Spritze und begann mit einer Wurzelbehandlung, wie er mir hinterher erklärte.

Weil er’s mir erst hinterher erklärt hat, habe ich beschlossen, dass mein Zahnarzt ein anderer werden muss.

Der nächste Zahnarzt führte die Wurzelbehandlung in stundenlanger Kleinarbeit fort und als alle dachten, wir hätten die Sache gewuppt, fand er noch einen vierten Wurzelkanal. Der wiederum war erstens versteckt und zweitens machte er wohl mehrere Kurven, was zur Folge hatte, dass das Wurzelinstrument im Kanal abbrach und ‘drinblieb. Was ich aber erst zwei Jahre später erfuhr.

Okay. Zahn tot und irgendwie ganz schön ab. Also nicht mehr so richtig erquickend. Deswegen sauteure Krone ‘drauf. An den Preis erinnere ich mich noch sehr gut, denn auf der Rechnung stand: “Zahlbar sofort” und die Rechnung flog einen Tag nach unserer Hochzeit ins Haus.

Sieben Tage später: Zahnschmerzen. Sauteure Krone aufgebohrt. Vierten Wurzelkanal behandelt. Sauteure Krone zugekleistert.

Zahnarzt gewechselt. Das war mir alles etwas ominös.

Seitdem immer mal wieder Schmerz. Mal wieder aufgebohrt. Entdeckt, dass in meinem Zahn noch die Hinterlassenschaften des zweiten Arztes steckten. Kann ja froh sein, dass es nur ein Wurzelinstrument war und nicht seine Armbanduhr…

Zwischenzeitlich endgültig den Zahnarzt meines Vertrauens entdeckt. Hurra. Fast hätte ich mehr Zahnärzte als Männer in meinem Leben gehabt.

Monatelang keine Probleme mehr.

Nun wieder Schmerzen. Auaaua. Der Zahnarzt des Vertrauens meint: Wurzelbehandlung. Letzter Versuch. Ich meine: “Lass mich in Ruhe mit fucking Wurzelbehandlungen.” Er sagt: “Dann musser raus.”

Ich denke an das teure Stück und kann nun wirklich nicht verantworten, dass 1500 Öcken in der Tonne landen und nochmal Tausende für ein Implantat ‘draufkommen. Das wäre ja fast so fatal wie eine misslungene ICSI.

So. Unser Plan: Erst die Wurzelbehandlung. Mal sehen, ob wir das abgebrochene Überbleibsel ‘rauskriegen. Wenn dann noch Probleme, dann feine Wurzelspitzenresektion. Zahnfleisch aufschneiden, Kieferknochen zertrümmern, gucken, ob wir was reißen können, wenn er die Wurzelspitzen absägt.

Wenn nicht, Zahn weg. Toll. Wofür putze ich eigentlich meine Zähne und benutze sogar regelmäßig Zahnseide??

Ist das dann das Alter?

Ich mag meinen Zahnarzt, denn er fragt mich vor dem Röntgen nicht mehr, ob ich schwanger bin. Wenn mir einer meine Krone raushauen darf, dann er.

Außerdem fährt er keinen Touareg, wie alle anderen Zahnärzte der Umgebung (…und Kinderwunschärzte nicht zu vergessen..), sondern Bus. Das macht ihn durchaus sympathisch. Zumindest unterstelle ich ihm, dass er Zähne nicht absichtlich zerstört, um danach implantatmäßig so richtig auf die Kacke zu hauen.

Im Übrigen philosophiert er regelmäßig darüber, wie man am besten seine Schwiegermutter unter die Erde bekommt. Der letzte Stand: In heißes Fett eintunken. Das geht nicht so schnell und macht mehr Freude als der Wackerstein, den man ihr an das Bein bindet, bevor man sie im See ertränkt. Das macht mir Freude.

So. Erstmal Ostern hinter uns bringen, mal wieder umziehen (..hat hier jemand Überschwemmung gesagt?..), der Kinderwunschpraxis einen Besuch abstatten, eine ominöse Kommunion im Kreise der Familie  feiern und danach geht’s mir zeitgleich mit Frau Shusl an den Kragen. Ist das schön, Frau Shusl? Wir können uns gegenseitig ein Kerzchen anzünden und hören mit ganz viel Glück - wenn der Wind gut steht - sogar unsere Schmerzensschreie.

