Archive forJanuar, 2008

Durchkreuzte Pläne

Weiberfastnacht. Jippijäi… Der einzige Tag im Jahr an dem ich Zwangsurlaub habe. Im ersten Jahr fand ich das noch doof. Mittlerweile zelebriere ich diesen Tag und fiebere schon Tage vorher daraufhin.

Ich finde es prima, morgens T. hinterherzuwinken und sagen zu können: “Harhar. Ich bleibe hier. Bis heute abend, Schnucki. Vielleicht koche ich uns was Feines.”

Das gibt es normalerweise nicht. Entweder, wir haben zusammen Urlaub, oder T. winkt mir hinterher. Letzteres geschieht ganz schön oft. Und nagt an meiner Überzeugung, selbständig zu sein sei töfte.

So. Heute morgen: T. krank. T. hat Rücken. T. bleibt daheim.

Ich gebe zu, ich war ein bisschen angefressen. Nicht, dass ich diesen kranken, krummen, armen Mann nun mit Gewalt zu seiner Arbeitsstätte kutschieren will. Nein, nein.

Aber irgendwie doch.

Ich bin ‘ne böse Alte, ich hab’s schon immer gewusst. *g*

Zur Strafe werde ich ihn nun ein wenig unterhalten. Bisschen um Geld spielen und den gebrechlichen Mann abzocken. Irgendetwas muss doch heute klappen.

Morgen schon ist der Zwangsurlaub beendet.

Und T.? Der wird mir hinterherwinken. Zwar pleite, aber gut gelaunt. Denn morgen hat er immer noch Rücken, orakelte der Arzt.

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Akte-X

Keine Ahnung wieso, aber gestern kam mir abends dieser unterdurchschnittlich “gute” Hollywoodstreifen “Tripple-X” in den Sinn. Und wie das so ist, sofort spulen in meinem Kopf so einige Wortspielchen ab, die allesamt geixt sind.

Triple-X! Der arme Kerl! Drei X! Mannomann. Ich bin ja schon flott in Sachen “Bügelbrettbezugaussuchen”, Gardinenshoppen und überhaupt Einkaufe aller Art. Wie soll das erst mit drei X aussehen? Nein, meine “Aufräum- und Putzfähigkeiten” entsprechen nicht meinen zwei X. Ich habe ja auch noch ein Y in Petto. Das sorgt dafür, dass wenigstens Grundzüge chaotischer Männlichkeit vorhanden sind. Auch wenn Tante da sicher gerne noch ein weiteres X sehen würde. Aber mit Triple-X würde ich meine Freizeit eher häkelnd verbringen - oder, sollte man Hollywood glauben schenken, die ganze Umgebung wegsprengen…! Diese dummen Gedanken sollte ich aber schnell ablegen, in der Akte X zum Beispiel. Sind wirklich zu X-trem.

Ypsilanti ist ein abgefahrener Name!

( … )

Wir haben wieder Januar und der Wind zupft an den Bäumchen wie vor einem Jahr, noch ein bisschen und hier gehen wieder die Lichter aus. Der Ofen hört sich an, als hätte jemand oben einen fetten Staubsauger auf den Kamin gestülpt. Möglicherweise hält jemand einen Tigerfön unten in den Kamin und hat die “Turbo-Boost-Taste” gedrückt. Wie auch immer, es ist ganz schön windig, nicht nur in unserem Ofen. Und wenn sich die Tanne tatsächlich gen Frankfurt aufmacht, um sich dort mit einer Birke zu vereinigen (…dann gibts ein Chromosomen-Problem… ) verliert die örtliche Schützenhalle eine schützenfest - erprobte “wirwollennichtgesehenwerdenundgehenhinterdieTanne”-Tanne. Nix mehr mit heimlich Knutschen, Schnapssaufen, telefonieren, pissen und umziehen! Das wär schade! Zumal dieses Wunderwerk eines Naturtheaters direkt unter unserem Küchenfenster steht und Tantchen und mir schon den ein oder anderen überdurchschnittlich guten Witz beschert hat! Da bleibt die Tanne doch besser hier und des Doc’s Birke soll sehen wo sie bleibt.

