Frauen in der Überzahl
Armer T. Die Frauen in diesem Haushalt haben nun die absolute Mehrheit.
Nachdem er gestern fluchtartig den Raum verlassen hat, weil er das Gegacker meiner Schwester und meiner Person anscheinend nicht mehr ertragen konnte (…und dabei hat er doch das zweite X…
, sind nun also auch noch zwei weibliche Meerschweine für zwei Wochen eingezogen.
Man muss ja frühzeitig testen, wie Katzen auf neue Bewohner in ihrem Reich reagieren.
Ängstlich. Und empört. Die eine faucht, die andere bebt.
Gut. Das verspricht, interessant zu werden. Ich brauche mehr Spannung in meinem Leben und kann Studien treiben. Bei genauem Hinsehen erkennt man sogar, dass das, was man eigentlich für das Hinterteil gehalten hat, Mimis Kopf ist, denn plötzlich verschwand das Apfelstückchen darin.
Gehe gleich Löwenzahn sammeln und Birkenzweige schneiden.
Ich glaube, niemand ist momentan besser für eine Kleintierpflegschaft geeignet als Tante Heinz. Mein hormongesteuertes Mutterherz lässt mich wahrscheinlich gleich noch Pullöverchen stricken und Rascheltunnel nähen. Ich hörte, letzteres finden Schweine ganz besonders toll. Liegen ja in der Wildnis Perus an jeder Ecke herum. Meistens die aus Sternchenfleece. Womöglich nachtleuchtend.
Ansonsten finden die beiden es ganz nett hier. Zumindest fressen sie. 24 Stunden am Tag, wenn ich das jetzt schon beurteilen darf. Mindestens ein Heuhalm hängt ihnen immer aus dem Mund.
Bei so viel Hunger bleibt für die angedachte Dressur ja fast keine Zeit mehr. Also wenn ich warten soll, bis die satt sind, befindet sich unser Kind schon mitten in der Pubertät.
Nun ja. Weil ich ja nun anscheinend jeden Tag um halb sechs wach werde, habe ich genug Zeit, die Haltungsbedingungen dieser possierlichen Tierchen zu optimieren.
Dem Internet sei Dank. Man lernt z.B., dass Meerschweine Blumenkohl mögen. Aber diese Information reicht nicht; damit man den Blumenkohl nicht mit einer Paprika verwechselt, bekommt man sicherheitshalber immer noch ein Bild dazugeliefert.
Und, Tante Heinz, wie geht es Dir sonst so?
Och, ganz gut. Kriege einen fetten Pickel an der Nase (…waaaah… der letzte ernstzunehmende Pickel ist Dekaden her…
und hatte heute Nacht einen Schweißausbruch, der sich gewaschen hat.
Weil ich aber zuverlässig einen nächtlichen Schweißausbruch habe, kurz bevor ich meine Tage kriege, gehe ich darauf nicht näher ein.
Das Blut, welches ich verschickte, ist wider Erwarten angekommen. Tschackeline sagt, alles sieht toll aus (….???…. Anscheinend wollen die, dass ich weiterhin heiter und gelassen bleibe…. Anders kann ich mir diese Aussage nicht erklären….), trotzdem musste ich mir gestern nochmal eine halbe Pulle Predalon in die Schwarte jagen. Vielleicht meinte sie einfach: “Es sieht toll rot aus.” Oder: “Es ist toll flüssig.”
T. bleibt bei seinem Entschluss, am nächsten Samstag zwei Stunden zur Kiwu-Klinik fahren zu wollen, damit mir dort mein toll aussehendes Blut abgenommen werden kann.
Gut. Die Alternative wäre, sich samstags vom Notdienst in die Vene stechen zu lassen, das Päckchen nach GÖ zu schicken und bis Montag zu warten. Und das kommt nun wirklich gar nicht in die Tüte.
Übrigens: Mein Auto ist wieder heil. Und das alles für 0 Euro. Fehlerspeicher gelöscht, Auto wieder heil. Wenn das doch auch bei Menschen ginge…. Ich habe da so einige Fehlerspeicher im Kopf, die dringend gelöscht werden sollten….
Aber weil man sich nie zu früh freuen sollte, ist während der Reparaturzeit die Buttermilchdose im Kofferraum geplatzt und mein Kofferraum ist nun quasi - wie soll man es nennen - verseucht. Naja, was eben so mit Kofferräumen passiert, wenn in ihnen eine Dose Buttermilch fünf Tage vor sich hin lebt….
Samstag, 14 Juli 2007 um 7:44 nachmittags
Uiiii, das riecht jetzt sicher lecker in Deinem Auto. Aus eigener Erfahrung - wenn auch mit Milch - kann ich Dir verraten, dass das Düftchen NIE mehr verschwindet.
lg
shusl