Archive forApril, 2007

Wachteleier

Seit geraumer Zeit werden wir von einer netten Arbeitskollegin mit Eiern beliefert. Bei uns ist quasi das ganz Jahr über Ostern, denn die Eier sind blau, grün, dunkelbraun und beige. Ich weiß nicht, wie die Dame es schafft, aber über diverse Kreuzungen paarungswilliger Hühnchen und Hähnchen kommen diese farbigen Eier aus den Tieren heraus und bringen Farbe auf den Frühstückstisch.

Die Lieferungen begannen kurz nach T.’s TESE. Weiß der liebe Himmel, warum ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt. Zumal niemand in T.’s Firma wusste, warum und woran er operiert worden ist. Das offizielle Gerücht lautete jedoch recht schnell, man habe ihm “die Hoden abgeschnitten”.

T. war’s recht, denn abgeschnittene Hoden führen dazu, dass man nicht dauernd auf den aktuellen Gesundheitszustand angesprochen wird. Zu prekäres Thema, schließlich befinden wir uns hier auf dem Land, und da wird über Hoden nicht gesprochen. Erst recht nicht über abgeschnittene.

Und zu der firmeninternen operativen Nachsorge gehört nun anscheinend auch die zuverlässige Lieferung von farbigen Eiern.

Jetzt hat die Dame, die es so gut mit uns meint, allerdíngs den Vogel abgeschossen: Sie bringt T. Wachteleier mit. Die bringen nämlich angeblich Feuer und Leidenschaft in die Partnerschaft. Tinte auf den Füller, wie man sagt. Wie nett. Man sorgt sich um unser Wohlergehen.

Wachteleier sollen ja eine echte Delikatesse sein. Und sind wirklich hübsch anzusehen, mit den niedlichen kleinen Sprenkeln. Aber sie erinnern mich an Singvogel-Eier. Also frisch aus dem Nest einer Amsel gelupft, sozusagen. Kulinarisch ist da bereits meine Schmerzgrenze erreicht.

T. hingegen hat sich soeben vollkommen schmerzfrei und gur gelaunt sechs davon reingelöffelt und äußerte Begeisterung. Bleibt zu hoffen, dass er diese Begeisterung nicht der Arbeitskollegin gegenüber äußert. So, wie die drauf ist, kommt sie bald mit einer ganzen Palette. Und mir wird sich weiterhin der Magen umdrehen, sobald ich den Kühlschrank öffne.

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Im Juni geht’s ab

Okay. Hier also mein Beitrag zum gestrigen Tag. Schweden hatte Recht. *winke* Ich war gestern geschlaucht. Jetzt geht’s wieder. Wobei man den Tag ja nicht vor dem Abend loben soll…

Nachdem ich auf der Fahrt eine Flasche Wasser gesüppelt hatte, kam, was kommen musste. Erstens war mir schlecht. Zweitens brauchte ich dringend ein Klo. Das rettende Klo war bei Doc M. Was zur Folge hatte, dass ich reingehen musste, wo ich eigentlich nicht reingehen wollte.

Verstehe seit gestern, dass T. jedesmal, bevor es ihm an die Hoden ging, mit Hundeblick fragte: “Sollen wir nicht lieber wieder nach Hause fahren?”

Dem T. ging es übrigens blendend. Zu Hause hatte er noch vorsichtig nachgefragt, ob die wider Erwarten doch noch eine Spermaprobe von ihm wollen könnten. Nach meinem klaren Nein war er richtig gut ‘drauf.

Als ich vom Klo kam, wälzte er sich schon auf der Dachterrasse. Mir war trotz Blasenleerung immer noch schlecht. Gottseidank sind wir Punkt 16 Uhr drangekommen. Länger hätte ich’s nicht ausgehalten.

Der Doc selbst ist ganz cool. Hat uns nichts versprochen, aber auch keine Eventualitäten ausgeschlossen. Das Schreiben vom Hodenpapst endete mit dem Satz “Auf eine längere Suchzeit wird man sich einstellen müssen.” Diese putzige Formulierung nahm er zum Anlass, uns zu erklären, dass da tatsächlich jemand stundenlang sitzt und sucht. Und zwar nicht vier Stunden, wie ich allerhöchstens vermutete, sondern durchaus länger. Viel länger, seiner Mimik nach zu urteilen.