Gleich gehen wir zu meiner Mama! Aufgrund einiger Unwägbarkeiten und lustlosen T.’s und Tanten, habe ich meine Eltern nur einmal kurz gesehen dieses Jahr. Mama hat daher wieder einen Joker aus dem Ärmel geschüttelt, der uns magisch anzieht:

Sie hat zwei Kuchen gebacken! Für uns! Zwei!

Das ist der Wink mit dem Zaunpfahl!! Das abzulehnen käme einem mittleren Sakrileg gleich. Ich würde sie logischerweise auch ohne Kuchen besuchen, aber da sie wie gesagt exorbitant gute Kuchen und Torten backt - und das konsequent so lange wie ich sie schon kenne - ist das ein Highlight. Möglicherweise packt sie noch einen Likör von anno Tuck aus. Mirabelle 2004 oder so ähnlich. Den wird Vatter dann Tante einflößen und sie ordentlich anschiggern!

Der Likör ist das zweite Hobby meiner Mutter. Man nehme eine Tasse Früchte, möglichst aus dem eigenen Garten, eine Tasse billigen Kandis und den billigsten Fusel den man kriegen kann. Das ganze kommt in eine sehr alte “Dr. Siemer O-Saft-Pulle” und ab in den Keller. In Mutters Schnapskeller haben früher gepökelte Schweine gelagert. Keine Ahnung, ob das was damit zu tun hat. Lagerzeit? Von der Erntezeit mindestens bis Weihnachten. Besser bis Ostern. Je länger, je besser. Nach 2 Jahren wir der dann richtig gut! Und irgendwann ist er dann einfach nur noch unbeschreiblich. Lecker!

Da kommt kein Likör mehr mit! Okay, Eckes Edelkirsch ist auch lecker, aber nicht wirklich vergleichbar.

Und ob die Kategorien so benannt werden, wie Tantchen das vorhersagt, bleibt abzuwarten. Wortassoziationen habe ich jedoch reichlich. Muss mich nur noch ein bisschen bremsen….

T.

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Toll…

…ich kann Beiträge kategorisieren. Um das zu lernen, musste ich nur eineinhalb Jahre üben.

T. meint zwar, ich soll die Kategorie TESE in “Eiersalat” umbenennen, aber zu diesem Schritt muss er sich alleine entschließen, schließlich sind es seine Eier.

Auch sehr schön: Mal eben 16 Monate unseres Lebens überfliegen. Schön deprimierend. Aber trotzdem auch manchmal schön. Das richtige für diesen grauen Tag.

Klingt draußen so’n bisschen nach Kyrill. Sind aber nur orkanartige Böen, wenn ich dem Radio Glauben schenken darf. Ich beobachte jedenfalls interessiert die Tanne gegenüber, die ihren Standort scheinbar mehr nach rechts verlagern möchte. Rechts ist jedenfalls nicht dort, wo wir wohnen, deswegen kann die Tanne alles machen, was sie sich für heute vorgenommen hat. Ist ja alt genug.

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Wie wäre es denn mal…

Mein “Wie wäre es denn mal, wenn wir-Tag” beginnt normalerweiser erst samstags. Vorzugsweise dann, wenn ich um 7 senkrecht stehe, und drei bis vier Stunden Zeit habe, ein bisschen vor mich hin zu spinnen.

Vor ein paar Wochen habe ich beschlossen, dass wir mal in die Berge fahren sollten.

Ich persönlich habe keine Eltern, die mich jeden Sommer ins Gebirge geschleppt haben. T. schon. Dementsprechend hat er da diverse Erinnerungen, von denen er mir scheinbar immer nur die Positiven aufgetischt hat.

