Archive forJuni, 2007

Müde

Mannomann. Schon relativ kaputt losgefahren und noch kaputter zurückgekommen.

Ich glaube, ich halte mich ganz gut. Der Herr Doktor ist einverstanden mit meinem Zustand. Sehr gesprächig war er heute nicht, dafür machte er aber ein hochzufriedenes Gesicht.

Auf einer Seite sind’s sechs, auf der anderen Seite fünf oder sechs. (Scheint gut zu sein, das habe ich begriffen… ;) Schleimhaut baut sich gut auf. Alles andere habe ich vergessen. Ich war froh, dass ich überhaupt angekommen bin.

Und da schickt der mich noch in eine Apotheke in so einem Riesenteil von Einkaufszentrum (…wirkte mir in etwa so groß wie das Dorf, in dem wir wohnen… ;) , in der Gonal immer vorrätig ist. Die Beschaffung könnte nämlich in heimatlichen Gefilden etwas schwierig werden.

Die gute Apothekendame hat sich tatsächlich sehr viel Mühe gegeben, die Kühlkette nicht zu unterbrechen und mich mit einem Riesenkarton durch diesen riesengroßen Einkaufsvergnügungspark geschickt. Vor dem dort ansässigen Douglas drückte mir ein netter Mitarbeiter noch einen einparfümierten türkisen Federpömpel in die Hand, der aussieht wie ein schlechtes Sexspielzeug und der mir auf der Rückfahrt komplett das Hirn vernebelt hat.

Leider hat die Pharma-Fachfrau mir statt der Multidose einen Pen in die Kiste gepackt. Na prima. Der ist nun mal nicht mit den einkalkulierten 150 Einheiten überfüllt. Das habe ich aber erst zu Hause bemerkt, als ich die Packung aufgerissen hatte. Und dafür plündere ich mein Konto (Monatsende, dingdong… ;) , renne schweißüberströmt und mit Federn behangen durch diesen Riesenladen, komme auf den Parkplatz und finde mein Auto nicht mehr…..

Toll, so’n Tomtom. Da hilft’s einem nun auch nicht weiter….

So. Und nun kommt Tschackeline ins Spiel. Die hat mich eben nämlich eben wegen der Blutwerte angerufen und ab sofort bin ich ihr Fan. Denn erstens hat sie mich ausführlich bemitleidet. Zweitens fand sie die Apothekenfrau auch blöd. Und drittens hat sie mir gesagt, dass es auch Miniminidosen Gonal gibt, die man mir am Dienstag beim zweiten Ultraschall aufschreiben könnte. “Damit Sie Geld sparen können, Tante Heinz, und nicht nochmal 276 Euro bezahlen müssen.” Ist sie nicht putzig? Sie denkt an meinen Geldbeutel. Ab sofort werde ich sie in meine Gebete einschließen.

Sollte ich noch erwähnen, dass ich und mein Dutzend töfte Follikel heute von einem polnischen LKW beinahe ins Jenseits befördert worden wäre? Der uralte cremefarbene Buckelvolvo (….rote Sitze….mjammi… ;) , der sich mit mir die Fahrbahn teilte und den ich kilometerlang angehimmelt habe, wäre mit draufgegangen. Und um dieses Auto wäre es tatsächlich schade gewesen.

Nun denn. Mein Mann ist mal wieder beim Zahnarzt. Wir könnten die Wohnung eigentlich auflösen, die Miete sparen und mit der Isomatte bei unseren Ärzten einziehen. Dann kann ich mir nächste Woche auch ne Maxidosis Gonal leisten.

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Augen zu und durch

So.

Morgigen Tag freigeschaufelt (…wahrscheinlich der erste von vielen….) und bis auf einen kleinen Termin am Morgen habe ich sozusagen einen ganzen freien Tag. Boah. Mitten in der Woche. Was ein Luxus…

So, wie’s aussieht, fahre ich definitiv alleine zum Ultraschall. Sehr schade, denn mit T. ist’s bei weitem lustiger. Aber egal, wir werden dieses Städtchen noch öfter besuchen, als uns lieb ist. Und gefühlsmäßig bin ich gottseidank wieder soweit auf dem Damm, dass ich es mir ohne Träne im Knopfloch vorstellen kann, alleine zu fahren.