Ich selbst hatte so’n bisschen Angst, dass wir da den Betrieb eher aufhalten mit unserem Fall. Nach dem Gespräch hatte ich jedoch das Gefühl, dass er sich tatsächlich schon ziemlich darauf freut, uns schwanger nach Hause zu schicken. Entweder, er hatte kurz vorher einen Kurs in professioneller Gesprächsführung gemacht, oder er meinte das wirklich so. Im allerbesten Fall - den wir allerdings alle drei belächelt haben - mit ein ein bis zwei Kryos für’s Geschwisterkind im Gepäck.

Keine Ahnung, was ihn mit dem Professor verbindet. Allerdings sprach er sehr rührend von ihm.

Kinderwunschdoktoren mögen jedenfalls Papier und kleine Adress-Aufkleberchen. Ich habe noch nie irgendjemanden so schnell so viele Papiere ausfüllen und bekleben sehen. Zackzackzack, da hatte ich meinen Formularwust schon in der Tasche.

Erwähnenswert sind mal wieder meine zwei Temperaturkurven, die ich im letzten Jahr zwangsweise geführt habe. In Minden hatte man mir schon unterstellt, ich hätte sie aus dem Lehrbuch abgemalt. Und der wuschelige Doc gestern hatte auch eine Träne im Knopfloch.

Ich für meinen Teil finde, sie sehen wild aus. Anscheinend sind sie doch ganz hübsch. (Aber wem nützt das was?)

Der Ultraschall war unspektakulär. Über mir hing ein Storchen-Mobilee, T. hatte die einmalige Gelegenheit, mein Innerstes zu betrachten und die drei Milliarden Eibläschen habe selbst ich erkennen können. Die volle Blase, die den einen Eierstock verdeckte, konnte ich mir allerdings nicht erklären; mein Körper schien gestern alles, was ihm zugeführt wurde, sehr schnell zu verwerten.

Auf der Rückfahrt hat T. mir mehrfach vorgeführt, wie der Doc den Ultraschall-Pömpel gehändelt hat. Scheint ihn beeindruckt zu haben. Hätte auch eine typische Handbewegung bei “Was bin ich” sein können.

Zum Zeitpunkt unseres Experiments lässt sich sagen: Es werden dann wohl doch schon die Sommerferien, die dieses Jahr tatsächlich im Juni anfangen. Ich muss mich dann nicht vierteilen, weil viele meiner Patienten im Urlaub verweilen und es mir zudem nicht angekreidet wird, wenn ich die Praxis urlaubsbedingt einfach ein paar Tage schließe.

Das heißt konkret: Diesen Zyklus warten wir noch ab, und danach starte ich am 23. ZT mit Suprecur. Also sprechen wir tatsächlich von Ende Juni. Uah…. Da wird mir doch ein bisschen schummerig. Danach spritze ich Gonal-F 150; das Vorgehen wurde mir gestern eindrucksvoll an einem Speckfalten-Imitat in Form eines gelben Balls erklärt, und wahrscheinlich habe ich bis dahin alles wieder vergessen. Schätze, es wird ein Frühlingskind. Harhar.

Und selbstverständlich habe ich keine geheimen Quellen, was die Kosten für das ganze Gedöns betrifft, sondern lediglich eine Freundin an der französischen Grenze, die schon mehrere ICSIS hinter sich hat und uns dementsprechend bei der Beschaffung der Drogen behilflich sein wird. Nix spektakuläres also.