Meine Eltern haben uns wochenlang auf einem Campingplatz an der französischen Atlantikküste im aufklappbaren Wohnanhänger schlafen lasssen. Das war sehr nett. 12 Stunden am FKK-Strand rumgesprungen, abends lecker gefuttert und danach bin ich immer noch mit meinem Vater heimlich eine Schale Muscheln essen gegangen, während mein Bruder den Abwasch gemacht hat. (Er wollte das unbedingt… Nicht, dass das jetzt gegen mich ausgelegt wird. Außerdem mochte er keine Muscheln… )

So. Um es kurz zu machen: Tante war immer am Meer, T. immer in den Bergen.

Tante will auch mal in die Berge. Deswegen hat sie sich gleich mal nach ein paar Locations umgesehen. So ohne Ahnung von Nix macht ein kleines Brainstorming ganz besonders Freude.

Und da war auch schon das Objekt meiner Begierde gefunden:

Hütte. Aus Holz. So ähnlich wie im Film “Der Sommer des Falken”. Wo die obligatorischen Holzlatschen, die selbstverständlich vorher gekauft werden, so richtig klackern auf dem Boden. Oben auf einem Berg. Mit sehr viel Nichts in der Umgebung, mal abgesehen von dem Ziegen-Peter, der quasi als Highlight des Tages zweimal mit seinem Getier vorbeikommt. Ein Brunnen im Hof und selbstverständlich kein Strom. Stattdessen so einen niedlichen alten Ofen. Das Plumpsklo steht auf dem Balkon und man hat beim Pinkeln einen phänomenalen Blick über die Alm.

Fußmarsch zur Hütte eineinhalb Stunden. Alternativ dazu kann man sich auch vom Bauern hochfahren lassen. Selbstverständlich will ich laufen, wenn schon, denn schon.

Prima. Eine Woche Heidi-Feeling sollte für den Anfang reichen. Fast hätte ich für den Zeitraum X gebucht. Da stand er auf.

Der arme Kerl. Ich verstehe schon, wieso er sich samstags immer so irrsinnig viel Zeit lässt, bis er den Weg vom Bett zur Kaffeemaschine findet. Der Mann hat einfach nur Angst.

“T. Ich habe da was Tolles. Wie wäre es denn, wenn… Kuckma, diese nette Hütte. Wir zwei beiden… Ein paar Bücher mitnehmen… Kein Telefon… Brot aus dem Ofen…. Abends vor dem Feuer am Brunnen… Ich hole auch die Milch und die Butter vom Bauern…. Falken beobachten…. Und schau mal, die niedlichen Vorhänge… ”

Sein Blick war ernüchternd. Immerhin, ich hatte drei Stunden guten sauberen Spaß. Gottseidank hatte ich das Hüttchen noch nicht reserviert.

“WasndasfürnTeil? Wer hackt Holz? Du?…. Wie willst du denn da hochkommen?… In solchen Öfen zu backen ist total schwierig… Den musst du erstmal ankriegen… Das Mehl schleppst du da hoch…. Kaltes Wasser… Dich will ich sehen, wie du drei Tage mit niemanden sprichst, außer mit mir… Keine Kondition…. Wir brauchen gute Wanderstiefel…. Und du solltest schnellstens anfangen, in genau den Schuhen zu üben…. Nicht nur so’n bisschen spazierengehen…. Urlaub in den Bergen fand ich immer zum Kotzen… So viele Bücher kannst du gar nicht mitnehmen…. Plumpsklo auf dem Balkon, hrhr…. Und die Betten sind ja hintereinander in die Wand eingelassen, was sollndas?…”

Na gut. Dann eben nicht. Manchmal ist T. so furchtbar pragmatisch.

Eben hatte ich wieder so eine klitzekleine Idee. Fatalerweise habe ich sie direkt vor mich hin gemurmelt. Was soll ich sagen? Sie wurde im Keim erstickt.

Dabei war noch nicht mal Samstag.

