40 Tonnen Getreide
Heute morgen heldenhaft den Telefonhörer gezückt, um einen Mai-Termin in der neuen Kiwu-Klinik abzumachen. Da haben die den Terminkalender für Mai noch nicht fertig. Hmpf. Die sind ja da genauso konservativ wie ich und benutzen noch Stift und Papier. Eigentlich ganz sympathisch.
Nun denn. Ich wurde mal wieder aus meinem Konzept geworfen. Aber weil mir das ja in letzter Zeit ständig passiert, komme ich damit ganz gut klar. Also heißt es abwarten bis Mitte April und einen erneuten Versuch starten.
Seit zwei Tagen arbeite ich offiziell in meinen neuen Zimmern, nachdem der Herr mit dem Zollstock auf meinem frischgeputzten Boden hin und her gerobbt ist, und mir zu guter Letzt die gnädige Erlaubnis erteilt hat, weiterhin meinen Beruf auszuüben. Ziemlich behämmert, das Ganze. Aber was soll man machen…
Ich für meinen Teil hatte eh keine Fragen mehr. Bis vier Uhr haben wir von Samstag auf Sonntag noch die Bude auf den Kopf gestellt, für 11 hatte sich der Zollstock-Män angekündigt, um halb eins war er da, ich lag derweil schon schlafend auf dem Tisch und hatte wirklich andere Sorgen, als die 3 cm, die ihm an Raumhöhe fehlten. Meine wunden Füße zum Beispiel.
Momentan verlaufe ich mich noch ein bisschen, finde nicht das, was ich brauche und empfinde die neue Situation nervenaufreibender, als gedacht. Glücklicherweise ist diese Woche kurz. Die vier Osterfeiertage brauchen wir auch, um unsere geschundenen Leiber ein wenig zu pflegen. Treppensteigen ist immer noch schmerzhaft. Auaaua.
Kerlekiste, was habe ich die Faxen dicke.
Und nun kriege ich auch noch eine Email, in der sich Osterbesuch ankündigt. Das kommt nun schon mal gar nicht in die Tüte. Abgesehen von der Tatsache, dass meine ungenutzten Eizellen im Laufe des Wochenendes 31 werden, habe ich nichts zu feiern. Und das gedenke ich mit T. zu tun, schließlich hat sich das schon eingebürgert, dass wir uns an diesem Tag verpieseln. Keine Gäste auf der Luftmatratze bitte. Keine Organisiererei, wer was und wo putzt, kauft und kocht. Uahh… Das muss direkt heute abend telefonisch unterbunden werden, so leid es mir tut.
Gestern abend, nachdem wir mit allerletzter Kraft den Rest vom Schützenfest aus der Ex-Wohnung herausgeholt hatten, musste ich noch die “FütterdieKillerKatze”-Mission bei meinen auf Lanzarote verweilenden Eltern erfüllen. Das Haustürklingeln ließ Schreckliches erahnen. Die Laber-Nachbarin stand vor der Tür. Mit Weinfahne und dem Auftrag der Autobahnpolizei, als Dolmetscherin zu fungieren. Kommt mit Weinfahne natürlich eher schlecht.
“Ach, Tante Heinz ist vor Ort. Die hat ja sonst nichts zu tun und kann so schlecht Nein sagen. Die fährt mich bestimmt.” Tante Heinz, immer unterwegs für das Gute, sagte natürlich nicht Nein. Dafür war sie gestern viel zu schwach. Ein klitzekleiner Versuch, auf den leeren Tank ihres Autos hinzuweisen, scheiterte, indem ihr der SLK-Schlüssel der strunkeligen Nachbarin in die Finger gedrückt wurde.
SLK fahren wollte ich immer schon mal. Da machte mir die Tatsache nichts aus, dass die Autobahnpolizei eine Stunde entfernt auf uns wartete. Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich sechs Gänge bedienen. Gottseidank hat Frau Nachbarin in den scharfen Kurven nicht gekotzt. Dafür hat sie mich vollgelabert und ihren neuen TomTom sprechen lassen.
Die Polizisten waren ganz beleidigt, weil der französische LKW-Fahrer, den sie leider nicht verstehen konnten, es gewagt hatte, seine 40 Tonnen Weizen kurz vor Dienstschluss auf der Autobahn zu verteilen und überflüssigerweise nicht nur seinen LKW, sondern auch den brandneuen Baustellenlastwagen kaputtgemacht hat.
