Letzter Urlaubstag - oder: T. und Tante Heinz schicken sich selbst
Ich muss sagen, dieser Tag hat mich geschafft. Bemerke gar eine gewisse Schreibblockade. Aber mal sehen, wie weit ich komme.
Mit der Cola-Light, die ich mir gerade ohne schlechtes Gewissen in den Magen kippe, sollte es klappen. Denn T. schläft und kann sie mir nicht rationieren.
Der arme Mann ist fix und fertig.
Früh morgens um halb fünf von zu Hause losgebrettert (…pünktlich, ich war auch erstaunt…
, festgestellt, dass Bad Münder ganz nah an Minden liegt (…man sollte öfter mal die Landkarte studieren…
, wach den Elbtunnel durchfahren, T. durch HH gelotst, nicht verfahren und UKE gefunden.
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Potzblitz. Erstaunt im Parkhaus gesessen, uns fünf gegeben, und ich musste nicht lange warten, denn schon sagte T.: “Komm, wir fahren lieber wieder nach Hause.”
Ich liebe berechenbare Männer.
Eine Stunde zu früh die netten Damen im Sekretariat behelligt, im Wartezimmer schicke Villen in einem Villenkatalog ausgesucht, schlurfende Schritte vernommen und schon gab sich der Herr Professor die Ehre. Im Übrigen ein Mann der alten Schule; erst dachte ich, er wolle T. umarmen und schaute ihn drohend an, aber er versuchte lediglich, an ihm vorbeizugreifen, um mir zuerst die Hand zu geben. So muss das sein.
Vorbeigelaufen an surrealen Spermienbildern an den Wänden, im Untersuchungszimmer Platz genommen.
SP (Schlurfender Professor): “Was kann ich für Sie tun, Herr T.?”
T. druckst, ich warte ab, was an Worten aus ihm rausstolpert und er sagt: “Sie sollen das aus mir ‘rausholen, was nicht da ist.”
Gut gemacht, T., wie immer bringst Du die Sache auf den Punkt.
SP: “Wer hat sie denn geschickt?”
T: “Wir haben uns selbst geschickt.”
Kurz und knapp: Nach einer “diskreten Untersuchung” und einer Blutabnahme, um T. einmal andrologisch auf den Kof zu stellen, hat der wirklich sympathische Herr Professor festgestellt, dass wir uns operieren lassen können. Aber dass wir uns aufgrund der Vorbefunde nicht allzu viele Hoffnung machen dürfen. Er hat uns netterweise einmal rundum aufgeklärt, T. hunderttausend Zettel unterschreiben lassen und uns danach noch aufgetragen, auf dem Rückweg bei Dr. Horror, dem Urologen, hinter dessen Theke sich Pieps-Bianca fläzt, eine Überweisung zu organisieren, an die wir ja aufgrund des unglücklichen Datums vorher nicht ‘drankamen.
Super. Auch das noch. Dr. Horror soll das Finale dieses Tages darstellen..
OP-Termin hätte am 2.2. sein können, wäre aber aufgrund des Umzugs eher unglücklich gewählt, denn Tante Heinz müsste das Sofa dann alleine in die neue Wohnung tragen. Ganzer Februar ansonsten terminlich voll. Daher OP-Termin am 2.3.07… Das hätten wir dann auch.
Erschwerend kommt die Tatsache hinzu, dass er im Fall eines Glücksfundes mit Minden als ausführende ICSI-Klinik nun gar nicht einverstanden war. Er lege uns ausgewählte Kliniken ans Herz, wenn denn seine kleinen Goldfingerchen etwas Brauchbares gefunden hätten.
Das kann ja noch richtig putzig werden, sollten wir uns dauerhaft im Großraum Hamburg bewegen müssen. Aber soweit sind wir ja nun noch nicht. Die Euphorie des Herrn Professors, bei T. etwas zu finden, hielt sich in Grenzen. Vielleicht ist er ja immer so. Verspricht eben nichts, und das ist ja auch ganz gut so. Wir wissen ja selbst, dass die Chancen bestenfalls 50:50 sind.
Wieder ‘raus aus dem Laden sind wir tatsächlich direkt wieder ins Auto gestiegen und gen Heimat gedüst. Mit seltsamer Laune, wie immer nach Terminen, die auch nur ansatzweise mit dem Thema Kind zu tun haben. Tendenziell schlecht-traurig.
Aber keine Müdigkeit zeigen, schließlich mussten wir ja noch unsere Audienz bei Dr. Horror wahrnehmen.
Ich glaube, an der Theke saß seine Gattin. Bianca war wahrscheinlich noch volltrunken und hatte frei.