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Meine Güte…

…krasses Outfit. Tante in rosa. Das erlebt man selten. Mal abgesehen von der Schweinchen-Hose, deren bequeme Passform mich über die Grunz-Grunz-Farbe hinwegsehen lässt.

Aber weil ich heute hässlich im Kopf bin, lass ich auch mal mein Tagebuch hässlich.

Wo hört die untere Skala des Schlechte-Laune-Pegels eigentlich auf? Existiert da überhaupt ein Ende?

Wird Zeit, dass das Wochenende mich beglückt.

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Kreta…

Tante hat heute die Videokamera ausgegraben! Jep, wir haben ne Kamera! Die gabs mal bei Wiskas zu gewinnen, pro Stunde eine Kamera. Ich bin eigens in die hiesigen Supermärkte gedackelt und habe ohne Ende Gewinncodes abgepinnt - hätte ja sonst säckeweise Katzenfutter kaufen müssen. Schließlich hat sich die Mühe gelohnt und wir haben tatsächlich eine gewonnen!

Die haben wir dann mit auf unsere Kreta-Reise genommen.

Ich war früher eher reisefaul. Okay, ich hab’s 3x nach Dänemark geschafft. Zum Roskilde-Festival. Das ist nicht wirklich Urlaub, eher Stress! Schließlich muss man zwischen 7 Bühnen und 160 Bands wählen, sich durch 120.000 Fans boxen und versuchen schon morgens fit zu sein und abends um 12 noch stehen können! Nur 1x mit der Tante, da war noch ein Micro-Urlaub hintendran.

Ansonsten tingeln wir gern durchs eigene Land. Sehr gern in den Osten. Ganz besonders gern Richtung Rügen. Am liebsten jenseits jeder Saison und möglichst fern jeglicher Touristenattraktionen.

2006 kam dann unser großer Wurf: 10 Tage Kreta! Und weil wir es im OFF mögen, sind wir in den Süden, ans lybische Meer. Eine Gegend, die selbst für unsereins verschärft einsam ist. Ein Strand, ca. 30m breit und 10x so lang, ein verstecktes Hotel und direkt dahinter ein fettes Gebirge. Wandern kann man dort - wenn man Kreter ist. Wanderwege gibts nicht, keine Wegezeichen und vor allem kein Wasser. Also besser nicht wandern! Dafür hatten wir einen Mietwagen. Eigentlich hatten wir so eine Nuckelpinne gebucht, so die Fiat 500er Klasse. “Leider” waren die bei unserer Ankunft schon alle weg und wir mussten einen Toyota Yaris nehmen. Flammneu mit 10.000 Km auffem Tacho. Da haben wir uns gefreut! Am nächsten Tag sind wir dann das erste mal im ultimativen OFF liegengeblieben, weil der Anlasser nur gelegentlich funktionierte. Tante war das gar nicht recht! Ich habe allerdings schon derart viele Schrottautos gefahren, dass ich nach kurzer Zeit meine Zuversicht wieder bekam:

Man musste nur das Kupplungspedal 3-4 x mit voller Wucht in den Autoboden trampeln, dann lief der Yaris wie geschmiert! Also ein perfektes Gefährt für Vatters Jüngsten…. So sind wir dann kreuz und quer über die Insel gebrettert, haben wirklich total niedliche Orte gefunden und hatten wirklich ausgiebig Spaß.

Okay, die Fahrt nach Aradena war nicht wirklich Spaß. Ich mag ja Ruinen aus alter Zeit - im Gegensatz zur Tante. Aradena ist ein Kaff in der tiefsten kretischen Pampa. Ein Ruinendorf. Das jüngste auf Kreta.

