Ausgeheult. Für’s Erste. Mein Mann ist wieder da. Der arme Kerl hatte am Tisch in Würzburg das eine heulende Elend sitzen und an der Strippe mich, in Form des anderen heulenden Elends. Und da soll noch einmal einer sagen, die Männer hätten während der Kinderwunschbehandlung nix zu tun….
Heute morgen seine vorsichtige Frage: “Könntest Du denn am Donnerstag auch alleine zum US fahren?” Ich gebe zu, 14:15 ist eine ziemlich blöd gewählte Uhrzeit. Bei den vielen halben Urlaubstagen, die wegen Endokrinologen, Orthopäden und Zahnärzten ‘drauf gehen, wird’s allmählich etwas wild in T.’s Terminplan.
Hm. Als selbständige Ehefrau würde ich mal ganz spontan sagen: “Jupp. So’n Ultraschall nehme ich mal eben so mit…” Die Erfahrung lehrt jedoch, dass ich am Donnerstag auch tränenüberströmt über meinem Frühstückstoast sitzen könnte, vor lauter Verzweiflung darüber, dass mein Tomtom und ich alleine in die große weite Welt düsen müssen.
Deswegen habe ich das jetzt mal offen gelassen. Vermutlich fahre ich alleine. Brauche T. bei der Punktion dringender. Wenn allerdings irgendetwas außerplanmäßiges dazwischenkommt und irgendjemand mich doof behandelt, garantiere ich für nichts.
Insgesamt ist wenig anzufangen mit mir. Heute war ein lauer Morgen ohne viel Arbeit, was mir nicht gepasst hat. Zu viel Zeit, nachzudenken. Heute nachmittag geht die Luzie ab, was mir auch wieder nicht passt. Zu wenig Zeit, nachzudenken.
Morgen mittag packe ich mir in einem Anfall von Geistesgestörtheit doch tatsächlich noch so’n Werbefuzzie in meine Mittagspause, der mir für 195 Öcken einen Eintrag in irgendeinen ominösen Flyer verkaufen will. Was hat mich da bloß wieder geritten? Den werde ich doch nie wieder los… Irgendwie muss ich den noch vor der Tür abfertigen, bin doch gerade das ideale Opfer für alle, die mit wenig Widerstand ziemlich viel verkaufen wollen.
Was gibt’s sonst noch?
Ich passe nicht mehr in meine Lieblingshose. Mit Ach und Krach habe ich sie über die Beine bekommen, gesessen hat sie erst, als ich in der Hocke durch’s Schlafzimmer gehüpft bin. Ein Hoch auf den Erfinder des Stretch-Anteils…
Kein Wunder im Übrigen. Habe am Wochenende so viel frustgefuttert, dass ich mich vor mir selbst gefürchtet habe. Die Eierstöcke können’s nicht sein. Von denen kommt nämlich noch gar kein Signal. Wer weiß, ob bei denen überhaupt irgendetwas ankommt, von dem Kram, den ich mir da gerade in den Wanst jage. Meine Brüste wachsen nicht, mein Bauch wächst nicht, dafür der Popo und die Beine. Immer da, wo man’s nicht gebrauchen kann, es ist doch wirklich gruselig.
So. Jetzt aber die Stampfbeinchen in die Hand genommen. So’n bisschen Bürokram sollte ich doch tatsächlich noch erledigen, solange ich noch nicht schwanger bin. Die säuberlich angehäuften Stapel machen mir ein ganz schlechtes Gewissen.