T: “Ich war gerade in HH und brauche eine Überweisung von Dr. Horror zum Andrologen. Mit dem Datum von heute.”
UrologenGattin: “Wohin??”
T: “In die Andrologie.” “!!”
UG: “Andrologie? Hm…” (…denkt lange nach…
UG nimmt 10 Euro, zückt die Überweisung und sagt:
“Wer hat denn gesagt, dass Sie dorthin sollen?”
T: “Ich selbst habe das gesagt.”
UG: “Aber Andrologie? Das, was die machen, machen wir doch hier auch.”
Tante Heinz bricht innerlich zusammen.
UG schreibt Andrologie auf den Zettel und bemerkt: “‘Ne Diagnose brauchen Sie dann wohl nicht?”
T.: “Doch. Schreiben Sie Unfruchtbarkeit oder sowas.”
UG (stolz): “Wir nennen das hier Infertilität.”
Tippt’s, gibt uns den Zettel, wir bemerken, dass das eine bereits unterschriebene Blanko-Überweisung ist, stellen fest, dass der persönlich Kontakt zu Dr. Horror uns erspart bleibt (…der hätte sie uns mit 99%iger Wahrscheinlichkeit nämlich nicht ausgestellt, der Herr Besserwisser…
, gehen ‘raus, fragen uns, in was für einer Bauernpraxis wir da bloß gelandet sind und kehren nach Hause zurück.
Piff - so schnell können letzte Urlaubstage vorübergehen.
Dienstag, 2 Januar 2007 um 7:55 nachmittags
Hallo Tante Heinz,
na das klingt ja nicht wirklich nach einem richtig tollen Tag. Aber zumindest kannst Du schon mal einen Ticker bis März einstellen.
Drück Euch beiden ganz fest die
.
LG
suessesiex
Dienstag, 2 Januar 2007 um 7:56 nachmittags
Oje,
ihr Armen, tut mir leid, das der Tag auch noch mit Dr. Horror bzw. die Gattin.
Laßt Euch mal ganz feste
Und evt. läßt sich ja noch ein Wechsel in eine andere Klinik, muß ja nicht Köln
sein doch noch überlegen, wo ihr doch gegraphisch da jetzt heute eine Entdeckung gemacht habt. Die hatte ich ja auch auf dem Weg nach Hannover.
Versucht Euch ein wenig zu erholen und erstmal den Umzug hinter Euch zu bringen und ansonsten werdet Ihr das richtige machen. Da bin ich mir sicher.
Danke, das Du so schnell geschrieben hast, ich war schon ganz wuschig.
Und für den 02.03. sind heute bereits sehr feste die Daumen von Carsten und mir gedrückt!!!
Lg,
Katja
Dienstag, 2 Januar 2007 um 8:11 nachmittags
So richtig toll war der Tag deswegen nicht, weil wir eigentlich mit Ausnahme eines einstündigen Aufenthaltes beim Papst nur im Auto gesessen haben. Insgesamt aber trotzdem erfolgreich. Richtig schätzen können wir ihn aber höchstwahrscheinlich erst morgen. Oder übermorgen.
Liebe Katja, nicht nachlassen mit dem Daumendrücken!! Wir können’s beileibe gebrauchen.
Liebe Grüße,
die Tante
Dienstag, 2 Januar 2007 um 8:47 nachmittags
Liebe TH und T.,
natürlich drücken wir die Daumen weiter und schicken sämtliche Gebete zum Himmel, hoffe es hilft. Und für den OP-Tag werden bestimmt sämtlich Daumen im Forum gedrückt , inkl. Doc, da wette ich drauf.
Laß Dich Morgen nicht ärgern!!
Lg,
Katja
Mittwoch, 3 Januar 2007 um 2:29 nachmittags
Wieso geht Ihr nicht nach Bad Münder, wenn die Entfernung akzeptabel ist? Kann ich einfach nur jedem ans Herz legen. Der Weg lohnt sich.
Beim Daumendrücken mach ich einfach ungefragt mit.
LG Ina
Mittwoch, 3 Januar 2007 um 2:55 nachmittags
Hm. Liebe Ina. Das frage ich mich, seitdem ich diese Tatsache des geringen Entfernungsunterschieds entdeckt habe, auch. Die halbe Stunde ist auch noch drin. BM ist ja sogar noch vor Hodenhagen.
Das Problem ist einfach: Von hier aus ist irgendwie alles weit weg. Und da haben wir die Klinik genommen, die uns von unserem Hausarzt ans Herz gelegt wurde.
