Gute Güte. Bald gibt’s nur noch Knäckebrot.

Das ganze Wochenende habe ich mich von Herrn T. bedienen lassen. Wenn er will, kann er mich tatsächlich mit warmer Kost versorgen. Schließlich war ich beschäftigt. Mit überaus wichtigen Dingen.

Schuhkartons, in denen ich mit Hingabe meine Buchhaltung archiviere, wollten geleert werden. Das ist längst nicht so gruselig, wie es sich anhört, schließlich schmeißt man ja alles chronologisch rein. Unten ist dann logischerweise der Januar.

Nur diese Abhefterei, die kostet Zeit. Vielleicht mache ich das für 2008 mal ganz konservativ und hefte gleich ab. 2007 ist ja quasi fast vorbei, das lohnt nicht mehr.

Jedenfalls habe ich erstens die bekloppte Einnahme-Überschuss-Rechnung im Sack, und zweitens eine Lohnsteuererklärung für uns beide erstellt, die fast schon professionell aussieht.

Oh, Du großer WISO-Sparbuch-Ersteller, ich verneige mich vor Dir und küsse Dir beide Füße.

Zwei Stunden haben wir in trauter Zweisamkeit damit verbracht, herauszufinden, warum 700 Euro im Nirvana verschwinden konnten. Kann man ja so keinem beim Finanzamt vorsetzen. Die wittern doch sofort Betrug und schicken mir den Steuerprüfer. Wo ich doch eh schon den Stempel “Achtung, gibt Lohnsteuer nie pünktlich ab” auf meiner Akte habe.
Nach einer Stunde war ich soweit, Firma WISO wegen Rechenfehler im Programm zu verklagen. Nach zwei Stunden kam selbstverständlich heraus, dass ich einen Tippfehler gemacht hatte. Das Honigkuchenpferdgrinsen im Gesicht meines Mannes hätte man eigentlich für die Nachwelt festhalten sollen.

Das Grinsen verging ihm und vor allem mir aber genau dann, als es mal wieder darum ging, ein paar läppische Belege zu finden, die ich für T.’s Lohnsteuer brauchte. Lieber Gott. Bitte zeige mir die Geheimverstecke meines Mannes, damit wenigstens einer von uns beiden die Unterlagen findet, wenn im nächsten Jahr wieder die große Suche beginnt.

Fakt ist: Wir haben mal wieder ein fettes Nachzahlungsproblem. Und dafür habe ich das ganze Wochenende im Schatten verbracht. Dachte immer, Nachzahlungen träfen nur die Reichen und Schönen. Leider auch mal wieder uns. Komisch. Wieso haben wir dann nie etwas übrig am Monatsende?

Naja. Nachzahlen. Das kennen wir ja schon vom letzten Jahr. Es ist echt zum Brechen. Ein Grund, weshalb die zweite ICSI definitv bis zum nächsten Jahr warten muss.

Aldi wird wohl in den nächsten Wochen unser Stammgeschäft, denn so allmählich trudeln hier die ICSI-Rechnungen ein. Mal ne kleine Narkoserechnung, dann eine putzige Ultraschallliquidation und zwischendurch mal wieder ne Blutabnahme.

Für die Blutabnahmen sollten die eigentlich Geld an mich überweisen, aus purer Dankbarkeit dafür, dass ich ihnen immer so feine Venen mitgebracht habe. Aber nein. Undankbarkeit ist der Welten Lohn.

Genug gejammert. Ich muss jetzt wieder los, die Welt retten.




6 Kommentare to “Gute Güte. Bald gibt’s nur noch Knäckebrot.”

  1. Schweden schreibt:

    *hust*

    Sorry, aber hier kann ich mich nicht zurückhalten… *g*

    1. Es gibt keine Lohnsteuererklärung mehr…das Ding schimpft sich seit gut 10 Jahren Einkommensteuererkärung…..

    2. Ihr macht doch bestimmt eine Zusammenveranlagung, oder? Dann ist es Eure Einkommensteuer…ihr habt nur eine Steuernummer…es sei den T. hat gewerblich oder selbständige Einkünfte von denen Du nichts weiss. *g*

    3. Hast Du Vorauszahlungen (VZ) gezahlt und hat WISO diese angerechnet?

    4. Falls es besser für Euch ist, dann lass ggf. die VZ erhöhen, dann weißt Du was viermal im Jahr auf Dich zukommt und die Nachzahlung ist nicht so hoch.

    Ich drück Dich mal feste, auch wegen der dummen Rechnungen…ich warte mit bangem Herzen auf meine Kryoverlängerung…..vielleicht ist die Eisband bereits entsorgt…. *?*

    LG,
    Ihre freundliche schwedische Finanzwirtin

  2. Schweden schreibt:

    P.S.

    Ich esse sehr, sehr gerne Knäckebrot….schon aus Gründen der kalorienfreundlichen Lebensmittel *g*

  3. Tante Heinz schreibt:

    Einkommensteuererkärung… So stand’s auch in der Mahnung, Sie haben Recht, Frau Schweden. *g*
    Das Problem bei uns ist die Steuerklasse Drei des Herrn Gatten. Der muss immer nachzahlen. Der ist an allem Schuld. *hammer*
    Und - wieso auch immer - bei uns die die getrennte Veranlagung eindeutig günstiger als die gemeinsame. Das wunderte selbst den Herrn Steuerberater.

    So, jetzt aber mal schnell die Eisbank bezahlen, sonst gibt’s Mecker.

    Lieben Gruß an Dich,
    Tante Heinz

  4. Schweden schreibt:

    Wenn ich die GV macht, ist es klar das ihr saftig nachzahlen müßt.
    Dann wird T. nachträglich die St-Kl. 3 aberkannt….mhm….laß dir mal vom Steuerrater *g* ausrechen, ob Euch die St-Kl 4 günstiger und dann die ZV günstiger kommt….pro forma brauchst Du dann auch eine Steuerklasse und mußt die mit abgeben….steht ja aber eh nichts drauf.

  5. T-Punkt schreibt:

    St.-Kl.5 käme günstiger, im Falle einer Arbeitslosigkeit wären die Ansprüche dann aber deutlich geringer!
    Und da ich in einer Fa. arbeite, die nach allen Erkenntnissen der modernen Betriebswirtschaft eigentlich keinen Cent Gewinn erwirtschaften dürfte (es aber aus unerklärlichen Gründen trotzdem tut… ;) möchte ich ein klitzkleines bißchen Sicherheit…
    ….die wir aber teuer bezahlen….

    T.

  6. Schweden schreibt:

    Jup,

    das stimmt….das ALU-Geld wird nach der letzten Steuerkarte berechnet….naja im Grunde ist es mit den Steuerklassen ein wenig hin und her schieberei….unter Strich, zahlst Du übers Jahr gesehen den gleichen Betrag, ehrlich.

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