Rosenmontag zu.

So. Nun habe ich endgültig mit meiner in den schlechtesten Elektroladen der ganzen Welt integrierten Postagentur gebrochen.

Heute ins Auto gesetzt, in die Stadt gedüst. Im Gepäck mal wieder meine Post, die per Übergabe-Einschreiben weg muss. Und zwar zackig. Schließlich muss mal wieder Kohle in die Kasse und Flocken auf’s Konto. Vor allem will ich nächste Woche mit T. nach Hamburg und ‘ne Sause machen, bevor wir einen auf den Deckel bekommen. Den Wanst vollschlagen und die Baume beineln lassen quasi.

Das heißt, der Briefmarkenautomat hilft mir ebensowenig wie der Briefkasten. Und der “mobile Postdienst”, der hier auf dem Land angeboten wird, auch nicht. Denn der nimmt alles mit, nur keine Einschreiben.

Wider Erwarten nach einer Viertelstunde einen Parkplatz gefunden. Selbstverständlich nicht vor der Post. Also die Beinchen in die Hand genommen, man weiß ja nie, wann die die Türen schließen.

Vollkommen umsonst abgehetzt, denn die haben die Tür heute erst gar nicht aufgemacht.

Schließlich ist ja Karneval. Und da macht man einfach zu. Da kann Tante Heinz sehen, wo sie bleibt. Auch, wenn in der ganzen Stadt keine Karnevalsveranstaltung läuft und mir niemand verkleidet begegnet ist.

Wutentbrannt lief ich in meinen Lieblingsbuchladen.

Ich danke der katholischen Kirche für das Zölibat. Denn sonst hätten wir nämlich keinen Buchladen. Der Inhaber hat nämlich innerhalb der ersten Jahre im Dienst als Pfarrer eine Frau geschwängert und die gleich geheiratet. Und was macht man dann, nach so einer schicken kleinen Exkommunizierung?

Man eröffnet einen Buchladen für Tante Heinz.

Und nachdem man als Buchladenbesitzer dieselbige ein wenig aufbaut, indem man ihr die bestellten Bücher überreicht, zückt man auch noch das Telefon, um abzuchecken, ob eine Tante Heinz bis dahin vollkommen unbekannte Postfiliale eventuell erste Hilfe leisten kann.

Jippijäi. Sie konnte. Nur fünf Minuten entfernt wartete das Glück in Form einer fünf Quadratmeter großen Post-Butze auf mich. Ohne Mittagspause. Jeden Tag außer Sonntag geöffnet.

Wieso habe ich die nicht vorher gefunden? Die hätten bestimmt auch ohne zu mucken meine Blutproben angenommen. Ich nehme an, die nehmen alles an. Briefbomben. Erpresserschreiben. Waffenpakete. Und Geld waschen tun die da wahrscheinlich auch.
Mir soll’s egal sein. Hauptsache, die Asche landet auf meinem Konto. Gewaschen oder ungewaschen.




2 Kommentare to “Rosenmontag zu.”

  1. Katja1978 schreibt:

    *laester*
    Du bist einmalig…!! Wie nächste Woche ist schon HH angesagt…uff.
    Schön, das der nette nicht mehr im Zölibat lebende Buchmensch Dir geholfen hat!! *freu*

    LG
    Katja

  2. Lectorix schreibt:

    *rofl* So ähnlich fühlte ich mich vor 2 Wochen, als ich ‘ne Horde Rechnungen und Mahnungen zur Post brachte… Und glaub ja nich, dass ein reguläres Münchener Postamt in irgendeiner Weise Vorteile gegenüber landläufigen Postshops bietet…

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