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Schreib…

…blockade. Soso.
Nun, gestern war’s soweit. 0,5 Tage Urlaub, rinn innen Focus und ab nach GÖ. 10 Punkte bekam zunächst das Wartezimmer auf der Dachterasse. Der Doc (den ich TH gegenüber als Spermapanscher bezeichnet habe… ;) macht einen recht ordentlichen Eindruck, wenn man mal über die Frisur hinwegsieht…! Die Erklärungen waren dergestalt, dass selbst ich kapiert habe, wie das Procedere funktioniert. Der Doc wurde in dem Augenblick richtig niedlich, als ich die vom Hodenpapst beuaftragte “Wortmeldung” übermittelt hatte. Der gute Mann hatte arge Probleme, Seine Freude über die Empfehlung zu unterdrücken und versuchte etwas verkrampft, die Situation mit Professionalität zu überbrücken….

Nun ist also alles startbereit. Jede Menge Zettel mit Instruktionen wann was wie passiert, was wann wie zugegeben werden muss und was wann wie kontrolliert und instruiert wird. Werde demnächst das Vergnügen haben, TH dabei zuzusehen, wie Sie sich “Junkie-like” erst ma nen Schuss setzt…tztztz.
Die Prütteln selbst sind teuer. 260 Flocken für so’n Pülleken… MannMannMann. TH hat aber schon erste Alternativen eruiert, wie man den Preis ~40% reduzieren kann. Mal sehen ob das funzt… <—- Höchstlegal natürlich!!!
Überhaupt, im Beschaffen von Medikamenten ist Sie eh die ungekrönte Königin. Vatter & Mutter, die sich (altersbedingt) das ein oder andere Drögchen einwerfen (müssen/wollen), sind immer wieder ganz getörnt wie TH die Preise niedermetzelt!
Diese Reise also mal für unser eigenes Budget!

Zum Einen ist es ein Abtörner zu wissen, dass man nur einen läppischen Versuch hat. Zum Anderen ist aber auch sonnenklar, dass eben für jenen einen Versuch die Erde zu einer Scheibe gemacht werden muss, sollte es die Situation erfordern. Was ist die hohe Schule des Qualitätsmanagements? Genau. Fehler eliminieren, bevor sie auftreten. Geht nicht? Doch, geht!
Natürlich könnte die Ultraschall-Kontrolle von der Gynäkologin hier im OFF erledigt werden. Wir haben aber nur einen Versuch, ergo wird das der Doc in GÖ erledigen. Und wenn ich TH dort einfliegen muss!

Überhaupt. Ich gehe strack davon aus, dass das funzt. Wissenschaftlich gesehen ist es eh ziemlich unwahrscheinlich, dass sich ein Klinefelter fortpflanzt. Nun, ich bin auf dem besten Wege. TH hat fulminante Eierchen. Das Becken soll gebärfreudig sein (sacht man so… ;) . Und ich habe (entgegen allen Unkenrufen) tatsächlich Fischies.

Zitat Dr. Moltrecht:
“Machen Sie sich keine Sorgen, wir suchen nicht bloß 4 Stunden…”
Zitat Ende.

Na also. Hat der Hodenpapst wohl auf den Richtigen gesetzt. Obwohl Dr. M. ja nun eher ein junger Hüpper ist, im Vergleich zum Proff! (…ein Ex-Student?….grübelgrübel… ;)

Ich habe TH gestern vorgeschlagen, dass wir am Samstag erst mal nen richtigen “Schlach” machen. Im Zentrum des westdeutschen Wintersports befindet sich Deutschlands älteste Diskothek, die vor einigen Jahren von einem alten Kumpel von mir übernommen wurde. Neben einer Trash-Metal-Butze im Keller und einer Diskothek für >30jährige in der Mitte wurde auch noch eine niedliche, kleine Cocktailbar im Obergeschoss installiert, in der sich weltweit namhafte House-DJ’s die Klinke in die Hand geben. Also erst mal Mjammi-Cocktails schlürfen und ein bissel grooven.

Nicht wahr, Tantchen?

T.

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Wunder geschehen. Tante Heinz hat eine Schreibblockade.

Vielleicht löse ich sie bis morgen. Oder T. übernimmt den Part. Der hat allerdings gerade noch am fulminanten Umgang des Docs mit dem Ultraschallpömpel zu kauen.

