Schlaflos
Meine Güte. Was ‘ne Nacht. Eins steht fest: Das nächste Sofa wird so groß, dass auch Tante Heinz ausgestreckt darauf schlafen kann. Ohne, dass ihr alle Nase lang die Extremitäten ertauben.
Manchmal schnarcht er. Manchmal auch nicht. Manchmal schnarcht er nur, wenn er auf dem Rücken liegt. Manchmal schnarcht er ganz niedlich leise, so dass ich im Bett liege, und mich tatsächlich darüber freue, was für putzige Geräusche aus meinem Gatten herauskommen. Und manchmal schnarcht er so laut, dass die Wohnung bebt. Und wenn er dabei die sonst schnarchfreie Seitenlage eingenommen hat, dann ist Holland in Not.
Heute nacht war nicht nur Holland in Not, sondern auch Polen offen. Schließlich hatte eines unserer putzigen kleinen Haustierchen meine Notfall-Ohrstöpsel vom Nachttisch gepfeffert, um sich damit ein paar Stunden zu beschäftigen. Unter dem Bett, selbstverständlich. Und auch nach intensivem Suchen war ich nur einseitig versorgt. Das nützt nichts. Alles schon probiert. Auch, wenn man das stöpselfreie Ohr fest auf das Kopfkissen presst - die Lautstärke neben mir bleibt unverändert.
Genervt habe ich mein Haupt auf das Sofa gebettet. Selbst zwei Räume weiter hörte sich das Geräusch noch gefährlich an. Das hatten wir lange schon nicht mehr…. Problem: Schließt man in diesem Hauhalt Türen, versucht mindestens eine Katze, sich durchzukratzen. Nicht so richtig prickelnd, wenn man zur Miete wohnt.
Also Tür auf, Schlafposition diverse Male gewechselt, keine gute gefunden. Nachtprogramm im Fernsehen abgecheckt. Auf drei Sendern hintereinander übergoss sich eine in der Badewanne stehende Frau mit Milch, auf den nächsten vier Sendern kam die Hausfrau, die auf dem Bügelbrett beglückt werden wollte. *gähn* Sind denn freitag nachts alle bekloppt?
Für Kerner - den Garant für problemloses Wegschlummern - war’s leider schon viel zu spät. Immerhin, Domian gab sich die Ehre, mich in den Schlaf zu wiegen. Mit Katze auf den Beinen, die eh schon nicht wussten wohin, habe ich die schlafloseste Nacht der letzten drei Monate verbracht. Und ich wette, dass T. gleich aufsteht und sich beklagt, dass er schlecht geschlafen hat. Harhar… Ich kann ihm immerhin die Mitteilung machen, dass ich über Nacht herausgefunden habe, dass unter dem Bett mal wieder gesaugt werden muss.
Womit der Plan für diesen Samstag feststeht. Hier wird die Bude geputzt, bis die Schwarte kracht.
Im Übrigen ist das Problem mit dem ominösen Vertrag noch nicht geklärt. Habe - nachdem T. mir mal wieder in der Mittagspause Verhaltensmaßregeln für den Umgang mit Telefonpartnern beibringen wollte (”Schreib Dir Ihren Namen auf… Lass Dir auf’s Fax legen, dass sie über das Problem unterrichtet sind und sie meine Proben nicht vernichten…”
beschlossen, dass nun Schluss ist mit der einseitigen Erledigung von Telefonaten in dieser Ehe. Ständig versaue ich mir die Mittagspause mit Telefonaten bzgl. Kinderwunsch, Klinefelter, Telekom und RWE, fühle mich schuldig, wenn was schiefgeht und kriege hinterher noch kluge Kommentare von der anderen Seite des Bettes.
Jetzt darf T. sich selbst darum kümmern. Und ist dabei längst nicht so böse zu seinen Kommunikationspartnern, wie er es mir immer aufträgt. Dieser hat gestern - in einem höchstwahrscheinlich hochcharmanten Umgangston mit Schantall von der Rezeption und Tschackeline aus dem Labor - herausgefunden, dass man Beträge auf Verträgen nicht so einfach überweist, sondern erst eine Rechnung abwarten muss. Aha. Anscheinend deswegen, weil man immer davon ausgehen muss, dass Angaben in Verträgen nicht der Realität entsprechen. Nun ja. Wo das Geld nun ist, wird gerade recherchiert. Ich kann nur eins sagen: Weg ist es schon mal. Wo auch immer es gelandet ist.
Und selbstverständlich werden unsere Proben nicht sofort vernichtet. Die rufen an, während sie den großen Eisblock über der Tonne schweben lassen. Ein bisschen Spielraum wird einem anscheinend gewährt.
Okay. Wieder mal etwas für’s Leben gelernt.
Mein Nasenspray und ich sind nun doch gute Freunde geworden. Tag 2 war schon ganz gut auszuhalten. Und seit Tag 3 merke ich nichts mehr. Bleibt nur noch, zu hoffen, dass das Zeug auch wirkt. Mir ist diese Sprüherei ja immer noch ein bisschen suspekt.
Samstag, 16 Juni 2007 um 8:41 vormittags
Guten Morgen liebes Tantchen,
eine Leidensgenossin im schlaflosen Land….ja, ja die Männer. Wie gut kenne ich das. ich habe leider einen sehr leichten Schlafe und selbst das leichte bis manchmal mittel schwere Schnarchen vom Schwedenmann bringt mich an den Rand den Wahnsinn und selbigen oft genug auf die Couch - früher.
Adress per PN erwünscht und nächste Woche erfolgt die Zustellung.
Mittlerweile habe ich 1-A- Ohrpumpels, welche ich Dir auch gerne notfallmäßig zukommen lassen möchte.
Naja, wenigstens werden die Proben nicht gleich vernichtet, aber eine sauereei, das die dann nicht reinschreiben, das noch eine Rechnung kommt. Woher soll man das den wissen??
Also ich konnte mich nie mit dem Nasenspray anfreunden und habe echt gelitten. Ich würde lieber Spritzen, ganz ehrlich.
Samstag, 16 Juni 2007 um 3:28 nachmittags
Das war schon mal eine Kostprobe auf die Nächte fürs nächste Jahr ,wenn dann so ein oder zwei Würmer Dich aus dem Schlaf schrecken lassen und bei Krankheit auf dem Sofa schlafen lassen

Man gewöhnt sich an vieles ,sogar an das Nasenspray
Sonntag, 17 Juni 2007 um 7:13 vormittags
Huhu, Frau Schweden!
Was hast Du denn da für phantastische Pömpel? Ich habe nur so gelbe, die drücken mit der Zeit immer ganz schön im Gehörgang… Hört man mit Deinen trotzdem den Wecker? Wenn ja, dann wäre die Zusendung ganz nett von Dir!
Liebe Gumpy,
Du hast natürlich Recht. Im Prinzip lässt mich T. einfach nur für den Ernstfall tranieren. Er will mir nur gut…
Lieben Gruß an Euch,
Eure Tante