Vergessen
Vorgestern fuhr ich zur Bank, um den Rest unserer ICSI-Rechnungen zu zahlen.
Vor drei Wochen hatte uns T.’s Krankenkasse ja einen netten Brief zukommen lassen, in der sie uns die Überweisung der paar Kröten in den nächsten drei Tagen zusicherten. In Anbetracht der Gesamtrechnung zwar nur ein paar, aber fest eingeplante Kröten. 500, um genau zu sein.
Auf die Überweisung haben wir uns dann auch einfach mal verlassen.
Pustekuchen. Keine Kohle da.
Wütende Tante. Sehr wütend. Fast wäre sie geplatzt.
Gottseidank mit einem Gatten, der gestern Urlaub hatte, um den Umstand zu klären.
Der Umstand ist ein einfacher: Die Gesundheitskasse hat’s vergessen. Der Krankenkassenfuzzi ist in Urlaub gefahren. Höchstwahrscheinlich mit seiner Frau und seinen 45 Kindern, um entspannt die Nummer 46 zu produzieren. Keiner wusste Bescheid.
Bis Montag haben wir angeblich unser Geld. “Sie können sich auf uns verlassen, Herr T.” Jaja… Ist klar.
Eins weiß ich nun: Die ICSI an sich war ein Spaziergang gegen das, was wir im Vor- und Nachhinein für einen Ärger mit dem gesamten Drumherum hatten.
Vor ein paar Wochen hätte ich direkt den nächsten Versuch starten wollen, um endlich Klarheit darüber zu haben, ob wir jemals eine hübsche kleine Tante Heinz und TPunkt-Mischung in unser Bürokinderzimmer einquartieren können.
Letzte Woche habe ich noch darüber nachgedacht, mal vorsichtig beim Gatten anzufragen, was er von der groben Planung November/Dezember hält.
Jetzt habe ich die Faxen einfach nur dicke. Keinesfalls mehr dieses Jahr.
Eher stecke ich meine Energie in den Ausdruck und das Binden dieses Tagebuchs, um dem Herrn von der Krankenkasse ein Weihnachtsgeschenk überreichen zu können. Mit Kündigung des Versicherungsverhältnisses als Epilog. Und Totenkopf auf dem Einband.
Seit der Klinefelter-Diagnose wird er uns jedoch wahrscheinlich nur freudestrahlend mit einem frischgewaschenen duftigen Taschentuch hinterherwinken und ein Fass mit der Belegschaft aufmachen.
Ansonsten kann man sagen: Uns geht’s ganz gut. Haben gestern den Vorlauf zum 70. Geburtstag meiner Schwiegermutter hinter uns gebracht und uns wacker den vielen Enkelkindern gestellt. Die eigentliche Bewährungsprobe findet morgen statt, denn dann steigt die Party. Mit noch mehr Kindern.
Gestern wurden sie bereits aufgezählt, mir ist schon mal prophylaktisch schlecht geworden. Aber das werden wir schon irgendwie wuppen.
Freitag, 28 September 2007 um 10:33 vormittags
Ihr sei ja auch von Glück verfolgt.. Neee.. Neeee…
LG Schäfchen