Ein Hoch auf den Alltag
43 Spam-Kommentare über Nacht, das nenne ich doch mal einen richtig guten Schnitt… Da hat man ja richtig Angst, zwei Wochen in Urlaub zu fahren, wer weiß, was dann in meiner Kommentarrubrik los ist.
Kurz zu unserer Lage:
T. geht wieder arbeiten. Seit heute. Und wider Erwarten hat er den Automatismus “Hand hält Hoden beim Laufen fest” abgelegt. Man kann ihn also wieder auf die Allgemeinheit loslassen. Das heißt, die Lage ist gut. Es wurde aber auch höchste Zeit, denn so richtig gesprüht vor Lebensfreude hat er in der zweiten Krankschreibungswoche nicht. Anscheinend wurde es ihm ein bisschen langweilig.
Meine Lage ist somit auch gut, denn endlich können wir uns wieder an den Alltagstrott gewöhnen. Kein schlummernder Gatte mehr, wenn ich morgens das Haus verlasse. Kein gähnender Gatte mehr auf der Couch, wenn ich mittags auf ein Butterbrot vorbeikomme. Arbeitsmotivation meinerseits enorm gestiegen.
T. war im Übrigen sehr ungehorsam. Er ist vorletzte Woche höchstpersönlich mit seinem Auto heimlich zum Arzt gefahren, obwohl wir es ihm alle untersagt hatten. Die Strafe folgte auf dem Fuße: Vor dem Drive-In, an dem er sich für seine Tapferkeit beim Arzt belohnen wollte, streikte der Motor seines Autos. Mit aufgeschnittenem Hoden nicht so richtig lustig, schließlich wusste selbst T., dass Auto schieben seiner Heilung eher kontraproduktiv entgegenwirkt.
Also ließ er sich schieben. Das Auto sprang sage und schreibe noch einmal an, fuhr bis zum Opel-Vertragshändler, der uns am darauffolgenden Tag keinerlei Hoffnung auf Wiederinstandsetzung machen konnte.
Schick. Ein neues Auto war jetzt nicht so richtig geplant, was unser Budget betrifft. Neben schmerzenden Hoden nun auch noch ein schreiendes Konto. Nun fährt er Ford. Ich weiß nicht, wie ich das finden soll. Heute abend wird das Auto erst einmal auf Herz und Nieren getestet.
Ich für meinen Teil bin tatsächlich gestresst. Der Praxisumzug naht, ich weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht, schließlich arbeite ich nebenbei noch ein bisschen, und - man muss mal wieder zugeben, wir haben 1a geplant - T. darf nichts heben. Aber die Generalaufsicht beim Möbelaufbau habe ich ihm übertragen. Er sitzt auf dem Stuhl und gibt Anweisungen. Das nenne ich gerechte Arbeitsteilung.
Dr. B. hat uns unsere Behandlungsunterlagen geschickt, die sich auf einen Zettel beschränken und die Aussage, dass er nach seinem ärztlichen Verständnis böse Diagnosen gerne persönlich erklärt. Was ich persönlich ja auch sehr lobenswert finde, würde einem vorher mal mitgeteilt, dass eine böse Diagnose wartet. Aus Pillepalle-Telefonaten, wann wir denn mal wieder einen kleinen Ausflug nach Minden einplanen, damit der Herr Doktor sich zwischen “Akte im Regal” und “Akte auf dem Schreibtisch” entscheiden kann, höre ich keinerlei Dringlichkeit heraus. Aber vielleicht bin ich auch zu streng in meinem ärztlichen Verständnis.
Nun denn. Die ausstehenden Öcken von 3,15 habe ich ihm überwiesen, allerdings vermute ich eine erneute Rechnungsstellung für besagten Bericht. Da lasse ich mich doch mal gepflegt überraschen.
So. Und wenn hier jetzt schon wieder der Server zusammenbricht, nur weil ich mal wieder versuche, einen klitzekleinen Tagebucheintrag zu erstellen, dann gibt’s Saures.
Und wieso ertränken Katzen ihre Spielmäuse eigentlich im Wassernapf, um sie danach triefend durch die Wohnung zu schleudern? Hat das irgendeinen Sinn, mal abgesehen von der Tatsache, dass die Katzenhalterin die Krise bekommt, weil sie mit nassen Socken in ihre Schuhe steigen muss?
Dienstag, 20 März 2007 um 6:55 nachmittags
Liebe Tante Heinz,
tut mir leid, das es bei Euch so stressig ist.
Vielleicht solltest Du mal ein ernstes Wort mit der Katze sprechen, das ist wirklich nicht nett.
Wofür hat der Doc den jetzt bitte 3,15 Euronen haben wollen?
Ich hoffe das bald ein Ende des Umzug in Sicht ist. Wir denken an Euch.
LG
Katja