Was gibt’s noch? Geburtstage anderer Leute zu feiern macht nur Freude, wenn das Geburtstagskind sich nicht gerade in einer tiefgreifenden Ehekrise befindet, die sich erst während der Party so richtig herauskristallisiert und sich neben dem Ehemann sitzend mit einer bisexuellen Freundin, naja, vergnügt.

Merkt Euch das.

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Jahreswechsel

…quasi.

Nicht ganz vor einem Jahr - es ist genau genommen schon ein paar Tage drüber - habe ich mir ernsthaft darüber Gedanken gemacht, ob ich mir nun die Hoden filetieren lasse oder nicht. Mittlerweile sind diese Überlegungen im Nebel der Vergangenheit abgesoffen und diese Frage werde ich mir alldieweil wohl erstmal nicht mehr stellen.

Das Thema ist durch. Rein technisch zumindest.

Vor ca. 1 Jahr hat sich mir dann ein Dr. Ungemach vorgestellt, zugschnürt wie ein Intifada-Weihnachtsmann, während ich mich im Susal der “Scheißegalpille” gefragt hab, ob ich denn nun noch alle Möhren im Garten habe, dass ich breitbeinig auf ner Schlachtbank liege, während sich lauter grüne Männlein um mich herum versammeln und sich wie die autonomen Punks vor den Chaostagen aufbrezeln. Selbst Schwester Oliver war grün und eingemummelt. Ich könnte diese Erfahrung noch ein bisschen ausschmücken. Aber mir ist zu Ohren gekommen, dass sich der ein oder andere Klinefeltermann oder Azoospermiekanidat unter den Lesern dieses Blogs tummelt und ich möchte niemandem die Pointe klauen.

Und schweige deshalb an dieser Stelle (mehr oder weniger genüsslich….).

Gerne erzählen Ärzte, dass nach dem Eingriff alles wie vorher wird und zunächst glaubt man dieser Ungeheuerlichkeit, auch wenn es als durchaus unwahrscheinlich anzunehmen ist. Also ohne jemandem den Spaß verderben zu wollen muss ich sagen, dass es nicht wie vorher ist!

Wie soll es auch? Immerhin fehlt nun was.

Jaja, die schnitzende Zunft redet von minimalen Pröbchen. Klinefelter-Männer haben zu diesbezüglichen Größenangaben aber meist eh ein durchaus geschärftes Auge und ich zähle mich nun eindeutig dazu. (–XXY rulez!;)

“Herr T., das verheilt ratzifatzi und wenn die Fäden weg sind, ist alles wie vorher! Können Sie mir glauben!”

Nun, ich wette, dass der Sprecher dieser Worte noch nicht unterm Messer gelegen hat. Ich für meinen Teil merke den Eingriff immer noch und es ist beileibe nicht wie vorher! Nein, es tut nicht weh aber ganz profan würde ich sagen:

Das ist nicht der Sack, der mich 37 Jahre lang begleitet hat!

Da sind zwei Verhärtungen links und rechts. Die Juwelen (nein, ich nenne sie nicht mehr Kronjuwelen) sind noch etwas kleiner als vorher und ohne es näher definieren zu wollen habe ich manchmal den Eindruck als würde dieser rebellische Beutel ein gewisses Eigenleben führen. Wie eine Party zu der ich nicht geladen bin. Ausserdem ist dieser unfassbare Passsitz weg.

Mädels können da nicht wirklich mitreden. Bei denen baumelt nix zwischen den Beinen rum, das man sich vorzüglich klemmen kann…. (auauauaua)! Normalerweise konnte ich im Vollsuff die Grätsche machen und hätte mir eher die Ohren abgerissen, als die Eier eingeklemmt. Heutzutage kann mir bereits das unaufmerksame Hinsetzen durchaus die Mimik einfrieren, während ich ungeschmeidig versuche die Tüte wieder in die richtige Position zu schubsen, ohne dass den anderen Gästen im Restaurant das Filet von der Gabel kippt….

Klassische Tantenfrage: “Geht’s?”

Klassische T. Antwort: “@#+ø$%&ß()><+!”

Ausserdem habe ich “Hüpfhoden.” Aus Gründen, die sich mir innerhalb der letzten 12 Monate noch nicht vollständig erschlossen haben, starten die beiden Freaks in der Hängematte ab und zu ein unsynchrones Hüpfen.

