So. Doch nicht verkalkt.
Fakt ist: Der Mann war ganz schön abgefahren. Ein guter Arzt, aber eben ein bisschen neben der Spur.
Ich brauchte die Praxis gar nicht lange zu suchen, denn man erkannte sie von weitem an der Menschenschlange, die davorstand. Immerhin hatte ich ein Buch, eine Jacke und eine Flasche Wasser dabei. Damit kann man schon mal zwei Stunden überbrücken, bis man an der Anmeldungstheke ankommt. Eine Zeitlang dachte ich, die Eingangstür sei noch verschlossen. War sie aber gar nicht.
Dann nochmal ne Viertelstunde mit nacktem Bauch auf der Liege gelegen, gefroren wie ein Schneider, Arzt begrüßt, der sieht mich an und sagt: “Magengeschwürpatientin? Kein Wunder, so unentspannt wie sie aussehen….” Ich wagte den Einwand: “Haben sie schon mal selbst halbnackt auf ihrer Liege gelegen?” “Nein. Das tut auch nichts zur Sache. Sie haben Stress, das erkenne ich an ihren Augen.”
Gut. Gehätschelt wird man da nicht, das stand in dem Moment schon mal fest. Der Ultraschall war ganz entspannt, immer schön brav Luft an- und den Mund gehalten, keine Widerworte gegeben, Begeisterung bei der Begutachtung meiner Gebärmutter gezeigt, den Ausführungen über psychische Probleme von Lehrerkindern gelauscht und die Verkalkungen bewundert, die keine sind, sondern “Kotstückchen”. Tatsächlich. Da gibt es sogar einen lateinischen Namen für, den ich jedoch nicht in meinen Wortschatz aufgenommen habe.
Naja. Der Zwölffingerdarm ist definitiv der Übeltäter, soll mir überlegen, ob nochmal gespiegelt wird in nächster Zeit, um Helicobacter-Befall auszuschließen, denn das ist anscheinend der einzige Grund neben - wie sollte es anders sein- Stress.
Muss ich mir anscheinend doch mal Gedanken über so ne Art Stressmanagement machen.. Gut, dass T. heute wiederkommt, diese untreue Seele. Der soll mir mal in die Augen gucken und beurteilen, ob er da auch was sieht. Vielleicht merke ich’s auch einfach nicht mehr, der Mann hat mich heute echt verunsichert. Dass das aktuelle Jahr bisher nicht entspannt und smooth abgelaufen ist, weiß ich selbst.
Eben nochmal mit dem Herrn Anwalt telefoniert, der leider nicht machen kann, dass die kleine Nervensäge nicht mehr bei mir vorstellig wird, der aber einen kleinen Brief schreibt, in dem er darum bittet, zukünftigen Schriftverkehr an ihn zu richten.
So. Das hätten wir schon mal. Ich würde sagen, ich bin nun ganz schön entspannt und erleichtert. Der Herr Chirurg würde aber wahrscheinlich sagen: “Schauen Sie sich mal ihre Ohren an. Sie sind ein Nervenbündel.”
Mittwoch, 31 Oktober 2007 um 4:24 nachmittags
Was machste Dir aber auch immer son Stress *duck*
lg
shusl
Mittwoch, 31 Oktober 2007 um 7:45 nachmittags
Liebe Tante,
laß Dich bloß nicht gleich spiegeln! Heutzutage gibt es schicke, würgreflexfreie Test, um Helicobacterbefall nachweisen zu können. Guckst Du hier: http://www.meduniqa.at/633.0.html
Die Spiegelung wird sicher das teuerste sein, und Du bist ja privat!! Praktisch!
Also nicht das lecker Abendessen für den Herrn Doktor zahlen, der Dich unbedingt nur Spiegeln will! (Es sei denn es gibt schlechte Austern).
Und für Deinen Wortschatz: FÄZES!
Mittwoch, 31 Oktober 2007 um 8:06 nachmittags
Ach… Kuckma da…. Das wusste ich auch noch nicht. Danke!
Allerdings muss ich beide Ärzte in Schutz nehmen: Die spiegeln nicht selbst. Die verweisen weiter. Aber vielleicht meinen sie es gut mit ihren Kollegen und dürfen dafür beim nächsten ärztlichen Qualitätszirkel auch mal an der Auster nippen.
Ich warte mal noch hübsch ne Woche ab und gehe in mich.
Fäzes? Das hatter nicht gesagt. Er schreibt Skydola. Das hört sich weniger eklig an.
Mittwoch, 31 Oktober 2007 um 8:08 nachmittags
Frau Shusl, ihr zweiter Kommentar ist im Nirvana verschwunden. Hier geschehen seltsame Dinge…