T. habe ich gestern dabei ertappt, wie er die Augen zugekniffen hat, als ich mir die Spritze reinzimmerte. Harhar. Das ist also der Mann, der dem Doc weismachen wollte, er würde mir die Spritzen verabreichen. *pfeif* Hatte ihm tags zuvor noch vorgeworfen, er könne doch ruhig mal Interesse zeigen an meinen abendlichen Vergnügungen. Kein Desinteresse war’s, vielmehr die pure Angst.

Ab heute abend ist er offiziell freigestellt. Wir wollen den Guten doch nicht traumatisieren….

Mir geht’s gut. Ich merke nix. Zumindest nichts, was körperlich weh tut. Weiß nicht, ob ich das morgen immer noch toll finde.

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Ausgeheult. Für’s Erste. Mein Mann ist wieder da. Der arme Kerl hatte am Tisch in Würzburg das eine heulende Elend sitzen und an der Strippe mich, in Form des anderen heulenden Elends. Und da soll noch einmal einer sagen, die Männer hätten während der Kinderwunschbehandlung nix zu tun….

Heute morgen seine vorsichtige Frage: “Könntest Du denn am Donnerstag auch alleine zum US fahren?” Ich gebe zu, 14:15 ist eine ziemlich blöd gewählte Uhrzeit. Bei den vielen halben Urlaubstagen, die wegen Endokrinologen, Orthopäden und Zahnärzten ‘drauf gehen, wird’s allmählich etwas wild in T.’s Terminplan.

Hm. Als selbständige Ehefrau würde ich mal ganz spontan sagen: “Jupp. So’n Ultraschall nehme ich mal eben so mit…” Die Erfahrung lehrt jedoch, dass ich am Donnerstag auch tränenüberströmt über meinem Frühstückstoast sitzen könnte, vor lauter Verzweiflung darüber, dass mein Tomtom und ich alleine in die große weite Welt düsen müssen.

Deswegen habe ich das jetzt mal offen gelassen. Vermutlich fahre ich alleine. Brauche T. bei der Punktion dringender. Wenn allerdings irgendetwas außerplanmäßiges dazwischenkommt und irgendjemand mich doof behandelt, garantiere ich für nichts.

Insgesamt ist wenig anzufangen mit mir. Heute war ein lauer Morgen ohne viel Arbeit, was mir nicht gepasst hat. Zu viel Zeit, nachzudenken. Heute nachmittag geht die Luzie ab, was mir auch wieder nicht passt. Zu wenig Zeit, nachzudenken.

Morgen mittag packe ich mir in einem Anfall von Geistesgestörtheit doch tatsächlich noch so’n Werbefuzzie in meine Mittagspause, der mir für 195 Öcken einen Eintrag in irgendeinen ominösen Flyer verkaufen will. Was hat mich da bloß wieder geritten? Den werde ich doch nie wieder los… Irgendwie muss ich den noch vor der Tür abfertigen, bin doch gerade das ideale Opfer für alle, die mit wenig Widerstand ziemlich viel verkaufen wollen.

Was gibt’s sonst noch?

Ich passe nicht mehr in meine Lieblingshose. Mit Ach und Krach habe ich sie über die Beine bekommen, gesessen hat sie erst, als ich in der Hocke durch’s Schlafzimmer gehüpft bin. Ein Hoch auf den Erfinder des Stretch-Anteils…

Kein Wunder im Übrigen. Habe am Wochenende so viel frustgefuttert, dass ich mich vor mir selbst gefürchtet habe. Die Eierstöcke können’s nicht sein. Von denen kommt nämlich noch gar kein Signal. Wer weiß, ob bei denen überhaupt irgendetwas ankommt, von dem Kram, den ich mir da gerade in den Wanst jage. Meine Brüste wachsen nicht, mein Bauch wächst nicht, dafür der Popo und die Beine. Immer da, wo man’s nicht gebrauchen kann, es ist doch wirklich gruselig.

