Also…
Nachdem ich den Herrn Teamleiter der örtlichen Krankenversicherung nun heute persönlich kennenlernen durfte, kann ich sagen: Er gehört nicht zu den Sympathen, mit denen man gerne Kaffeetrinken ginge. Aber das liegt wahrscheinlich auch an der Tatsache, dass wir in den nächsten Wochen noch öfter miteinander zu tun bekommen.
Ich war zwar ganz lieb zu ihm, aber ich habe ihm gesagt, dass ich mit seiner Auslegung der Kostenbewilligung nicht einverstanden bin. Naja, ich habe ihm eher gesagt, dass sie falsch ist.
Schon mal ein ganz dickes Minus auf der TanteHeinzund TPunktwolleneinKindaufunsereKosten-Akte.
Fakt ist: Der Mann ist eigentlich arm ‘dran, denn er hat nichts zu entscheiden. Sagt er zumindest. Ich vermute, an seinem Spiegel steht ein großes “Nein”, denn das ist das, was er jeden Tag immer wieder sagen muss, und was er keinesfalls vergessen darf, um die Kostenstatistik niedrig zu halten.
Und weil er das anscheinend im Laufe seines Arbeitslebens ganz gut gemacht hat, darf er sich Teamleiter nennen.
Jedem seinen kleinen Erfolg.
Was ich allerdings unglaublich finde, ist das Großraumbüro, in dem ich Platz nehmen durfte. Und weil die anderen vier Angestellten heute einen lauen Tag hatten, durften die an meinen Belehrungen teilnehmen, denn überhören konnte man unser Problemchen nicht. Der Mann, der zwischendurch hereinkam, hat eine Brücke und eine Krone beantragt und zwischendurch gleich noch ein bisschen was über künstliche Befruchtungen lernen dürfen.
Soviel zum Thema Datenschutz, ich lach mich kaputt…
Da kann ich ja froh sein, dass ich die Wörter Spermien und Eierstöcke öffentlich auszusprechen wage. Hat man damit ein Problem, kommt man in dieser Geschäftsstelle nicht weit, denn vorher versinkt man im Erdboden und akzeptiert alles, was einem dort aufgetischt wird.
Unsere Unterlagen befinden sich auf dem Weg zur Rechtsabteilung. Diese Vorgehensweise kündigte er mir mit hochgezogenen Augenbrauen und bedeutungsschwangeren Blick an. Von wegen: “Sie wissen schon, dass sie es jetzt mit ganz ausgefuchsten Juristen zu tun bekommen werden? Überlegen sie sich gut, ob sie das wollen…. Sie werden keine Nacht mehr durchschlafen können…. Mein Gesicht wird sie in ihren Träumen begleiten…”
Ich habe mich sehr gefreut. Schließlich soll auch die Rechtsabteilung an meinem neuerworbenen Wissen teilhaben.
Während des Abschlussgeplänkels hat er mir noch gesagt, dass ihm wohl bekannt sei, dass die Situation sehr belastend für uns sein werde.
Nanu? War das ein Anflug von Menschlichkeit, knallhartes Kalkül oder das Ergebnis des letzten Gesprächsführungskurses?
Wir warten ab und sind gespannt.
Manchmal verlässt man einen Raum und weiß ganz genau: In spätestens zwei Sekunden bist Du Thema. Dann fällt der Kopf deines Gesprächspartners auf die Tastatur und er sagt:
“Meine Güte. Watt ne Zicke…. Habt ihr die mitbekommen?? Lieber Gott, mach, dass alles gut wird, damit sie nicht übermorgen neue Kopien mit Gerichtsurteilen anschleppt. Scheiß Internet… Früher war alles besser. Kommt die nochmal, bin ich nicht da…. Dann muss der Azubi ran.”
So war’s. Ich bin mir sicher.
Mittwoch, 29 August 2007 um 2:10 nachmittags
Ich muss jetzt mal was ganz im Ernst loswerden: ich bewundere wie du mit Problemen umgehst.. Ich sollte mir eine Scheibe von dir abschneiden, denn wenn es mir gelingt meine Probleme so anzugehen, dann wird vielleicht alles gut???
LG Schäfchen
Mittwoch, 29 August 2007 um 5:27 nachmittags
Ganz großes Kino. Ich hatte neulich das Vergnügen im Großraumbüro mit etwa 20 Schreibtischen über die Gründe für eine Kur zu diskutieren. Auch nicht erquicklich. Aber wenigstens war nach 5 Tagen die Bewilligung im Briefkasten. Vermutlich, damit ich bloß nicht wiederkomme
.