Sackhüpfen par excellance!

Bin noch nicht dahintergestiegen was die beiden Alien da so treiben, aber ein dergestalt ausgeprägtes Eigenleben hatten die Fraggles vorher nicht.
Vermutlich vermissen sie die 6-8 Spermien, die ihnen in Hamburg aus der Juwelenschatulle gemopst worden sind und machen deshalb einen auf autonome Zelle…

Aber in Anbetracht der Tatsache, dass sich der Raubzug des Prof’s gelohnt hat, würde ich diese Aktion durchaus nochmal machen. Vielleicht nicht zwingend mit örtlicher Betäubung….. Allerdings reicht diese Erfahrung durchaus um zukünftig auftretende Wehwehchen wahrhaftig etwas lockerer zu sehen.

Wetterwechsel bekomme ich nun auch frühzeitig mit. Es ist so ein undefinierbares Ziehen am Sack. Ich kann immer noch nicht sagen, ob ich dieses Gefühl nun geil oder scheiße finde. Weder noch eigentlich. Nicht nett, aber auch nicht unflott. Also zur Zeit noch nicht eindeutig definierbar.

Und neben dem neuen Aktionismus meiner beiden Mitbewohner kommt noch hinzu, dass mir die Eier ab und an einpennen. Das ist ebenfalls neu! Okay, man könnte sagen wer sich so dolle verausgabt, muss auch ab und zu ruhen. Aber es ist durchaus etwas unangenehm, wenn das komplette Gehängsel in Tiefschlaf verfällt. Erst frage ich mich “ja wo sind sie denn nu?” Anschließend meldet sich das Objekt der Nachfrage mit 100.000 Nadelstichen zurück (immerhin!).

Und dann?

Blöde Frage.

Dann hilft nur massieren! Allerdings kollidiert diese Maßnahme mit dem allseits bekannten Knigge und dementsprechend ist Kreativität gefragt. Besonders an so netten Lokalitäten wie Restaurants oder anderen öffentlichen Orten, wo es eher auffällig ist, wenn da jemand (mehr oder weniger genüsslich) seine Eier krault.

Zu guter letzt darf ich nun noch alle drei Monate zum Doc und der darf mir eine nette Testosteronladung in den Pöter ballern. Das ist definitiv unflott, denn das brennt wie Uschi! Danach ist erstmal Essig mit bequemem Sitzen. Zumindest so 4-5 Stunden. Anschließend weiß ich nicht ob es mir gut geht oder nicht und die dann folgenden 48 Stunden fühle ich mich wie ein Zuchtbulle der schwäbischen Rinderzüchtervereinigung….

Da das ganze aber (bis auf die Wetterfühligkeit und die vierteljährliche Brandspritze) vollkommen schmerzfrei abläuft, kann ich das ganze eigentlich nur empfehlen, denn die ein oder andere elementare Frage ist danach definitiv geklärt!

Schlussendlich stellt sich mir die Frage, ob Hoden wohl so eine rudimentäre Intelligenz besitzen oder ob Hoden ein Sozialverhalten entwickeln können. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die seit Professors Attacke etwas eigenwillig geworden sind. Möglicherweise ist es aber auch die neue gezielte Feinfühligkeit, die ich den beiden Prinzen nun entgegenbringe.

Werde das Thema nächstes Jahr nochmal vertiefen.

Wer weiß, vielleicht sprechen sie dann mit mir?

T.

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Blumig

Ich mag Tulpen. Und weil sie dem geneigten Kunden gerade in jedem Supermarkt nachgeschmissen werden, werden sie auch fleißigst von uns gekauft.

Letztes Jahr hat die Katze ihnen nur die Köpfe abgebissen. So über die Woche verteilt jeden Tag einen. Damit konnte ich leben.

In diesem Jahr scheint sie ihr Vorgehen perfektionieren zu wollen. Sie beißt ihnen erst die Köpfe ab und dann schmeißt sie die Vase um.

Das bringt besondere Freude, wenn man morgens schlaftrunken zur Kaffeemaschine juckelt und in eine große Pfütze tritt. (Katzenbesitzer werden mir allerdings zustimmen, dass es schlimmere Dinge gibt, in die man unbestrumpft treten kann.)

(Das Thema Wasser sollte mittlerweile eine eigene Kategorie in diesem Blog bekommen.)