So. Jetzt aber die Stampfbeinchen in die Hand genommen. So’n bisschen Bürokram sollte ich doch tatsächlich noch erledigen, solange ich noch nicht schwanger bin. Die säuberlich angehäuften Stapel machen mir ein ganz schlechtes Gewissen.

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Weinerliche Tante

Hmpf. Habe ich gestern noch gedacht, dass es mal wieder ganz nett sei, für zwei Tage als Strohwitwe mein Dasein zu gestalten, fand ich es heute direkt nach dem Aufwachen doof.

Und zwar so doof, dass ich beim Anblick der Uhrzeit schon die Krise bekommen habe und die ersten Tränchen flossen. Halb sieben…. Wie soll ich das bis zum durch T. angekündigten frühen Nachmittag bloß überstehen?

Tee getrunken, Frühstück alleine genossen (…noch nicht mal die Eier hatten die Konsistenz, die sie hätten haben sollen… ;) , wieder ins Bett gegangen. Keine Lust auf nix. Katzen leicht verstört. Erstmal deswegen, weil Betthälfte leer. Zweitens, weil das Tantchen komische Schwingungen verbreitet. Gottseidank wieder eingeschlafen. Jammerig wieder aufgewacht.

12:00. Super. Gleich ist früher Nachmittag. Der Blick in den Spiegel zeigt, dass ich mich nicht nur scheiße fühle, sondern auch ausgesprochen scheiße aussehe. Telefonat mit kleiner Schwester zeigt: Ich höre mich auch scheiße an. Immerhin, ich habe nicht geheult. Soviel Beherrschung muss sein.

Sollte ich vielleicht die Zeit nutzen, und ein bisschen durch den Wald spazieren? Was ich gestern noch ganz schick fand, war dann doch irgendwie heute nicht drin. Man könnte ja jemanden treffen. Der dann zu Hause erzählt: “Habe Tante Heinz gesehen. Alleine. Im Wald. Die sah ganz schön kacke aus.”

Brahms in den CD-Player geschmissen. Falsche Wahl.

Versucht, mein neues Handy zu verstehen. Sinnlos.

Lesen ist auch doof. Wurde gestern durch meine Mutter mit einem Buch versorgt, bei dem sie anscheinend nicht darüber nachgedacht hat, dass das eventuell nicht stimmungsförderlich ist: “Aufzeichnungen aus einem Erdloch - Ein jüdischer Geschäftsmann flieht vor der Verfolgung durch die Nazis aus München.”

Na töfte. Erdlöcher sind genau das, was ich heute brauche.

S. ruft an. Ich habe keine Lust, mit ihr zu sprechen. Seitdem sie mir beim letzten Telefonat in einem für mich recht missgünstigen Tonfall gesteckt hat, dass ich wahrscheinlich eher schwanger würde als sie, habe ich keine Lust, ihr zu erzählen, dass ich seit zwei Tagen unter den Junkeys bin.

Mal eben T. ansimsen, fragen, ob er schon losgefahren ist.

T. ruft an. Sagt, dass er erst um halb drei starten kann, weil er die Nacht durchgemacht hat.

Falsche Antwort. Tante Heinz heult mal wieder. Super, jetzt habe ich dem auch noch die Laune verdorben.
Und er hatte mich noch gefragt, ob es okay sei, wenn er am Wochenende wegfährt. “Klar,” habe ich gesagt, “fahr Du ruhig. Beziehungsgeschädigte Freunde müssen getröstet werden…”

Dass er mir allerdings gestern abend nette Bildchen von netten Musikern auf kleinen Bühnen schickt und sich anscheinend die ganze Nacht ohne mich köstlich amüsiert, das konnte ich ja nicht wissen. Und ich konnte auch nicht wissen, dass mich heute die geballte Trübsal einholt und ich mich richtig darüber ärgere, dass mein Mann in der Sonne herumspaziert, die Nacht durchmacht, eine nette Zeit hat und ich hormonmanipuliertes Etwas hier im Regen herumsitze und darüber nachdenke, mir mein eigenes kleines Erdloch im Garten zu schaufeln.