Ich mag den Doc. Erstens hat er eine coole Brille. Zweitens hat er es geschafft, dass wir den Ablauf einer ICSI endgültig verstehen. Drittens hat er meine Eibläschen gelobt. Viertens rechnet er nur den einfachen Satz ab. Fünftens hat er mir gesagt, ich sei jung. (… da hatte er gewonnen … ;) . Und sechstens hat er uns auf eine angenehme Art und Weise Mut gemacht.

Jedenfalls habe ich Rezepte und Behandlungsausweis in der Tasche. Und wir müssen mal ein bisschen abchecken, wann wir zur Tat schreiten. Höchstwahrscheinlich schneller, als gedacht.

Nägel mit Köppen, quasi.

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Hm. Ein Einschreiben in meinem Briefkasten. Also eine Mitteilung, dass ein Einschreiben in meinem Lieblings-Postamt abgeholt werden kann. Selbstverständlich nur von mir höchstpersönlich. Und das nicht heute.

Das gibt doch wieder Probleme. Auch, wenn das Postamt und ich nun quasi Nachbarn geworden sind, seitdem ich umgezogen bin. Meine Liebe reicht nicht aus, um regelmäßig mit der hirnverbrannten Postfachangestellten Kaffeetrinken zu gehen.

Nach intensivem Nachdenken bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass Einschreiben nicht unbedingt etwas Gutes bedeuten. Bin mir - bis auf die zu spät überwiesene Finanzamt-Knete - keinerlei Schuld bewusst.

Der Umstand, dass ich das ominöse Dings erst morgen abholen darf, bedeutet definitiv eine schlaflose Nacht. Naja. Durch den morgigen Befruchtungs-Besprechungs-Termin kann ich da gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Quasi doppelt schlecht schlafen, dann geht nicht noch eine Nacht dafür ‘drauf.

Momentan bemerke ich fatale Fehler in der Organisation meiner beruflichen Tätigkeit und meinerselbst. Mir gehen echt wichtige Dinge durch die Lappen. Höchstwahrscheinlich werde ich morgen mit dem Einschreiben auf einen Umstand hingewiesen, der mir plötzlich nach erfolgreicher Verdrängung wie Schuppen von den Augen fällt. Kfz-Versicherung nicht bezahlt oder so’n Pillepopp. Würde gerade passen.

Viele Dinge werden aufgeschoben, bis ich irgendwann dazu gezwungen werde, sie zu erledigen. Gar nicht gut. Die Liste wird immer länger. Aufraffen ist gerade außerordentlich beschwerlich.

Früher haben wir uns immer gegenseitig peitschen können, denn die Lethargie ergriff uns nie parallel. Momentan kriegen wir aber beide nichts gebacken. Blöde Sache, das. Scheint so, als müsste ich mich doch selbst ein bisschen geißeln, um die Bocklosigkeit im Ansatz zu bekämpfen.

Immerhin: Ich weiß, wie wir morgen nach Niedersachsen kommen. Die Papiere sind gepackt. Die Beine noch nicht rasiert. Meine Tage habe ich passenderweise am Montag bekommen - es ist doch wirklich schön, wenn nichts nach Plan verläuft. Kann mir mal jemand sagen, was man mit einer tröpfelnden Tante am 4. ZT in einer Kinderwunschklinik anfangen kann? Ihre rasierten Beine bewundern?

Und warum habe ich überhaupt immer das Gefühl, mir die Beine rasieren zu müssen, wenn ich zum Frauenarzt gehe? Das ist ein ähnlicher Automatismus wie das Benutzen von Zahnseide, bevor der Zahnarzt zum Tanz bittet.

Heute abend werden wir uns das obligatorische Weizenbier zischen - hat vor Minden schon gewirkt. Habe im November beschlossen, nur noch mit Restalkohol in Kinderwunschkliniken aufzuschlagen. Und aus gegebenen Anlass werden es wohl zwei bis drei. Schließlich fährt T.

Prost.

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Test

Gleich kommt der LKW, der den Sondermüll einsammelt. Farbtöpfe zum Beispiel. Lacke. Spraydosen. Davon haben wir mehr als genug. Schließlich haben wir knappe 9 Jahre gesammelt, damit wir dieses Event auch richtig feiern können.