Ich drück Euch die Daumen!
lg
shusl
Mittwoch, 29 August 2007 um 5:34 nachmittags
Ach Schäfchen…
Ich glaube, die richtigen Probleme kommen erst noch. Abgesehen davon hat das vergangene Jahr mein “Problemlöseverhalten” wirklich sehr trainiert.
Ich habe eigentlich immer dazu geneigt, abzuwarten, weil schon alles von alleine gut wird. Und wäre dann z.B. ganz verdutzt gewesen, wenn der AOK-Mitarbeiter mein Weltbild zerstört und mir sein Geld nicht freiwillig in den Briefkasten gesteckt hätte.
Hrhr….
Aber ohne T. liefe hier problemlösetechnisch eh nix. Der erträgt meine Launen. Und manchmal tut er mir richtig leid. So’n ruhender Pol hat schon was…
Übrigens wird alles gut, ich bin ganz sicher.
Und: Wirklich hübscher Bauch!!
Mittwoch, 29 August 2007 um 5:49 nachmittags
Frau Shusl,
ist das wirklich Standard? Ich bin nicht so oft bei Krankenkassen zu Besuch, hielt diese Geschäftstelle wirklich für ein Relikt aus den 70ern, die den Mitarbeitern hoffentlich selbst peinlich ist.
Mittwoch, 29 August 2007 um 10:44 nachmittags
Liebe Tante Heinz,
ich arbeite grad schräg gegenüber jener Geschäftsstelle. Ich sehe das Elend täglich mit an. Und ich meine mich zu erinnern, dass vor gar nicht langer Zeit renoviert und umgebaut wurde, damit dieses Großraumbüro an die Sonne kam…
lg
shusl
Donnerstag, 30 August 2007 um 1:47 nachmittags
Hey, holy moly, Tantchen…
Respekt, wie Du mit dem Zeigefinger “Du-Du” zu Herrn AOK machst. Ach, es ist in Deutschland echt “scheisse” geworden mit dem ganzen Bürokratie- und Wir-haben-da-unsere-Vorschriften-Kram.
Und wenn er tatsächlich vorhatte, Dir zu drohen, dann bestimmt nur, weil er momentan selber keine extrakorporalen Abenteuer erleben darf!
“Absolute-Oarschloch-Krankenkasse” - bei dem Verein bin ich leider auch Mitglied -nein, ohne Glied. Nicht, dass es noch zu Verwechslungen seitens der Kasse kommt. Alles Auslegungssache “g”
Da bin ich aber auf Justitias Urteil gespannt…
LG Frau Mausebaer
Freitag, 31 August 2007 um 12:49 nachmittags
Wenn ich an den ersten Besuch denke, wo der Herr Teamleiter in Seinem Sessel saß und mir sagte “machen Sie sich keine Sorgen”, wir zahlen das! Und wie der Herr Teamleiter im Laufe der Zeit immer weiter von dieser Aussage abgerückt ist, kann einem schon das Saure durchs Gehäls schießen..
Man. Wenn man nicht im Thema ist, sollte man sich entweder einlesen, oder die Sache an den nächst höhergestellten Mitarbeiter weiterleiten. Aber mich (uns) da Stück für Stück mit Phrasen zu belabern um dann nach Wochen zuzugeben, dass man keine Ahnung hat, finde ich außerordentlich frech!
Das führt nun dazu, dass ich beim Betreten jener “Geschäftsstelle” zukünftig erstmal die Fachkompetenz des Sachbearbeiters zum jeweiligen Thema erfrage, bevor ich meine Problematik vorstelle…
Und im Zweifelsfall müssen wir die Erstattung jener unbegreiflichen “extrakorporalen” Kosten halt einklagen!!
Und nebenbei den Datenschutzbeauftragten der AOK mal fragen, was er denn den ganzen Tag so macht…
Kleiner Schlenker zum Thema PC-Spiele:
Für ne LAN-Party ist der Laden suuuuuper! (Ist so schön offen da…
Freitag, 31 August 2007 um 1:32 nachmittags
Oh ha.. ist es also die selbe Krankenkasse, die immer alles verzapft.. Ja.. bekanntes Leiden..
lg und immer locker bleiben
Schäfchen