Boah… Ist das ätzend.

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Ärzte

…kann ich bald sammeln, wenn ich so darüber nachdenke. Gestern war ich bei Nummer soundsoviel. Rheumatologe. Erstaunlich, mit was man sich innerhalb von nur einigen Monaten so alles trifft: Urologen, Gynäkologen, Allgemeinmediziner, Endrikonologen, Andrologen und nicht zu vergessen mein argentinischer Zahnarzt, dessen Akzent zu Anfang leicht polnisch daher kam:

“Herrrr Ttäh Punkt, verrrrpasssse ich Ihnen Schipritzze was ausreicht für norwegisches Wal…! Habben Si nunn Füllung bibbblischen Aussssmasssssssessssss…”

Okay. Spritze hätte vermutlich für zwei Wale gereicht. Die Füllung möglicherweise auch. Schon doof, wenn man allerlei Getöse im Schlund stecken hat während dieser Bruder mit dem Hammerakzent einen Brüller nach dem anderen abfeuert….

Aber zurück zum Herrn Rheumatologen. Habe mir meine zarten Knöchelchen mittels DXA scannen lassen. Funktioniert mit Röntgenstrahlen. Allerdings wohl reduziert, denn die übliche Bleipackung gabs nicht…. ….nicht dass mir noch die Zeugungsfähigkeit abhanden käme *rofl* Das Ganze hat ca. 20 Minütchen gedauert, 40 fröhliche Öcken gekostet und noch knappe 90 Minuten Wartezeit auf den strubbeligen Mediziner, dessen Behandlungszimmer ähnlich durchgeschüttelt aussah, wie die kleine Stube eines kaffeesüchtigen Computerschraubers.

Erst hat der Bursche einige Zeit auf meine Knöchelchen gestarrt, um mich dann zu fragen, wass ich mit DEM Knochenbau denn nun eigentlich bei Ihm wolle. Ich habe Ihm erklärt, dass im Rahmen meines 360° Rundumchecks Seine hoffentlich wohlwollende Meinung noch auf meinem Zettel fehlt und habe Ihm einen Kurzabriss in Sachen “Klinefelter, aber trotzdem 3 Spermien” gereicht. Das fand er witzig der Doc und konterte gleich mit Seiner “Jugendzeit” als kleiner Assistensarzt. Damals, als Marburg noch ne Rheumaschule hatte, haben nämlich gewisse amerikanische Koryphäen der Ärzteschaft eine Reise nach Moskau unternommen um ein wenig fach-zu-simpeln. (….komisches Wort das… ;) Um den Jetlag im Rahmen zu halten wurde zunächst Deutschland angeflogen und Marburg besichtigt, was ja auf amerikanische Kitsch-Freaks durchaus einen Reiz hat. Als also unser kleiner Assistenzarzt einst zur Mensa flanellierte, hat ein Bus ein paar amerikanische Ärzte-Touries ausgespuckt. Darunter ein (ich erlaube mir hier ein Zitat) “klapperiger alter Greis”, der von dem kleinen Assistenzarzt sofort als der unvergleichliche Herr KLINEFELTER identifiziert wurde. Wenn der Herr damals nicht so schüchtern gewesen wäre, hätte er sich sicher noch mit Ihm ablichten lassen. Auf diese Begegnung ist der Herr Doktor mindestens so stolz, wie ich auf die Tatsache, dass ich Frank Zappa aus der dritten Reihe anhimmeln durfte…

Das die sogenannten Klinefelter-Patienten durchaus mal die ein oder andere Spermie bereithalten war Ihm allerdings ebenso neu, wie die Tatsache, dass es in Hamburg jemanden gibt, der diese Spermie zu finden gedenkt. Habe mal wieder ein bisschen Werbung für den (Hoden) Papst gemacht und war dann tatsächlich um 20°°Uhr fettich.