Sowas Freches aber auch. Fährt der einfach die Baustelle um und nicht die Frau, die vor ihm ins Schleudern gekommen ist.
Die Rettung Frankreichs nahte in Form von zwei Bekloppten, die eine mit Fahne, die andere ohne, dafür aber leider nur mit minimalen Französischkenntnissen.
Können Polizisten nicht einfach mal nett sein? Also nicht einfühlsam, sowas verlange ich ja gar nicht… Aber vielleicht mal fünfe gerade sein lassen und sich vergegenwärtigen, dass da ein kleiner Franzose mit ein paar zu vielen Tattoos auf dem Arm ein echtes Problem hat? Hätte eigentlich nur noch gefehlt, dass sie ihn mit dem Besen auf die Bahn schicken, damit er seinen Dreck wegmachen kann.
Ich liebe ja französisch sprechende Männer. Meinetwegen hätten sie ihm noch stundenlang bescheuerte Vernehmungsfragen stellen können. Ich wäre selig hinweggeschlummert.
Leider war’s dann irgendwann 0:00.. Dienstschluss…. Was bis dahin nicht geklärt werden konnte, musste leider bis in alle Ewigkeit ungeklärt bleiben. Wahrscheinlich wartete zu Hause die Beamten-Mutti mit dem Essen für den fleißigen Herrn Sohn.
So. Jetzt ist die Sonne weg. Jetzt könnte man sich eigentlich hinlegen, und ein bisschen schlummern. Wäre es nicht erst halb drei am Nachmittag und hätte sich nicht der Heizungsableser angekündigt.
Aber heute abend. Heute abend schaffe ich’s.
Erst die Mission Killerkatze erfüllen, uns dann gemeinsam die tägliche Portion “Türkisch-für Anfänger” einverleiben (… das ist Pflicht… die einzige Fernsehpflicht unseres Lebens… eigentlich sollte man alle Termine drumherum bauen…
, und dann ab ins Bett.
Mit Wärmflasche, Tee, Buch und allem Zippizappi. Damit ich morgen endlich mal wieder jung und schön aussehe.
Dienstag, 3 April 2007 um 2:51 nachmittags
Was? Besuch? Auf Ostern?
Kommt ja gar nicht in die Tüte!!!
Wenn ich an die letzten Wochenenden denke, sehe ich blau-gelbe Möbelhäuser, deren vermaledeiten Erzeugnisse, mitunter auch deren Reklamationsabteilungen. Ich sehe bergeweise Umzugskartons. Leere, volle, volle die eben noch leer waren und leere Kartons die eben noch voll waren. Ich sehe Möbel die demontiert, andere die montiert wurden. Ein Auto das den Fisch gemacht hat und jede Menge nervenaufreibendes “rumorganisieren”! Soll ich an die Telekom erinnern? Dieser Deppenverein bei dem allein ich ca 9x angerufen hab, bis die kapiert haben, dass ein Umzug ansteht? Die etliche Male vergessen haben, den Umzug ins System zu kloppen? Die DSL nicht bereitstellen wollten? Die es bis zum Schluß nicht hinbekommen haben, pünktlich Splitter und NTBA bereitzustellen? Immerhin haben die das mit der “unserKundeistumgezogenundhateineneueNummer”-Ansage geschnallt…
Hussa! Hussa! Hussa!
Besuch auf Ostern?
Nur über meinen leblosen Astralleib!
Ostern wird Simon the Sorcerer zu Ende gezockt, die Füße hochgelegt und der liebe Gott darf ein braver Mann sein!
Evtl. plätten wir noch ein paar Bummen Weizenbier und süppeln Sekt!
Ohne Besuch selbstredend!
T.
Dienstag, 3 April 2007 um 3:42 nachmittags
Na dann, frohe Ostern!
Lasst Euch bloß keinen Besuch aufschwatzen und bleibt artig.
Liebe Grüße Bärbel
Dienstag, 3 April 2007 um 6:33 nachmittags
Ihr Lieben,
ich wünsche Euch ein schönes, alleiniges und ruhiges Osterfest. Tut mir leid, das ich mich so wenig melde, aber ich fühle mich nicht so richtig mich selbst….
LG
Katja