Der gemeine Kreter ist nicht nur unfassbar stolz. In der Regel ist der gemeine Kreter auch bis an die Zähne bewaffnet. 75% aller griechischen Waffen befinden sich auf Kreta! Unangemeldet versteht sich! Wir haben nicht ein Verkehrsschild gefunden, das nicht mindestens 20 Einschusslöcher hatte. Und nicht so kleine 08/15 Löcher. Großkalibriges Gewerk!!! Heiermanngröße!! Mindestens!! Kreta war hunderte von Jahren besetzt. Erst die Römer, dann die Venezianer, dann die Türken, dann die Deutschen und dann hatte Kreta endlich Ruhe! Der gemeine Kreter traut aber selbst den Griechen nur eingeschränkt, weshalb Kreta bis heute durchaus in der Lage ist sich selbst zu verteidigen! Und sei es mit einer Flinte von 1830! Die Samariaschlucht z. B. haben weder die Römer, noch die Venezianer, noch die Türken und auch nicht die Deutschen eingenommen. Wer in Kriegszeiten da rein geht und kein Kreter ist, kriegt die Hucke voll!!!

Aber zurück zu Aradena. Vor 60 Jahren hat ein Junge der Sippe A einer Ziege der Sippe B die Glocke geklaut. Danach ist Sippe B zur Sippe A marschiert und es gab eine wilde Schießerei! Niemand klaut hier Ziegenglocken!! Die letzten 5 Überlebenden der beiden Sippen haben dann das Dorf aufgegeben!

Um dorthin zu kommen, fährt man eine ungesicherte (keine Planken oder sowas) Serpentinenstraße mit 1,5 Spuren den Berg hoch. 12 Km und unzählige Kurven. Von Normalnull auf über 1.000 Höhenmeter. Nie zuvor ist mir beim Fahren schlecht geworden. Am Steuer wohlgemerkt! Nie zuvor hatte ich so die Hosen voll, wenn mir ein 15tonner entgegengekommen ist. Ganz im Ernst! Nur die Tatsache, dass ich Tante “beruhigen” wollte, ließ mich die Contenance wahren. Äußerlich zumindest. Und als wenn das nicht reicht, muss man noch über eine Schlucht. 450m geht’s da runter. Die Brücke besteht aus Stahl mit losen (!!) Holzbohlen! Gott war ich froh als wir auf dem Parkplatz angekommen sind!

Und das Beste kommt zum Schluß: Wir mussten den gleichen Weg wieder zurück! Abgefahrene Gegend!

Aber am coolsten sind wieder die Kreter, die mit wirklich fetten Japan Pickups lässig einarmig dort runter heizen, mit typischem Schnurrbart, finsterem Blick und ner fetten Knarre auf der Ablage! Da fährt man doch gerne rechts….

Und wie komme ich auf einen Urlaub, der nun 1,5 Jahre zurück liegt? Genau, die Kassette in der Kamera war vom Kretaurlaub!

Und im übrigen sind wir eh reif für die Insel!

T.

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Geschützt: Passwort gibt’s bei der Tante - Update

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Zappa ist Geschichte

Mein Tagebuch sieht komisch aus. Vom Regen in die Traufe: Mein Schlafzimmer sieht auch komisch aus.

Immerhin, wenn ich heute abend schlafen gehe, ist wenigstens mein Bett noch da. Was man eventuell von ebendiesem Beitrag nicht behaupten kann. Aber lassen wir es auf einen Versuch ankommen.

Die Stereoanlage, die irgendwann einmal bei uns untergestellt worden war, ist neuerdings nicht mehr da, da der ursprüngliche Besitzer nun wieder Platz für sie hat.

Gut für mich, denn mein Regal bietet wieder mehr Platz.

Schlecht für uns, denn mit der Anlage verließ uns auch die zuverlässige Weckfunktion mit meinem morgendlichen Lieblings-Trash-Radiosender. Das Risiko, zu verschlafen ist also seit 14 Tagen allgegenwärtig.

T. lässt sich seither ab 6:15 in fünfminütigen Abständen durch Frank Zappa, der seit seinem Tod anscheinend in T.’s Handy wohnt, wecken und schnorchelt trotzdem weiter bis halb acht, ohne sich aufgrund der Weckmelodie auch nur einmal ansatzweise umzudrehen.