Also, obwohl mir mein heißgeliebter Testosteron-Dealer gestanden hat, dass mein Pegel dem eines 86jährigen Oppa entspricht, habe ich Knochen wie ein Saurier. Alles in Butter. Nächster check in 5 Jahren ausreichend. Das ist nett für die Psyche. Nett fürs Portemonai. Vor allem nett für mein Urlaubstagekonto.

So. Werde mich nun zu Tantchen gesellen. Die schleicht um die erste Spritze wie Herr Dracula um den Knoblauch…

T.

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Was lange währt…

….wird halbwegs gut. Naja. Halbwegs halbwegs. Also so’n bisschen.

Der Herr von T.’s Krankenkasse, der ja anfangs ganz große Sprüche kloppte, von wegen: “Herr T., Sie können sich darauf verlassen, wir übernehmen 50% Ihrer Kosten…”, wurde ja etwas stickum, als er die Kosten sah, die 1000 Stunden Spermien-Suchen verursachen können.

Da musste er dann etwas ‘drüber nachdenken. Ein paar Tage. Schließlich hatte er nur mit 20 Öcken gerechnet, der Herr Neunmalklug. Heraus kam:

T.’s Kosten wollen sie zu 50% übernehmen, nur eben nicht die angegebenen GOÄ-Sätze, sondern das ganze Dings wird dann nach EBM-Sätzen ausgezahlt. Man muss nicht lange darüber nachdenken, dass das höchstwahrscheinlich weniger sein wird.

Aber immerhin: Die extrakorporalen Kosten zahlen sie auch. Zu 50%.

Nun kam heute - ich habe ja fast gar nicht mehr mit einer Antwort gerechnet - der Brief von der privaten KV. Eigentlich kam ich mir bei der Beantragung schon etwas deppert vor, denn schließlich hatte ich bereits diverse Male vom Verursacherprinzip gehört.

Huii… Sie beteiligen sich?!

Ich darf mir auf ihre Kosten Blut abnehmen lassen. Zytologische Untersuchungen zahlen sie auch. Ultraschall auch. Eientnahme auch. Embryonentransfer auch. Und da steht nichts von 50%. Also bezahlen sie’s wohl ganz. (?)

Schön. Trotzdem immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Das klingt ja alles ganz schick, allerdings weiß ich deswegen immer noch nicht, was das dann eigentlich kostentechnisch ausmacht.

Also betrachten wir diese Behandlung weiterhin als riesengroße Wundertüte und werden nach Rechnungsstellung bei beiden Kassen eine unbekannte Anzahl Euros zusammensammeln.

Da planen wir doch schon mal einen Urlaubstag ein, den wir feilschend auf den braunen Sesseln der AOK verbringen werden.

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Ich bin mir sicher:

Auf meiner Akte steht: Achtung. Wer auch immer mit Tante Heinz telefoniert - die ist dulle. Erklärt Ihr alles hübsch langsam, damit sie danach keine Fragen mehr stellen muss.

Ich weiß ja nicht ….. Vielleicht ist das ja auch normal…

“Hallo Frau Tante Heinz. Sie möchten wissen, wie’s nun weitergeht.”

(…Jupp… möchten wir das nicht alle? Nun mal hübsch Butter bei die Fische. Ich habe nicht viel Zeit…. Bin damit beschäftigt, mich zu schonen….)

“Aaaalso:

Sie spritzen Freitag 150 Einheiten Gonal.

Sie spritzen Samstag 150 Einheiten Gonal.

Sie spritzen Sonntag 150 Einheiten Gonal.

Sie spritzen Montag 150 Einheiten Gonal.

Sie spritzen Dienstag 150 Einheiten Gonal.

Sie spritzen Mittwoch 150 Einheiten Gonal.

Am Donnerstag kommen Sie zum Ultraschall.

Und das Suprecur nehmen sie die ganze Zeit schööön weiter.