Der Sondermüll - Mann kommt zweimal im Jahr. Und, ehrlich gesagt: Wir haben sein Erscheinen noch nie rechtzeitig mitbekommen. Immer haben wir im Nachhinein gehört, dass er schon wieder weg ist.

Die Uhrzeit seiner Anwesenheit wurde auf 8:00 bis 8:30 anberaumt. Der Standort ist selbst für uns leicht zu finden: Mit den Farbtöpfen aus dem Küchenfenster jumpen, einmal über den Zaun und zack, die ganze Herrlichkeit ab in den Laster. Zentral im Dörfchen wird er auf alle Dorfbewohner warten, die ihre Leichen aus dem Keller geholt haben.

Wäre da nicht die Uhrzeit. Und die Tatsache, dass T. sich dafür zuständig erklärt hat. Und weil er sich endlich mal wieder für etwas zuständig erklärt, will ich ihm da eigentlich keine Hürden in den Weg legen.

Sagen wir mal so: Ich bin wach. Und ich bin leise. Und ich bin gespannt. Die Katzen haben die strikte Auflage, Ruhe zu bewahren. Sollte er es heute tatsächlich schaffen, das Sondermüll-Auto in seiner eigentlichen REM-Phase abzufangen, gibt’s heute abend ein Fest. Und ich nehme jegliche Kritik zurück, die ich gestern, haushaltstechnische Dinge betreffend, an ihn herangetragen habe.

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Cool.

Die Oma von unten hat den Flur geputzt. Sähe ich es negativ, würde ich ihr unterstellen, dass sie der Nachbarin gleich danach erzählt hat, dass ich faules Frauchen es nicht tue und sie mit ihren paar an 80 deswegen leiden muss.

Aber weil die Sonne scheint, sehe ich es positiv und unterstelle ihr, dass sie ihre Muskulatur auf Vordermann bringen wollte. Und ich meine gute Tat durch Nichtstun (..zumindest, was den Flur betrifft… der im Übrigen sauber war… ;) für heute schon mal erledigt habe.

Vielleicht folgt gleich noch die gute Tat Nummer Drei und ich backe T. einen Kuchen.

Die gute Tat Nummer Zwei ist nämlich bereits geritzt. Dem Spargel-Werbeschild an der Straße konnte ich nicht widerstehen und habe zugeschlagen. Gute Tat deswegen, weil ich den gleichen Spargel danach für weniger als die Hälfte woanders hätte kaufen können. Höchstwahrscheinlich machen die beiden Gestalten, die den Spargel gestochen und verkauft haben, gerade ein Fass auf, weil es so fürchterlich leicht ist, Tante Heinz abzuzocken.

Sie vergaßen nicht, mich darauf hinzuweisen, dass sie bald in meiner geschäftlichen Nachbarschaft einen Obst- und Gemüseladen eröffnen werden.

Ich kenne jemanden, der seine Tomaten definitiv woanders kaufen wird. Wieso habe ich eigentlich nie die normalen Preise für Lebensmittel im Kopf? Man muss nur “GÜNSTIG” auf das Werbeschild schreiben, und ich parke mein Auto direkt vor dem Verkaufsstand. Höchstwahrscheinlich könnte man mir auch einen Liter Milch für vier Öcken verkaufen.

Okay. Dieser Spargel wird genossen. Bricht beim Schälen auch nur einer durch, ist was los.

In sechs Tagen geht’s nach GÖ.

Immerhin sind wir mittlerweile so cool, dass wir bis mittags arbeiten und den Morgen nicht mehr brauchen, um uns zu sammeln.

Die Fragebögen, die uns vor unserem Minden-Termin noch arg beschäftigt haben, wurden vor dem Frühstück innerhalb kürzester Zeit abgehandelt.

Wurde bereits ein Spermiogramm erstellt? “…*gähn*… Jupp.”

Was T. vor sechs Monaten noch die Schweißperlen auf die Stirn trieb, lässt ihn nunmehr müde lächeln.