Heute stolperte ich im Drogeriefachmarkt über eine Ente. Weiß. Gelber Schnabel.

Ich mag Enten. Wenn ich draufdrücke, fängt sie an zu quaken. Mag ich auch. Der erste PC meines Lebens fuhr mit einem zweiminütigen Quaken hoch.

In meiner Eigenschaft als Randgruppenunterstützerin habe ich mir die dünnste und hässlichste gekauft und sie soeben der Tulpenkillerin vorgeführt.

Was soll ich sagen, ihr Zustand reichte von beeindruckt bis panisch. Quakt die Ente, rennt die Katze. Hätte das gefiederte Tierchen noch einen Bewegungssensor, dann wär’s neben der Blumenvase perfekt positioniert.

Da die gemeinen Osterartikel allerdings mit derartigen Raffinessen noch nicht aufwarten, müssen die pure Anwesenheit und gelegentliche Lautäußerungen erst einmal reichen.

Nächstes Jahr wird mein Plan wahrscheinlich durchkreuzt, weil das schlaue Tier sich nicht lumpen lässt, erst der Ente den Kopf abbeißt, dann die Tulpen killt, um danach die Vase zu schultern und deren Inhalt im ganzen Haushalt zu verteilen.

Bis dahin habe ich aber erstmal Ruhe und fühle mich außerordentlich gewitzt.

 

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Der Bestimmer….

….ist neben dem Erklärbär in diesem Haushalt T.

Wenn die Tante mal wieder wankt und schwankt, ist T. derjenige, der sagt, was als nächstes zu tun ist. Meistens ist das gut.

Zum Beispiel heute. Ich rief auf Befehl T.’s in der Kiwu an, um die Lage zu checken. Nicht sonderlich erfrischend für beide Beteiligten. Schließlich hat das Telefon den Tick, in den ersten fünf Minuten eines jeden Gesprächs furchtbar zu rauschen. (Der Bestimmer weiß, warum, allerdings nimmt er dieses Wissen wahrscheinlich mit in den April. Oder in den Mai.)

Außerdem war ich mir gar nicht mehr sicher, wie ich mit dem Doc verblieben war. Beim letzten Telefonat hatte ich mir einige Dinge nicht gemerkt. Und in den letzten sechs Monaten sind sie mir auch nicht wieder eingefallen.

Anscheinend schien ich so verworren, dass mir ein Telefontermin ans Herz gelegt wurde.

Wie hübsch, dass es Email gibt.

Wie hübsch, dass auch noch darauf geantwortet wird. Der Vorschlag, noch einmal einen Ultraschall zu Hause durchführen zu lassen, prallte von mir ab. Bin ich bekloppt? Ich brauche Polypen-Infos vom Master of Desaster. Wenn der sagt, da ist nix, dann ist da nix und er hat eine entspannte Tante auf dem Tisch. Über Dritte wird hier gar überhaupt nichts mehr geregelt.

Verunsicherter Anruf bei T.: “Lass den Doc den Pömpel schwingen und dann is’ gut.”

Klare Ansage. So hab’ ich das gern.

Telefontermin abgesagt. Wir machen nix mehr über’s Telefon, sagt der Chef.

Die Terminvereinbarung war sehr hübsch. Zyklusanfang geht vom 1.-3. Tag, habe ich gelernt. Rein rechnerisch Karfreitag. Timing ist mal wieder super.

Aber nicht nur mein Timing, auch das der netten Telefondame: “Kommen Sie morgens um 15:00.”

Alles klar. Bleibt zu hoffen, dass der Doc nicht verschläft.

Und sonst?

Komisch. Habe Mitarbeiterin. Das Eigenbrötlerdasein ist seit vier Wochen beendet.

Sie bringt Kekse mit und kocht mir Kaffee, obwohl sie selbst keinen mag. Pluspunkt.

Ich kann keine Selbstgespräche mehr führen und sie bemängelt meine Ticks.

Leere Wasserflaschen im Kühlschrank findet sie doof. Verstehe ich gar nicht. Waren nur zwei. Ich hatte schon mal 15.

In der Mittagspause muss ich mich unterhalten. Ich finde meine Sachen nicht. Schlimm ist: Sie ist tatsächlich nicht schuld. Ich lege sie irgendwohin (…schließlich muss ich plötzlich reden und bin damit anscheinend überfordert und unzurechnungsfähig… ) und finde sie nicht wieder. Oder ich finde sie an Orten wieder, die mich selbst erstaunen.