Am 2., 3. und 4. Juli ist der Doktor nicht da.”

“Und dann?”

“Macht jemand anderes den Ultraschall.” (Huiiii, das wird bestimmt enorm aufregend. Vielleicht wird es Tschackeline sein, die den Ultraschallpömpel schwingt…. *huepf* )

Nun gut. Alle Unklarheiten beseitigt. Sieben mal hintereinander habe ich mit dem lila Wachsmalstift “150 Einheiten Gonal” auf den Zettel gepinnt, in freudiger Erwartung, dass die Dame mir vielleicht zwischendurch mal eine andere Zahl unterschiebt. Aber den Gefallen wollte sie mir einfach nicht tun. Dann hätte die ganze Aktion wenigstens Sinn gemacht.

Und dass ich dann auch noch aufschreibe “Suprecur schön weiternehmen.”, zeigt, dass ich mir nun die Spaghetti reinpfeffern sollte, die da drüben auf mich warten, um danach die Schotten dicht zu machen. Nicht, ohne T. vorher gefragt zu haben, ob ich auf ihn gerade einen debilen Eindruck mache.

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Schonen II

Ist schon doof:

Einerseits sollte ich zuhause sein, wenn sich Tantchen den ersten Druck in die Weichteile schießt, andererseits wartet in Würzburg S. S muss mal ein bissel getüsselt werden, denn dem ist kürzlich die Lebensgefährtin abhanden gekommen und S neigt unter seelischem Stress zu ausufernden Exzessen. Sei es alkoholischer Natur oder das sich die Wohnungseinrichtung in sankörnerkleine Bestandteile zerlegt … (hrhr)! Aber S ist nun mal einer meiner ältesten Freunde (nahezu Sandkastenkumpel) und der Besuch ist ebenso zwingend wie dringend notwendig.

Also wird T. mal wieder n Marathönchen hinlegen:

Heute Knochendichtmessung in Marburg. Wetter ist sch***e. Es gazzelt wie aus Eimern, ergo gehe ich davon aus, dass mindestens 70% aller Verkehrsteilnehmer die 60 km/h - Grenze nur selten überschreiten. Von hier (T.@work) bis Marburg erwarten mich ~100Km tiefste Pampa. Also ist mal wieder ein halber Tag Urlaub quit. Hussa!
Morgen dann, spätestens aber Samstag nach Würzburg zu S. Ein bißchen Aufbauarbeit leisten. Montach dann zum Endrikonologen ins hessische Off. Mal wieder lecker Testosteron einfordern und n Blutpröbchen dalassen, n halber Urlaubstag geht dann ebenfalls drauf.

Das Ganze mit dem Wissen, dass Tantchen ein heißes Knubbelöhrchen hat -ich finde Ihre Öhrchen auch ohne Knubbel ziemlich heiß…, irgendwie einen Zyklus hat der nahezu astronomische Länge entwickelt und hormonell in Schräglage steht. Immerhin waren wir gestern “cruisen”. Ich weiß, wir sollten lieber laufen, aber “cruisen” ist cooler! Cruisen heißt (mal eben für alle die, die nicht cruisen), mit dem Auto langsam durch die Gegend tuckern, labern, Mucke hören ne Fanta zischen und/oder “Randgruppenscreening” betreiben. (Komische Leute beobachten….) Das ganze kann auf öffentlichen Straßen passieren. Oder auch mal im Wald. Wald haben wir satt. Seit Kyrill sieht alles etwas anders aus und gestern dachte ich mir, dass ein bissel cruisen erst über befestigte Wege (Straßen) und dann querfeldein durch den Wald Tantchen etwas aufbauen könnte. Hat es zuerst auch. Zumindest als wir den Feldhasen im Kyrillbruch beim Mümmeln gestört haben. Dann aber wurde Tantchen schlecht.