Oh Mann. Lebenssituationen ändern sich so verdammt schnell. Hätte mir vor einem Jahr jemand die derzeitige Lage prophezeit, hätte ich ihn aus dem Haus geprügelt.

Trotz aller Coolness haben wir es immer noch nicht geschafft, einen Plan aufzustellen.

Ich bin ja Fan von Plänen. T. nicht.

Will heißen: Wie schnell oder wie langsam gehen wir die Sache eigentlich an? Reden wir von Mai, Juni oder Juli? Legen wir uns den Versuch in den Sommer oder den Winter? 2007, 2008 odere 2009? Wann holen wir die kostbare Fracht aus HH?

Momentan schweigen wir uns über das Thema aus. Ich glaube, wir fahren da einfach hin und setzen dem Doc das geschärfte Messer an die Akademiker-Brust.

Der Plan gefällt mir am besten. Und T. wahrscheinlich auch.

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Klare Sicht zur Unfassbarkeit

Gestern abend war Showtime: Wir haben uns den Luxus gegönnt, einen Fensterputzer zu engagieren. Nicht irgendeinen: S.! S. ist mit Leib und Seele Fensterputzer. Nach einer anstrendenden Ausbildung die mit Bravour abgeschlossen wurde, hat S. kurze Zeit selbstständig gearbeitet, bevor Rückenprobleme (und Partyhunger….) dem Ganzen ein Ende machte. Nach einiger Zeit rumhängen, konnte Er sich dann gestern austoben und dazu die Entertainment-Qualitäten beweisen.

Wie sagte die Vormieterin: “Ich habe einen Putzfimmel…!” Wie sagte S. gestern: “Putzfimmel hat die? Futzpimmel wär schon korrekter…!”

Wie Recht S. da hatte. Am ersten Fenster hat er satte 30 Minuten geputzt, geschabt und gewienert. Normalerweise ist so ein Fenster in weniger als 5 Minuten beidseitig streifenfrei sauber. Inklusive Rahmen außen und innen, aller Zwischenräume und Befestigungselemente! Nach Fenster 1 war dann auch das mit Spezialreiniger getränkte Wasser fällig. Ich habe noch nie einen 10Liter-Eimer Wasser gesehen, der nach nur einem Fenster so güllig aussah…

Putzfimmel! *rofl* Mit etwas sitzen und palavern und nem kleinen Happen zwischendurch, war der Gute satte 5 Stunden mit den 7 Fensterchen beschäftigt!

Futzpimmel! * 8) *

Nun haben wir die saubersten Fenster aller Zeiten. Einige Schmutzschichten werden wohl für immer am Rahmen haften bleiben, denn die Sonne hatte zu lange Zeit, den Dreck einzubrennen.. Aber es war mal wieder ganz großes Kino, jemandem zuzusehen, der die verhasste Arbeit mit Liebe erledigt und so flink über die Scheiben wuselt, dass ich immer noch getörnt bin.

Und ich bin ein Mann! Okay okay, mit nem Chromosömchen mehr….

Unfassbarkeit dann heute bei AOL! Ja, ja wir hatten AOL. Fast 9,5 Jahre mit ziemlicher Zufriedenheit. Dann hat uns aber der Kundenservice angepiselt. Überall wird dieser Tarif mit 19,99€ beworben, nur die Stammkunden dürfen weiter die teuren Kurse berappen. Isnichokay das.

Dann sind wir umgezogen und AOL konnte uns kein DSL bereitstellen. Und als die Telekom DSL bereitstellen konnte, kam AOL immer noch nicht in die Socken. Dann hat so’ne Callserverbraut bei mir angeklingelt und wollte mir ALICE aufschwatzen. Abschließen am Telefon wollte ich aber nicht, also hab ich der Tusse gesagt: Her mit den Unterlagen! Das hat’se aber wohl falsch verstanden, denn die Unterlagen habe ich nie erhalten. Wohl heute dann eine Bestellbestätigung…..!

Hä?

Jupp.

Da war die Fuffzich voll und T-Pünktchen angeschossen!

