Abteilung für Abfallberatung
Da bestellt man den Sperrmüll telefonisch und wird mit harschen Worten vorsorglich darauf hingewiesen, dass man es unterlassen soll, Elektro-Artikel dazuzustellen, denn die würden neuerdings separat abgefahren. Und mit autoritärer Stimme sagt die Dame von der Abfallberatung, ich solle das Sperrgut bis 6:00 morgens an die Straße stellen. Dabei war ich sehr nett zu ihr. Fast hatte ich den Eindruck,sie würde persönlich vorbeikommen, um unser Sperrgut abzuholen.
So weit, so gut. T. und Tante Heinz sind obrigkeitshörig und machen alles, wie befohlen. Im strömenden Regen. Mittwochabend.
Erst kommt der Herr Vermieter und bittet um eine milde Gabe in Form von alten Pflanztöpfen, mit denen er sich im nächsten Jahr eine Kultur auf der Garage anlegen will. Ogottogott. Gut, dass ich das nicht mehr mitbekomme. Ob das Garagendach das aushält, ist wirklich fraglich, es kommt ja schon ohne Töpfe fast runter. Außerdem ist es durchsetzt von Kulturen, die jedoch niemand angepflanzt hat, sondern die ganz von alleine gewachsen sind und nach Schimmel duften.
Im Übrigen ist der Herr Vermieter ein Ringelblumen-Fanatiker. Er pflanzt, freut sich, kümmert sich nicht mehr drum, lässt sie vertrocknen und sammelt im Herbst die Samen wieder ein, um sie dann auf seinem Dachboden für das nächste Jahr zu trocknen. In diesem Jahr hat er auch noch Sonnenblumen für sich entdeckt und mir einen Vortrag darüber gehalten, wie praktisch Vogelfutter ist.
Durch jahrelange Inzucht innerhalb der Ringelblumenfamilie und die Aufzucht von Sonnenblumen aus Meisenknödeln kann man feststellen: Seine Blumen sehen komisch aus. Kein Wunder. Dafür muss man nicht G. Mendel heißen. Aber er ist mit Begeisterung bei der Sache.
Ich für meinen Teil habe mir im Sommer einen Sport daraus gemacht, Ringelblumen zu vernichten, sobald diese Pest mein Gebiet kreuzte. T. ist mit Begeisterung mit dem Rasenmäher ‘drübergerollt. Wir haben bereits darüber philosophiert, wie man ihr Wachstum schon im Keimstadium ersticken könnte.
Leider ziehen wir ja nun aus und können unsere Versuchsreihe in diesem Jahr nicht starten.
Aber wir sind nett und bieten ihm durch unsere topmodernen Pflanzgefäße die Möglichkeit, neue Kreuzungsversuche zu starten.
Die Besichtigung seiner diesjährigen Pflanzorgien wird uns auf jeden Fall einen kleinen Spaziergang wert sein.
Aber zurück zum Sperrmüll. Wir warne gerade wieder trocken, als schon das erste Auto hielt. Elendes Ganovenpack.
Aber hätten sie nicht gleich ganze Arbeit leisten können? Wenigstens die Matratze und die Wäschespinne hätte doch noch jemand klauen können, dann sähe es jetzt wenigstens ordentlich aus. Aber nein, immer picken sich die Diebe nur die Rosinen raus.
Mittlerweile ist es nämlich neun und die Hälfte des Zeugs steht immer noch da. Von wegen, bis sechs Uhr rausstellen. Den Stress hätten wir uns sparen können. Hoffentlich wird der Dreck überhaupt abgeholt.
Wenn die Kommunikation in dieser Stadtverwaltung auch nur ansatzweise so schlecht funktioniert, wie ich den Eindruck habe, dann steht das Zeug auch heute abend noch da und wir können’s wieder reinräumen, wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Höchstwahrscheinlich wird es dann wieder in Strömen regnen.
So. Gebe ihnen jetzt noch eine Stunde. Dann werde ich die autoritärste Klangfarbe wählen, die meine Stimme zu bieten hat, und die Abfallberatungsdame kontaktieren, die unseren ausgeklügelten Zeitplan zunichte gemacht hat.
Donnerstag, 11 Januar 2007 um 2:01 nachmittags
Huhu Tante Heinz,

ich glaube, wir wohnen gar nicht so weit auseinander - oder wir haben hier ebenfalls noch so einen Jean Pütz der Gartenwelt - der frisst seine Meisenknödel auch zum Sonntagsbraten - “Öko” wäre ein bisschen untertrieben, eher “Wildwuchs” - was der alles in seinem “Garten” hat, nenene, da ist bestimmt auch Mari-Huna dabei…
LG und eine schrottfreie Zeit wünscht Frau Mausebaer