Kann mal jemand…
….. Frau Mausebär aus dem Urlaub holen? Mehr als die angekündigten 10 Tage halte ich für maßlos übertrieben. Wo kommen wir denn denn da hin?
Hatten gestern einen kleinen Ausflug in den Ruhrpott. Die geliehenen Umzugskartons mussten doch mal wieder zu ihrem rechtmäßigen Besitzer zurück.
Der Besitzer hat uns freundlicherweise gleich noch ein Spargelessen aufgetischt, das Tante Heinz sich zur Hälfte reingepfeffert hat. Wie schön, dass T. nicht so auf Spargel steht. Und wie schön, dass die Sauce Hollandaise wiederum auch fast nur in meinem Bauch landen durfte. Sie war zwar von Thomy und nicht von Knorr, aber in der Not esse ich auch die.
Die Umzugskartons standen wochenlang sicher in unserer Garage.
Die gewohnten Sicherheitsbedingungen für geliehene Kartons sind allerdings seit einer Woche nicht mehr gegeben: Die tüddelige alte Frau, die unter uns wohnt, ist aus dem Krankenhaus zurück. Dort war sie seit Dezember. Wir kennen das Haus also nur verlassen. Mal abgesehen von unserer Anwesenheit.
Wir hatten bereits viel von ihr gehört. Allerdings wenig Gutes. Naja, streng genommen nichts. Gewisse Gestalten sagten uns, dass auch wir in den Wahnsinn getrieben werden würden.
Tante Heinz und T., die alte Menschen eigentlich ganz gerne haben, hatten sich natürlich vorgenommen, der Dame ganz unvoreingenommen zu begegnen. Obwohl es so ganz alleine hier im Haus wirklich ganz schick war.
Frau. E. will seit vier Jahren ins Altenstift. Und seit vier Jahren klappt das nicht, weil das Altenstift, in das sie sich eingekauft hat, nicht so richtig fertig wird. Deadline für dieses Jahr war April. Nun wohnt sie immer noch hier. Bei einer Kündigungsfrist von sechs Monaten kann das noch richtig heiter werden.
Sie steht immer hinter der Gardine, wenn ich nach Hause komme. Und sie lauscht an der Haustür, wenn wir uns im Keller unterhalten. Höchstwahrscheinlich ist sie auch Zeugin meiner allmorgendlichen Selbstgespräche unter der Dusche.
Den Vorsatz, bei Ihr zu klingeln, um sie auf einen Kaffee hochzuholen, turnt mich immer weniger an. Was soll ich ihr erzählen? Höchstwahrscheinlich weiß sie eh schon alles. Und erinnert mich am 25. an unseren Termin in Gö. am folgenden Tag.
Nun denn. Frau E. wollte ihren Blumentopf gießen, den sie auf die Terrasse geräumt hatte. Und selbstverständlich nimmt man dafür nicht das Wasser, das in der eigenen Wohnung zur Verfügung steht (und damit 50 Meter Weg erspart), sondern das “Gemeinschaftwasser” aus der Garage. Die wir gemietet haben. Anscheinend hat sie der Weg geschwächt. Anders kann ich mir die Tatsache nicht erklären, dass sie den Wasserhahn nicht richtig zugedreht hat.
Die morgens noch trockenen Kartons waren abends nass. Das Wasser hat sich in einem niedlichen kleinen Rinnsal unnachgiebig in genau die richtige Richtung ausgebreitet. Wollte wahrscheinlich mit in den Ruhrpott.
T. kochte und mobilisierte alle verfügbaren Kräfte. Der Wasserhahn wird jetzt nur noch von ihm bewegt. Ich kriege ihn nicht mehr auf. Frau E. höchstwahrscheinlich auch nicht. Bin sehr gespannt, was nun passiert. Schließlich wird der einsame Blumentopf bald wieder nach Wasser schreien. Ich empfehle, ihn in das bereits auf dem Boden vorhandene Wasser einzutunken.
Die Frage ist: Beschwert sie sich erst beim Vermieter, oder erst bei uns? Den Schilderungen unserer Vorgänger nach zu urteilen, wird ersteres der Fall sein.
Als wir heute Nacht nach Hause kamen, stand die Hütte noch. Das halte ich mittlerweile nicht mehr für eine Selbstverständlichkeit.
Werde gleich meine Badesachen packen und den neuen Pool einweihen. Danach lege ich ihn trocken. Vielleicht will die Dame ja auch mitkommen. Sie ist herzlich eingeladen.