Also Telefon geschnappt und die Hotline angefunkt. Und was sacht mir da der Bruder am anderen Ende der Strippe? Richtig! AOL kann kein DSL bereitstellen! Na töfte. Gut das wir gekündigt haben. Ja das dürfen Sie Herr T., aber der Vertrag läuft noch bis 10/2007. Da kommense nicht raus. Aber wir können Ihnen nen Modemzugang freischalten…

Moooooooment!

Modemzugang? Surfen mit Fax-Geschwindigkeit? Ham’s was getrunken? Für fast 30 Flocken?
Nö, bin ich nicht einverstanden!

“Herr T-Punkt. Sie haben einen Vertrag mit AOL, den müssen Sie einhalten!” Genau, Fuzzi! AOL liefert mir DSL und ich bezahle teuer Geld. Seh ich ein. Aber AOL liefert nicht mehr und ich soll weiter zahlen? “Genau her T-Punkt. So is’ das. Auch wenn AOL nicht liefert oder liefern kann, Sie müssen latzen…

….

..

.

Guter Mann, Sie sitzen im Callcenter, haben nix zu sagen oder zu melden und deshalb nehme ich das nicht persönlich, aber jetzt mal die Öhrchen gespitzt:

1. Kloppen Sie mal fix diese Bestellbestätigung in die Tonne. 2. AOL erbringt keine Leistung und zockt weiter Kohle. Das mag ja in Amiland funzen, aber net hier. 3. Den nächsten Text gibts dann von meinem Anwalt.

Ist das zu fassen? Wenn die Nase mir wenigstens den Startertarif für 4,99 Flöckchen angeboten hätte, aber die wollen wirklich die harte Nummer….

Immerhin sind die Scheiben sauber!

T.

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Kann mal jemand…

….. Frau Mausebär aus dem Urlaub holen? Mehr als die angekündigten 10 Tage halte ich für maßlos übertrieben. Wo kommen wir denn denn da hin?

Hatten gestern einen kleinen Ausflug in den Ruhrpott. Die geliehenen Umzugskartons mussten doch mal wieder zu ihrem rechtmäßigen Besitzer zurück.

Der Besitzer hat uns freundlicherweise gleich noch ein Spargelessen aufgetischt, das Tante Heinz sich zur Hälfte reingepfeffert hat. Wie schön, dass T. nicht so auf Spargel steht. Und wie schön, dass die Sauce Hollandaise wiederum auch fast nur in meinem Bauch landen durfte. Sie war zwar von Thomy und nicht von Knorr, aber in der Not esse ich auch die.

Die Umzugskartons standen wochenlang sicher in unserer Garage.

Die gewohnten Sicherheitsbedingungen für geliehene Kartons sind allerdings seit einer Woche nicht mehr gegeben: Die tüddelige alte Frau, die unter uns wohnt, ist aus dem Krankenhaus zurück. Dort war sie seit Dezember. Wir kennen das Haus also nur verlassen. Mal abgesehen von unserer Anwesenheit.

Wir hatten bereits viel von ihr gehört. Allerdings wenig Gutes. Naja, streng genommen nichts. Gewisse Gestalten sagten uns, dass auch wir in den Wahnsinn getrieben werden würden.

Tante Heinz und T., die alte Menschen eigentlich ganz gerne haben, hatten sich natürlich vorgenommen, der Dame ganz unvoreingenommen zu begegnen. Obwohl es so ganz alleine hier im Haus wirklich ganz schick war.

Frau. E. will seit vier Jahren ins Altenstift. Und seit vier Jahren klappt das nicht, weil das Altenstift, in das sie sich eingekauft hat, nicht so richtig fertig wird. Deadline für dieses Jahr war April. Nun wohnt sie immer noch hier. Bei einer Kündigungsfrist von sechs Monaten kann das noch richtig heiter werden.

Sie steht immer hinter der Gardine, wenn ich nach Hause komme. Und sie lauscht an der Haustür, wenn wir uns im Keller unterhalten. Höchstwahrscheinlich ist sie auch Zeugin meiner allmorgendlichen Selbstgespräche unter der Dusche.