Lange Rede, kurzer Sinn: Minden scheint dem Hodenpapst nicht genehm zu sein. Weiß nicht, ob aus fachlichen oder aus persönlichen Beweggründen.
Fremdgesteuert, wie wir seit neuestem sind, nehmen wir die Vorschläge, die vom Papst kommen. Sollten die sich allerdings alle in HH befinden, werden wir nach dem Tag gestern höchstwahrscheinlich passen und uns umorientieren.
Ich persönlich tendiere in diesem Fall zu BM. Allerdings wird man ja gedanklich von einem Extrem ins andere katapultiert, wer weiß, wie ich nächste Woche darüber denke. Und was T. darüber denkt, muss ich mal eruieren. Wobei er in seinen Überlegungen bis zum 2.3. geht, und danach jegliches “Waswärewenn” verweigert.
Echter Mann eben.
Mittwoch, 3 Januar 2007 um 4:34 nachmittags
Liebe TH und T,
, ich aber nenne ihn mittlerweile auch den Hodenpapst) gab auch uns nur eine kleine Chance, etwas zu finden - aber er fand etwas. Schickte uns damit aber in eine Praxis in HH, da die Biologen dort mit seinen Proben vertraut sind. Wir haben uns drauf eingelassen, BM schweren Herzens verlassen und zwei Versuche in HH gemacht. Beide Versuche negativ, wenngleich wir uns über Kompetenzmangel sicher nicht beklagen konnten - über mangelndes Einfühlungsvermögen hingegen schon!
genau: erstmal sacken lassen!
Ohne genaue Kenntnis Eures Wohnortes oder der Klinik in Minden kann ich nur so viel sagen: Der SP (schlurfender Professor
Wir kehren also nun zum dritten Versuch reumütig nach BM zurück - auch nach Rücksprache mit Schulze - und hoffen das Beste!
Fazit: es ist sicher gut Ratschläge zu hören und abzuwägen, gute Biologen und Ärzte zu suchen UND sich auf den eigenen Bauch zu verlassen!
Vielleicht guckt ihr einfach mehrere Praxen an?! Oder fragt nach Erfahrungen in allen in Frage kommenden Praxen?!
Egal wie, ich drücke ganz doll die Daumen!
Liebe Grüße, Lola
Mittwoch, 3 Januar 2007 um 4:54 nachmittags
Hallo Ihr zwei T-Träger!

Ich glaube trotzdem, dass es bei Euch große Funken gibt. Und da Ihr ja beim SP-Papst wart, tue ich für Euch in der nächsten Vorabendmesse einen Extra-Taler in den Klingelbeutel - bisher hat sich fast noch jeder bestechen lassen! Und ausserdem: Wer sollte denn sonst Eure genialen Einträge im TB fortführen? Es müssen T-Pünktchen und An- T - on her… oder gleich das doppelte Lo-TT-chen!
LG Frau mausebaer
P.s. Werde mal eine Sammelaktion starten für ein
T om -T om
Mittwoch, 3 Januar 2007 um 9:02 nachmittags
Liebe Frau mausbear,
bei der Sammelaktion für ein Tante Else für die Beiden bin ich mit dabei!!
Wir finden nur Navigon besser, aber das ist wohl Geschmacksache.
Mittwoch, 3 Januar 2007 um 9:12 nachmittags
Nix TomTom - im Kartenlesen bin ich top in Form. Nur bei der Umsetzung hapert’s gewaltig. Ich spreche entweder zu langsam, oder T. reagiert nicht schnell genug. Vielleicht fährt er auch einfach zu schnell?
Typischer Dialog:
TH: “Jetzt die nächste links.”
T: “Die nächste links?”
TH: “Jupp.”
T: “Sicher?”
Und schon sind wir an der nächsten links vorübergedüst.
Mittwoch, 3 Januar 2007 um 11:12 nachmittags
Liebe Tant Heinz, lieber T.,
Termin am 2.3. ist doch super, umso länger haben wir Zeit zum Daumendrücken also kann da ja gar nix mehr schief gehen. Außerdem hat an dem Tag meine Oma Geburtstag und die ist ein wunderbarer Mensch. Was für ein gutes Omen!
Der Tag war natürlich nicht so berauschend. Wir konnten ja immerhin einen netten Wochenendausflug draus machen, damit sich der Flug von München überhapt lohnt und hatten dazu noch goldenes Oktoberwetter. Aber vielleicht auch ein gutes Omen für eure Tese, unsere hat ja bekanntlich nicht geklappt
Also, Däumchen sind im Anschlag und liebe Grüße auch von Männe an den mutigen T.
Holger&Konny