Tantchen wurde bisher nie schlecht, wenn ich Ihr die hiesigen Waldwege gezeigt habe. Auch nicht bei denen, die ohne Allrad als nicht passierbar gelten (ich hatte noch nie Allrad!). Und das war gestern nicht der übelste Weg. Okay, ein bisschen holperig, aber ist halt n Waldweg. Ich bin nicht durch Schneisen gefahren, es war kein Tiefschnee und Tantchen hatte auch ein nett gefülltes Bäuchlein…

Der tägliche Hormonnebel schießt Sie ganz schön an…

Also werde ich Würzburg wohl etwas kurz halten, Tantchen noch lecker Sachen zum futtern organisieren, nochn Buch und ein bisschen Salat für die Blumenvase beischieben und dann sollte das klappen!

So, nun muss ich aber zum Orthopäden.

T.

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Wenn ich mich da mal kurz einschalten dürfte:

Heute ist ZT 1. Hurra. Tschackeline ruft heute nachmittag zurück und checkt den Behandlungsplan. Ich hoffe, ich verstehe sie. Und sie versteht mich. Vielleicht werden wir doch noch dicke Kumpels. Heute morgen wirkte sie mir ganz klar.
Bis dahin muss ich mich aber noch ein bisschen schonen und fahre deswegen erstmal ein bisschen arbeiten. Heute ist der böse Donnerstag. Eigentlich der böseste Donnerstag seit langem, denn der erste Ferientag setzt sowohl bei Kindern als auch bei Eltern das Gehirn außer Gefecht.

“Wie, früh aufstehen? Kind bringen? Haben sie denn heute geöffnet? Kindergarten hat doch auch zu….Wir sitzen gerade so schön beim Frühstück.”

“Lassen Sie sich nicht stören. Entschuldigen Sie meinen Anruf. Sie haben Recht. Ich sollte sechs Wochen schließen. Will ja schließlich niemanden überfordern. Ich stehe gerne früh auf und sitze dann für taube Nüsse in der Gegend ‘rum. Darf ich Ihnen vielleicht noch ein paar Mohnbrötchen vorbeibringen? Ich hätte gerade Zeit.”

Bin heute in guter Gesellschaft, schließlich kann ich selbst nicht behaupten, dass mein Hirn gerade einwandfrei funktioniert.

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Schonen

Zyklustag 32. Hossa…. Das wird ja immer besser. Nun gut. Habe noch genug von den lustigen kleinen Sprühfläschchen im Kühlschrank stehen, mangeln soll es daran jedenfalls nicht.

Übermorgen ist Stichtag. Sollte sich das Ende meines Zyklus’ dann immer noch nicht eingestellt haben, soll ich mich telefonisch bei Tschackeline melden. Wahrscheinlich greift sie dann in die Hokuspokus-Schublade und alles wird gut.

So ganz unrecht ist mir das mit der Zyklusverschiebung ehrlich gesagt nicht. Am Wochenende ist T. nämlich nicht da, und ich bräuchte doch eine kleine moralische Unterstützung, wenn ich mir die erste Spritze ins Fell jage. Auch, wenn noch so viele Diabetiker in meinem Umfeld herumwuseln, ich brauche dabei meinen Mann.

Der Hokuspokus-Allgemeinmediziner, der mich immer so schön wunderheilt, griff mir heute hinter’s Ohr und entdeckte - na??? - einen geschwollenen Lymphknoten. So weit war ich ja nun auch schon.

“Ihr Lymphknoten arbeitet.” Na immerhin etwas, was in diesem Körper arbeitet, darüber kann ich mich ja gerade fast freuen….

Heiß ist er auch. Und eben verdammt dick. Und ein Indiz dafür, dass ich gerade oder vor kurzem eine fette Entzündung im HNO-Bereich habe oder hatte. Hmpf. So weit ist es also schon. Ich bemerke meine Kopferkrankungen nicht mehr. Hals ist rot. Schmerz keiner da. Das Öhrchen ist von innen gesund. Aber tut weh.

