Komischer Tag.
Eben an die Tanke gefahren, um dem Held des Jahres etwas Lesbares zu organisieren. Oldtimer-Zeitschriften kommen immer gut. Ebenfalls die Brausepäckchen mit Orangen- und Kirsch-Geschmack, bei denen man den beigelegten Brausestick anleckt und in die Pampe drückt. Immerhin. Ein wenig Glückseligkeit hat sich breit gemacht.
Vermutlich hat T. gerade dieselben krummen Gedanken wie ich im Kopf. Und weil er diese Gedanken ungefähr zwei Tage verarbeiten muss, bis er damit rausrückt, bin ich zum Warten verurteilt, bis ich herausfinde, was in seinem hübschen Köpfchen so rotiert.
Warten werden wir im Übrigen auch auf den Bericht, der uns für Mitte April angekündigt wurde. Bis dahin werden eh keine Maßnahmen ergriffen. Und primär müssen wir erstmal alles an Vorsorgeuntersuchungen einstielen, was bei unserem neuesten Krankheitsbild so ansteht.
Testosteron-Werte checken z.B., die durch die Gewebsentnahme höchstwahrscheinlich etwas in den Keller rutschen. Vor der TESE war noch alles im Lot. Zumindest so im Lot, dass T. demnach noch kein Testosteron zugeführt werden muss.
Die Hodenkrebsvorsorge hätten wir mit der TESE ja nun mal bestens erledigt.
Die Sache mit der Osteoporose-Vorsorge muss angegangen werden.
Das schreit alles mal wieder nach Spezialisten, und ich wage zu behaupten, dass die Spezialisten sich nicht in unserer Nähe angesiedelt haben.
So gerne ich im Off wohne, bei diesen Dingen kommt mir das kalte Grausen.
Und wenn das Thema Klinefelter in unseren Köpfen durch ist, dann können wir langsam daran denken, die Tante für den Tag der Tage flott zu machen. Vielleicht könnte sie gleich morgen mal anfangen, sich etwas gesünder zu ernähren als in den letzten zwei Wochen.
Der Herr Professor hat mir übrigens nicht Hamburg, sondern Göttingen ans Herz gelegt.
Jedenfalls ist es immer sehr gut, zwei Billy-Regale und ein böses Chaos-Zimmer in Petto zu haben. Dann ist man wenigstens ein bisschen beschäftigt. Und selbst T. ist vorbeigekommen. Schließlich habe ich seine Platten eingeräumt, und das geht nur unter seiner höchstrichterlichen Aufsicht.
Auf dem Sofa ist er allerdings immer noch besser aufgehoben, denn so richtig gut geht’s ihm nicht. Ich hoffe sehr, dass er sich morgen wieder einigermaßen schmerzfrei bewegen kann.
Denn erstens wird er es sich nicht nehmen lassen, hier persönlich Bericht zu erstatten. Und zweitens kann ich meine Pflegetätigkeit nur in der Mittagspause ausüben.
Sonntag, 4 März 2007 um 8:28 nachmittags
Liebe Tante Heinz,
ich kann verstehen, das es momentan für Euch komisch ist….würde mir genauso gehen.
Ich wünsche Euch viel Kraft beim Verarbeiten und wenn Ihr reden/schreiben mögt…immer und gerne.
LG
Katja