Den Vorsatz, bei Ihr zu klingeln, um sie auf einen Kaffee hochzuholen, turnt mich immer weniger an. Was soll ich ihr erzählen? Höchstwahrscheinlich weiß sie eh schon alles. Und erinnert mich am 25. an unseren Termin in Gö. am folgenden Tag.

Nun denn. Frau E. wollte ihren Blumentopf gießen, den sie auf die Terrasse geräumt hatte. Und selbstverständlich nimmt man dafür nicht das Wasser, das in der eigenen Wohnung zur Verfügung steht (und damit 50 Meter Weg erspart), sondern das “Gemeinschaftwasser” aus der Garage. Die wir gemietet haben. Anscheinend hat sie der Weg geschwächt. Anders kann ich mir die Tatsache nicht erklären, dass sie den Wasserhahn nicht richtig zugedreht hat.

Die morgens noch trockenen Kartons waren abends nass. Das Wasser hat sich in einem niedlichen kleinen Rinnsal unnachgiebig in genau die richtige Richtung ausgebreitet. Wollte wahrscheinlich mit in den Ruhrpott.

T. kochte und mobilisierte alle verfügbaren Kräfte. Der Wasserhahn wird jetzt nur noch von ihm bewegt. Ich kriege ihn nicht mehr auf. Frau E. höchstwahrscheinlich auch nicht. Bin sehr gespannt, was nun passiert. Schließlich wird der einsame Blumentopf bald wieder nach Wasser schreien. Ich empfehle, ihn in das bereits auf dem Boden vorhandene Wasser einzutunken.

Die Frage ist: Beschwert sie sich erst beim Vermieter, oder erst bei uns? Den Schilderungen unserer Vorgänger nach zu urteilen, wird ersteres der Fall sein.

Als wir heute Nacht nach Hause kamen, stand die Hütte noch. Das halte ich mittlerweile nicht mehr für eine Selbstverständlichkeit.

Werde gleich meine Badesachen packen und den neuen Pool einweihen. Danach lege ich ihn trocken. Vielleicht will die Dame ja auch mitkommen. Sie ist herzlich eingeladen.

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Noch’n Spruch - Kieferbruch

Eigentlich habe ich mir in den letzten Wochen ein dickes Fell angewöhnt. Zumindest dachte ich das.

Habe heute heldenhaft die Konfrontation mit diversen schwangeren Drittgebärenden gemeistert. Kommen alle am bösen Donnerstag, ich dachte mir, wenn dann gebe ich mir an einem Tag gleich die volle Nummer. Zusätzlich habe ich es sogar geschafft, mit einem krabbelnden Kleinkind zu säuseln - und das ohne Wehmut im Herz.

Ne Sehnenentzündung im Fuß habe ich mir auch noch eingefangen. Humple gerade grazil durch die Weltgeschichte. Zink-Leim-Verbände sind wirklich nicht das, was ich liebe. Meine Schuhe im Übrigen auch nicht.

Und zu guter Letzt dann das:

“Kinder suchen sich ihre Eltern aus.” Diesen Spruch gab mir dann die letzte Mami mit auf den Weg. Mit seligem Gesichtsausdruck. Kann sie auch ruhig haben, schließlich wurde sie von drei mehr oder weniger gut geratenen Kindern auserwählt. Ich bin nun aber beileibe nicht die richtige Person, die diese Lebensweisheit gebrauchen kann. 31, verheiratet und ohne Kinder, können die Menschen nicht mal ein bisschen mitdenken und einfach mal die Fresse halten?

Kerlekiste. Was hat die Umwelt doch für geisteskranke Sprüche auf Lager.

Und bevor ich jetzt hier weiterhin mit der Welt hadere, gehe ich lieber das Katzenklo saubermachen. Sollten Katzen sich ihre Menschen auch aussuchen, fühle ich mich sehr geehrt und werde heute abend zwei bis drei Extra-Streicheleinheiten verteilen.

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…Tante Heinz schreibt gerne, aber im Titelfinden ist sie unkreativ - Und wie lang darf ein Titel hier eigentlich sein?…. erstellt von Tante Heinz.
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