Geht das weg? Wir werden sehen.

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Toll.

Manchmal geben T. und ich vollkommen dekadentem Fernsehvergnügen hin. Wir schauen einmal rein und bleiben einmal wöchentlich hängen. Naja. Meistens bleibe ich hängen und werde daraufhin mit vollkommen entsetztem Blick seitens T. gefragt, ob das nun wirklich mein Ernst sei.

Ich sage nicht ausdrücklich “Nein”, sondern rede drumherum. “Nur einmal. Bin so müde. Kann heute nicht mehr denken. Deine intelligente Frau braucht heute ausnahmsweise leichte Kost. Heute-Journal isnich.” Im Prinzip habe ich Chipspackung jedoch schon neben mir liegen und das Fernsehprogramm stand bereits nachmittags fest.

Mittlerweile haben wir uns jedoch darauf geeinigt, dass nur beiderseits akzeptierter Trash gesehen wird.

Die Schuldenberatung von Familie Ülüglü zum Beispiel. Ganz großes Kino.

Heidi Klum mit ihren kleinen hübschen Häschen. Immer wieder gerne gesehen. Ideal zum Abfrühstücken diverser Wäschekörbe, die seit Tagen vorwurfsvoll in der Ecke stehen.

Rach, der Restauranttester. Habe ich nie live mitbekommen. Bin erst nach Aussenden der Staffel darauf hingewiesen worden, ein Highlight der Fernsehgeschichte verpasst zu haben und habe es daraufhin im Internet angesehen. Sonntagmorgen um 9 habe ich angefangen. Um 10 kam T. Um 15 Uhr sind wir - um uns selbst einen Hauch der Vernunft vorzugaukeln - nochmal kurz spazierengegangen, um danach die letzten beiden Folgen zu sehen. Bildungslücke gefüllt.

Großes Highlight der letzten Jahre: Sarah and Marc in Love. Meine Güte. Was haben wir gelacht.

Und da wären wir auch schon beim Grund, weshalb ich das hier alles schreibe und mich nebenbei vollkommen disqualifiziere:

Sarah and Marc hatten nicht nur einen gepixelten Sohn, der mit seiner Nanny in einem bonbondosenähnlichen Kinderzimmer aufwachsen durfte, sondern auch eine geliftete (Schwieger-)Mutter.

Soraya. Soraya Lewe. Die gute Fee der Familie. Immer gut ‘drauf und voll jungggeblieben.

Mittlerweile hat sie sich scheiden lassen und wieder geheiratet. Nun heißt sie Soraya Lewe-Tacke. Von deren Hochzeit sind wir leider ausgeschlossen worden. Dabei versprach doch bereits die Namenswahl guten sauberen Spaß. Der neue Mann ist Schönheitschirurg. (Na sowas… )
Mittlerweile 50 Regen zählend, hatten sie und ihr neuer Typ nochmal Bock auf ein Kind. Da haben sie’s einfach probiert. Kerlekiste, was bei den Lewe-Tackes doch alles möglich ist - jetzt kriegen sie auch noch Zwillinge.

Was hätte man da nicht für ein TV-Event ‘draus machen können… Sorayas Hormonstimulation, Eizellentnahme bei wasweißichwem wasweißichwo, Herr Lewe-Tacke schweißüberströmt im Spenderraum….

Aber nein. Wir wurden komplett ausgeschlossen.

Und dann sagt die olle Lügentrine auch noch, die Zwillinge seien einfach so entstanden. (Da wollten wir natürlich nicht dabei sein… )

In meinem Kopf ist es auch lustig, aber so lustig hatte ich’s noch nie…

Fünfter Monat. Fein. Bald geht’s ab. Aber wahrscheinlich dürfen wir dem Kaiserschnitt mit anschließender schönheitschirurgischer Nachbehandlung auch nicht beiwohnen.

Gibt wohl bis auf weiteres doch wieder das Heute-Journal. Entdecke nämlich momentan keine Highlights, die mein Herz erfreuen könnten.

T. wird’s entspannen. Dann kann man beim Fernsehen endlich mal wieder die Gardinen auflassen.

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…Tante Heinz schreibt gerne, aber im Titelfinden ist sie unkreativ - Und wie lang darf ein Titel hier eigentlich sein?…. erstellt von Tante Heinz.
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