Ich schaffe es auch immer wieder, obwohl ich vorher wütende 10 Minuten Frank Zappa - Gott hab’ ihn selig, aber seine Musik hätte er sich sparen können - verflucht habe, noch einmal in den Tiefschlaf zu fallen.

So. Nun ist sie da, die kleine Ersatzanlage mit Weckfunktion. Morgen könnte es soweit sein, dass der Morgen wieder etwas stressfreier und vor allem früher beginnt.

Allerdings versetzt mich stattdessen der Abend in Aufruhr. Das Dreckding findet meinen Sender nicht. Ich würde mich ja auch auf eine andere Frequenz einigen. T.’s Ehrgeiz allerdings ist geweckt.

Die Kommode wurde bereits leergeräumt. (Auf mein Bett.) Fehlanzeige. Mehrere Etagen des Bücherregals wurden durchgetestet. (Dreimal darf man raten, wo die Bücher liegen.) Es wurden Tesafilm und eine Stecknadel organisiert. Hui. Dass ich das noch erleben darf: Mein Mann fragt nach einer Stecknadel…

Ich ahne Schreckliches. Werde höchstwahrscheinlich gleich entweder über eine quer durch’s Schlafzimmer gespannte Antenne stolpern. Oder sie ist kunstvoll über die gesamte Länge der Wand drapiert.

“Es besteht noch ein gewisses Grundrauschen, aber ich denke, das sollte gehen.”

Männer sind komisch. Aber manchmal auch ganz niedlich.

Trotzdem betrete ich das Schlafzimmer heute lieber nur im Dunklen.

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Hmpf.

Da hat mir aber gerade jemand den Tag nachhaltig verdorben.

Mein persönlicher Herr Bankangestellter hat mir vorgeschlagen, meine Buchhaltung für 2007 flugs bis Montag “reinzureichen”.

Immerhin, über das Schuhkartonstadium bin ich ja seit dem letzten Jahr hinaus. Alles ist hübsch abgeheftet und sieht so furchtbar ordentlich aus. Bleibt nur noch, das ganze mit Lust und Wonne in den PC zu hämmern.

Da Lust und Wonne aber gerade nicht hier zu Hause sind, habe ich das Gefühl, er will mir bewusst das Wochenende vermiesen. Aber gut. Muss ich mich im Sommer nicht mehr damit herumschlagen und kann mich stattdessen auf dem Balkon räkeln.

Sind eigentlich alle Banker so furchtbar genau?

Heute zum ersten Mal gesehen: Meinen Namen auf dem Bildschirm der Bank. “Überwachungsprotokoll Tante Heinz; Viertes Quartal 2007″

Überwachungsprotokoll? So nennt man das? Himmel…. Gibt es da nicht einen schöneren Ausdruck? Jetzt weiß ich, dass ich mich zu Recht schlecht fühle, wenn ich bei der Bank sitze.

“Frau Tante, Sie müssen die Wartezeit entschuldigen, aber ich hatte da gerade jemanden am Telefon. Sehr lästig das. Hat seine Lohnsteuer nicht überwiesen. Kontopfändung… Jaja.. (…nickt wissend mit dem Kopf… ) - so schnell kann’s gehen. Finanzamt hat angeblich noch nicht gemahnt. Wer’s glaubt, wird selig.. Sachen gibt’s… Und dann machen die das Konto zu. Zack. (…untermalt durch eine ebenfalls sehr zackige Handbewegung..) Und dann weinen die Leute immer am Telefon. Hat daher etwas länger gedauert.”

Frau ÜberweistIhreLohnsteuerImmerZuSpätTanteHeinz zieht ebenfalls tadelnd die Augenbrauen hoch und hat sich wacker im Griff - denn gerade in diesem Augenblick fällt ihr ein, was sie bisher versäumt hat…. Ticktack…. Hoffentlich sieht er das nicht in meinem persönlichen Überwachungsprotokoll Quartal 1/08. Dann weine ich auch. Und werde womöglich lästig. Dies gilt es zu verhindern.