Leider geht der Herr Doktor, wie anscheinend gerade die halbe Nation, morgen in den Sommerurlaub. Mit viel Glück bekomme ich heute mittag noch die Blutergebnisse und die Startfreigabe für das Vorsichtshalber-Antibiotikum. Wenn, dann schlucke ich das Zeug doch lieber jetzt. In zwei Wochen habe ich da keinen Bock mehr drauf. Wenn keine Blutergebnisse, dann werde ich eben noch ein bisschen mit Knubbelohr durch die Gegend wanken.
Immerhin hat er mich nicht geschröpft. Das tut er ja sonst immer so gerne. Aber das scheint bei Knubbelohren nun doch nicht zu wirken. Kein Hokuspokus, wir weichen auf die Schulmedizin aus.

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Wir weichen nicht auf die Schulmedizin aus. Über voreilige Antibiotikagaben kann ich mich bei diesem Mann nun wirklich nicht beschweren. “Bitte zerreißen Sie Ihr Rezept. Blut toll. Knoten kühlen. Tante Heinz schonen.”

Besonders der letzte Befehl macht mir große Freude. Denn im Schonen bin ich so unheimlich gut.

Darauf einen Frauentee. Wäre doch gelacht, wenn sich daraufhin immer noch nichts täte. Vielleicht komme ich um Tschackeline ja noch einmal herum.

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Was ich jahrelang nicht geschafft habe….

…schafft dieses ominöse Spray. Mein Zyklus ist durcheinander. Ha! Und ich dachte tatsächlich, es würde nicht wirken. Es tut es doch. Fein. Und wieder nicht fein, zeigt es mir doch, dass sich die nächsten Wochen - was die Zeitplanung betrifft - unberechenbar gestalten werden. Nicht mein Ding. Ich brauche Fakten auf dem Kalender.

30. Zyklustag. Holla, den habe ich seit drei Jahren nicht mehr erlebt. Wie begeht man so einen denkwürdigen Tag?

Jedenfalls nicht essenderweis’. Zumindest nicht gemeinsam mit Gatten. Denn der wurde gerade eben von seinem Lieblingszahnarzt so außer Gefecht gesetzt, dass er nur noch Vanillemilch durch dem Strohhalm trinkt und schweigt.

Nachdenkenderweis’ vielleicht. Schließlich wurde mir soeben ein Treffen meines ehemaligen Ausbildungskurses angekündigt. 11 Frauen und ein Mann, der eigentlich mal schwul war, nun aber doch verheiratet und selbstverständlich mit Kind, feiern ihren 10-jährigen Berufseinstieg. Von den 11 Frauen sind 8 mit ein bis zwei Kindern, eine befindet sich gerade in IVF-Behandlung, die andere hat drei negative ICSI-Versuche hinter sich. Naja, und Tante Heinz, das arme Truttchen.

Das kommt nun wirklich gar nicht in die Tüte. Eher veranstalte ich ein Anti-Treffen mit den beiden anderen reproduktionsmedizinisch gebeutelten Teilnehmerinnen, als mir Kinderfotos anzusehen.
Jetzt bin ich schon so weit, dass ich dummen Fragen von impertinenten Blödmännern, die meine Fortpflanzungsfähigkeit betreffen, knackige Antworten entgegenschmettern kann. Familienfeiern bringen mich auch nicht sonderlich aus dem Konzept. Aber so viel geballte Fruchtbarkeit auf einem Haufen - das halte ich nun doch noch nicht aus.

Überflüssigerweise habe ich einen richtig doll geschwollenen Lymphknoten hinter dem Ohr. Woher der nun wieder kommt, weiß der liebe Himmel. Jedenfalls macht er eine heiße linke Gesichtshälfte, tut richtig weh, wenn ich ‘draufdrücke, und fühlt sich komisch an.

Kommt das vom Suprecur? Kann ich mir kaum vorstellen. Was hat das mit meinen Lymphknoten zu tun? Das will beobachtet werden…

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…Tante Heinz schreibt gerne, aber im Titelfinden ist sie unkreativ - Und wie lang darf ein Titel hier eigentlich sein?…. erstellt von Tante Heinz.
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