Eben nach Hause gekommen war dies die erste Amtstat noch vor Fütterung der Katzen. Und das will etwas heißen…

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Ofenanzünder kiloweise…

… das gibt doch wieder einen tadelnden Blick vom Gatten - mit einer Spur von Überheblichkeit, die Männer gerne mal zeigen, wenn’s um misslungene Ofen- oder Grillanzündaktionen der Tante geht.

Aber er brennt. Tadellos. Früher konnte ich das mal mit einem halben Eierkarton. Das scheine ich allerdings verlernt zu haben.

Kaltfüßig sitze ich nun hier und wäre ich der Kaminofen, ich würde unter dem kritischen Blick, der mir minütlich zugeworfen wird, direkt wieder erlöschen.

Anscheinend kann man es sich hier nicht mal mehr leisten, 10 Tage kein Lebenszeichen mehr von sich zu geben. Aber angesichts eines enormen Arbeitsaufkommens, das plötzlich im neuen Jahr über mich hereingebrochen ist (…eigentlich war es absehbar, aber ich hatte es so schön verdrängt… ), beschäftige ich mich hier höchstens mal mit Lesen.

Zum Beispiel beruhige ich mich damit, dass Embryonen auch 2008 nicht aus Gebärmüttern fallen werden. Das nenne ich doch mal ein Stück Glück.

Leider habe ich noch nicht mal ansatzweise die Lust dazu, in der KiWu-Praxis anzurufen, um einen Termin auszumachen. Man könnte ja einfach mal mit einem kleinen Gesprächstermin anfangen. Aber selbst darauf habe ich gerade keinen Bock. Vielleicht gebe ich das Ruder ganz ab an T. Dann könnte er den Versuch managen, und ich bin einfach nur dabei.

“Komm, Tante, heute ist Punktion. Zackzack, lässiges Höschen an, ab ins Auto und vergiss den Erklärbär und das Leuchtschwein nicht.”

Ein Blick auf den Kalender bestätigt mich in der Annahme, dass wir das Vorhaben mit den Osterferien gepflegt in die Tonne kloppen können. Osterferien schon im März zu Ende? Ich muss an meinem Geburtstag arbeiten? Wollen die uns dieses Jahr vereimern? Das klappt doch nie im Leben…

Mein werter Herr Gatte war gestern aufgrund familiärer Verpflichtungen Teilnehmer einer Tupper-Party für Matratzen. Immerhin konnte ich mich wegen besagtem Arbeitsaufkommens darum drücken.

Unsere Aldi-Matratzen haben letztes Jahr 10-jähriges gefeiert. Man könnte sagen, sie sind fällig. Allerdings war nie die Rede davon, sie durch Matratzen mit integriertem Kräuterinlett sowie kompletter Oberbettgarnitur für 3000 Öcken zu ersetzen. Da lasse ich mich doch bitteschön fast für befruchten, um das mal recht grob zu sagen…

Aber der Her Matratzenverkäufer hat seine Sache anscheinend recht gut gemacht, denn mein sonst so kritischer Mann kam einigermaßen betört nach Hause.

Gottlob, er hat die Veranstaltung aufgrund eines Hüngerchens, das er verspürte, frühzeitig verlassen müssen. Ein Hoch auf den Magen meines Mannes. Wer weiß, wie viele Lavendelmatratzen er sonst vor seinem Abflug geschultert hätte.

Und: Wer über Bettausstattungen für 3000 Euro nachdenkt, der kann morgen auch neuen Ofenanzünder kaufen.

Und damit wäre mein Statement für heute auch schon wieder zu Ende.

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…Tante Heinz schreibt gerne, aber im Titelfinden ist sie unkreativ - Und wie lang darf ein Titel hier eigentlich sein?…. erstellt von Tante Heinz.
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